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Forum / Fit & Gesund

Weg aus der Essstörung

Letzte Nachricht: 24. April 2015 um 23:20
H
hoshi_12339019
20.04.15 um 18:30

Hallo, bin ganz neu hier und suche Rat
Das ist jetzt alles länger, als erwartet, aber ich hab die "wichtigsten" Stellen mit einem Smiley versehen

Ich bin 16 Jahre alt und hab vor zwei/drei Jahren innerhalb von einem Jahr knapp 20kg abgenommen. Von einer Umstellung zu einem healthy lifestyle zu einer Restriktion. Ich war damals mit 40kg bei 1,60m schon ziemlich dünn, was aber besonders in meinem Gesicht und an meinem Rücken zu sehen war. Ich hab mein Gewicht dann bei so 45kg gehalten, nachdem mir eine Freundin, deren Mutter mal eine Essstörung hatte, immer wieder gesagt hat, dass ich lieber zunehmen sollte. Gut, kleiner Zeitsprung: ich hatte dann letztes Jahr am Anfang des neuen Schuljahres durch die Sommerferien einiges zugenommen (Stoffwechsel im A****, da reicht schon ein bisschen mehr als normal, um zuzunehmen) und hab dann nach einigen Wochen angefangen, wieder weniger zu essen. Erst in den letzten Monaten von 2014 und Anfang 2015 hatte ich ein richtig krasses Verhalten zum Essen. Durch die Oberstufe habe ich momentan sehr lange Schule, vor einigen Monaten habe ich somit frühs etwas gegessen und geschaut, dass ich erst um 17:30 Uhr heim komme und dann zu Abend esse. Irgendwann hab ich dann mein Frühstück noch geskippt. Mein Essen bestand nur aus Salat und Obst, kein Fleisch, keine Kohlenhydrate. An manchen Tagen hab ich auch versucht, gar nichts zu essen. Und nicht einmal in meiner dünnsten Zeit mit den 40kg hatte ich je so ein gestörtes Essverhalten! (damals hatte ich man bedenke noch einen viel besseren Stoffwechsel, da geht das abnehmen auch mit nicht so radikalen Kürzungen) Gut, ich wurde wieder dünner, ich hab mich besser gefühlt und mir wurde von allen Seiten gesagt, wie gut ich aussehe.
Nächster Cut: Vor zwei Monaten hat es mir gereicht. 16 Jahre, fast 17, dennoch kaum ein A-Körbchen gefüllt, Muskelaufbau schier unmöglich und um mein Gewicht zu halten, fürchtete ich mich schon vor 3 Mahlzeiten. Ich hab angefangen meine Zufuhr zu steigern. Von knapp 600kcal auf... ja, ich weiß nicht wie viel. +2000 sind es mit Sicherheit, wenn nicht +2500. Mittlerweile zähle ich meine Kalorien kaum noch, schaue aber, dass ich frühs knapp 600-1000 kcal zu mir nehme, Mittags eine große Portion Reis mit Kichererbsen, oft dann noch ein paar Knäckebrote mit Avocado. Nachmittags snacke ich durchgehend und abends dann oft mal Kartoffeln oder so. Ich esse eigentlich wieder alles und hab auch einiges zugenommen. Die Waage meide ich ebenso wie die genauen Zahlen meiner Kcal-Zufuhr. Sport mache ich wenn überhaupt Kraftsport (hab momentan durch Klausuren nicht viel Zeit oder Lust für Sport).

Alles klar, das war's so ganz grob zu mir. Mein Problem jetzt ist, dass außer mir (und einer Freundin, die knapp 3h von mir entfernt wohnt) niemand etwas von meiner 'Recovery' weiß. Ich schaffe es nicht, meinen Eltern zu sagen, dass ich essgestört bin und in Therapie sollte/will. Ich will nicht zu meiner Hausärztin gehen und ihr sagen, dass ich glaube, dass ich essgestört bin. Ich habe schon einer meiner besten Freundinnen einen Hink gegeben, in dem ich sie mal gefragt hab, wo sie nach ihrer Trennung in Therapie war. Sie ist aber nie auf das Thema näher eingegangen. Ich versuche jetzt im Internet genug darüber herauszufinden, wie sich so eine Recovery genau gestaltet. Eine Therapie brauch ich sicherlich noch, da mein Verstand einfach zu sehr gelitten hat, aber im allgemeinen, die recovery meines Stoffwechsels nehm ich selbst in die Hand.

Ich würde jetzt gerne mal wissen, wie bei euch die Recovery aussah (Welche Nebenwirkungen, Probleme, Unterstützung,..) ? Habt ihr irgendwann die +2500 kcal wieder gesenkt oder einfach weiter auf dem Niveau gegessen oder hattet ihr ganz andere Essenspläne? Ab wann war es für euch klar, dass ihr 'recovered' seid? Ich meine in dem Sinn natürlich nur rein vom Stoffwechsel her.
Danke an jeden, der hier etwas dazu beiträgt und sich diesen langen Beitrag überhaupt durchliest

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M
malka_12313423
20.04.15 um 19:15

Hey
Ich würde mich zwar noch nicht als gesund bezeichnen, aber ich hab schon große Fortschritte gemacht. Mein Stoffwechsel ist mittlerweile zwar wieder einigermaßen regeneriert aber leider zu schnell!
Nachdem ich ca. 4 Jahre lang zwischen Magersucht und Bulimie hin und hergetaumelt bin, hat es wohl irgendwann klick gemacht im Kopf. Ich habe also einfach mehr gegessen und versucht meinen Kopf abzuschalten. Und was eine Überraschung plötzlich habe ich auch in der Therapie Fortschritte gemacht! Ich würde dir auf jeden Fall raten eine Therapie zu suchen, die körperliche Genesung ist ja nur ein Nebenprodukt, denn Essstörungen sind ja psychische Krankheiten.
Naja auf jeden Fall habe ich nach und nach mich an meinen Fear Foods abgearbeitet, mittlerweile sind nurnoch 2 übrig (vorher sogut wie alle Lebensmitteln außer Suppe, Schwarzbrot und Gemüse).
Im Moment stagniert mein Gewicht, trotz min. 2500 kcal aber ich schaffe es vom Magen einfach noch nicht mehr zu essen. Ich habe halt jahrelang wenig gegessen bzw. viel erbrochen, da muss der Magen sich erstmal wieder an normales Essen gewöhnen.
Außerdem war bzw. ist Sport bei mir komplett gestrichen, bis zu meinem Zielgewicht, welches ich extra ca. 5 kg über dem untersten NG festgelegt habe. Das Problem ist sonst ganz einfach, dass man (besonders weil ich so schnell abnehme, deswegen auch das Sportverbot) keinen Puffer hat und nach einer Grippe schon wieder im Untergewicht ist.

Liebe Grüße,
Weltenmalerin

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H
hoshi_12339019
23.04.15 um 15:14
In Antwort auf malka_12313423

Hey
Ich würde mich zwar noch nicht als gesund bezeichnen, aber ich hab schon große Fortschritte gemacht. Mein Stoffwechsel ist mittlerweile zwar wieder einigermaßen regeneriert aber leider zu schnell!
Nachdem ich ca. 4 Jahre lang zwischen Magersucht und Bulimie hin und hergetaumelt bin, hat es wohl irgendwann klick gemacht im Kopf. Ich habe also einfach mehr gegessen und versucht meinen Kopf abzuschalten. Und was eine Überraschung plötzlich habe ich auch in der Therapie Fortschritte gemacht! Ich würde dir auf jeden Fall raten eine Therapie zu suchen, die körperliche Genesung ist ja nur ein Nebenprodukt, denn Essstörungen sind ja psychische Krankheiten.
Naja auf jeden Fall habe ich nach und nach mich an meinen Fear Foods abgearbeitet, mittlerweile sind nurnoch 2 übrig (vorher sogut wie alle Lebensmitteln außer Suppe, Schwarzbrot und Gemüse).
Im Moment stagniert mein Gewicht, trotz min. 2500 kcal aber ich schaffe es vom Magen einfach noch nicht mehr zu essen. Ich habe halt jahrelang wenig gegessen bzw. viel erbrochen, da muss der Magen sich erstmal wieder an normales Essen gewöhnen.
Außerdem war bzw. ist Sport bei mir komplett gestrichen, bis zu meinem Zielgewicht, welches ich extra ca. 5 kg über dem untersten NG festgelegt habe. Das Problem ist sonst ganz einfach, dass man (besonders weil ich so schnell abnehme, deswegen auch das Sportverbot) keinen Puffer hat und nach einer Grippe schon wieder im Untergewicht ist.

Liebe Grüße,
Weltenmalerin

Termin
Danke für die Antwort! Hab jetzt heute einen Termin bei meiner Hausärztin und hab auch angegeben, dass ich da mit ihr wegen einer Therapie reden möchte hab aber das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin und habe in letzter Zeit ganz arg gemerkt, dass ich das psychisch ohne Hilfe einfach nicht packe ...

Liebe Grüße

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malka_12313423
23.04.15 um 15:20
In Antwort auf hoshi_12339019

Termin
Danke für die Antwort! Hab jetzt heute einen Termin bei meiner Hausärztin und hab auch angegeben, dass ich da mit ihr wegen einer Therapie reden möchte hab aber das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin und habe in letzter Zeit ganz arg gemerkt, dass ich das psychisch ohne Hilfe einfach nicht packe ...

Liebe Grüße


super! Erzähl mal wie dein Termin war, wenn du wieder da bist

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H
hoshi_12339019
24.04.15 um 23:20
In Antwort auf malka_12313423


super! Erzähl mal wie dein Termin war, wenn du wieder da bist


Also, sie hat mir direkt so eine Jugendpsychiatrie empfohlen und meinte, dass ich da erst einmal hin sollte, damit die mir eben sagt, ob ich eine Essstörung habe oder nicht und in welche Richtung es geht. Gut, ist mir ja klar, dass ich da die Bestätigung brauch, um dann letztlich einen Psychologen aufzusuchen, aber meine Ärztin hat da ein bisschen mit mir so geredet, als hätte ich keine Ahnung davon hab mihc ja doch schon sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt....
Naja, kurz danach, als ich gerade heim gekommen bin, hat sich das ganze dann noch so entwickelt, dass ich es meinem Papa ein wenig ungeschickt erzählt hab. Ich weiß nicht, ob er es mittlerweile meiner Mutter gesagt hat, hoffe aber, dass er das tut, weil ich nicht weiß, ob ich ihr das auch noch sagen kann ...

Also, ich schau jetzt mal, dass ich so früh wie möglich einen Termin bei der Psychiaterin kriege

Liebe Grüße
unverhxfft

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