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wirklich nicht mehr ganz unter Kontrolle?

8. Januar 2011 um 6:35 Letzte Antwort: 9. Januar 2011 um 9:46

Einen schönen guten morgen an alle!

Ich durcheinander, komme irgendwie nicht weiter und hoffe auf Euren "fachlichen" Rat.
Ich habe schon eine ganze Zeit mitgelesen. Wie ich das so mitbekommen habe, wisst Ihr alle, dass Ihr eine ES habt.
Aber ich weiß nicht, ob ich essgestört bin, oder ob ich mich nur hängen lasse.

Ich bin wegen Ängsten/Panikattacken seit Mitte November in therapeutischer Behandlung; erst in einer Klinik, jetzt in einer Tagesklinik.
Das Thema Essen habe ich dabei jeweils angesprochen, aber es wird nicht darauf eingegangen. Wahrscheinlich auch, weil man mir nichts ansieht (72 Kg bei 1,65 m).
Innerhalb von 2 Monaten habe ich durch (unbewusstes) hungern 20 Kg abgenommen und es soll noch mehr werden - bin ja nun im ÜG.
Freunde und Bekannte sagen mit tw. zwar, dass ich nicht weiter machen soll und dass ich ja schmal geworden bin - aber sch..... drauf!

Ich zähle Kalorien, habe mir ein Limit von ca. 900 gesetzt und jedes Bonbon spricht mit mir, dass ich davon wieder richtig fett werde - also verzichte ich darauf.
Ich hatte auf Station eine Ernährungsberatung, diese hatte ich mir gewünscht, weil ich merkte, dass ich alles nicht mehr richtig im Griff habe. Aber es wurde mir da nur gesagt, dass ich nichts fettes essen soll, dass ich normale Portionen essen soll usw. - hat mir absolut nichts gebracht.

In der TK essen alle gemeinsam - ich versuche immer irgendwie drum herumzukommen.
Sei es mit ehemaligen Mitpatienten so lang zu reden bis alle fertig sind, sei es ein wichtiges Telefonat, das seeeehr lang geht usw.
Ständig werde ich von Patienten auf mein weniges essen angesprochen - das piept mich an!!!!
Gestern habe ich wieder lang geredet, danach meinen "Markierungszettel" von meinem Tablett genommen und zerrissen; dabei hat mich meine ehem. Thera gesehen und gefragt was ich mache. War mir verdammt peinlich zu sagen, dass ich nichts essen will und ihr Stirnrunzeln und der folgende Hinweis, dass ich meinen neuen Thera sagen soll wenn ich Probleme habe.

Meine Gedanken drehen sich oft ums essen/nicht essen; ich wiege mich ca. 10x am Tag und wenn mir die Zahl auf der Waage nicht gefällt dann trinke ich auch mal nichts, da ich dadurch ja schwerer werden würde.
Es macht mir Probleme mit anderen zu essen - ich denke, dass alle auf mich gucken und mich beobachten.
Ich verbiete mir einige Dinge, obwohl der Hunger/Appetit da ist. Mir gefällt es, wenn ich über meine Rippen streicheln kann und wenn ich merke, dass ich ein Schlüsselbein habe!
Ich habe Angst wieder meine normale Kal.-zahl zu essen, da ich total Angst vor einer Gewichtszunahme habe.
Eine Therapie ist eine gute Ernährungsberatung - ich weine dabei, weil ich merke, dass ich irgendwie die Kontrolle über mein Essverhalten verliere.
Habe diese Woche ein Medi gegen der Angst bekommen - Nebenwirkung Gewichtszunahme - Panik und Überlegungen, ob ichs nehmen soll!
Auf der anderen Seite will ich nicht, dass andere mitbekommen, dass ich irgendwie etwas habe.... und so versuche ich mich durchzuschlängeln.
Und ich esse auch mal ein Stück Kuchen mit anderen Patienten weil ich mir komisch vorkomme immer nur nein zu sagen (wenn ich vorher nichts zu Mittag gegessen habe "dürfe" ich mir das eigentlich gönnen). Aber das schlechte Gewissen danach ist auf meiner Seite.
Daheim esse ich auch zu den "vorgegebenen" Mahlzeiten etwas - zähle eben vorher die Kal. ab.

Klingt irgendwie alles nicht mehr ganz ok?
Aber warum nickt mein Thera dann nur mit dem Kopf wenn ich sage, dass ich mit dem essen Probleme habe.
Warum fragt mich von den Thera keiner wenn ich weinend in der Ernährungsberatung sitze?
Warum wird es einfach so hingenommen und nicht hinterfragt, wenn ich beim Kochen und anschließendem essen einen Panikanfall weil ich essen muss bzw. sollte bekomme oder wenn ich einfach nur da sitze und nichts esse?

Ist vielleicht doch alles okay und nicht so schlimm wie ich mir das einrede?
Ich weiß einfach keinen Rat für mich - habt Ihr vielleicht einenTip was ich machen kann?

Ich danke Euch schon jetzt für's lesen - ist ja ganz schön lang geworden und für Eure hoffentlich zahlreichen Antworten!

Claudia

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8. Januar 2011 um 9:19

Hallo Claudia,
du zeigst deutliche Symptome einer beginnenden Essstörung, obwohl das klinische Vollbild dieser Erkrankung noch nicht vorliegt.Ursächlich war sicherlich die viel zu schnelle Gewichtsabnahme von 20 kg in 2 Monaten. Ein Rückweg aus der schon bestehenden Symptomatik ist nur durch regelmäßiges Essen mit einer ausreichenden Kalorienzufuhr möglich. Soweit du täglich maximal 900 kcal. zu dir nimmst, wird sich dein Krankheitsbild weiter verschlechtern.

LG Nus

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9. Januar 2011 um 1:46
In Antwort auf nus1951

Hallo Claudia,
du zeigst deutliche Symptome einer beginnenden Essstörung, obwohl das klinische Vollbild dieser Erkrankung noch nicht vorliegt.Ursächlich war sicherlich die viel zu schnelle Gewichtsabnahme von 20 kg in 2 Monaten. Ein Rückweg aus der schon bestehenden Symptomatik ist nur durch regelmäßiges Essen mit einer ausreichenden Kalorienzufuhr möglich. Soweit du täglich maximal 900 kcal. zu dir nimmst, wird sich dein Krankheitsbild weiter verschlechtern.

LG Nus


Vielen Dank Nus!

Kann nicht schlafen, da mir mein Magen von meinem gestrigen FA weh tut und weil ich nach meinem direkten Gang auf der Wage dadurch 1,5 Kg mehr drauf habe !

Was gehört denn zum klinischen Vollbild einer ES?

Ich will jetzt nicht darauf hinaus, dass ich da hineinfallen will.
Aber vielleicht rüttelt mich ja das Wissen wach?

Danke wiederum!

LG Claudia

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9. Januar 2011 um 9:46
In Antwort auf glukel_12686641


Vielen Dank Nus!

Kann nicht schlafen, da mir mein Magen von meinem gestrigen FA weh tut und weil ich nach meinem direkten Gang auf der Wage dadurch 1,5 Kg mehr drauf habe !

Was gehört denn zum klinischen Vollbild einer ES?

Ich will jetzt nicht darauf hinaus, dass ich da hineinfallen will.
Aber vielleicht rüttelt mich ja das Wissen wach?

Danke wiederum!

LG Claudia

Hallo Claudia,
im Vorfeld einer ES lässt sich nicht abschätzen, ob es zur Ausbildung einer Anorexie oder Bulimie kommt. So auch bei dir nach deinem ersten Beitrag. Nachdem du nun aber von einer gestrigen FA sprichst,deutet sich die Entwicklung einer Bulimie an. Dabei versteht man unter einer FA den Verzehr einer größeren Speisemenge als normal ( z.B. 1500kcal.) bei gleichzeitigem Kontrollverlust, man schafft es einfach nicht, die Nahrungsaufnahme nach 800kcal. zu stoppen, fühlt sich deshalb auch anschließend schlecht, schuldig, schämt sich.Da eine panische Angst vor einer Gewichtszunahme besteht, wird nun versucht, die Kalorien durch Erbrechen oder eine rigide Diät ( darunter fallen auch 900 kcal. am Tag ) wieder loszuwerden. Kommt es über einen längeren Zeitraum ( 3 Monate ) im Durchschnitt mindestens zweimal pro Woche zu solchen FAs, liegt das Vollbild der Bulimie vor und bleibt auch dann bestehen, wenn es vorübergehend mal zu einer Abschwächung kommt, da die Bulimie öfter in etwas besseren und schlechteren Phasen abläuft.

LG Nus

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