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WERDET GESUND

Letzte Nachricht: 21. Mai 2011 um 23:26
B
bryn_988481
21.05.11 um 13:39

In den letzten Tagen wurde mir stark bewusst, dass ich die ganze Zeit den falschen Teil von mir im Fokus hatte.

Ich wollte immer dünn und dünner werden...all die Jahre, Sport, essen nicht essen...mehr Muskeln als Fett haben, gebräunte Haut, gut gelaunt und begehrt sein!
Das waren meine Pläne über Jahre...und was hat es mir gebracht?

Ich habe tagtäglich Schmerzen, habe Verdauungsbeschwerden...
Mein ganzer Körper fühlt sich nicht mehr an, als würde er zu mir gehören (schlimmer als zu meinen dünnen Zeiten).
Ich freue mich über jeden Tag, an dem es einigermaßen Erträglich ist...
Ich esse wieder regelmäßig (gesund und nach dem worauf ich Lust habe), trinke mehr (KEINE COLA LIGHT mehr...hab sie durch Apfelschorle ersetzt), bewege mich genug, aber mein Körper mag einfach nicht annehmen, dass ich es diesmal gut mit ihm meine.

Ich wünschte wirklich, nochmal dort zu stehen, wo ich das erste Mal das Fitnessstudio betreten habe, ich wünschte, ich hätte meine 65kg zurück und würde beginnen, gesund einpaar kilos abzunehmen, ich wünschte ich könnte ohne Schmerzen essen, ich wünschte, ich würde die Schmerzen und Krämpfe in meinen Bauch nicht bei jedem Schritt spüren...
Ich möchte einmal wieder Tanzen gehen und mich unbeschwert bewegen können und die Hüfte schwingen, ohne Beschwerden.
Ich möchte wieder aus vollem Herzen Lachen und in den Spiegel sehen und wirklich mich sehen...

Ich habe mir all das genommen, was eigentlich in mir ist.
Ich hatte Spaß, ich hatte Busenfreunde mit denen ich jeden Tag abhing
Mein Körper war in allen Lebenslagen zweitrangig
Hauptsache er war gesund, funktionierte und bekam alles was er zum Leben brauchte...

Ich konnte das Leben genießen, jetzt denke ich oft darüber nach, dass mein Leben nicht lebenswert ist...und ich oft lieber sterben würde, als unter Schmerzen und Hass über die Dinge, die ich mir genommen habe, weiter zu leben!

Wenn ich noch einigermaßen ohne körperliche Folgen davon gekommen seid...dann BITTE BITTE werdet gesund und beendet JETZT dieses Leid, durchbrecht den Teufelskreis der Essstörungen und lebt wieder.

Das ist es nicht Wert, nichts auf der Welt ist es Wert, dass ihr euch verliert Eure Susi

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S
selver_11957295
21.05.11 um 13:47

Danke
liebe Susi, das ist ein ganz wunderbarer Beitrag, dem ich mich nur vollinhaltlich anschließen kann. Ich wünsche dir, dass sich die körperlichen Folgen der Anorexie bei dir zumindest noch deutlich verbessern, so dass du dein Leben doch noch genießen kannst, so wie du es von Anfang an verdient hättest.

Alles Liebe Nus

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A
an0N_1274654799z
21.05.11 um 13:56

Das sehe ich ganz genauso
und ich wünschte ich hätte das alles früher erkannt und gesehen... aber wir sind ja auf der welt um zu lernen...

ich wünsche dir alles alles gute, liebe susi. du hast verdammt viel geschafft in deinem leben und kannst stolz auf deine einsichten und erkenntnisse sein!

alles liebe!

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B
bryn_988481
21.05.11 um 14:01
In Antwort auf selver_11957295

Danke
liebe Susi, das ist ein ganz wunderbarer Beitrag, dem ich mich nur vollinhaltlich anschließen kann. Ich wünsche dir, dass sich die körperlichen Folgen der Anorexie bei dir zumindest noch deutlich verbessern, so dass du dein Leben doch noch genießen kannst, so wie du es von Anfang an verdient hättest.

Alles Liebe Nus

Danke
Das wünsche ich mir auch!
Vielleicht habe ich jetzt endlich den Kopf dafür, bzw. endlich ein Stück weit mehr begriffen, dass der gesunde Weg, der einzig Richtige ist.

Ich war ja eine lange Zeit am Stück symptomfrei, aber ich hatte nicht diese Gedanken, die ich jetzt habe-das Bewusstsein über das was ich mir angetan habe!

Ich finde langsam ein Stück weit zurück zu mir, den Zugang zu mir... bedingt vielleicht auch durch die deutlichen Signale-die Schmerzen

Wie kann die Seele nur so angreifbar sein, wie kann man so arg auf etwas reagieren, indem man sich selbst bestraft und sich selbst verletzt in seinem Handeln.
Dass es der Seele nicht gut tut, wenn der Körper leidet (durch die jahrelange Bulimie) das weiß man doch selbst.
Aber warum tut man das dann?

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B
bryn_988481
21.05.11 um 14:27

Ich suche immer
nach dem fehlenden Puzzleteil...
Vielen jungen Frauen erzählen vom Tod eines geliebten Menschen, von (sexuellem) Missbrauch...dadurch sind sie in die Essstörung geraten...aber was ist es bei mir?

Klar bin ich mir bewusst über gewisse Einschnitte in meiner Kindheit; der Alkoholismus meines Vaters, die unerreichbare Liebe von ihm, das Gefühl, nie ausreichend für ihn zu sein.
Oder den Stand des Nesthäkchens zu haben.
Zu viel abgenommen zu bekommen (von den älteren Geschwistern), ein Stück fehlende Selbstständigkeit.

Viele räumliche Trennungen; Umzüge.
Viele Schulwechsel, Grundschule, Gymnasium, Realschule, Fachabi, Studium (Abbruch), Praktikum...Ausbildung?

Liebesbeziehungen, die teilweise betrübt waren.

Aber warum habe ich so reagiert, warum habe ich mich dafür bestraft, was ich in der Vergangenheit erlebt habe?
Warum konnte ich nicht die Stärke aufbringen, darüber zu stehen und zu sagen: "Es ist passiert, aber ich kann mein eigenes Leben führen, ohne abhängig von anderen Menschen zu sein, ohne ständig nach der Liebe meines Vaters zu hoffen...?!

Was ist das Puzzelteil, was mir fehlt, welches mir die Ursache zeigt?
Wie bekomme ich meine Geschichte komplett, um zu begreifen, warum ich derart reagiert habe...ist da unterbewusst noch etwas geschehen, von dem ich nichts weiß?

Was haltet ihr von Hypnose?
Ich habe das Gefühl irgend etwas wurde mir verheimlicht, von mir ferngehalten, um mich zu schützen.
Oft erfahre ich im Nachhinein Dinge von meiner Familie, die ich nicht wusste. Und dann heißt es immer:" wir wollten es von dir fernhalten und dich beschützen...!"

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B
bryn_988481
21.05.11 um 21:15
In Antwort auf bryn_988481

Ich suche immer
nach dem fehlenden Puzzleteil...
Vielen jungen Frauen erzählen vom Tod eines geliebten Menschen, von (sexuellem) Missbrauch...dadurch sind sie in die Essstörung geraten...aber was ist es bei mir?

Klar bin ich mir bewusst über gewisse Einschnitte in meiner Kindheit; der Alkoholismus meines Vaters, die unerreichbare Liebe von ihm, das Gefühl, nie ausreichend für ihn zu sein.
Oder den Stand des Nesthäkchens zu haben.
Zu viel abgenommen zu bekommen (von den älteren Geschwistern), ein Stück fehlende Selbstständigkeit.

Viele räumliche Trennungen; Umzüge.
Viele Schulwechsel, Grundschule, Gymnasium, Realschule, Fachabi, Studium (Abbruch), Praktikum...Ausbildung?

Liebesbeziehungen, die teilweise betrübt waren.

Aber warum habe ich so reagiert, warum habe ich mich dafür bestraft, was ich in der Vergangenheit erlebt habe?
Warum konnte ich nicht die Stärke aufbringen, darüber zu stehen und zu sagen: "Es ist passiert, aber ich kann mein eigenes Leben führen, ohne abhängig von anderen Menschen zu sein, ohne ständig nach der Liebe meines Vaters zu hoffen...?!

Was ist das Puzzelteil, was mir fehlt, welches mir die Ursache zeigt?
Wie bekomme ich meine Geschichte komplett, um zu begreifen, warum ich derart reagiert habe...ist da unterbewusst noch etwas geschehen, von dem ich nichts weiß?

Was haltet ihr von Hypnose?
Ich habe das Gefühl irgend etwas wurde mir verheimlicht, von mir ferngehalten, um mich zu schützen.
Oft erfahre ich im Nachhinein Dinge von meiner Familie, die ich nicht wusste. Und dann heißt es immer:" wir wollten es von dir fernhalten und dich beschützen...!"

Nochmal meine Frage
Was denkt ihr über Hypnose????
Hat jnd. Erfahrung damit gemacht...Reise in die Vergangenheit, Enthüllung/Aufdeckung von Unterbewusstem...
Kann es einem im Gesundungsprozess weiterhelfen????
Ich denk wirklich darüber nach, so etwas zu machen!

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F
fran_12730362
21.05.11 um 23:26


Hallo,

ich finde deinen Beitrag wundervoll!
Dir wünsche ich alles, alles Gute.
Wenn ich mal so weit wäre mit dem normalem Essverhalten....
Ich kann das einfach nicht... entweder ich fresse oder hungere.....
Bei mir hat das glaube ich aber, auch was mit meiner Borderline-Persönlichkeitsstörung zu tun, die neben meiner Essstörung meine Hauptstörung ist.

Gestern hatte ich wieder einen emotionalen Burn-Out und habe mit den linken Arm zerschnitten, der bis dato sogar wiedr annehmbar und human aussah.
Jetzt muss ich Ende Juni mit diesem Mistding von Arm das erste Mal bei meiner baldigen Hochschule blicken lassen und mich einschreiben... hoffentlich herrscht da kaltes Wetter, damit ein langärmeliges Shirt nicht so auffällt....
Deswegen bin ich SOOOO sauer auf mich....

Am liebsten würde ich diese Hülle manchmal nur noch loswerden..... bei mir liegen die Ursachen auch ziemlich klar.. Missbrauch, emotionaler sowie körperlicher.. ständiges Mobbing...

Anfang Juni habe ich einen Termin auf der Borderlinestation in Essen-Heidhausen..... mal sehen was da kommt.

Ich hasse es, dieser Hülle was "reinwerfen" zu müssen das sie funktioniert.... und ich hasse mich.

Ich bewundere dich.. und ich wünschte, ich wäre schon soweit, das alles annehmen zu können....

LG

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