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Wie gehen eure Eltern mit eurer ES um?

29. August 2010 um 22:40

Mich würde mal interessieren, wie eure Eltern mit eurer Essstörung umgehen.

Sind sie besorgt und zeigen euch das auch? Oder ignorieren sie es, soweit es geht? Erzählen sie es überall herum? Unterstützen sie euch irgendwie? Zeigen sie Verständnis, oder können und wollen sie es gar nicht verstehen?

Also meine sind schon besorgt, besonders meine Mutter. Sie hat mir eine Zeit lang viele Briefe geschrieben à "ich solle mir doch helfen lassen". Sie besucht derzeit eine Selbshilfegruppe für Angehörige von Essgestörten. Meine Eltern schließen einen Großteil der Lebensmittel weg, damit ich mich nicht daran vergreifen kann...
Allerdings hilft mir das alles wenig und ich habe trotzdem nicht das Gefühl, dass sie es voll und ganz verstehen. Eher scheinen sie zu glauben, dass das alles irgendwann von ganz alleine aufhört, wenn sie mich lange genug zu irgendwelchen Therapien schleppen.

Wie sieht es bei euch aus?

Lg, Chava

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29. August 2010 um 22:59


Ich hatte - das ist zum glück schon 10 Jahre her - etwa 2 Jahre Bulemie. Da hat mich nie jemand angesprochen drauf.Nach 2 Jahren kam meine Mutter zu mir und meinte, wenn ich ein Problem hätte, sollte ich halt zum psychologen gehen.... Naja, feinfühlig und hilfreich war das nicht, aber zumindest wusste ich dann, was ich von meiner Mutter halten konnte...

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30. August 2010 um 15:36

Liebe Chava
, was mich interessieren würde, wohnst du noch zuhause?
Weil sie dir Briefe schreiben..?! Und andererseits die Lebensmittel wegschließen, da klingt es ja schon so, als würdest du noch zuhause wohnen.

Bei mir ist die Beziehung zu meinen Eltern seit dem Beginn meiner MS ziemlich gestört. Am Anfang vor der Klinik war das Verhältnis ziemlich, ziemlich schlecht.. Sie haben mich kontrolliert, wo es nur geht, waren unendlich besorgt, haben mich zum Kinderarzt geschleppt, wollten mich zum Essen animieren, waren misstrauisch bis zum geht-nicht-mehr, waren besorgt,wie es weitergehen soll und verzweifelt...alles Verhaltensweisen, die ich im Nachhinein verstehen kann.. Ich habe sie abgelehnt, nicht verstanden, ja, bei meiner Zwangseinweisung sogar zeitweise gehasst und nahezu ignoriert, weil sie mich nicht aus der Klinik rausholen wollten.
Das sie alle nur das Beste für mich wollten, konnte und wollte ich damals nicht verstehen. Erst in nachträglicher Reflektion finde ich Verständnis für ihr Verhalten, sie haben mich motiviert, weiter zu machen, unterstützt, waren trotzdem weiterhin noch besorgt (während meines Klinikaufenthaltes), fanden aber auch mehr Verständnis für die Krankheit (durch Literatur, Ärzte, Gruppen mit and. Angehörigen Betroffener--> sie haben sich mit dem Krankheitsbild vertraut gemacht).. Die Zeit nach der Klinik war besonders hart, sie waren noch sehr, sehr besorgt (verständlich, sie wollten nur einen Rückfall verhindern), kontrollierend, etwas misstrauisch, sie wollten immer, dass alles in geregelten Bahnen abläuft. Unser Verhältnis hatte ich zwar verbessert, es gab aber noch Spannungen zwischen uns... Inzwischen hat sich -auch viel dank meiner Therapeutin- vieles verändert.. Sie sind lockerer geworden, zumindest meine Mutter vertraut mir weitesgehend wieder, mein Vater ist da noch besorgter und misstrauischer als sie, aber ich sehe sie auch einfach öfters im Alltag (es arbeitet bis abends, am WE und sonst unter der Woche bin ich viel unterwegs..).. Ein normales Verhältnis ist es noch nicht , würde ich sagen,.. ich bin noch nicht besonders offen zu meinen Eltern, da könnte sich noch einiges zum Positivem wenden, aber naja, sowas kommt nicht von heuteauf mrg und ich arbeite ja dran

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31. August 2010 um 1:06

Das
tut mir wirklich Leid für dich. Allzu aufdringliche und besorgte Eltern wünscht sich wohl niemand, aber ignorant sollte man mit Essstörungen auch nicht umgehen. Aber ich glaube, dieses Mittelmaß zu finden ist extrem schwer.

Dass Eltern irgendetwas denken, das gar nicht stimmt, kenne ich. Vor allem sind sie NIE von ihrer Überzeugung abzubringen. "Du kotzt doch sowieso alles wieder aus" durfte ich mir schon öfters anhören, obwohl das gar nicht stimmt.

Das mit dem "Wenn ich ausgezogen bin, werd ich essen und leben wie ich es will" kenne ich, ich werde viel mehr im Bioladen einkaufen, viel mehr frische Sachen zu Hause haben und mich wahrscheinlich vegan ernähren, obwohl ich letzteres schon einmal eine Zeit zu Hause geschafft habe und über einen neuen Versuch nachdenke.

Danke für deine ausführliche Antwort!
Lg, Chava

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31. August 2010 um 1:09
In Antwort auf imala_12873841

Liebe Chava
, was mich interessieren würde, wohnst du noch zuhause?
Weil sie dir Briefe schreiben..?! Und andererseits die Lebensmittel wegschließen, da klingt es ja schon so, als würdest du noch zuhause wohnen.

Bei mir ist die Beziehung zu meinen Eltern seit dem Beginn meiner MS ziemlich gestört. Am Anfang vor der Klinik war das Verhältnis ziemlich, ziemlich schlecht.. Sie haben mich kontrolliert, wo es nur geht, waren unendlich besorgt, haben mich zum Kinderarzt geschleppt, wollten mich zum Essen animieren, waren misstrauisch bis zum geht-nicht-mehr, waren besorgt,wie es weitergehen soll und verzweifelt...alles Verhaltensweisen, die ich im Nachhinein verstehen kann.. Ich habe sie abgelehnt, nicht verstanden, ja, bei meiner Zwangseinweisung sogar zeitweise gehasst und nahezu ignoriert, weil sie mich nicht aus der Klinik rausholen wollten.
Das sie alle nur das Beste für mich wollten, konnte und wollte ich damals nicht verstehen. Erst in nachträglicher Reflektion finde ich Verständnis für ihr Verhalten, sie haben mich motiviert, weiter zu machen, unterstützt, waren trotzdem weiterhin noch besorgt (während meines Klinikaufenthaltes), fanden aber auch mehr Verständnis für die Krankheit (durch Literatur, Ärzte, Gruppen mit and. Angehörigen Betroffener--> sie haben sich mit dem Krankheitsbild vertraut gemacht).. Die Zeit nach der Klinik war besonders hart, sie waren noch sehr, sehr besorgt (verständlich, sie wollten nur einen Rückfall verhindern), kontrollierend, etwas misstrauisch, sie wollten immer, dass alles in geregelten Bahnen abläuft. Unser Verhältnis hatte ich zwar verbessert, es gab aber noch Spannungen zwischen uns... Inzwischen hat sich -auch viel dank meiner Therapeutin- vieles verändert.. Sie sind lockerer geworden, zumindest meine Mutter vertraut mir weitesgehend wieder, mein Vater ist da noch besorgter und misstrauischer als sie, aber ich sehe sie auch einfach öfters im Alltag (es arbeitet bis abends, am WE und sonst unter der Woche bin ich viel unterwegs..).. Ein normales Verhältnis ist es noch nicht , würde ich sagen,.. ich bin noch nicht besonders offen zu meinen Eltern, da könnte sich noch einiges zum Positivem wenden, aber naja, sowas kommt nicht von heuteauf mrg und ich arbeite ja dran

Ja, ich wohne noch zu Hause
Das mit dem Verhältnis zu meinen Eltern als sie mich in die Psychiatrie gesteckt haben, war bei mir komischerweise ganz anders - ich hing in dieser Zeit total an meiner Mutter (war drei Wochen eingesperrt) und auch kurze Zeit später noch, allerdings ließ es wieder nach und ist inzwischen schon fast wieder so (schlecht) wie vorher. Obwohl, momentan geht es eigentlich. Nur mit meinem Vater komme ich überhaupt nicht zurecht, außer wir planen Aktionen wie shoppen oder Autofahren üben schon im Voraus, dann können wir uns beide gut drauf einlassen.

Lg, Chava

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31. August 2010 um 1:14

Wow,
ich glaube, so eine Mutter würde ich mir (und bestimmt auch viele andere hier sich) wünschen - denn wenn man irgendwozu gezwungen wird, bezüglich Therapien, so glaube ich, dass man dort nicht mit genug Motivation, etwas zu ändern hingehen wird und dementsprechend wenig Erfolg haben wird.
Dass dieses ja eher zurückhaltende Verhalten deiner Mutter positiv zu sein scheint, kann man glaube ich an dir sogar erkennen. Deinen letzten Postings hier war jedenfalls deutlich zu entnehmen, dass du für dich und deine Gesundheit einfach nur das Beste willst und deine Essstörung dich mal kreuzweise kann, auch wenn man sie natürlich nicht sofort ganz vergessen werden kann.
Dass es meinem Umfeld schlechter als mir geht, habe ich auch so ähnlich erlebt. Vor allem aber, dass alle meine Situation immer viel schlechter darstellen, als sie wirklich ist. Eigentlich geht und ging es mir auch immer ganz gut, aber immer kamen diese großen Sprüche à la "dir geht es ja soooo schlecht", DIE ziehen einen runter und dann geht es einem wirklich schlecht -.-

Naja, ich wünsche dir, dass du auf deinem guten Weg bleibst!

Lg, Chava

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31. August 2010 um 1:16

Vielen Dank an alle,
die hier bis jetzt geantwortet haben!
Mit so einem großen "Ansturm" und so langen Beiträgen hätte ich gar nicht gerechnet!
Ich finde es wirklich sehr interessant, wie unterschiedlich oder wie gleich Eltern mit Essstörungen bei ihren Kindern umgehen...
Nochmals, vielen Dank!

Lg, Chava

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31. August 2010 um 1:19
In Antwort auf galina_12459822

Das
tut mir wirklich Leid für dich. Allzu aufdringliche und besorgte Eltern wünscht sich wohl niemand, aber ignorant sollte man mit Essstörungen auch nicht umgehen. Aber ich glaube, dieses Mittelmaß zu finden ist extrem schwer.

Dass Eltern irgendetwas denken, das gar nicht stimmt, kenne ich. Vor allem sind sie NIE von ihrer Überzeugung abzubringen. "Du kotzt doch sowieso alles wieder aus" durfte ich mir schon öfters anhören, obwohl das gar nicht stimmt.

Das mit dem "Wenn ich ausgezogen bin, werd ich essen und leben wie ich es will" kenne ich, ich werde viel mehr im Bioladen einkaufen, viel mehr frische Sachen zu Hause haben und mich wahrscheinlich vegan ernähren, obwohl ich letzteres schon einmal eine Zeit zu Hause geschafft habe und über einen neuen Versuch nachdenke.

Danke für deine ausführliche Antwort!
Lg, Chava

Ach ja,
meine Mutter erzählt auch viel über mich rum. Ich weiß nicht was genau, aber es kam mal ein fremder Bekannter auf uns zu und fragte "Und, ward ihr schon beim Psychologen?" Naja, ich war stinksauer. Meine Mutter hat erst aufgehört, Dinge über meine Essstörung rumzuerzählen, als ich sie einmal mit zu meiner damaligen Therapeutin geschleppt habe, damit sie es ihr verklickern konnte, dass ich das überhaupt nicht will, weil sie es bei mir nicht verstehen wollte. -.-

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22. August 2011 um 23:12

Mhmmm
ich glaub, meiner mam ist das gar nicht so richtig klar... sie denkt, das das bloß ne phase is.
mein papa hat ganz andere sorgen.

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23. August 2011 um 19:54

Sag es ihr!
hay kathynmorris
sag deiner mutter mal dein meinung! dabei solltest du sie selber nich runter machen sonder ihr sagen wie du dich fühlst wenn sie dich so behandelt.

ich habe ein buch gelesen ("die frau die im Mondlicht aß") in dem auch einkapitel auf diegefühle bezogen ist. dasteht ganz genau wie man solchen menschen, die einfach angst vor der wahrheit und anderen gründen haben, die eigenen Gefühle vermittelt ohne das sie sich selber wieder angegriffen fühlen!

ich persönlich finde das ein sehr gutes buch, das lohnenswert zu kaufen ist!

lg und ich hoffe du kannst das mit deiner mutter ins positive verändern

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