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Was stimmt nicht mit mir?

11. März 2015 um 15:48 Letzte Antwort: 11. März 2015 um 16:19

Hallo,

Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Ich hab keine Erklärung für mein Verhalten. Angefangen hat alles kurz nach dem Abi vor ca. 3 Jahren. Damals hab ich mit Tanen angefangen. Irgendwie waren alle Mädels in dem Kurs so schlank, da dachte ich mir: 1,2 Kilo könnten nicht schaden. Also hab ich angefangen auf meine Ernährung zu achten. Damals fand ich mich mit 63 Kilo irgendwie plötzlich zu dick und als die ersten Komplimente kamen war das eine richtige Bestätigung. Also machte ich weiter, noch war alles normal. Ich begann irgendwann als ich allein lebte meine Mahlzeiten auf höchstens zwei kleine am Tag zu beschränken und bin mindestens 4 mal in der Woche zum Fitness gegangen und war zusätzlich noch laufen. Bis heute habe ich knapp 17 Kilo abgenommen. Wenn ich jetzt in den Spiegel gucke finde ich immer wieder Dinge die mich stören, wie z.B. Dicke Oberschenkel und den Bauch. An schlechten Tagen wird mir richtig schlecht vom Blick in den Spiegel. Ich lasse mich nicht gerne anfassen. Vor allem an meinen vermeintlichen Problemzonen. Wenn mein Freund mich am Bauch anfasst werde ich richtig sauer auf ihn, sex kann ich schon lange nicht mehr haben ohne mich sehr zu eklig. Richtig schlimm wurde es dann als meine Mutter die Diagnose Krebs bekam. Jetzt sagt mir meine Familie ständig, dass ich eine Essstörung habe. Das hat mich zunächst sehr sauer gemacht. Aber vor allem
meinte Mutter hat mich immer wieder weinend angerufen und mich ständig gefragt, wieviel ich denn heute gegessen hätte. Ich kann das alles nicht so recht wahr haben und vor allem habe ich Angst irgendetwas in Angriff zu nehmen, da ich nicht zunehmen möchte. Ich bin immer so stolz wenn ich es schaffe wenig zu essen und an Tagen an den ich mein tägliches Pensum an Sport und lernen nicht schaffe fühle ich mich sehr mies. Überhaupt könnte ich ständig heulen und bin aggressiv gegenüber meinen Mitmenschen. Ich war immer sehr ehrgeizig, wollte in allem die bestmögliche Leistung erzielen und vor allem die Kontrolle behalten. Wenn ich zu viel Esse (nach meinem Empfinden) komm ich mir sofort sehr schwach vor. Ich weiß nicht, was mit mir los ist und vor allem möchte ich meine Mutter nicht weiter belasten. Ich bin so verzweifelt und weiß nicht was ich machen soll, über das Thema zu reden kann ich kaum, da bin ich wie blockiert. Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Danke schonmal..
Haselnuss

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11. März 2015 um 16:19

Hallo Haselnuss,
das hört sich wirklich sehr nach einer Essstörung an. Mit 46 Kg dürftest du dich abhängig von deiner Körpergröße mehr oder weniger stark im Untergewicht befinden.Dazu schilderst du typische psychische Symptome, die sehr zum Krankheitsbild einer Essstörung passen.

Der Weg zur körperlichen Gesundheit geht nur über eine Normalisierung von Gewicht und Essverhalten. Das ist aber nicht alles. Wie alle anderen psychischen Krankheiten auch kann man eine Essstörung nicht allein durch Essen heilen. Notwendig ist auch, dass du dich deinen psychischen Problemen und Konflikten stellst und neue Bewertungen und Bewältigungsstrategien erlernst, mit denen du besser durch dein Leben kommst.

LG Nus

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