Home / Forum / Fit & Gesund / Zu lange kontrolliert

Zu lange kontrolliert

13. Dezember 2014 um 1:05 Letzte Antwort: 14. Dezember 2014 um 13:50

Hallo an alle,

ich bin neu hier.

Mal abgesehen von all den (Hinter-)Gründen einer Essstörung, die man entwickeln kann, frage ich mich gerade, was ich falsch gemacht habe bzw. wie ich es einfach besser machen kann, so dass es mir besser geht.

Das Problem ist nämlich, dass ich so lange mein Essverhalten kontrolliert habe, dass jetzt der Umstieg nicht ganz leicht ist. Seit einer Woche zähle ich keine Kalorien mehr, nachdem ich als sehr ambitionierte Freizeitsportlerin eineinhalt Jahre viel zu wenige davon zu mir genommen habe.
Die letzten Monate hatte ich fast jede Woche irgendwann eine FA, was mich wachgerüttelt hat. Ansonsten habe ich mich sehr gesund aber genussvoll ernährt, muss ich sagen, während dem Kalorienzählen habe ich mir auch Süsses gegönnt, hauptsache, es war in der Bilanz enthalten,- dafür aber nicht mal mehr einen Cappuccino oder einen halbe Apfel, wenn di eBilanz ausgeschöpft war. Ich war relativ knallhart.

Das mit dem Nicht-Zählen hat ganz gut geklappt diese Woche und ich dachte, ich hätte mich stattgessen. Aber es fällt mir sehr schwer, mit mal Süssigkeiten zu gönnen. Und heute hatte ich eine FA, was mich unglücklich macht, da ich nicht weiss, warum.
Ich hatte gar keinen richtigen Hunger, aber als ich einmal angefangen hatte, mir Schokolade zu gönnen, konnte ich nicht mehr stoppen und habe den Tag kurzerhand zu einem erklärt, an dem ich essen darf, was ich möchte.

Jetzt fühle ich mich trotzdem schlecht.

Hat jemand von Euch eine Idee dazu, woran das gelegen haben könnte? Denkt ihr, es ist rein psychisch oder immer noch aus einem Nährstoffmangel heraus? Ich habe so viele Nüsse und all das gegessen diese Woche, dass ich mir das kaum vorstellen kann.
Wie aber komme ich dann das nächste Mal dagegen an? Ich wünschte mir so sehr, das wäre mein letzter FA gewesen!

Danke für alle Antworten!

Mehr lesen

13. Dezember 2014 um 8:13

Hallo Thechokolademe,
es ist leider oft so, dass erst das Auftreten von Essattacken den nötigen Motivationsschub auslöst, etwas gegen eine Essstörung zu unternehmen.Essattacken sind bei Anorexie im Anfang immer eine körperliche Gegenreaktion gegen eine Mangelernährung und ein bestehendes Untergewicht.Sie können sich allerdings verselbständigen und dann allein psychisch bedingt auch bei Erreichen eines ausreichenden Gewichts bestehen bleiben. Das muss bei dir (noch) nicht der Fall sein. Es ist aber notwendig, jetzt sofort etwas gegen die aufgetretenen Essattacken zu unternehmen. Da führt kein Weg daran vorbei, ein für dein Alter ausreichendes Normalgewicht zu erreichen.

LG Nus

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
13. Dezember 2014 um 11:11

Hallo, thechocolateme!
Während ich deinen Beitrag lese, einerseits spüre ich mich befreit, dass nicht nur ich mit solchen Problemen kämpfe. Trotzdem würde es wirklich echt, wenn eines Tages du schreiben würdest, dass Ihr Eßverhältnis sich auf positiv (,,normal") änderte.
Glaub mir, solches Gefühl vom ewigen Hunger habe ich auch erlebt - trotz zahlreicher Mißerfolgen geht es jedoch letztens immer besser.
Zwei positive Tagen können dich antreiben, wirklich! Etwa vor einem Monat habe ich mich zum Ziel gesetzt, dass ich nach Ende der Krankheit streben werde. Und ich schaffe das, etwas mindestens ein bisschen zu verbessern.

Ich drücke dir die Daumen, Kopf hoch!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
13. Dezember 2014 um 13:47

Aber der Sport
Danke für Eure Antworten.
Ich weiss nicht recht, ist es so einfach? Ich hatte die längste Zeit bei guter Ernährung offiziell Untergewicht und es war ok. Nich dass ich auf Untergewicht bestehe. Ich habe keine Waage, aber im Sommer bei der Sportmedizin war alles gut, nur mein Körperfettanteil sehr niedrig, wie bei Sportlerinnen in meinem Genre üblich.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
13. Dezember 2014 um 14:50
In Antwort auf thechocolateme

Aber der Sport
Danke für Eure Antworten.
Ich weiss nicht recht, ist es so einfach? Ich hatte die längste Zeit bei guter Ernährung offiziell Untergewicht und es war ok. Nich dass ich auf Untergewicht bestehe. Ich habe keine Waage, aber im Sommer bei der Sportmedizin war alles gut, nur mein Körperfettanteil sehr niedrig, wie bei Sportlerinnen in meinem Genre üblich.

Meinst du nicht,
dass du jetzt etwas bagatellisierst? Im ersten Beitrag sprichst du von einer Essstörung und davon, dass du anderthalb Jahre "viel zu wenige" Kalorien zu dir genommen hast. Mach dir nichts vor. Du hast ganz bewusst gehungert. Wer will denn da offiziell feststellen, dass dein Untergewicht okay ist? Das Auftreten von Essattacken zeigt dir doch, dass nichts okay ist.

LG Nus

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
13. Dezember 2014 um 15:11
In Antwort auf nus1951

Meinst du nicht,
dass du jetzt etwas bagatellisierst? Im ersten Beitrag sprichst du von einer Essstörung und davon, dass du anderthalb Jahre "viel zu wenige" Kalorien zu dir genommen hast. Mach dir nichts vor. Du hast ganz bewusst gehungert. Wer will denn da offiziell feststellen, dass dein Untergewicht okay ist? Das Auftreten von Essattacken zeigt dir doch, dass nichts okay ist.

LG Nus

Es war nicht
meine Absicht, etwas zu bagatellisieren und ich bin mir eben nicht sicher, ob eine Essstörung vorliegt oder nicht.

Ich habe sicher nicht hungern wollen. Ich habe einfach gedacht, so und so viele Kalorien braucht mein Körper um in etwa in diese Hose zu passen (eine Waage habe ich nicht) und alles was darüber hinaus geht, muss ich mich eben disziplinieren. Dass dieses Verhalten an sich überperfektionistisch sein kann, das ist mir schon klar, auch, dass es aus meiner eigenen Unsicherheit heraus kam.
Aber ich habe nicht "bewusst" gehungert. Ich habe nichts mehr gewollt, als mein Essen zu geniessen und trotzdem gesund und schlank zu sein.
Mit "ok trotz Untergewicht" meinte ich natürlich die rein medizinische Komponente, mehr kann die Sportmedizin nicht beurteilen.
Ich hatte weder Mängel noch Probleme mit meinen Stoffwechselwerten, die Leistungsdiagnostik war auch gut.
Der Arzt sagte mir explizit, er sähe meinen niedrigen Körperfettanteil angesichts des guten Zustandes nicht als kritisch sondern in meinem Sport als normal an, allerdings können in diesem Bereich schon Zyklusstörungen auftreten (ausbleibende Regelblutung trotz Eisprung).

Mein Untergewicht ist nicht gravierend,- und das sage ich nicht, um die Sache zu bagatellisieren. Ich hatte die längste Zeit einen ähnlichen Körper ohne Heißhungerattacken.

Ich kann mir nun vorstellen, dass ich durch die harte Nahrungskontrolle selbst schuld daran bin,- weil ich zu wenig auf meinen Körper gehört habe und er zwar gut versorgt war, aber nicht so individuell, wie er es vielleicht verlangt hätte, da ich einfach nach einem intellektuellen Plan vorgegangen bin.
Ausserdem frage ich mich, wie gross die Rolle der Psyche ist und Hunger auslösen kann.

Abschliessend gesagt suche ich nach nichts weiter als nach einer Lösung, nach einem Weg, wie ich meinem Körper und mir selbst quasi entgegenkommen kann und damit auch die Heisshungerattacken weniger werden. Ich esse ja schon nach Hunger und mehr kann ich, dachte ich, nicht machen.

Aber vielleicht hat jemand die Erfahrung gemacht, dass es eine Weile dauert oder dass es Kopfsache ist.

Ich bin weiterhin dankbar für Ratschläge und Meinunge, vielen Dank für die Geduld!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
14. Dezember 2014 um 13:50

Ach
so.
Mir ist aufgefallen, dass das natürlich irritierend ist wenn ich schreibe "viel zu wenige Kalorien" und gleichzeitig, dass ich ja keine Mängel habe.
Das muss ich wohl klarstellen. Ich habe mich aus Angst 1,5 Jahre immer in einem leichten Defizit befunden (ca 300 kcal/ Tag) aus Angst, zuzunehmen. Von dem ich immer mehr dachte, dass ich eigentlich gar nicht weiss, wie hoch es ist, weil man Muskeln aufbaut und schneller wird beim Sport.
Ausserdem bin ich immer mehr der Meinung, dass der Körper kein Motor ist und man ohne es auszuprobieren sowie so nicht weiss, wie viel er verbrennt, noch dazu ist der Stoffwechsel bestimmt nicht jeden Tag gleich, schon gar nicht bei einer Frau.

Kurz gesagt, ich habe mich oft nicht satt gegessen wegen der kcal-Grenze aber auch oft gegessen, obwohl ich nicht wirklich Hunger hatte, weil es eben so geplant war.
Nach nur einer Woche kommt mir das schon so komisch vor.

Ich weiss also im Endeffekt nicht, wie viele Kalorien mir gefehlt haben. Habe mir aber jetzt zusätzlich zu meiner "neuen" Ernährung nach Hunger schon mal ein paar Kekse und Bier gegönnt, für den Fall dass meine Psyche bei seolchem Heisshunger danach verlangt, das endlich mal zu dürfen.
Ich muss sagen, es fällt mir nicht ganz so leicht, wie es eventuell klingt.


Mach jemand gerade ähnliches durch?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Frühere Diskussionen
Beziehung oder Freundschaft?
Von: charis_12243908
neu
|
14. Dezember 2014 um 13:16
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram