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Wie Fressattacken Standhalten?

3. Juni 2009 um 10:36 Letzte Antwort: 5. Juni 2009 um 22:24

Hi,

ich leider leider schon seit einiger Zeit an Bulimie... Ich komme da aber leider nicht mehr raus. Bitte sagt mir nicht ich soll mir profesionelle Hilfe holen, denn das kommt für mich nicht in Frage (aus versicherungsgründen). Familie an die ich mich wenden kann hab ich auch keine (die ist im Ausland, und hat mich überhaupt in diese Schei**** gestürzt). Freunde an die ich mich so richtig wenden könnte auch nicht. Also muss ich es auf die Hardcore-Art überstehen, ganz alleine.

Ich habe schon einige fortschritte erzielt. Durch regelmäßiges Essen und Ablenkung habe ich meine FA auf eine pro Woche reduziert (erbrochen habe ich nie, ich leide an Sportbulimie). Allerdings kriegen sie mich immer wieder, und zwar am Wochenende, wenn ich allein und zuhause bin. Wenn ich da nicht nachgebe, fang ich an am ganzen Körper zu zittern; und mein Herz beginnt ewig schnell zu pochen... Es ist keine Unterzuckerung oder so, denn es geschieht ganz unabhängig davon, was ich vorher gegessen habe. Es wird viel mehr durch meine Einsamkeit an solchen Tagen verursacht. Die Sache ist die: es treten ja wie besagt sogar physische Symptome auf... Wo liegt da die Ursache? In meiner Psyche? Und was kann ich tun um da standzuhalten? Selbst wenn ich es ein Paar Stunden lang aushalte, ist der Tag zu lang und es kriegt mich immer wieder! (spätestens wenn ich den ganzen Tag über Essen nachgedacht habe; und sei es "ich darf jetzt keine Fressattacke kriegen... Ich muss durchalten...")

lg und danke im voraus

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5. Juni 2009 um 22:13

...
Hallo Du,

zunächst einmal zu den FAs: dagegen hilft aus meiner (und aus professioneller Erfahrung) nur regelmäßiges, ausreichendes und verbotsfreies Essen. Seit ich versuche, das umzusetzen, spielt die Bulimie in meinem Alltag keine Rolle mehr, nach 16 Jahren Essstörung ist es zurzeit so, dass zwischen meinen FAs mehrere Monate liegen. Es hilft wirklich! Wenn ich jetzt einsam, traurig oder aufgeregt bin, ist die Idee, mich vollzuessen, sehr weit entfernt, und früher war es ein Automatismus. Wie Du es auch beschreibst, mein Körper hatte sich schon immer vorbereitet und ich konnte gar nicht anders, als zu fressen. Konditionierung halt.

Natürlich solltest Du Dir abgesehen von dem Essverhalten Gedanken um den Umgang mit der Einsamkeit machen. Das "Überstehen auf Hardcore-Art", alleine, ist so, als wollest Du mit Bleigewichten Marathon laufen - und das möglichst schnell...

Dass Du keine professionelle Hilfe willst, ist schade; denn auch wenn ausreichend Freunde und Bekannte da sind: professionelle Therapie ist etwas anderes. Ich weiß nicht, ob Du es für möglich hältst, Dich vielleicht noch einmal mit dem Gedanken an professionelle Hilfe auseinanderzusetzen und Kosten & Nutzen abzuwägen...

Alles Gute für Dich.

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5. Juni 2009 um 22:24

Buchtip
Hallo,
nur ganz kurz, ich schließe mich den anderen eigentlich an und rate zu der professionellen Hilfe. Aber falls es wirklich nicht geht, hat mir meine Therapeutin ein Buchtip gegeben und das ist wirklich gut.
Christopher Fairburn - Ess-Attacken stoppen.
Nach ihrer Aussage ist das der glaubwürdigste Autor in diesem Bereich und scheinbar auch für Psychologen interessant und hilfreich. Sie hat mir das ausgeliehen und wie oft hab ich mich selber darin erkannt.

Vielleicht hilft es Dir. Hoffentlich!!! Viel Erfolg.

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