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Forum / Fit & Gesund

Wie sag ich es meinen Eltern?

Letzte Nachricht: 18. Dezember 2013 um 13:08
E
elaine_11892913
09.12.13 um 19:24

Meine Geschichte :

Es hat vor einem halben Jahr begonnen.Es war das Wochenende meiner Firmung(Schon absurd,bei der Firmung erhält man die sieben Gaben des heiligen Geist Rat,Weisheit,Glaube,Liebe etc und ich bin direkt am Tag nach der Firmung in die MS gerutscht)Ich hatte extrem viel Kuchen und Chips gefuttert.Und obwohl ich schon immer dünn gewesen war,hatte ich ein schlechtes Gewissen weil ich so viel gegessen hatte und nahm mir fest vor abzunehmen.
Ich dachte wenn ich noch schlanker,zierlicher und zerbrechlicher werden würde,würde man mich nicht mehr verletzen,mich mehr akzeptieren und mich von der bösen Welt beschützen.
Ich nahm mir vor so 4-5 Kilo abzunehmen,nie hätte ich gedacht dass es 9-10 werden und ich nicht mehr aufhören könnte
Am Anfang ist es mir nicht schwergefallen abzunehmen.Ich bin einfach viel laufen gegangen und hab mich abgelenkt und hab den Hunger einfach ignoiert.
Irgendwann bekam ich Depressionen und oft sitze ich einfach nur in meinem Zimmer und weiß nicht mehr was ich mit der Zeit anfangen soll.Früher hatte ich mal so viel Träume gehabt.Ich träumte von einer Weltreise und von dem Jungen in den ich verliebt gewesen war.Aber jetzt ist kein Platz mehr für Liebe,Träume,Hoffnung,Hobby,Le ben.Mein einziger Gedanke gilt der Waage,Essen und Sport.
Mit der Zeit kamen auch seltsame Angstzustände dazu.Ich hab das Gefühl nicht mehr sagen und denken zu könne was ich will.Es ist als wäre es ein Zwang,was ich denke bzw.sage,immer so Bedeutungslose nichts aussagende Sachen.Immer wen ich das habe,habe ich auch ein seltsames Gefühl bei den Schläfen und der Stirn.

Ich weiß,dass es nicht so weiter gehen kann.Ich will nicht mehr abmagern,ich ekel mich vor meinem Körper,aber immer wenn ich normal esse,bekomm ich total die Depressionen und beginne wie eine Verrückte Kniebeugen zu machen bis mir schwarz vor den Augen wird.
Ich weiß ich muss mit meinen Eltern reden,aber dass ist der Punkt.Meine Eltern wissen nichts von meiner Krankheit.Sie denken ich sei nur so dünn geworden weil ich nicht mehr so viel Fleisch esse.Ich lasse mir viel Ausreden einfallen,damit sie nichts von meinem Essverhalten merken.
Außerdem bin ich nicht wie die meisten Magersüchtigen die garnicht essen oder nur auf einem Knäckebrot herumkauen.Ich liebe essen!Schokolade,Nudeln,Brötch en,Obst...alles..!!!Nur tu ich halt nur so viel essen ,dass ich immer ein bisschen abnehme.
Ich hab solche Angst meinen Eltern die Wahrheit zu sagen.Einerseits weil ich befürchte,dass sie mich nicht verstehen , wie so oft und mich zum Essen zwingen werden und anderseits weil ich sie nicht enttäuschen und verletzen will.
Außerdem habe ich nicht nur Angst wie meine Eltern reagieren werden sondern auch meine Verwandten.Wir feiern zusammen Weihnachten , ich kann ihnen doch nicht einfach so kurz vor Weihnachten alles sagen,damit würde ich ihnen sicher das Fest verderben.

Tut mir leid ,dass ich einen halbe Biographie verfasst habe,aber ich kann das einfach nicht mehr alles für mich behalten.
Während ich dass hier schreibe , fühle ich mich ein Stückchen freier!
Danke schon im Voraus!!!


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U
urjasz_12088996
09.12.13 um 20:16

Hey
Das was du hier schreibst und auch deine anderen Beiträge in diesem Forum zeigen ganz klar dass du eine ES hast.
Das "gute" daran ist, dass du es selbst erkannt hast und jetzt auf dem Weg bist dir Hilfe zu suchen.
Zu der Frage wie du es am besten deinen Eltern sagst..
Ich würde mich am besten an einem Abend oder Nachmittag wo ihr alle 3 nichts mehr vorhabt zusammen setzen und dann einfach ohne irgendwelche umschreibungen oder verschnörkelungen erzählen was wie und seit wann du diese ES besitzt. Sag Ihnen auch ruhig dass du Angst davor hast es zu erzählen und sprech dich einfach mal komplett aus!

Ich wünsche dir einfach nur ganz viel Glück dabei
Du schaffst das sicherlich! und wenn du noch fragen hast dann melde dich einfach per PN

Grüße

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B
birga_12503997
10.12.13 um 19:27

Nur ein kleiner Zusatz
Und das sage ich nicht um dich zu belehren, sondern um dir zu zeigen, dass du damit nicht allein bist:


"Außerdem bin ich nicht wie die meisten Magersüchtigen die garnicht essen oder nur auf einem Knäckebrot herumkauen.Ich liebe essen!Schokolade,Nudeln,Brötch en,Obst...alles..!!!Nur tu ich halt nur so viel essen ,dass ich immer ein bisschen abnehme."


Der Punkt ist, unglaublich viele Essgestörte LIEBEN Essen. Irgendwann werden nur andere Gefühle (Angst, Schuld etc) zu groß, um diese Liebe zuzulassen!
Ich habe inzwischen bestimmt zwei dutzend Leute kennen gelernt, die essgestört waren. Da war alles mögliche dabei. Magersucht (restriktiv und bulimisch), atypische bulimie, normale/typische bulimie, EDNOS (eating disorder not otherwise specified)..
und von diesen über 20 Leuten kann ich dir nur eine einzige nennen, die Essen nicht liebt (was bei ihr aber auch eine krasse Trotzreaktion wegen ihrer Kindheit ist)

Alle anderen: LIEBEN das Essen (ich auch!). Und genau das ist das Problem! Sie lieben das Essen so sehr, dass sie fürchten nicht aufhören zu können! Also versagen sie es sich lieber; denn gar nichts essen ist oftmals leichter, als nur ein bisschen davon zu essen.

Das kennt man vielleicht, wenn man ne Tüte Chips vor sich hat; kaum wer hört von sich aus nach 1 handvoll auf.

Während Bulimiker sich so ein Essen dann eben bei den Fressanfällen gönnen, neigen viele Magersüchtige dazu, immer restriktiver zu werden und sich solche Sachen immer weiter zu verbieten.

NOCH isst du diese Sachen noch. Aber aus 100g Nudeln werden dann erst 70g, dann 50g, dann nur noch eine Gabel und irgendwann denkst du dir, kannst du dir diese eine Gabel Nudeln doch auch schenken.
Und Schokolade.. vielleicht fängst du dann an, Schokoriegel etc zu horten und sie unter deinem Bett zu verstecken. "und wenn ich noch 2 kg abgenommen hab, dann gönne ich mir mal wieder einen Riegel!" - wozu es aber nicht kommen wird. man genießt zu sehr die falsche Stärke, der Lust versagen zu können - was in Wirklichkeit eigentlich eine Schwäche ist, aber das will man nicht sehen.


Von dem was du beschreibst, hast du auf jeden Fall ein Problem. Und -noch- mag es bei dir vielleicht noch nicht -ganz- so extrem sein wie bei anderen Magersüchtigen- das sollte aber auch keine Aufforderung für dich sein, es erst so weit kommen zu lassen. Denn das geht schneller, als man denkt.

Der Punkt ist, du brauchst auf jeden Fall Hilfe.
Und ja, wenn du deinen Eltern davon erzählst, kannst du auch damit rechnen, dass du das alles in Zukunft nicht mehr einfach so verschleiern kannst.
Aber ganz ehrlich? das ist auch GUT so!

Erstens hast du Leute um dich herum denen du wichtig bist, die dir helfen wollen; dir helfen wollen, dir selbst zu helfen!! Und wenn du Glück hast, verstehen sie dich auch noch

Gegen sowas anzukämpfen ist verdammt hart. Das was du fühlst wenn du isst zu überwinden wird ein Kampf. Das ist so, als wäre man mit dem Kopf unter Wasser und die Lungen schreien nach Luft und wollen atmen, aber du weißt, du kannst nicht atmen, sonst kommt Wasser in die Lungen und du stirbst.

So ähnlich ist das bei einer Essstörung. Es ist ein Fehler im Denken. Dein Körper BRAUCHT Nahrung, aber dein Kopf redet dir ein, dass es schlecht ist und du dich deswegen schlecht fühlen solltest.

Ich weiß zwar nicht wie alt du bist, aber:

Ich rate dir, professionelle Hilfe zu suchen. Gerade dann, falls du vor Weihnachten etc. nicht den Mut aufbringst, es deiner Familie zu sagen!!

Es gibt Beratungsstellen, die sind anonym und auch zur Schweigepflicht verpflichtet (falls du deswegen angst hast, frag nochmal nach und vergewissere dich!). Du kannst ja einfach mal googlen, auf deine Stadt bezogen.

Wenn du 15 Jahre oder älter bist, kannst du auch zu deinem Hausarzt gehen und dir eine Überweisung zu einem psychotherapeuten holen. Wenn du nämlich 15 oder älter bist, läuft das auch ohne das Wissen deiner Eltern ab.
Wenn du jünger bist, brauchst du das Einverständnis von mindestens einem Elternteil.


Auf langfristige Sicht wirst du deine Familie vermutlich sowieso einweihen müssen, weil du ihre Unterstützung und den Rückhalt gut gebrauchen kannst.
Ich weiß, sowohl eine Essstörung als so depressive Gedanken sind verdammt fies und können einen total einnehmen, aber der Kampf dagegen lohnt sich, und man kann ihn gewinnen!

Je eher du dich dem stellst, desto leichter wird es. Ich drück dir die Daumen, trau dich! Denn im Endeffekt bist du allein diejenige, die sich selbst helfen kann

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E
elaine_11892913
10.12.13 um 20:01

@faloner
Danke für deine lieben Worte Das Problem nur meine Eltern hören mir so gut wie nie zu und sind meistens nicht zu Hause,aber es wird sich sicher mal eine Gelegenheit finden.Leider ertappe ich mich immer wieder dabei es aufzuschieben

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E
elaine_11892913
10.12.13 um 20:09

@nanshali
Auch dir danke,deine Antwort hat mir viel zum Nachdenken gebracht!!!
Ja du hast total Recht,alle Magersüchtige lieben essen,aber bei mir ist es wirklich ein bisschen anders , ich freu mich richtig darauf wenn ich mir erlaube etwas zu essen.Und da muss ich dir auch Recht geben ich erwische mich immer mehr dabei wie ich es mehr immer mehr verbiete.
Du hast auch geschrieben das man evt. in eine Klinik gehen kann,ich glaube dass ist eine guter Weg wieder gesund zu werden.Ich bin vierzehn und ich geh noch in eine Schule.Wie lange dauert ungefähr so ein Klinikaufenthalt?Ich will nämlich auf keinen Fall das Schuljahr wiederholen :/
Danke nochmal

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B
birga_12503997
10.12.13 um 20:33
In Antwort auf elaine_11892913

@nanshali
Auch dir danke,deine Antwort hat mir viel zum Nachdenken gebracht!!!
Ja du hast total Recht,alle Magersüchtige lieben essen,aber bei mir ist es wirklich ein bisschen anders , ich freu mich richtig darauf wenn ich mir erlaube etwas zu essen.Und da muss ich dir auch Recht geben ich erwische mich immer mehr dabei wie ich es mehr immer mehr verbiete.
Du hast auch geschrieben das man evt. in eine Klinik gehen kann,ich glaube dass ist eine guter Weg wieder gesund zu werden.Ich bin vierzehn und ich geh noch in eine Schule.Wie lange dauert ungefähr so ein Klinikaufenthalt?Ich will nämlich auf keinen Fall das Schuljahr wiederholen :/
Danke nochmal

Klinikaufenthalte
sind unterschiedlich; da muss aber auch ein Therapeut die Indikation dafür geben, dass einstationärer Aufenthalt nötig ist, und das nicht ambulant geregelt werden kann.
Außerdem kann es sein, dass du einige Zeit auf einen Warteplatz warten musst.

Wenn du das Schuljahr nicht wiederholen willst, besteht vielleicht die Möglichkeit, in den Sommerferien in eine Klinik zu gehen. Viel kürzer geht sowas nicht unbedingt.

Mach dir nur bitte keine Illusionen; du bist nicht einfach so gesund, wenn du in einer Klinik warst
Und ich weiß nicht ob in deinem Fall eine Klinik bereits so ratsam wäre, weil man nicht unterschätzen darf, wie triggernd diese Umgebung sein kann.
Der Konkurrenzkampf unter den Patienten kann hart sein.

Ausserdem ist es in vielen Kliniken so, dass sie die magersüchtigen nur auf ein akzeptables Niveau kriegen, sodass sie körperlich gesehen überhaupt in der Lage sind, eine Therapie zu machen. Es gibt sicher auch einige Spezialkliniken, wo es nicht nur um die Gewichtszunahme geht, sondern auch um Therapie; da kann ich dir aber auch garantieren, dass das ne ganze Ecke länger dauern kann und du ggf das Schuljahr wiederholen müsstest.

Meine erste Therapeutin wollte mich ursprünglich auch in eine Klinik stecken; ich hab abgelehnt (weil ich noch kränker geworden wäre, da bin ich sicher; und weil ich das Abitur hätte wiederholen müssen). Jetzt, zwei Jahrespäter, bin ich bei einer anderen Therapeutin und sie hat gesagt, dass bei mir keine Indikation für eine Klinik besteht.


Deswegen, stress dich nicht zu sehr; kann sein dass du das ambulant gut hinkriegst, dann musst du dir wegen der Schule keine Sorgen machen!

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Kannst du deine Antwort nicht finden?

U
urjasz_12088996
11.12.13 um 1:55
In Antwort auf elaine_11892913

@faloner
Danke für deine lieben Worte Das Problem nur meine Eltern hören mir so gut wie nie zu und sind meistens nicht zu Hause,aber es wird sich sicher mal eine Gelegenheit finden.Leider ertappe ich mich immer wieder dabei es aufzuschieben

-
Dann setze dir ein gewisses Datum was dir als gut erscheint und ziehe es da durch
Rausschieben wird dir da nämlich nichts bringen..
Sag es weil wenn du es nicht tust, wird sich auch nichts ändern!
Du schaffst das

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B
birga_12503997
11.12.13 um 16:54
In Antwort auf urjasz_12088996

-
Dann setze dir ein gewisses Datum was dir als gut erscheint und ziehe es da durch
Rausschieben wird dir da nämlich nichts bringen..
Sag es weil wenn du es nicht tust, wird sich auch nichts ändern!
Du schaffst das


Kann ich nur zustimmen! Ich habs immer wieder vorgeschoben, auch wenn zB keine Antwort von Therapeuten kam oder halt, dass keine Kapazität da ist..

"ach ja, ich such wann anders wieder" "hat ja noch Zeit"...

Keine Gute Einstellung! Bring's hinter dich Am besten echt ein Datum setzen "Bis dahin hab ichs gesagt."
Das wird schon wieder, keine Sorge!

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E
elaine_11892913
11.12.13 um 20:19

Okay
das ist ziemlich doof.Weil ich hab momentan einen sehr niedrigen BMI (14 oder weniger)und da nimmt mich leider keine Therapeutin mehr auf und ob ich bis zu den Sommerferien warten kann,bin ich mir nicht sicher.Aber ich werd mir auf jeden Fall deinen Tipp zu Herzen nehmen und mal eine anonyme Beratungstelle auffindenJa ich weiß ich sollte es nicht immer rauszögern,ich hab mir jetzt mal ganz fest Jänner vorgenommen,weil vor Weihnachten bringe ich es wie gesagt nicht über mich.
Danke nochmal euch beiden

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E
elaine_11892913
18.12.13 um 13:08

@pinija
Ja gerneWenn du Lust hast können wir vlt PN schreiben?

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