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Wie kann ich meinem Freund erklären, wie es mir geht?

30. November 2010 um 12:42 Letzte Antwort: 3. Dezember 2010 um 14:26

Hallo,
Ich habe seit gut 2Jahren eine funktionierende Beziehung.
Mein Freund bekommt das natürlich auch alles mit. Seit Ende letzten Jahres bin ich in eine dauerhafte ES gefallen aus der ich mich schwerer lösen konnte als sonst.
Es gibt mal Tage wo es mit dem Essen geht, meist auf Grund einer FA, woraufhin dann der Tag für mich gelaufen ist und ich dann fresse bis zum k**zen.
Ich bin nun dran was zu verändern, aber es ist schwer. Und noch schwerer ist es, dies meinem Freund zu verdeutlichen.
Wenn ich mal sogar warmes Essen das habe ich mir seit nem Jahr verboten, esse, dann reicht ihm das nicht aus. Er will das ich noch mehr esse.
Das demotiviert mich, weil ich sein Ziel nicht erreichen werde und gerade jetzt jemand an meiner Seite brauch, der mich für drei Stullen am Tag lobt.
Oft laufen unsere Gespräch so ab, dass wir uns am Ende streiten.
Es ist so hoffnungslos... was soll ich denn nur machen, damit er mich versteht und unterstützen kann? Denn er will ja helfen, aber so wie er grad helfen will ist es kontraproduktiv.
Er drängt mich zum Essen, dass ich für mich demütigend und peinlich. Er erkennt meine Sachen die ich am Tag esse nicht an, dass macht mich wieder wütend auf mich und dann kommt der Selbsthass und schwups bin ich wieder im Teufelskreis...was soll ich tun?

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30. November 2010 um 13:22

Verstehe...

Hallo Anne,

es ist wirklich toll, dass Du gerade an der ganzen Sache arbeitest. Ich verstehe, dass es für Dich schon große Sprünge sind.
Leider können das Nicht-Betroffene nicht nachvollziehen.
Hat sich Dein Freund schon mal mit entsprechender Lektüre beschäftigt, um vielleicht mehr Einblick in die Essstörung zu bekommen, oder in das Seelenleben einer Betroffenen ?

Da Du in Therapie bist, könntest Du auch mit Deiner Therapeutin mal darüber sprechen. Dann könnte Dein Freund mal mit zu einer Sitzung kommen und sich mal etwas aufklären lassen. Was produktiv oder kontraproduktiv ist.
Das haben wir damals auch so gemacht.
Es hilft Dir auf Dauer nicht, wenn ihr Euch deswegen ständig streitet und Du nur wieder Selbsthass aufbaust, weil Du den Ansprüchen Deines Freundes nicht gerecht wirst.
Ihr müßt bei einem Gespräch zu dritt auch nicht über intimere Dinge, die Du nur Deiner Therapeutin erzählst, sprechen. Lediglich darüber, inwieweit Dir Dein Partner eben helfen kann oder wann er lieber mal den kleinen Schritten Beachtung schenken müßte. Oder sich mal ganz zurückhalten sollte. Es ist eben nochmal etwas anderes, wenn Außenstehende das von einer Therapeutin hören.

Ich hoffe, dass Ihr da einen Weg findet.
Alles Gute und liebe Grüße

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30. November 2010 um 13:34
In Antwort auf vibeke_12891442

Verstehe...

Hallo Anne,

es ist wirklich toll, dass Du gerade an der ganzen Sache arbeitest. Ich verstehe, dass es für Dich schon große Sprünge sind.
Leider können das Nicht-Betroffene nicht nachvollziehen.
Hat sich Dein Freund schon mal mit entsprechender Lektüre beschäftigt, um vielleicht mehr Einblick in die Essstörung zu bekommen, oder in das Seelenleben einer Betroffenen ?

Da Du in Therapie bist, könntest Du auch mit Deiner Therapeutin mal darüber sprechen. Dann könnte Dein Freund mal mit zu einer Sitzung kommen und sich mal etwas aufklären lassen. Was produktiv oder kontraproduktiv ist.
Das haben wir damals auch so gemacht.
Es hilft Dir auf Dauer nicht, wenn ihr Euch deswegen ständig streitet und Du nur wieder Selbsthass aufbaust, weil Du den Ansprüchen Deines Freundes nicht gerecht wirst.
Ihr müßt bei einem Gespräch zu dritt auch nicht über intimere Dinge, die Du nur Deiner Therapeutin erzählst, sprechen. Lediglich darüber, inwieweit Dir Dein Partner eben helfen kann oder wann er lieber mal den kleinen Schritten Beachtung schenken müßte. Oder sich mal ganz zurückhalten sollte. Es ist eben nochmal etwas anderes, wenn Außenstehende das von einer Therapeutin hören.

Ich hoffe, dass Ihr da einen Weg findet.
Alles Gute und liebe Grüße

Das Problem...
Meine jetzige Therapie endet in zwei Sitzungen, danach kann ich nicht verlängern. Die Verhaltenstherapie ist komplett ausgeschöpft.
Jetzt wo die Therapie endet will ich was verändern... warum nicht schon die Monate zuvor, wo wir immer wieder versucht haben daran etwas zu ändern, aber auf Grund meiner negativen Einstellung und der nicht vorhandenen Bereitschaft nie weiter gekommen sind.
Meine nächste Therapie fängt vermutlich Anfang Februar an und das ist eine Traumatherapie. Fraglich, ob sie auch das Thema Essstörung mit aufgreifen kann. Ich kenne die Therapeutin ja nicht und weiß auch nicht, ob sie damit umgehen kann.
Gut wäre es natürlich meinen Freund von jemand vom Fach sich darüber aufklären zu lassen, aber ich weiß nicht ob ich das noch in den zwei Sitzungen schaffe...
Jedoch habe ich keine Lust mit meinem Freund wegen meinem Essverhalten zu streiten, es bringt ja doch nichts.
Und anlügen und so weiter will ich auch nicht mehr. Ich will raus aus dem Mist... habe mich da schon so drin verhangen, es muss nicht extremer werden (sagt mein gerade vorhandener Verstand).
Ich bin un eins mit mir selbst und das merkt man, was Thema Therapie betrifft und die etlichen Diskussionen rund um das Thema.

Ich hoffe ich kann es in der nächsten Therapie mal lösen und einen Weg finden und vorallem auch den durchgängigen Willen wirklich da raus zu wollen.
Habe schließlich dies Jahr schonmal einen Klinikaufenthalt sausen lassen, weil ich mir paar Tage zuvor dachte, ich brauche keine Hilfe und da ich nicht lebensbedrohlich unterernährt war, konnte mich auch keiner dazu zwingen.

Danke aber erstmal! Ich hoffe wir finden einen Weg!
Liebe Grüße

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3. Dezember 2010 um 10:10

Ich habe ...
... gestern nochmal mit meinem Freund gesprochen und ihm gesagt, was was in mir auslöst.
Die Therapie ist ja mit 2Sitzungen abgeschlossen und demnach wird es nicht einfach, noch meinen Freund mitzunehmen und ihn aufklären zu lassen.
Und die neue Thera beginnt nächstes Jahr Februrar. Das ist mir dann noch zu lange hin, weil man muss erstmal die neue Therapeutin kennenlernen und ganz langsam vorangehen...das kann dann auch wieder Monate dauern, bis es zu so einem Gespräch kommt.
Ich werde wohl eine Beratungsstelle aufsuchen, vielleicht können die sich ja mit einem zusammen hinsetzen...
Aber zumindest haben wir uns mal ausgesprochen und er will mich auf jedenfall unterstützen... da merke ich wieder wie sehr er mich wohl liebt...

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3. Dezember 2010 um 14:26
In Antwort auf anne26788

Ich habe ...
... gestern nochmal mit meinem Freund gesprochen und ihm gesagt, was was in mir auslöst.
Die Therapie ist ja mit 2Sitzungen abgeschlossen und demnach wird es nicht einfach, noch meinen Freund mitzunehmen und ihn aufklären zu lassen.
Und die neue Thera beginnt nächstes Jahr Februrar. Das ist mir dann noch zu lange hin, weil man muss erstmal die neue Therapeutin kennenlernen und ganz langsam vorangehen...das kann dann auch wieder Monate dauern, bis es zu so einem Gespräch kommt.
Ich werde wohl eine Beratungsstelle aufsuchen, vielleicht können die sich ja mit einem zusammen hinsetzen...
Aber zumindest haben wir uns mal ausgesprochen und er will mich auf jedenfall unterstützen... da merke ich wieder wie sehr er mich wohl liebt...

Super

Das finde ich toll, Anne !
Dass Du Deinem Freund mal richtig erklärt hast, was er in Dir auslöst, ist wirklich gut. Ich habe Deinen anderen Thread schon verfolgt. Schade, dass es bei Euch in der Stadt keine Anlaufstellen gibt. Aber vielleicht hilft das Gesundheitsamt. Ich drücke Euch die Daumen.

Dein Freund wird Dich ganz sicher lieben. Er ist eben nur unbeholfen. Aber eine Essstörung ist auch ein heikles Thema...

Halt uns auf dem Laufenden, ob es was gebracht hat.
Ich drücke Dir fest die Daumen
Alles Liebe

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