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Wie geht ihr mit euren alkoholkranken Mütter/Eltern heute um, als erwachsene Kinder von Alkoholikern

14. Dezember 2013 um 8:02 Letzte Antwort: 29. Dezember 2016 um 21:01

Hallo,
ich bin neu hier und habe hier schon einige Beiträge zum Thema, "wenn Mütter trinken" gelesen... und ich muss sagen, es tut gut zu wissen dass man mit dem Problem nicht alleine ist (was man früher und so manches mal immer dachte).
Jetzt möchte ich mal meine Geschichte schreiben, weil es vielleicht einfach mal gut tut dieses zu teilen und eben nicht mehr zu verheimlichen, was eigentlich die größte Belastung immer war.
Ich bin 29 Jahre alt und seitdem ich denken kann trinkt meine Mutter.
Wir (ich habe noch eine 21 jährige Schwester) sind mit der Problematik Alkohol aufgewachsen und ich muss sagen, ich habe sehr drunter gelitten und tue es eigentlich jetzt auch noch, auch wenn ich erwachsen bin und mein eigenes Leben führe. Meine Mutter trinkt JEDEN Abend pünktlich ab 18 Uhr ihr Bier (ca. 8 Flaschen 0,5l oder auch heutzutage mehr), sie sagt es ist doch gar nicht schlimm, es ist doch nur Bier und kein Schnaps und das brauch sie eben um besser schlafen zu können.- sie tut ja niemanden was damit .
Als Kind hat man sich da nicht viel bei gedacht, man ist damit aufgewachsen und kannte es nicht anders, auch wenn zum Bier meistens am Wochenende die Schnapsflaschen dazukamen, wenn sie sich mal einen gönnen wollte. Auch bei uns gab es immer wieder Gewalt, meine kleine Schwester konnte ich früher immer schützen, sie war noch klein und meistens stand ich nachts immer neben ihren Bett, als meine Mutter und ihr Freund mal wieder total besoffen und zerstritten von Partys kamen und aufeinander losgingen. Ich war schon früh (9Jahre) mit meiner Schwester nachts alleine wenn sie losgingen und habe meistens die Nächte wie ein Wachhund neben ihren Bett gelauscht und gehorcht wenn es mal wieder lauter zwischen den Erwachsenen wurde, um einzugreifen... aus Angst er könnte meine Mutter oder meiner Schwester etwas antun. - es war auch begründet, er schlug sie oft, auch mich, wenn ich dazwischen ging...es gab viel Blut und Verletzungen damals. Aber die größten sind die Narben, die man im Kopf behält und die Ängste, die sich auch manchmal heute wieder in den Alltag einschleichen.
Nach der Trennung der beiden entschloss sich der Freund meiner Mutter gegen den Alkohol, zurück blieben wir mit ihr mit dem Alkohol, da war ich 12 Jahre. Ab da hetzte sie immer gegen ihn, er hätte sich ja so verändert, als er noch trank, war er ein viel besserer Mensch.
Immer wieder hatte sie dann zeitweise einen Alkoholiker als Partner und auch da war Gewalt an der Tagesordnung.
Schon früh brachte sie auch mich an den Alkohol, sie sagte ein paar kalte Bier kann man sich immer mal gönnen, dass hat man sich verdient. So kam es, dass ich dann auch mit ihr früher oft abends saß und mit ihr trank. Ich hatte dann immer das trügerische Gefühl, ich würde ihr nahe stehen. (worüber ich mich heute sehr schäme)
Ich war immer ganz gut in der Schule aber ab dem Zeitpunkt sackte ich ab bis ich dann nicht mehr aufgrund meiner Noten zum Abitur zugelassen wurde. Außerdem fingen da ihre nächtlichen Besuche in meinem Zimmer an als sie total besoffen war, sie weckte mich oft schreiend und heulend auf und wollte reden oder diskutieren oder wurde auch mal aggressiv mir gegenüber, die Zeit war da egal oder ob ich zur Schule musste.- oft kam sie nachts zu mir und ich habe es gehasst. Sie sagte immer sie darf das, sie ist ja meine Mutter! Danach hielt sie mir immer vor, dass es ja so schade sei, dass ich so faul in der schule wurde.
Ab 16, klettete sie sich dann nur noch an mich und ließ mir keine Chance mich von ihr abzunabeln.- bis Mitte 20 ungefähr. Überhaupt tat ich ab da alles, was sie von mir wollte... vom schreiben ihrer Briefe zu Schuldnern etc..bis hin (als ich Führerschein hatte) ihr ihre Bierkisten regelmäßig zu holen (das waren ca 3 -4 Stück die Woche). Mir kam damals nie den Sinn, dass sie Alkoholikerin ist bzw. ich denke ich habe mich geschämt überhaupt in die Richtung zu denken oder gar Angst so etwas in ihrer Gegenwart zu erwähnen. Ich habe viel gemacht für sie und ich habe es gemacht, weil ich dabei das Gefühl bekommen habe geliebt und gebraucht zu werden.Hätte ich es nicht getan oder habe ich mich mal geweigert, kamen Vorwürfe oder Erpressungen die mir ein schlechten Gewissen eintrichterten. Schon früh stellte sie sich gerne als armen, bemitleidenswerten Mensch dar und ich fiel immer drauf rein.
Auch nachdem meine Tochter (sie ist inzwischen 8)geboren wurde und ich mit 20 ein eigenes leben anfing, ließ sie nie ab von mir ihr ihre Bedürfnisse zu erfüllen und ich selber war auch nicht in der Lage mich von ihr zu lösen.- zu groß war die Angst vor ihren Vorwürfen und außerdem war/ist sie meine Mutter, so dass ich immer ein schlechtes Gewissen hatte wenn ich ihr gegenüber was falsch gemacht habe. Jede Beziehung die ich einging sabotierte sie, sie konnte es nicht ab, dass ich glücklich werden wollte ohne sie. Immer wieder redete sie meine Partner schlecht und da ich sie nicht verlieren wollte gingen alle Beziehungen in die Brüche.
Nachdem mein Sohn (er ist fast 3 Jahre) geboren wurden ist, lernte ich meinen jetzigen Partner kennen, er half mir mich von ihr zu befreien.
Ich habe inzwischen seit fast 2 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, seit ca 1 1/2 Jahren kann ich auch dazustehen, dass meine Mutter Alkoholikerin ist, auch in der Öffentlichkeit kann ich darüber reden.
Ich habe sie vor die Wahl gestellt und sie hat sich für den Alkohol entschieden, nach wie vor sagt sie, sie hat ja kein Problem und nach wie vor kann sie nicht zu ihren Fehlern stehen. Sie liebt es, sich als Opfer hinzustellen und inzwischen bin auch ich für sie ihr größter Feind, sie redet mich überall schlecht, erzählt Verwandten ich wolle nicht mehr leben... usw. Mein Freund hat für sie am Kontaktabbruch schuld. -leider nimmt sie mich nicht für ernst, ich glaube sogar sie lebt in einer Welt, in der sie niemals an irgendwas schuld haben kann. Sie hat immer Ausreden und Gründe parat in der andere für sie die schuldigen an allem sind.
Leider musste ich auch den Kontakt meiner Tochter zu ihr abbrechen, weil sie meine 8-jährige Tochter anstichelte meinen Freund und mich auszuspionieren bis wir aus dem Supermarkt wieder raus sind, damit sie in ruhe ihr Bier mit meiner Tochter kaufen kann. Ab da habe ich einen sofortigen Stopp gemacht und ihr den Kontakt absolut zu meiner Tochter verboten.- ich glaube sie wollte meine Stelle von früher mit meiner Tochter besetzen!
Auch die Weihnachtskarte mit etwas Geld für meine Kinder schickte ich ihr wieder zurück.
Eine richtige Oma war sie eh nie, meine Sohn kennt sie gar nicht und auch um meine Tochter hat sie sich seit Jahren nicht mehr gekümmert.
Oft frage ich mich, ob es alles richtig ist, was ich mache und oft fehlt sie mir eigentlich..oder eher überhaupt das Gefühl eine Mutter zu haben. Dieses Gefühl, dass man irgendwie alleine ist kommt sehr oft in mir hoch, auch das Gefühl nicht liebenswert und einfach anders als andere zu sein spüre ich sehr oft.
Ich glaube auch viele Verhaltensmuster die ich habe stammen aus meiner Kindheit mit meiner alkoholkranken Mutter, ich bin ein Kontrollmensch und versuche möglichst alles perfekt zu machen, ich versuche Menschen alles recht zu machen und bekomme schnell Gewissensbisse wenn ich mal nein sage. Auch ist mein Selbstwertgefühl oft sehr niedrig und ich fühle mich oft als ein Mensch 2ter Klasse. Meine Motivation wiederum nicht so zu werden wie sie ist allerdings seeehhr groß, deswegen versuche ich inzwischen auch energisch eine Ausbildung für das nächste Jahr zu finden und ein schönes Leben mit meinem Freund aufzubauen.
Ich würde mir nichts lieber wünschen, als alles hinter mir zu lassen und den Kopf einfach ausstellen was das Thema anbelangt.
Viele sagen(manche aber auch nicht), das beste ist es was ich gemacht habe, den Kontakt abzubrechen und sie fallen zu lassen, doch es bringt leider nichts, weil meine Schwester ihn noch mit ihr hat und Angst hat mit ihr offen zu reden und sie noch immer dieses schlechte gewissen, was auch ich damals hatte, bei ihr hat. Meine Schwester ist auch nicht einverstanden mit meiner Mutters Abhängigkeit, redet nicht gut von meiner Mutter und will am liebsten auch nichts mit ihr zu tun haben, fährt aber leider noch hin. Ich merke aber, dass es für mich nicht gut ist, wenn meine Schwester dann wieder mit Themen von ihr anfängt(oft sind es Themen, wo ich für meine Mutter inzwischen an allem Schuld habe), obwohl ich gar nichts mehr davon wissen will.
Ich bin auch leider schon am Überlegen, ob ich den Kontakt auch zu meiner Schwester abbreche, weil wir leider ein fach nicht zusammenhalten... ich weis einfach noch nicht, was ich machen soll.

Wie geht ihr mit dem Thema Alkohol der Eltern um und wie geht es euch als erwachsene Kinder von Alkoholikern so?????

Mehr lesen

1. Januar 2014 um 20:40

Ich verdränge sehr
Und kann deshalb zurzeit nicht viel dazu sagen.
Bei mir waren beide eltern alkoholiker. Meine mutter ist es immer noch. Ich bin 25. Und bin nun mit nem alkoholiker verheiratet. jetzt da ich sehe, wie sich alkoholiker um ihre kinder kuemmer, frag ich mich echt, wie es meine mutter mit sechs kindern geschafft hat. Rueckblickend weiss ich , dass sie nie nachts fuer uns da war. Weil sie geschlafen hat mein grosser bruder, sechs jahre aelter, hat viel uebernommen. Alkoholiker war sie aber schon immer. Jedoch registriert hab ich das erst sehr spaet. Ich glaube das war als sie ganz stolz gesagt hat, dass sie schon so und so lange nix mehr getrunken hat. Da war ich 15. Ich hatte ploetzlich ne ganz andere mutter. Ein jahr lang. Ich erinner mich seeeeehr sehr sehr gut an dieses silvester als ich 16 war. Da holte sie eine flasche sekt aus der einkaufstuete und schmunzelte irgendwie so komisch. Sie sagte zu mir (und diese erinnerung ist sowas von schmerzhaft) "ach ein gläschen sekt aufs neue jahr macht doch nix"
Von da an war sie wieder drauf. Sie war dann wieder täglch am fruehen abend auf der couch eingeschlafen und ist irgendwann in der nacht richtung bett getorkelt, hat sich unterwegs mehrere scheiben wurst ausm kuehlschrank geholt und i den mund geschoben und ist ins bett.

Mit 18 bin ich ausgezogen. Zurueck blieb der grosse bruder und die ganz kleine schwester. Acht jahre juenger als ich.

Sie trinkt heute noch. Das weis ich von meiner kleinen schwetser. Die ist letztes jahr zu ihrem freund gezogen. Der bruder ist auch vor einem jahr ausgezogen. Sie lebt also nu alleine i ihrer welt. Und es ist gaaanz genau so wiedu es beschreibst, mit dieser opferrolle und schlechtes gewisse machen usw. Dem kann ich nix mehr beitragen.

Du willst ja wissen wie es heutr ist. Seit ueber einem jahr hab ich den kontakt abgebrochen. Eben weil sie so ist. Weil immer alle anderen schuld sind usw. Davon koennen wir wohl ein lied singen.

Aber wie gesagt, wie ich heute mit ihr umgehe, bzw mit ihr umgegangen bin bevor der kontakt abbrach kann ich dir nich genau sagen. Ich will daran gar nicht denken. Aber ich denke jeden tag an meine verkorkste kindheit. Wie gern haette icb eine normale kindheit gehabt. Das will ich nun meinen zwei mädels ersparen mit meinem noch-mann. Aber das ist eine andere baustelle.
Ich hoffe es hilft dir, einfach nur zu wissen dass du nicht alleine bist mit solchen problemen. Mehr kann ich dir leider nicht helfen.

Lg

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1. Januar 2014 um 20:42

Ganz vergessen
Meinen vater zu erwähnen. Der ging weg als ich drei war und war bei seiner neuen sofort trocken. Meine mutter war dann allenerziehend

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26. August 2014 um 13:09

Ähnliche Erfahrungen
Hallo Mary,

ich hoffe, dass Du immernoch Benachritigungen bekommst, wenn Dir hier jemand antwortet. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du und würde mich gerne näher mit Dir austauschen, wenn Du Lust und Nerven dazu hast.

Liebe Grüße
Nozomi 86

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9. Juni 2015 um 0:00

Wir sind stark!
Hallo,
Es gibt kraft ähnliche Erfahrungen zu lesen, wenn man manchmal denkt, nicht mehr weiter zu wissen.

Ich bin nun 25 Jahre alt, Einzelkind -verwöhnt? nein! ich schätze liebe und Harmonie in einer gesunden Dosierung! aber kann ich das tatsächlich aushalten?
Mit 18 Jahred bin ich von zuhause raus zum damaligen Freund. er war schule in Augen meiner Mutter. Ich war froh, bis er mich auch schlecht behandelt hat und mich loswerden wollte und ist. raus aus meinem Elternhaus war der beste Schritt. Aber ich bin, musste, wieder zurück. mir fehlte die Bezugsperson in meinem Leben. Bei meiner Freundin und ihrer heile-Welt-Familie konnte ich es nicht aushalten. Zuhause Konnte ich es genauso nicht aushalten. Somit bin ich 450km entfernt von zuhause gezogen, Kontakt zu meinem eltern gehalten und meine Ausbildung zur krankenschwester absolviert.
Eas Verhältnis zu meiner Familie war Okay. ich hab das Elend nicht mitbekommen und meiner Mutter antrainiert und verboten mich besoffen anzurufen. Materielle Unterstützung bekomme ich immer. Bei emotionaler Unterstützung sieht es eher mau aus.
ich bin zum arbeiten in meinem job zurück in meine Heimat gezogen, 50km entfernt vom Elternhaus. Beziehung? Männer? schwierig.
Denn um mein Leben zu erkämpfen, musste ich stark sein und meine Gefühle erkalten lassen. Das war mein weg zu gehen.
Ich habe mir eine Auszeit von allen genommen und bin für 1 Jahr nach Australien, alleine. Mit dieser Distanz zu meiner Mutter und trotzdem regelmäßigen Kontakt, den sie unbedingt einfordert, habe ich mich noch nie besser als zuvor gefühlt. Ich konnte reifen, vorallem meine Traumata. Ich konnte Verbindungen ziehen zwischen meinem verhalten und den was ich erlebt habe. in letzten Viertel habe ich mich in einen einheimischen verliebt. intensiv. Ein ex-Junkie mit Alkoholproblemen. Kennengelernt habe ich ihn am Freitag den 13.6.14 - vor knapp einen Jahr. konnte nichts gutes werden. Er hat meine kompletten unterdrückten Emotionen aufkochen lassen. diese höhere Verbindung zu ihm, dieses Gefühl von vertrauen, dieses. Gewohnte war es womöglich, auch ein Kind aus Alkoholkranker Familie, was mich zu ihm so intensiv hingezogen hat, immernoch.
Gleichzeitig schrie mein Kopf, meine angst, mein instinkt und Erfahrung - stopp!!!
Seitdem knabber ich an meinem Zustand rum und bin quasi gezwungen mich mit mir auseinanderzusetzen. paradoxer Weise, oder auch Schicksal?, ich arbeite seit einem halben Jahr auf einer PsychotherapieStation, 3km von meiner Familie entfernt und Wohne 25km entfernt. werde konfrontiert. Absolut.
Puh. Es ist absolut hart. weil ich mich quasi durch meine Arbeit selbsttherapiere

Heute erst habe ich meine Mutter nach sehr sehr langer Zeit in diesen Zustand vorgefunden. Ich habe etwjp aus ihrer KornFlasche ins Gesicht fließen lassen. Und vorhin mir eine schramme ans auto gefahren.
Ich bin total erschrocken über mein verhalten.
Meine Aggressionen gegenüber meiner Mutter.

Wie ich es beurteile?
Man muss lernen damit umzugehen.
Kontakt abbrechen bedeutet flüchten und verdrängen. damit ist das eigentliche Trauma nur erfroren, nicht aufgelöst.
Es ist hart sich zu konfrontieren und an sich zu arbeiten. aber es ist der ideale weg.
Man kann sein gegenüber nicht ändern, nur sich selbst.
Meine Aggressionen gegenüber meiner Mutter heute nehnehme ich als meine Reaktion an. als eine Art rache, was sie mir angetan hatte. Es ist normal Wut zu haben.
Grenzen setzen ist wichtig. Überwältigt sein auch. ich trainiere und reflektiere. so lerne ich/ auch zu verzeihen und damit umzugehen.
Ich denke, dass ich heute einen Schritt weiter bin im Umgang mit meinem problem.

Ich habe bisher kein wirklich stabiles und gesundes soziales Netzwerk aufbauen können, da ich mir immer negative Menschen wie gewohnt um nich VerVersammle.. wenn es mir schlecht geht, kommen mir genau wie du beschreibst, diese tiefe Einsamkeit und Ohnmacht hoch. ich Frage mich nAch den sinn des Lebens, wenn da keiner ist. Mir ist in diesem Momenten nicht klar, was ich alles geschafft habe in meinem Leben, alleine. Ich habe diese tiefe Sehnsucht nach Zugehörigkeit, familiärer liebe und halt.
Höchstwahrscheinlich ist das ein ganz Normales Gefühl. ein Hilfeschrei unseren inneren Kindes, unseren Bedürfnisses.

Mein nächstes großes Ziel ist mein Studium für soziale Arbeit in diesem Jahr und Emigration nach Australien. Dort habe ich mich lWohlgefühlt. Ob ich wegrenne? ich sage nein! es ist mein besseres Leben. Außerdem setze ich mich mit Konflikten auseinander!

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29. Dezember 2016 um 21:01
In Antwort auf wiebke_12497743

Hallo,
ich bin neu hier und habe hier schon einige Beiträge zum Thema, "wenn Mütter trinken" gelesen... und ich muss sagen, es tut gut zu wissen dass man mit dem Problem nicht alleine ist (was man früher und so manches mal immer dachte).
Jetzt möchte ich mal meine Geschichte schreiben, weil es vielleicht einfach mal gut tut dieses zu teilen und eben nicht mehr zu verheimlichen, was eigentlich die größte Belastung immer war.
Ich bin 29 Jahre alt und seitdem ich denken kann trinkt meine Mutter.
Wir (ich habe noch eine 21 jährige Schwester) sind mit der Problematik Alkohol aufgewachsen und ich muss sagen, ich habe sehr drunter gelitten und tue es eigentlich jetzt auch noch, auch wenn ich erwachsen bin und mein eigenes Leben führe. Meine Mutter trinkt JEDEN Abend pünktlich ab 18 Uhr ihr Bier (ca. 8 Flaschen 0,5l oder auch heutzutage mehr), sie sagt es ist doch gar nicht schlimm, es ist doch nur Bier und kein Schnaps und das brauch sie eben um besser schlafen zu können.- sie tut ja niemanden was damit .
Als Kind hat man sich da nicht viel bei gedacht, man ist damit aufgewachsen und kannte es nicht anders, auch wenn zum Bier meistens am Wochenende die Schnapsflaschen dazukamen, wenn sie sich mal einen gönnen wollte. Auch bei uns gab es immer wieder Gewalt, meine kleine Schwester konnte ich früher immer schützen, sie war noch klein und meistens stand ich nachts immer neben ihren Bett, als meine Mutter und ihr Freund mal wieder total besoffen und zerstritten von Partys kamen und aufeinander losgingen. Ich war schon früh (9Jahre) mit meiner Schwester nachts alleine wenn sie losgingen und habe meistens die Nächte wie ein Wachhund neben ihren Bett gelauscht und gehorcht wenn es mal wieder lauter zwischen den Erwachsenen wurde, um einzugreifen... aus Angst er könnte meine Mutter oder meiner Schwester etwas antun. - es war auch begründet, er schlug sie oft, auch mich, wenn ich dazwischen ging...es gab viel Blut und Verletzungen damals. Aber die größten sind die Narben, die man im Kopf behält und die Ängste, die sich auch manchmal heute wieder in den Alltag einschleichen.
Nach der Trennung der beiden entschloss sich der Freund meiner Mutter gegen den Alkohol, zurück blieben wir mit ihr mit dem Alkohol, da war ich 12 Jahre. Ab da hetzte sie immer gegen ihn, er hätte sich ja so verändert, als er noch trank, war er ein viel besserer Mensch.
Immer wieder hatte sie dann zeitweise einen Alkoholiker als Partner und auch da war Gewalt an der Tagesordnung.
Schon früh brachte sie auch mich an den Alkohol, sie sagte ein paar kalte Bier kann man sich immer mal gönnen, dass hat man sich verdient. So kam es, dass ich dann auch mit ihr früher oft abends saß und mit ihr trank. Ich hatte dann immer das trügerische Gefühl, ich würde ihr nahe stehen. (worüber ich mich heute sehr schäme)
Ich war immer ganz gut in der Schule aber ab dem Zeitpunkt sackte ich ab bis ich dann nicht mehr aufgrund meiner Noten zum Abitur zugelassen wurde. Außerdem fingen da ihre nächtlichen Besuche in meinem Zimmer an als sie total besoffen war, sie weckte mich oft schreiend und heulend auf und wollte reden oder diskutieren oder wurde auch mal aggressiv mir gegenüber, die Zeit war da egal oder ob ich zur Schule musste.- oft kam sie nachts zu mir und ich habe es gehasst. Sie sagte immer sie darf das, sie ist ja meine Mutter! Danach hielt sie mir immer vor, dass es ja so schade sei, dass ich so faul in der schule wurde.
Ab 16, klettete sie sich dann nur noch an mich und ließ mir keine Chance mich von ihr abzunabeln.- bis Mitte 20 ungefähr. Überhaupt tat ich ab da alles, was sie von mir wollte... vom schreiben ihrer Briefe zu Schuldnern etc..bis hin (als ich Führerschein hatte) ihr ihre Bierkisten regelmäßig zu holen (das waren ca 3 -4 Stück die Woche). Mir kam damals nie den Sinn, dass sie Alkoholikerin ist bzw. ich denke ich habe mich geschämt überhaupt in die Richtung zu denken oder gar Angst so etwas in ihrer Gegenwart zu erwähnen. Ich habe viel gemacht für sie und ich habe es gemacht, weil ich dabei das Gefühl bekommen habe geliebt und gebraucht zu werden.Hätte ich es nicht getan oder habe ich mich mal geweigert, kamen Vorwürfe oder Erpressungen die mir ein schlechten Gewissen eintrichterten. Schon früh stellte sie sich gerne als armen, bemitleidenswerten Mensch dar und ich fiel immer drauf rein.
Auch nachdem meine Tochter (sie ist inzwischen 8)geboren wurde und ich mit 20 ein eigenes leben anfing, ließ sie nie ab von mir ihr ihre Bedürfnisse zu erfüllen und ich selber war auch nicht in der Lage mich von ihr zu lösen.- zu groß war die Angst vor ihren Vorwürfen und außerdem war/ist sie meine Mutter, so dass ich immer ein schlechtes Gewissen hatte wenn ich ihr gegenüber was falsch gemacht habe. Jede Beziehung die ich einging sabotierte sie, sie konnte es nicht ab, dass ich glücklich werden wollte ohne sie. Immer wieder redete sie meine Partner schlecht und da ich sie nicht verlieren wollte gingen alle Beziehungen in die Brüche.
Nachdem mein Sohn (er ist fast 3 Jahre) geboren wurden ist, lernte ich meinen jetzigen Partner kennen, er half mir mich von ihr zu befreien.
Ich habe inzwischen seit fast 2 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, seit ca 1 1/2 Jahren kann ich auch dazustehen, dass meine Mutter Alkoholikerin ist, auch in der Öffentlichkeit kann ich darüber reden.
Ich habe sie vor die Wahl gestellt und sie hat sich für den Alkohol entschieden, nach wie vor sagt sie, sie hat ja kein Problem und nach wie vor kann sie nicht zu ihren Fehlern stehen. Sie liebt es, sich als Opfer hinzustellen und inzwischen bin auch ich für sie ihr größter Feind, sie redet mich überall schlecht, erzählt Verwandten ich wolle nicht mehr leben... usw. Mein Freund hat für sie am Kontaktabbruch schuld. -leider nimmt sie mich nicht für ernst, ich glaube sogar sie lebt in einer Welt, in der sie niemals an irgendwas schuld haben kann. Sie hat immer Ausreden und Gründe parat in der andere für sie die schuldigen an allem sind.
Leider musste ich auch den Kontakt meiner Tochter zu ihr abbrechen, weil sie meine 8-jährige Tochter anstichelte meinen Freund und mich auszuspionieren bis wir aus dem Supermarkt wieder raus sind, damit sie in ruhe ihr Bier mit meiner Tochter kaufen kann. Ab da habe ich einen sofortigen Stopp gemacht und ihr den Kontakt absolut zu meiner Tochter verboten.- ich glaube sie wollte meine Stelle von früher mit meiner Tochter besetzen!
Auch die Weihnachtskarte mit etwas Geld für meine Kinder schickte ich ihr wieder zurück.
Eine richtige Oma war sie eh nie, meine Sohn kennt sie gar nicht und auch um meine Tochter hat sie sich seit Jahren nicht mehr gekümmert.
Oft frage ich mich, ob es alles richtig ist, was ich mache und oft fehlt sie mir eigentlich..oder eher überhaupt das Gefühl eine Mutter zu haben. Dieses Gefühl, dass man irgendwie alleine ist kommt sehr oft in mir hoch, auch das Gefühl nicht liebenswert und einfach anders als andere zu sein spüre ich sehr oft.
Ich glaube auch viele Verhaltensmuster die ich habe stammen aus meiner Kindheit mit meiner alkoholkranken Mutter, ich bin ein Kontrollmensch und versuche möglichst alles perfekt zu machen, ich versuche Menschen alles recht zu machen und bekomme schnell Gewissensbisse wenn ich mal nein sage. Auch ist mein Selbstwertgefühl oft sehr niedrig und ich fühle mich oft als ein Mensch 2ter Klasse. Meine Motivation wiederum nicht so zu werden wie sie ist allerdings seeehhr groß, deswegen versuche ich inzwischen auch energisch eine Ausbildung für das nächste Jahr zu finden und ein schönes Leben mit meinem Freund aufzubauen.
Ich würde mir nichts lieber wünschen, als alles hinter mir zu lassen und den Kopf einfach ausstellen was das Thema anbelangt.
Viele sagen(manche aber auch nicht), das beste ist es was ich gemacht habe, den Kontakt abzubrechen und sie fallen zu lassen, doch es bringt leider nichts, weil meine Schwester ihn noch mit ihr hat und Angst hat mit ihr offen zu reden und sie noch immer dieses schlechte gewissen, was auch ich damals hatte, bei ihr hat. Meine Schwester ist auch nicht einverstanden mit meiner Mutters Abhängigkeit, redet nicht gut von meiner Mutter und will am liebsten auch nichts mit ihr zu tun haben, fährt aber leider noch hin. Ich merke aber, dass es für mich nicht gut ist, wenn meine Schwester dann wieder mit Themen von ihr anfängt(oft sind es Themen, wo ich für meine Mutter inzwischen an allem Schuld habe), obwohl ich gar nichts mehr davon wissen will.
Ich bin auch leider schon am Überlegen, ob ich den Kontakt auch zu meiner Schwester abbreche, weil wir leider ein fach nicht zusammenhalten... ich weis einfach noch nicht, was ich machen soll.

Wie geht ihr mit dem Thema Alkohol der Eltern um und wie geht es euch als erwachsene Kinder von Alkoholikern so?????

Hallo an alle Betroffenen 
ich finde es echt traurig das es sooo viele junge Menschen gibt die davon betroffen sind  
Ich bin mittlerweile 52 
meine Eltern waren beide Alkoholiker 

Mein Bruder seid 4 Jahren im betreuten Wohnen für Alkoholiker 
Wenn ich die Geschichten bzw die Lebensläufe lese muss ich feststellen dass die die leiden immer die Kinder sind 

Meine Mutter ist eine sogenannte Quatalssäuferin ( auch nicht besser)  sie ist mittlerweile 82 jahre alt und trinkt immer wieder
Nach dem Tot meines Vaters ( damals war er noch immer schuld am trinken meiner Mutter sagte sie)  nahm.ich sie bei uns ( 3 kinder u mann) auf 
Es ging 8 Jahre gut!  8 Jahre wo ich Hoffnung schöpfte vertraute und glaubte. Ich glaubte daran die scheiß Sucht wäre besiegt. 
Dann das ganze Drama von vorne: suchen, lügen vor Nachbarn , abschließen unserer Wohnung des kellers meine Kinder schützten. 
Jahrelang auf ab.... Versprechungen Lügen 
ich habe getobt, zugeredet krankenwagen gerufen zur Entgiftung mitgegangen besucht. 
Letztes Jahr kam sie angesoffen von der Entgiftung wieder nach Hause. 
Da war mir klar Sie oder meine Kinder schämen sich für ihre Oma wie ich mich immer wieder für meine ""Mutter" """ geschämt habe. Ende Gelände 
Sie musste mit 80 in eine12 km Entfernte 
Seniorenwohnung 
Ich hatte genug denn jetzt war nicht nur ich die böse weil sie ja wegen mir trank nein jetzt hätten wir( meine mittlerweile Erwachsenen Kinder sie auch noch bestohlen und links liegen lassen 
ok.........  ich packte ihren Krempel zusammen Freunde halfen beim Umzug sie hat keinen Finger gerührt. Diese 
Diesen Oktober war es ein Jahr her 
Ein Jahr wieder trocken gewesen 
2 mal die Woche bin ich hin ( gerne. Wäre gelogen)  
2 mal die Woche ging eins ihrer Enkel in der Mipa zum essen zu ihr damit sie eine Aufgabe hat ( gebraucht wird)  
was soll ich sagen................ 

24.12.2016 sie konnte Heiligabend leider nicht zu uns kommen sie hatte es auf em Magen 
26.12.2016 sie hatte leider die Zimmertür zum Wohnzimmer abgeschlossen 
Feuerwehr musste kommen aufmachen..... 
super sie lag vor ihrem Bett total besoffen alles voll Urin u Erbrochenen 
Notarzt Schulterbruch kriegt ne Prothese 
Irgendjemand hat geschrieben 
Halte zu deiner Mutter und helfe ihr 
Sorry Nein........... 
Nimm so viel Abstand wie es geht 
es holt dich immer wieder ein die Angst u die Hilflosigkeit 
Aber auch jedes co Abhängige Kind hat ein Recht auf ein glückliches Leben 
du bist nicht verantwortlich für das Leben deiner Eltern 
Irgendwann tut es nicht mehr so weh dass man seine Mutter nicht mehr wirklich lieben kann. IRGENDWANN........ 
Wenn ich hier alles aufschreiben würde was ich mir schon alles habe an den Kopf schmeißen lassen habe( von man hätte mich nach der geburt leichter ersäuft) würde ich nächste Woche noch am schreiben 
Ich wünsche euch """" Kindern """" solcher Mütter oder Eltern sehr viel kraft,  selbstliebe und Selbstvertrauen  
Ihr seid es wert. Geliebt zu werden 
Ich danke hier auch meinem Mann der seid mittlerweile 28 jahre den Dreck mitmacht. 

Ihr habt keine chance irgendwas zu verändern 
wenn die Suchtkranken das nicht von sich aus wollen null 
Ach so nebenbei  Ich trinke nicht hätte das meinen Kindern niemals angetan niemals 

Euch allen ein glückliches 2017 
Ihr seid nicht schuld an der Sucht eure Eltern 
Viele liebe grüße 

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