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Wie soll ich ihr so unter die Augen treten?

18. November 2013 um 21:27

Hallo ihr Lieben! Ich möchte gern etwas verstehen und vielleicht kann es mir sogar jemand nachfühlen.. Ich bin leider schon seit vielen Jahren in der ES und seit über einem Jahr in ambulanter Therapie. Jetzt habe ich gerade auf Grund meiner Arbeit eine Pause. In den letzten Wochen habe ich mich soo sehr in die Arbeit gestürzt und hatte nicht viel Zeit zum nachdenken. So langsam rückt aber das Jahresende näher und damit auch der Wiedereinstieg in die Therapie. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich bald wieder anfangen kann, da ich so vieles wieder verdränge und auf dem "besten Weg" zurück in mein Schneckenhaus bin..Was ich eigentlich nie wieder wollte! Und nun? Ich hab zugenommen. Ich weiß, das musste ich. Aber es fühlt sich schrecklich an. Jetzt habe ich große Angst davor meiner Therapeutin so unter die Augen zu treten! Ich verstehe diese Angst nicht! Mein Kopf weiß, dass es der Sinn der Therapie ist, gesund zu werden, wozu ein höheres Gewicht als früher gehört, aber meine Gefühle sagen das Gegenteil. Ich habe Szenen vor mir, wie erschrocken sie mich vielleicht anschaut, oder dass sie es mir auch nur sagt! Ich könnte heulen. "Sie haben ja zugenommen!"..(. Was wird sie denn denken? Alles in mir schreit danach dringend bis dahin wieder abnehmen zu müssen. Und ich weiß dass das falsch ist. Warum passiert das denn? Warum quälen mich diese Gedanken so? Ich finde gar nicht die richtigen Worte um diese Panik vor dem Tag zu beschreiben. Wenn ich das Zimmer betrete und sie mich so sieht.. Was kann ich nur tun um diese Angst loszuwerden?
Liebe Grüße
Sternsucherin

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18. November 2013 um 22:17

Liebe Leslie,
danke für deine Worte! Ich bin im NG.. Ich war nie lebensbedrohlich im UG, aber die Folgen habe ich trotzdem gespürt und weiß, dass es so nicht weiter gehen konnte. Jetzt das Positive sehen ist wahnsinnig schwer. Das kennen ja leider so viele hier. Ich habe mehr Energie, das stimmt. Die brauchte ich denke ich wirklich.Ab und zu gibt es tatsächlich diese Momente, in denen man einfach lebt! Ich kämpfe gegen das schlechte Gewissen, das sich bei dieser Lebensfreude noch immer meldet. Gegen solche Gedanken wie "Wie kannst du dir das jetzt nur erlauben!!!???"Ich sehe auch wieder eine vielleicht wirklich schöne Zukunft! Darüber bin ich auch wahnsinnig froh. Bis hierher war es ein harter langer Weg und es gibt leider noch viel zu tun. Ich bin noch lange nicht fertig mit der ES. Sie hält mich noch ganz schön fest...Körperlich ist es so eine Sache. Da fühle ich mich eher unwohler und überdimensional. Überall so viel.. Objektiv ist es bestimmt gar nicht so schlimm.. Aber es ist schwer zu ertragen. Die Sicht auf schöne Dinge ist manchmal tatsächlich wieder möglich. Ich kann das manchmal selbst noch gar nicht glauben. Du hast recht, dass ich das als wirklich positiv sehen muss. Die Angst nicht ernst genommen zu werden könnte ein Teil sein. Das stimmt wohl.. Aber mehr noch glaube ich gerade, das es für mich noch so viel von Versagen hat. Von nicht diszipliniert gewesen sein und sich gehen lassen. Auch wenn mein Kopf weiß, dass es ja eigentlich das genaue Gegenteil von Gefühlen auslösen müsste. Ja, wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich an wie versagt zu haben. Völlig verschoben... .Es fühlt sich irgendwie soo weit weg an, dass sich jemand darüber freuen soll! Ich bin so verwirrt..
Liebe Grüße
Sternsucherin

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18. November 2013 um 22:17

Hammer! Ich habe ORIGINAL dieselben Gedanken!!!
...und zwar jedes Mal, wenn ich zur Therapie gehe u weiß, dass ich in der zurückliegenden Woche zugenommen habe.

Und schäme mich in den Boden - und weiß doch gleichzeitig, dass eine Zunahme gut u erwünscht ist; mehr noch: dass sie DAS ZIEL der ganzen Therapie ist.

Und dennoch diese Scham!, dieses unglaubliche Schamgefühle und dieser unmenschlich große Wunsch, niemals zuzunehmen, sondern lieber abzunehmen.

Diese Diskrepanz macht mich noch verrückt! Dieser Zwiespalt, diese Paradoxie sind kaum auszuhalten!!!


Und ich weiß nicht, wie es dir geht mit dem, was Leslie schreibt: das nicht-ernst-genommen-werden ist es überhaupt nicht. Und schlimmer noch: bei dem Gedanken, der Therapeut könnte stolz sein u sich freuen über die Zunahme (siehe ihre Antwort), bekomme ich neben Panik und Angst auch Wut u fühle das trotzige Kind, das die Arme in die Hüften stemmt, die Stirn in Falten legt u sagt "Lass mich! Das ist meins! Ich mach, was ICH wil!! Ich will nicht, dass du stolz bist u schon gar nicht, dass du dich freust! Habe dich nie gebeten, nur Gutes für mich zu wollen".

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18. November 2013 um 22:26
In Antwort auf linden_12637787

Hammer! Ich habe ORIGINAL dieselben Gedanken!!!
...und zwar jedes Mal, wenn ich zur Therapie gehe u weiß, dass ich in der zurückliegenden Woche zugenommen habe.

Und schäme mich in den Boden - und weiß doch gleichzeitig, dass eine Zunahme gut u erwünscht ist; mehr noch: dass sie DAS ZIEL der ganzen Therapie ist.

Und dennoch diese Scham!, dieses unglaubliche Schamgefühle und dieser unmenschlich große Wunsch, niemals zuzunehmen, sondern lieber abzunehmen.

Diese Diskrepanz macht mich noch verrückt! Dieser Zwiespalt, diese Paradoxie sind kaum auszuhalten!!!


Und ich weiß nicht, wie es dir geht mit dem, was Leslie schreibt: das nicht-ernst-genommen-werden ist es überhaupt nicht. Und schlimmer noch: bei dem Gedanken, der Therapeut könnte stolz sein u sich freuen über die Zunahme (siehe ihre Antwort), bekomme ich neben Panik und Angst auch Wut u fühle das trotzige Kind, das die Arme in die Hüften stemmt, die Stirn in Falten legt u sagt "Lass mich! Das ist meins! Ich mach, was ICH wil!! Ich will nicht, dass du stolz bist u schon gar nicht, dass du dich freust! Habe dich nie gebeten, nur Gutes für mich zu wollen".

Es ist unglaublich
..es macht so Mut nicht allein zu sein. Ja, Trotz. Das ist wohl wahr. Das Versagen, von dem ich unten geschrieben habe, gehört dort sicher dazu. Du sprichst mir aus der Seele mit diesem Zwiespalt!!! Wie kommt man denn da nur raus? Es ist immer diese Stimme: "Du wirst doch das nicht auch noch tun, was sie möchte!!!" Ich will endlich diesen sch.. Kampf gewinnen, und diese Gefühle machen alles kaputt...
Gutes für mich tun fällt schwer. Obwohl man genau das muss..
Danke für deine ehrliche Antwort! Diese Worte zu schreiben ist echt nicht einfach!!!

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18. November 2013 um 22:35

Oh mann..
und ich hatte Angst, dass ihr mir vielleicht für diese völlig kontraproduktiven Gedanken Vorwürfe machen könntet. Diese miese ES zieht wirklich alle Register..

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19. November 2013 um 18:43

Liebe Losgelassen, liebe Lux,
danke für eure Antworten! Ihr macht mir wirklich Mut. Und dieses Gesicht ist genau das wovor ich Angst hab. Gut getroffen! Ich musste gerade direkt schmunzeln. Ich hoffe soo sehr, dass ihr recht habt.. Ich will nicht mehr in diesen Sumpf zurück. Langsam fange ich an ein bisschen Abstand zu meiner Vergangenheit zu bekommen und ich will nicht, dass mich die MS weiter in diesen Bildern festhält. Denn genau das tut sie. Sie spielt mir vor, wenn ich nur genug abnehme, kann ich mich annehmen, dann kann ich glücklich sein. Es tut so weh zu erkennen, dass man trotzdem unglücklich ist. Deshalb will ich den Weg weiter gehen. Vielleicht gibt es noch Hoffnung alles irgendwann hinter sich zu lassen. Oh mann, im Moment würde ich mir gern eine riesige Decke umhängen wenn ich wieder zur Therapie gehe. Mich verstecken und eigentlich gar nicht da sein. Danke, dass ihr mich da gerade unterstützt dagegen anzugehen...

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20. November 2013 um 20:06

Danke liebe Amelie...
Ich versuche mir deine und die Worte der anderen wirklich zu Herzen zu nehmen. Es stimmt, über die wirklichen Hintergründe zu weinen, tut noch viel mehr weh. Und dies zuzulassen und wirklich dahin zu gehen ist soo schwer... Es ist immer wie ein Schutz gewesen. Solange die MS die Gedanken bestimmt, muss man nichts anderes zulassen. Meine Thera soll sich um den körperlichen Zustand keine Sorgen machen. Davon habe ich ja auch nichts außer den Abbruch der Hilfe, meines Ankers. Wenn es mir schlecht ging, war es ein Schutz. Es ist ein paradoxes Gefühl. Einerseits flüchte ich damit vor den eigentlichen Problemen, anderseits zeigt es die Probleme, eben nur auf einer körperlichen Ebene nur allzu deutlich. Schon sehr seltsam..Die Angst vor ihrer Reaktion ist für meinen Kopf völlig unverständlich und ich weiß, du hast mit allem Recht, und doch fällt es meiner Seele schwer, an das Gegenteil zu glauben. Es freut mich wahnsinnig für dich, dass du den Kontakt zu der Freundin wieder aufnehmen kannst!!! das ist großartig!!! Für mich ist es glaube ich das Problem, selbst nicht glauben zu können, dass andere, Freunde wie Thera, eine Zunahme als wirklich positiv sehen und das nicht nur sagen weil man weiß, dass es dazu gehört. Wie kann man glauben, dass andere diesen Körper als richtig und normal sehen, wenn man selbst so große Probleme damit hat und so viele schlechte Gefühle damit verbindet...? Ich schreibe schon wieder so viel, weil ich gern in Worte fassen könnte, was gerade in meinem Kopf los ist, aber es fällt schwer zu erklären. Ich bin froh, dass ihr mir hier ein Stück Realität in meine Gedanken bringt!
Ich wünsche dir für das Wochenende eine wunderschöne Zeit mit deiner Freundin! Zeigt es doch, dass du es geschafft hast, dein Leben tatsächlich zurück zu gewinnen!
Liebe Grüße

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