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Zwei Fragen

7. Oktober 2015 um 10:46

Hallo liebes Forum,

ich lese seit einer Weile ab und zu die Beiträge mit, einige sind wirklich sehr hilfreich, danke dafür!
Ich selbst habe (leider schon lange) Anorexie, war auch schon in Kliniken, was aber nicht sehr nachaltig war...
Ich will nicht lange ausholen, sondern gleich zu den Fragen kommen.
1. Macht es einen Unterschied, ob ich beispielsweise in einer Woche jeden Tag 1500kcal essen oder an manchen Tagen 1900, 2000, an anderen dann nur 1100, 1200 o.ä.? Also zählt zum Zu- bzw.Abnehmen oder Gewichthalten die Wochenbilanz oder hat die Tagesverteilung einen Einfluss z.B. auf den Stoffwechsel etc.?
Ist die gleichmäßige Variante die "bessere"?

2. Habt ihr im Untergewicht Erfahrungen mit angstlösenden Medikamenten gemacht?
Würde es etwas bringen bzgl.der Phobie vor einer Gewichtszunahme es damit zu probieren?

Danke fürs Lesen und eventuelle Antworten!

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7. Oktober 2015 um 11:46

Hallo Athaxia,
für die Gewichtsentwicklung ist die Wochenbilanz entscheidend. Gerade im Bereich einer noch (zu) niedrigen Kalorienzufuhr ist allerdings gleichmäßiges Essen für die Normalisierung des Stoffwechsels deutlich besser.Wenn du 2 Tage lang nur 1100 oder 1200 Kcal zu dir nimmst, beginnt sich bereits dein Grundumsatz wieder zu erniedrigen. Du erreichst keine gesunde Anpassung deines Stoffwechsels. Dafür solltest du gleichmäßig mindestens 1800 Kcal essen.

Eine medikamentöse Behandlung der Anorexie ist in der Regel nicht erfolgreich und wird daher auch nicht empfohlen. Bei sehr stark ausgeprägter Gewichtsphobie ist in den Kliniken schon versucht worden, mit dem Neuroleptikum Olanzapin eine Besserung zu erzielen, allerdings nur mit einer begleitenden Therapie.

LG Nus

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7. Oktober 2015 um 12:04
In Antwort auf nus1951

Hallo Athaxia,
für die Gewichtsentwicklung ist die Wochenbilanz entscheidend. Gerade im Bereich einer noch (zu) niedrigen Kalorienzufuhr ist allerdings gleichmäßiges Essen für die Normalisierung des Stoffwechsels deutlich besser.Wenn du 2 Tage lang nur 1100 oder 1200 Kcal zu dir nimmst, beginnt sich bereits dein Grundumsatz wieder zu erniedrigen. Du erreichst keine gesunde Anpassung deines Stoffwechsels. Dafür solltest du gleichmäßig mindestens 1800 Kcal essen.

Eine medikamentöse Behandlung der Anorexie ist in der Regel nicht erfolgreich und wird daher auch nicht empfohlen. Bei sehr stark ausgeprägter Gewichtsphobie ist in den Kliniken schon versucht worden, mit dem Neuroleptikum Olanzapin eine Besserung zu erzielen, allerdings nur mit einer begleitenden Therapie.

LG Nus

Danke
vielen Dank für die Antwort!
Sind 1500kcal denn auch zu wenig bzw.befinde ich mich damit im Hungerstoffwechsel? Zum Zunehmen sind wohl auch 1800kcal auf Dauer zu wenig, oder?
Ist es denn quasi erstmal zweitrangig, aus welchen Lebensmitteln sich die Kalorien zusammensetzen?

Danke!

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7. Oktober 2015 um 14:09
In Antwort auf sanya_11846766

Danke
vielen Dank für die Antwort!
Sind 1500kcal denn auch zu wenig bzw.befinde ich mich damit im Hungerstoffwechsel? Zum Zunehmen sind wohl auch 1800kcal auf Dauer zu wenig, oder?
Ist es denn quasi erstmal zweitrangig, aus welchen Lebensmitteln sich die Kalorien zusammensetzen?

Danke!

Richtig,
wenn du mit täglich 1500 Kcal dein Gewicht hältst, so dass dein Gesamtbedarf bei 1500 Kcal liegt, ist es für eine normal große Frau zu wenig. Dein Stoffwechsel hat sich nicht richtig angepasst. Er ist noch reduziert und ein Hungerstoffwechsel.

Ich gehe davon aus, dass dein späterer Gesamtbedarf höher als 1800 Kcal sein wird. Er hängt auch von deiner körperlichen und sportlichen Aktivität ab und lässt sich nicht vorhersagen. Im Vordergrund der Heilung aus der Anorexie steht die Erhöhung der Kalorienzufuhr und das Erreichen eines Normalgewichts. Natürlich ist es besser, die Gewichtszunahme mit einer ausgewogenen Ernährung zu erzielen.Viele Frauen erreichen aber ihr Kalorienziel nur mit von ihnen bevorzugten Speisen. Das ist allemal besser, als wenn sie zu wenig essen.

LG Nus

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7. Oktober 2015 um 14:23
In Antwort auf sanya_11846766

Danke
vielen Dank für die Antwort!
Sind 1500kcal denn auch zu wenig bzw.befinde ich mich damit im Hungerstoffwechsel? Zum Zunehmen sind wohl auch 1800kcal auf Dauer zu wenig, oder?
Ist es denn quasi erstmal zweitrangig, aus welchen Lebensmitteln sich die Kalorien zusammensetzen?

Danke!

Hi
nimmst du denn schon stetig 1500kcal zu dir? hast du schon zugenommen bzw hast du den Willen dazu? bist du in Therapie? zum zunehmen muss ein mensch mehr Energie zuführen als er verbraucht. im HSW ist das wohl ziemlich wenig aber im Normalfall sind das wohl bis zu 3000 kcal. in der Klinik hatten die meisten Essenspläne um die 2,7-3,1. das bereits angesprochene olanzapin wurde auch von einigen eingenommen, was bei einigen mehr oder weniger Wirkung zeigte. die Zunahme in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie ist wohl der beste Start..

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7. Oktober 2015 um 17:12
In Antwort auf nus1951

Richtig,
wenn du mit täglich 1500 Kcal dein Gewicht hältst, so dass dein Gesamtbedarf bei 1500 Kcal liegt, ist es für eine normal große Frau zu wenig. Dein Stoffwechsel hat sich nicht richtig angepasst. Er ist noch reduziert und ein Hungerstoffwechsel.

Ich gehe davon aus, dass dein späterer Gesamtbedarf höher als 1800 Kcal sein wird. Er hängt auch von deiner körperlichen und sportlichen Aktivität ab und lässt sich nicht vorhersagen. Im Vordergrund der Heilung aus der Anorexie steht die Erhöhung der Kalorienzufuhr und das Erreichen eines Normalgewichts. Natürlich ist es besser, die Gewichtszunahme mit einer ausgewogenen Ernährung zu erzielen.Viele Frauen erreichen aber ihr Kalorienziel nur mit von ihnen bevorzugten Speisen. Das ist allemal besser, als wenn sie zu wenig essen.

LG Nus

Leider
meiden ich die Waage seit einiger Zeit... ich weiß, dass das Teil der Krankheit und dauerhaft nicht zweckführend ist..ich bin definitiv in (starkem) Untergewicht und müsste zunehmen. Bin dann wohl im hsw...bin 1.71m groß und bewege mich viel bzw.bin aktiv, sodass ich wahrscheinlich im Normalfall mindestens 2000kcal benötigen würde... in der Praxis fällt mir die Umsetzung jedoch sehr, sehr schwer...

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8. Oktober 2015 um 7:53
In Antwort auf sanya_11846766

Leider
meiden ich die Waage seit einiger Zeit... ich weiß, dass das Teil der Krankheit und dauerhaft nicht zweckführend ist..ich bin definitiv in (starkem) Untergewicht und müsste zunehmen. Bin dann wohl im hsw...bin 1.71m groß und bewege mich viel bzw.bin aktiv, sodass ich wahrscheinlich im Normalfall mindestens 2000kcal benötigen würde... in der Praxis fällt mir die Umsetzung jedoch sehr, sehr schwer...

Hallo Athaxia,
dein Essen wird von der Anorexie beeinflusst und begrenzt. Darum fällt es dir " sehr, sehr schwer" mehr zu essen, da du quasi gegen einen inneren Widerstand anessen musst.Neben einer festen Entschlossenheit erfordert das eine seelische Kraft, die oft nicht ausreichend zur Verfügung steht und erst noch aufgebaut werden muss.

Frühere Grundannahmen, die durch spätere und heutige Erlebnisse bestärkt werden, haben dazu geführt, dass dein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nachgelassen hat.Dein Selbstwertgefühl hat gelitten und die Anorexie ist zu einem Weg geworden, dir etwas Halt zu verschaffen und Probleme zu lösen und zu bewältigen. Mehr zu essen gelingt daher in der Regel nur mit einer Verbesserung der psychischen Verfassung.

LG Nus

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