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Wenn morgen die Welt unterginge...

12. August 2010 um 16:35

Hallo ihr Lieben.
Ich war heute mal wieder kräftig am Grübeln, wie es eben so passiert wenn man im Zug sitzt und seine Musik hört.
Da war ich bei einem meiner geliebten Themen: "Wenn morgen der weltweit letzte Tage wäre und jeder wüsste es, was wäre dann?".
Und als ich meine persönliche Antwort gesucht habe, und dann auch ansatzweise Gedanken formuliert habe, war ich echt geschockt. Mir wurde klar, was mir die ES genommen hat und zu welchem grausamen Wesen ich geworden bin.
Denn anstatt dem klassischen Satz "Ich würde die schönsten und intensivsten Stunden mit meinen Lieben verbringen" oder etwa "mit all meinen wirklich guten Freunden feiern", habe ich nur gedacht:
ALLES ESSEN WAS ICH MIR SEIT MONATEN VERKNIFFEN HABE. Da es ja keine Konsequenzen mehr hätte..

Mehrere Dinge daran machen traurig. Folgende Erkenntnisse:

1. Ich habe mich so maltretiert, dass die Vorstellung des Genusses von "sündigem" Essen mich mehr erfüllt als Zeit mit geliebten Mitmenschen.
2. Ich gehe davon aus, ich könnte HEUTE nur deshalb all das nicht essen, weil die Gewichtszunahme erfolgt, dabei geht es ja auch um akuten Kontrollverlust und so vieles mehr.

Ob der Schalter sich durch das Wissen, dass es kein Morgen mehr gibt, einfach umlegen lassen würde? Wie würdet ihr den für ALLE (nicht nur für euch) letzten Tag verbringen, wenn ihr wüsstet, es wäre der letzte? Hätte eure ES-Geschichte einen Einfluss auf den Tagesablauf?
Und was könnt ihr als das für euch Wichtigste bezeichnen?

Freue mich auf Antworten, und danke für das Lesen. Ich wollte es nur mal loswerden, weil es mir so erschreckend bewusst wurde, wie arm ich dran sein muss.

Ein Glück ist bei mir alles gerade auf einem richtig guten Weg, ich hoffe, bei euch auch!!
Liebe Grüße, eure notglamourous

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12. August 2010 um 18:10

Einerseits...
...geht bei mir gerade alles bergauf, ich esse min 1600 am Tag oder so, nur dann, wenn ich ehrlich bin, ist die Illusion mit "viel essen" wieder kaputt, wenn ich über den zwanghaften Rahmen nachdenke, in dem das alles noch ist.

Aber ich glaube, du hast dir noch viel viel mehr verboten als ich mir. Aus der richtigen "HUNGERPHASE" bin ich zum Glück sowieso schon länger draußen, hab jetzt die ganzen letzten Monate von 1000 plusminus 300 gelebt, und somit nicht so rasend schnell abgenommen.

Ich bin froh, dass du beginnst, dir Dinge wieder zu gönnen, weiter so! Das Leben genießen - das sollte unser Tagesinhalt sein, jeden Morgen aufs Neue sollte man das so gut wie möglich versuchen.

Deshalb würde mein letzter Tag auch so aussehen, um schön zu werden.

Liebe Grüße

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12. August 2010 um 18:15

Du hast so Recht!
Ich denke so oft in letzter Zeit: Was machst du eigentlich da gerade? Was willst du noch? Wie viel dünner musst du werden? Ich merke, es gibt kein Gewicht, an dem ich glücklich sein werde, ich muss an etwas anderem arbeiten, um glücklich zu werden.
Ich hatte bisher in meinem Leben JEDE mögliche Figurbezeichnung, die es gibt. Von adipös über übergewichtig und von NG ins Untergewicht. Und nie hat's gestimmt.

Wenn also mein letzter Tag ist, will ich nicht meine Figur bereuen müssen. Und wenn ich noch 1.000.000 Tage vor mir habe, will ich kein Stück Sahnetorte bereuen müssen. Nein, denn DAS ist Lebensfreude. Wie alle immer so schön sagen: "Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter."
Man kann zwar nicht jeden Tag nach dem Prinzip leben, auf die Kalorienbilanz bezogen, und generell.
Irgendwie muss man sich immer irgendwo "gesellschaftlich fügen" , deshalb sollte einfach das Ziel sein:

GENIESSE DAS LEBEN. SCHAFFE AUS DEM WEG, WAS DICH BEDRÜCKT. KLÄRE KONFLIKTE. SCHAFFE BEZIEHUNGEN. BEREUE NICHT, ENTSCHULDIGE NICHT, MACHE BESSER! Und dann darf man sich auch irgendwann zufrieden und würdevoll verabschieden.

Danke für die Antwort, auch wenn es gerade ins Ernste abdriftet.. ein wertvolles Thema zum Darübernachdenken.

LG

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12. August 2010 um 21:12

Nicht das erwünschte Resumée...
...aber mit Sicherheit wieder einmal die reinen Wahrheit. Du schaffst es immer, alles einfach ehrlich auf den Punkt zu bringen.

Wenn ich meiner - stark ausgeprägten - pessimistischen Ader ihren kompletten Freiraum ließe, würde ich genauso laut herausschreien, wie scheiße das Leben ist.
Es stimmt auch, un dje länger man darüber nachdenkt, umso richtiger wirkt es auch.

Aber ich hab vielleicht gar nicht unbedingt Lust darauf, dass mir die ganze Wahrheit IMMER und ÜBERALL komplett bewusst ist. Ich denke, man macht aus dieser Sache mit der Existenz genau dann das beste, wenn man anstrebt, sich ein bisschen was von diesen "Jede Sekunde ist ein Geschenk"-Leuten abzugucken. Aber nur ein bisschen! (Sonst wird's wieder eklig.. )

Ich find deinen beschriebenen Tagesablauf übrigens klasse, un dich weiß nicht, ob das so zu verstehen war, aber als ich das gelesen habe, hat es sich in meinem Kopf so angehört, als wärst du im Moment des ENDES allein. Und die Vorstellung gefällt mir extrem gut.
Ich würde schon den Tag mit meinen Lieben verbringen wollen, aber irgendwie möchte ich im entscheidenen Moment meinen letzten Atemzug NICHT tun müssen, während ich in irgendwelche Augen gucken, die vielleicht so gar nicht das aussagen, was ich mir "wünschen" würde. (Falls man da noch von Wünschen sprechen kann).

Dankeschön für dden Beitrag, isohime.

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12. August 2010 um 21:18

Olivenbäume...
Ich bin verzaubert von deiner Schilderung.

"Und da die schönsten Momente immer welche sind, bei denen ich weder ausgehungert noch übervoll bin, würde ich natürlich genau richtig essen."

Der Satz ist jetzt offiziell nominiert für den "Wertvollste-Zitate-AWARD". Und mindestens bis zu meinem persönlichen Horizont wird er den Oscar auch mit nach Hause nehmen.

Dankeschön dafür.

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12. August 2010 um 21:56

Freut mich...
...das zu hören, bitte bitte.
Denn oft formulieren hier alle ihre Meinung immer so entschieden, dass ich (das Rehlein) wieder ganz scheu denkt: "Oh, oh, da hat einer einmal zu viel gewagt, eine dumme Frage zu stellen". Aber gut, das denke ich immer, das ist nichts Neues, das kenne ich von mir.
Und das ist dumm.

Aber mein Selbstbewusstsein wird nochmal ganz groß, es hat noch ganz viel vor. Und wenn es noch nicht dran glaubt, dann wird es mich kennen lernen, denn ich habe ein durchsetzungsfähige Seite.


Hoffe auf baldige, weitere interessante Themen

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13. August 2010 um 8:22

Stimmt
Und wenn nicht ein zumindest sehr großer Teil der Menschheit den Inhalt des Satzes schon begriffen hätte, sähe es auch ganz anders aus auf der Welt.

...nur ich brauche, wie erwähnt, immer einer Extraeinladung für Schlüsselerlebnisse, deren Kern auf der Hand liegt.

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14. August 2010 um 14:01

Wenn morgen die Welt unterginge....
Ich glaube wenn morgen wirklich die Welt unterginge, würde ich einwas machen. Ich würde zu Menschen gehen, die wirkliche Probleme haben und würde Sie besuchen. Ich würde mir ihre Geschichte anhören und mich zu ihnen ordnen, weil ich wüsste, dass wir nun alle gleich sind. Morgen nicht mehr zu leben... Aber sind wir wirklich gleich???

Es muss erst die Welt untergehen, ehe wir begreifen, dass wir zu denen gehören die bald sterben. Vorher wollen wir nur so sein wie sie, indem wir uns wehemütig selber dahin treiben. Aber wissen wir wirklich wie sie denken? Sie haben sich nicht für den Tod entschieden- sie wollen leben. Wir hingegen haben uns fürs Leiden entschieden und wollen nicht wirklich mehr leben!!!

Warum würde ich erst zu Ihnen hingehen, wenn morgen die Welt untergeht? Hätte ich Angst, sonst nie der Sache ins Auge zu schaunen, dass diese Menschen wirkliche Probleme hatten und ich mich schämen müsste- hätten Sie so gerne meinen gesunden Körper????...Trete ich das Geschenk Gottes jeden Tag mit beiden Füßen und Sie wären froh wenn Sie nur im Ansatz meine Gesundheit hätten!!!


Wahrscheinlich weiß keiner was ich meine...ich verstehe es im Ansatz auch nicht selber... aber denkt mal drüber nach, wieviele Millarden ein Mensch bezahlen würde, für eure Gesundheit und wie kostbar ihr für diesen Menschen seit. Und was machen wir, wir behandeln uns wie Dreck!!!

sandra

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15. August 2010 um 11:18

Ein gesunder Körper ist das Ergebnis deiner Gedanken...
Ich habe das ganze ohne große Überlegungen aufgeschrieben. Sicher lässt es ganz viel Spielraum für Interpretationen. Ich bin selber Essgestört seit vielen Jahren. Ich weiß wie es ist verzweifelt zu sein, weil man wieder Rückfällig geworden ist, weil sich den ganzen Tag die Gedanken um Essen drehen. Ich weiß auch wie es ist wenn man Angst vorm zunehmen hat. Auch ich weiß es wie es sich anfühlt in einer Psychatrie zu sein und bei vielen Psychologen. Ich weiß auch was Essgestörte durchmachen....

Doch einwas weiß ich auch, weil ich es mehrmals am selben Leibe erlebt habe, wir sind Gesund, wenn wir nicht physisch eingeschränkt sind. Wir haben nur verlernt gesund zu denken...

Ich weiß nicht ob du dich fürs Leiden entschieden hast? Ich weiß zu wenig über deine Geschichte. Ich hingegen kann von mir behaupten, dass ich mich zum Opfer dieser Welt gemacht habe und mich fürs leiden entschieden habe weil ich meinte es zu verdienen. Weil ich mich selbst bestrafe. Allerdings schäme ich mich. Weil manche kranke Menschen so gerne meinen gesunden Körper hätten und sie im nu mit ihren Gedanken auch meine Essstörung nehmen könnten...

Liebe grüße

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15. August 2010 um 12:30

Außerdem...
Ich muss meiner philosophischen Ader mal wieder freien Lauf lassen, wenn die Diskussion schon so schön weit geht, aber wundert euch nicht, wenn sie mein Kopf zuviel Auslauf hat, kann's auch mal in die Hose gehen:

Ich glaube, die Idee von "Selbstbestrafung" und "fürs Leid entscheiden" ist - zumindest zum Teil - eine Illusion! Denn ALLES und JEDE einzelne HANDLUNG, die der Mensch ausführt, muss, ich wiederhole MUSS einen POSITIVEN EIGENNUTZEN mitsichbringen. Immer.
Klar, Selbstverletzung tut weh, ist nicht gut. Hungern und fressen auch nicht, traurig machen auch nicht, aber wenn nicht zumindest das Unterbewusstsein auch nur den kleinsten POSITIVEN EFFEKT daraus ziehen kann, würde man automatisch STOPPEN.
Wenn etwas nur negativ ist, macht der Mensch es nicht. Fertig. Wir sind alle Egoisten. Es gibt keine Handlung ohne Eigennutzen! (Aber das ist jetzt schon zu weit ausgeholt... und darüner hinaus auch nicht verwerflich, da jeder so tickt und es nicht zu ändern ist. Beispiel Geld spenden: Ich kaufe mir ein gutes Wissen. Beispiel stundenlanges Trösten: gutes Gefühl; etc. AUSNAHME:INSTINKTHANDLUNG Spontane Rettungsaktionen, vor die Kugel werfen, ...)

Ansonsten ist es natürlich trotzdem NICHT normal, dass man bewusst und gewollt zugefügtes Leid oder meinetwegen das, was darunter verstanden wird, benötigt und anwendet.
"Nicht normal", nein das ist eine schlechte Bezeichnung. doriane sagt es trocken, aber einzig richtig: Es ist liegt eine psychische Störung vor, die es zu heilen gilt.

Danke für den interessanten Verlauf der Diskussion, auch wenn ich tequilas Ansatz noch nicht ganz aufgefasst habe..?!

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15. August 2010 um 12:41
In Antwort auf hannah_12841317

Außerdem...
Ich muss meiner philosophischen Ader mal wieder freien Lauf lassen, wenn die Diskussion schon so schön weit geht, aber wundert euch nicht, wenn sie mein Kopf zuviel Auslauf hat, kann's auch mal in die Hose gehen:

Ich glaube, die Idee von "Selbstbestrafung" und "fürs Leid entscheiden" ist - zumindest zum Teil - eine Illusion! Denn ALLES und JEDE einzelne HANDLUNG, die der Mensch ausführt, muss, ich wiederhole MUSS einen POSITIVEN EIGENNUTZEN mitsichbringen. Immer.
Klar, Selbstverletzung tut weh, ist nicht gut. Hungern und fressen auch nicht, traurig machen auch nicht, aber wenn nicht zumindest das Unterbewusstsein auch nur den kleinsten POSITIVEN EFFEKT daraus ziehen kann, würde man automatisch STOPPEN.
Wenn etwas nur negativ ist, macht der Mensch es nicht. Fertig. Wir sind alle Egoisten. Es gibt keine Handlung ohne Eigennutzen! (Aber das ist jetzt schon zu weit ausgeholt... und darüner hinaus auch nicht verwerflich, da jeder so tickt und es nicht zu ändern ist. Beispiel Geld spenden: Ich kaufe mir ein gutes Wissen. Beispiel stundenlanges Trösten: gutes Gefühl; etc. AUSNAHME:INSTINKTHANDLUNG Spontane Rettungsaktionen, vor die Kugel werfen, ...)

Ansonsten ist es natürlich trotzdem NICHT normal, dass man bewusst und gewollt zugefügtes Leid oder meinetwegen das, was darunter verstanden wird, benötigt und anwendet.
"Nicht normal", nein das ist eine schlechte Bezeichnung. doriane sagt es trocken, aber einzig richtig: Es ist liegt eine psychische Störung vor, die es zu heilen gilt.

Danke für den interessanten Verlauf der Diskussion, auch wenn ich tequilas Ansatz noch nicht ganz aufgefasst habe..?!

Der Meinung bin ich ebenfalls,
dass jede Handlung für jeden Menschen einen gewissen Nutzen hat. Selbst Instinkthandlungen wie Rettungen haben doch einen positiven Nebeneffekt - und zwar wieder das gute Gewissen und vielleicht auch noch Ehre und Anerkennung danach.

Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten sind meistens Probleme, die entstehen, wenn ein Mensch bestimmte Dinge nicht aushalten kann. Oft ist es eine Ablenkung von anderen Problemen.
Ich denke, dies ist meist der Nutzen, den Betroffene daraus ziehen.

Lg
Chava

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15. August 2010 um 16:45
In Antwort auf galina_12459822

Der Meinung bin ich ebenfalls,
dass jede Handlung für jeden Menschen einen gewissen Nutzen hat. Selbst Instinkthandlungen wie Rettungen haben doch einen positiven Nebeneffekt - und zwar wieder das gute Gewissen und vielleicht auch noch Ehre und Anerkennung danach.

Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten sind meistens Probleme, die entstehen, wenn ein Mensch bestimmte Dinge nicht aushalten kann. Oft ist es eine Ablenkung von anderen Problemen.
Ich denke, dies ist meist der Nutzen, den Betroffene daraus ziehen.

Lg
Chava

Genau!
Ein Problem wird kompensiert, und der "Körper als Ventil" benutzt, denn es ist einfach naheliegend, besonders häufig für junge Mädchen, Kontrolle, die ihnen in anderen Bereichen fehlt, an ihrem Körper auszuwirken und -drücken.

Ja, BEWUSSTE Handlungen mit Rettung haben als Hintergrund sicher Anerkennung etc, aber dann kann man nicht mehr von INSTINKTHANDLUNG sprechen. Sondern der Vernunft bzw. dem Bewusstsein eintsprungene.
Aber Beispielsituation: Frau mit Kinderwagen steht auf den Gleisen und sieht den herannahenden Zug nicht, Mann rennt los, schubst sie weg (in Sicherheit) und wird selbst erfasst. Er kannte sie nicht. Hier wird es spannend!
a. Hätte er seinem BEWUSSTSEIN und somit seiner Vernunft Zeit gelassen, bei der Entscheidung "Hilfe oder nicht?" mitzuwirken, hätte er vermutlich anders entschieden
b. Warum retten Menschen andere Personen? Warum bietet man Hilfe an? Es kann - wie geklärt - nur aus Egoismus heraus entstehen, denn anders KANN Mensch nicht handeln. Wer oder was hat aber im Lauf des Lebens das Unterbewusstsein beeinflusst, sodass er ohne positive Konsequenz (da Tod) einschreitet? Oder ist etwa
c. das Unterbewusstsein gar nicht zu beeinflussen und Hilfe an Andere in uns verankert? Evolutionäres Überbleibsel aus der Jagd- und Rudelzeit?

Ich bin so extrem abgeschweift, dass ich langsam das Forum wechseln muss..

Nein, im Ernst. Wer findet das gerade genauso spannend wie ich?

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16. August 2010 um 9:10
In Antwort auf hannah_12841317

Genau!
Ein Problem wird kompensiert, und der "Körper als Ventil" benutzt, denn es ist einfach naheliegend, besonders häufig für junge Mädchen, Kontrolle, die ihnen in anderen Bereichen fehlt, an ihrem Körper auszuwirken und -drücken.

Ja, BEWUSSTE Handlungen mit Rettung haben als Hintergrund sicher Anerkennung etc, aber dann kann man nicht mehr von INSTINKTHANDLUNG sprechen. Sondern der Vernunft bzw. dem Bewusstsein eintsprungene.
Aber Beispielsituation: Frau mit Kinderwagen steht auf den Gleisen und sieht den herannahenden Zug nicht, Mann rennt los, schubst sie weg (in Sicherheit) und wird selbst erfasst. Er kannte sie nicht. Hier wird es spannend!
a. Hätte er seinem BEWUSSTSEIN und somit seiner Vernunft Zeit gelassen, bei der Entscheidung "Hilfe oder nicht?" mitzuwirken, hätte er vermutlich anders entschieden
b. Warum retten Menschen andere Personen? Warum bietet man Hilfe an? Es kann - wie geklärt - nur aus Egoismus heraus entstehen, denn anders KANN Mensch nicht handeln. Wer oder was hat aber im Lauf des Lebens das Unterbewusstsein beeinflusst, sodass er ohne positive Konsequenz (da Tod) einschreitet? Oder ist etwa
c. das Unterbewusstsein gar nicht zu beeinflussen und Hilfe an Andere in uns verankert? Evolutionäres Überbleibsel aus der Jagd- und Rudelzeit?

Ich bin so extrem abgeschweift, dass ich langsam das Forum wechseln muss..

Nein, im Ernst. Wer findet das gerade genauso spannend wie ich?

Ja hochinteressant ist Sie
Um ehrlich zu sein finde ich die Diskussion auch hoch interessant, vor allem was ich da eigentlich zusammen geschrieben habe und warum eigentlich? Warum vergleiche ich mich mit Menschen die wirklich krank sind und bald sterben? Eigentlich verrückt? Wenn man betrachtet das ich selber in einem guten beruf arbeite und sehr viele Erfolge leistungsseitig vorlegen kann. Sehr gutes Geld verdiene, aber dennoch nicht wirklich zufrieden mit meinen Leben bin. Im Gegenteil sogar teils depressive Verstimmungen habe.

Vielleicht habe ich auch nur von mir gesprochen- nicht von euch, wobei ich denke das im Ansatz einige auch ähnlich sind. Ich selber habe erkannt, dass ich durch meine Essstörung ein großes Defizit ausgleiche, es ist ein Hilferuf nach Anerkennung die ich mir nur selber schenken kann. Allerdings dies nicht schaffe.

Ich vollziehe großartiges und gebe mir ein Arschtritt dafür. Missachte mich und wünsche mir manchmal am Sterbebett zu liegen um endlich aufzuwachen, weil ich die bewundere die Krank wahren und nun so einen Lebensmut haben. Muss ich denn erst wirklich krank werden um mein Verhalten zu ändern? Meine Gedanken? Oder wann endlich wache ich auf und sehe wie gut ich es habe?

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16. August 2010 um 20:15
In Antwort auf hannah_12841317

Genau!
Ein Problem wird kompensiert, und der "Körper als Ventil" benutzt, denn es ist einfach naheliegend, besonders häufig für junge Mädchen, Kontrolle, die ihnen in anderen Bereichen fehlt, an ihrem Körper auszuwirken und -drücken.

Ja, BEWUSSTE Handlungen mit Rettung haben als Hintergrund sicher Anerkennung etc, aber dann kann man nicht mehr von INSTINKTHANDLUNG sprechen. Sondern der Vernunft bzw. dem Bewusstsein eintsprungene.
Aber Beispielsituation: Frau mit Kinderwagen steht auf den Gleisen und sieht den herannahenden Zug nicht, Mann rennt los, schubst sie weg (in Sicherheit) und wird selbst erfasst. Er kannte sie nicht. Hier wird es spannend!
a. Hätte er seinem BEWUSSTSEIN und somit seiner Vernunft Zeit gelassen, bei der Entscheidung "Hilfe oder nicht?" mitzuwirken, hätte er vermutlich anders entschieden
b. Warum retten Menschen andere Personen? Warum bietet man Hilfe an? Es kann - wie geklärt - nur aus Egoismus heraus entstehen, denn anders KANN Mensch nicht handeln. Wer oder was hat aber im Lauf des Lebens das Unterbewusstsein beeinflusst, sodass er ohne positive Konsequenz (da Tod) einschreitet? Oder ist etwa
c. das Unterbewusstsein gar nicht zu beeinflussen und Hilfe an Andere in uns verankert? Evolutionäres Überbleibsel aus der Jagd- und Rudelzeit?

Ich bin so extrem abgeschweift, dass ich langsam das Forum wechseln muss..

Nein, im Ernst. Wer findet das gerade genauso spannend wie ich?

Ich.
Ich philosophiere gerne ein bisschen vor mich hin und finde deine Ansätze durchaus interessant. Und ich liebe es besonders, verschiedene Antwortmöglichkeiten auf eine Frage zu finden

Ich bin noch immer nicht der festen Überzeugung, dass es Instinkthandlungen beim Menschen gibt, wenngleich deine Erläuterung sehr schlüssig klingt. Gut, bei deinem Beispiel ist es vielleicht in der Schrecksekunde wirklich nicht das Bedürfnis nach Anerkennung, das einen Menschen handeln lässt, aber hat ein Mensch wirklich Instinkte, so wie Tiere? Sie handeln viel mehr aus ihren Instinkten heraus.

Der rettende Mensch in deinem Beispiel hatte keine Zeit, um seine Möglichkeiten abzuwägen. Er muss also wirklich aus einer gewissen Eingebung gehandelt haben. Du schreibst aber auch noch von einer Entscheidung, die er bei mehr Zeit hätte fällen können. Nun, er hätte ja vorher nicht gewusst, dass es für ihn solch drastische Konsequenzen haben wird. Er würde sich darüber bewusst sein, dass sie eintreffen könnten, aber davon geht man doch normalerweise nicht aus. Er hätte also die Option "handeln" oder "nicht handeln", wobei die zweite Möglichkeit zumindest ein Menschenleben gekostet hätte, und das mit Sicherheit. Hier könnte das Gewissen eine Rolle spielen... Wenn er allerdings handelt, hat er nur das RISIKO, nicht aber die Sicherheit bei dieser Tat umzukommen.

Hmm, so könnte man immer weiterdiskutieren...
Vielen Dank aber für deinen geistigen Anstoß!

Ich glaube übrigens am ehesten an deine Antwortmöglichkeit c, denn bei aller Freude am Philosophieren geht meine Meinung letztendlich meistens doch in Richtung Wissenschaft...

Lg
Chava

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