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Zu fett für Therapie ...?

2. Mai 2013 um 19:49 Letzte Antwort: 3. Mai 2013 um 18:45

Hallo ihr lieben...

Da ich mich eben erst hier angemeldet hab, & dies mein erster Beitrag hier ist, werd ich erstmal kurz was zu mir schreiben...

Also ich bin 17, 1.66 groß und wiege 51 kg (wobei, da ich seit ca. 3 Tagen meinen Eltern zuliebe versuche, so an die 2000-2500 kcal am Tag zu essen, könnten es auch wieder mehr sein, da ich mich momentan eh total fett und aufgequollen am Bauch fühle. -.-

wie auch immer... ich nahm so in 3-4 Monaten mit etwa 500 kcal am Tag von 68kg auf das Gewicht ab, viel weiter drunter war ich nie, aber mittlerweile kann ich echt nicht mehr klar denken, immer dreht sich jeder Gedanke darum, was man noch essen darf/kann/wird (oder ob überhaupt...), wie viel man wohl gerade wiegt, wie viel Kalorien man schon zu sich genommen hat... ich bin psychisch total am Ende, finde überhaupt keinen Anschluss an andere Menschen (Freunde/Familie/Bekanntenkreis...) mehr, weil ich immer nur für mich allein sein will, mich und mein Aussehen zutiefst hasse und mein Leben nicht mehr leben will. Ich bestimme mein Leben nicht, das machen nur diese verf**** Kalorien! -.- und ich könnte jetzt noch so viel mehr erzählen, aber ich will euch jz auch nicht langweilen.

jedenfalls fühl ich mich einfach nur fett, da ich kein starkes Untergewicht hab, was ich gern hätte, sondern mich ja nur in nem ganz leichten UG, fast Normalgewicht befinde. Und trotzdem scheinen das viele anders zu sehen... sogar eine aus meiner Klasse, in die ich neu gekommen bin, die mal Magersucht hatte und mich gefragt hatte ob ich essgestört wäre, weil ich "übelst dünn" wäre und nie was in der Schule essen würde... und die versucht hat, iwie mit mir zu reden, um mich zu ner Therapie zu überreden. Und auch andere meinten ich solle das mal versuchen... und ich glaube nicht dran, dass ne Therapie irgendwas bewirken kann... aber ich bin jeden Tag nur am heulen, weil ich keine Lebensfreude mehr hab und hab mich deshalb entschieden, es wenigstens mit der Therapie zu versuchen, die mir vielleicht helfen könnte normal zu essen, ohne dass mein Kopf vor Frust explodiert und die mir vielleicht sogar hilft, die Gewichtszunahme, die darauf folgen wird, irgendwie hinzunehmen...

Aber dann fing ich im Internet an zu lesen von Magersüchtigen, die iwie 10 Kilo größer und 20 Kilo leichter sind als ich, jetzt ne Gewichtszunahme anstreben, die da liegt, wo ich mich gerade befinde... dann bin ich doch eigentlich viel zu fett, um jetzt schon ne Gegenmaßnahme zu starten? Lacht die Therapeutin mich dann aus??? das klingt vielleicht bescheuert, aber ich hab echt iwie das Gefühl, dass die es gar nicht für nötig befindet, mir zu helfen oder so, weil ich seh ja nicht sonderlich krank aus und bin es eigentlich auch nicht? ich bin ja fast Normalgewichtig... bin ich zu fett für ne Therapie? ...haben manche von euch vielleicht auch schonmal solche Gedankengänge gehabt? Ich hab iwie echt keinen Bock mehr auf irgendwas. Am liebsten würde ich mein ganzes Leben auslöschen!!!!

Ich hoffe jemand von euch kann mir Tipps geben oder iwie helfen.. freu mich auch über Nachrichten...

Micky

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2. Mai 2013 um 20:45

Ja
Ich kann deine Gedanken verstehen, ja, ich hatte sie auch selbst mal, aber lass mich dir sagen:

Bei der Therapie spielt das Gewicht keine Rolle.
Essstörung ist Kopfsache, und das Gewicht ist nur eines der vielen Symptome.
Meiner Meinung nach macht es sogar noch mehr Sinn, mit NG Therapie zu machen, da erst dann die Gedanken und Gefühle zurück kommen bzw präsent sind, die man mit der Essstörung unterdrückt hat/unterdrückt.
Ein/e Therapeut/in würde dich ganz sicher nicht auslachen. Es ist sehr, sehr, sehr gut, dass du dich entschieden hast, dir Hilfe zu holen! Je länger man in der Scheiße sitzt, desto schwerer wird es, da wieder raus zu kommen! Glaub mir, es wird auch so schwer genug.
In der Klinik in der ich war waren auch die (vom Gewicht her meine ich) unterschiedlichsten Leute... UG, NG, ÜG. Und alle wurden ernst genommen. Allen ging es grottenschlecht. Und die, die Normalgewicht hatten, hatten nicht weniger kranke Verhaltensweisen.

Also: Mach dir da keine Gedanken!
Es ist eine gute Entscheidung!

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2. Mai 2013 um 21:08

Du zeigst alle Symptome einer ES
Deshalb hast du, dass Recht dich in eine Therapie zu begeben. Eine Es hat einen psychischen Hintergrund und zeigt sich auf lange Zeit auch am körper. Eine ES ist eine psychosomatische Störung. Du solltest dich eher glücklich schätzen nicht so stark im UG zu sein, denn dann müsstest du des was du abgenommen hast, grad wieder zunehmen
Außerdem würde ein stationäreer Aufenthalt bei dir eventuell kürzer ausfallen, da die Gewichtszunahme nicht an erster Stelle steht, sondern an deinen Ursachen gearbeitet werden kann. Desweiteren kannst du noch klar denken und hast eine Krankheitseinsicht. Du hast alles Recht dich in eine Therapie zu begeben und wieder glücklich zu werden

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2. Mai 2013 um 21:12

Ja
Ich kann Aprikoko nur voll zustimmen und es ist eine absolut richtige Entscheidung von dir

Ich kann deine Befürchtungen und (kranken) Gedanken vollkommen verstehen und habe mir diese Fragen auch schon oft gestellt, aber es ist total unbegründet.
Tue bitte so schnell wie möglich etwas gegen deine ES und beginne eine Therapie. Je länger man in der Sch.... Drinsteckt, desto tiefer sitzen die Gedanken und die Störung an sich...
Ich bin im Moment in einer ambulanten Therapie (nach einer stationären im letzten Jahr) und es ist DER Strohhalm, an den ich mich klammere.

Alles Gute für dich und viel Kraft

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3. Mai 2013 um 0:39

Auf jeden Fall!
Ich würde dir auch empfehlen, auf jeden Fall mal zu einer Therapeutin/Psychologin zu gehen, allein, um schon die Gedanken "bin ich zu fett für ne Therapie" und so wegzukriegen.
Das, was die meisten im inet schreiben, schreiben die sowieso, um sich gegenseitig oder selber zu triggern, weil sie ja schon ach so dünn sind (was sie meistens NOCH garnicht sind).

Ich selber bin letztes Jahr hingegangen (sogar ambulant in so eine Klinik) und ich hatte wahrscheinlich ca deinen BMI (1,75 und 53kg) und auch verdammt ähnliche Gedankengänge und die Psychologin hat mich alles andere als ausgelacht, wir haben bestimmt 3 stunden geredet (obwohl sie noch Termine hatte), dann hat sie noch mit meiner Mutter geredet und mir anschließend noch Anlaufstationen genannt ! Außerdem hab ich so eine "Klinik" bzw. das Gelände außenrum gesehen und mir gedacht "nein, willst du wirklich hierhin?" "sicher, dass es das dünnsein wert ist, hier eingeliefert zu werden?" "Ist essen vielleicht doch nicht ganz so schlimm, wie du immer dachtest?" und es hat mir damals zumindest sehr geholfen .

Vielleicht kannst du ja auch jemanden mitnehmen (Mutter, Schwester, Freundin?).
Aber auf jeden Fall wird dich keiner(!!!!!!!!!) auslachen, egal, welches Gewicht du hast.

Viel viel Glück auf jeden Fall und, wenn dir das hilft, kannst du mir auch schreiben

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3. Mai 2013 um 18:45

Danke
...für eure aufbauenden Worte. Meine Mum hat heute in einer vom Hausarzt empfohlenen Kinder-& Jugendpsychartrie angerufen und der Nächstmögliche Termin, an dem ich anfangen könnte, ist irgendwann im JULI.

Das ist ja toll, dann hab ich jetzt 2 Möglichkeiten...
Nummer 1: 2 Monate fröhlich (oder auch nicht fröhlich) weiter hungern, weil die Angst vor ner Zunahme zu groß ist, wenn ich weiterhin so viel esse, wie an den letzten 3 Tagen.
Nummer 2: mich weiter damit abquälen, normal zu essen, mich jeden Tag 5 Kilo schwerer fühlen und grottenschlecht gelaunt sein, weil ich mich zu fett für diese Welt fühle.

Und weil mir die letzten 3 Tage schon zu viel waren, ich mich total schlecht und "voll" gefühlt hab, hab ich heute direkt gefastet und zur Krönung des Ganzen im DM Abführkapseln gekauft und gleich 11 Stück geschluckt. Das erste mal in meinem Leben, wohlbemerkt... und weil das Zeug eigentlich so sch*** sein soll, bereu ichs auch schon wieder. Zumal es bis jetzt auch nix gebracht hat. -.-
Aber wenigstens ist mir mittlerweile so schlecht, dass ich sowieso keinen Hunger verspüren würde...

Man, das ist doch alles zum k****.

Aber es ist doch irgendwie schön, hier mal schreiben zu können, was man denkt und fühlt, ohne dumme Kommentare zurückzubekommen wie "iss doch einfach, hast eh nix auf den Rippen" als wär es das Normalste auf der Welt... Also ist es ja eigentlich auch, aber nicht für mich.
Es gibt einem Kraft, dass man wenigstens hier verstanden wird.

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