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Vorstellung - MornHiril

29. Juli 2014 um 21:13

Hallo ihr Lieben,

ich bin seit ein paar Minuten Mitglied dieses Forums - habe aber vorher schon eine Menge gelesen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich hier überhaupt reinpasse. So wie es mir scheint, gehöre ich zu einer kleineren Gruppe, die hier nicht so stark vertreten ist.

Zu Mir: Morn Hiril

Seit fast 20 Jahren habe ich Bulimie. Das fing ganz harmlos an - an das erste Mal kann ich mich aber nicht wirklich erinnern - und ist dann einfach so geblieben und begleitet mich seit dem mein Leben lang schon. Ich bin jetzt knapp über 30 Jahre alt und wohne im Norden Deutschlands. Ich stehe objektiv gesehen mit beiden Beinen fest im Leben, aber subjektiv gesehen geht es mir schlechter als ich es je kennengelernt habe. Fakt ist, dass ich eine ganz komische Routine entwickelt habe. Jeden Tag nehme ich mir aufs Neue vor, mich gesund zu ernähren. Frühstück klappt auch wunderbar. Das Mittagessen esse ich dann meist beim Imbiss, bekomme ein schlechtes Gewissen - geh mich übergeben - der Blutzuckerspiegel sinkt und ich schiebe mir erstmal zig Schokoriegel rein. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen und der Tag "ist ja eh gelaufen". Dann gibt es Mc Donald für den Heimweg und danach noch ein oder zwei Mal Lieferservice mit anschließender Umarmung der Kloschüssel. Da ich nicht immer rechtzeitig zur Toilette kam, habe ich stetig zugenommen ... manchmal war der Druck auch erst nach 30 Minuten so hoch oder ich aß sehr langsam. Am Tag muss ich mich 2 bis 8 Mal übergeben. Das ist enorm teuer und schadet der Gesundheit. Zudem nahm ich dabei kontinuierlich zu.

Ihr seht schon - ich schreibe in der Gegenwart und in der Vergangenheit ... weil es so eine komische Sache ist. Vor 8 Wochen wollte ich aufhören damit. Ich habe mir Pläne gemacht und nicht nur jeden Tag neu angefangen, sondern nach jeder Mahlzeit. Wenn eine Mahlzeit daneben ging, habe ich versucht die kommende ordentlich einzunehmen. Geholfen hat mir dabei ein Buch (den Titel suche ich nochmal raus - könnte auch was für euch sein). Nun hat mich das aber ganz schön viele KG gekostet. Mittlerweile muss ich nur noch 2 bis 3 Mal in der Woche zum Klo, aber ich wiege jetzt auch mal eben 10kg mehr. Ein Dilemma, isn't it?

Mittlerweile also bei 96,5 kg bin ich auf der Suche nach etwas seelischer Unterstützung. Ich weiß wie es geht. Ich brauche keine Rezepte ich weiß mittlerweile so viel über Ernährung und auch, was mir gut tut. Aber ich schaff es nicht (immer noch nicht), dies umzusetzen.

Ich habe jetzt einen Plan mit meiner Hausärztin ausgearbeitet. Ich mache seit heute ein Programm, wo man zwei Tage lang nur Pulver in Wasser gerührt isst, danach ersetzt man dann 2 Mahlzeiten durch fertige Mahlzeiten von der Firma (so dass ich mir keine Gedanken machen muss). Sinn ist zum einen Gewicht zu verlieren, aber auch nicht in die Versuchung zu kommen, was anders zu essen. Denn ich darf ja nur das fertige Zeug essen.

(Außer Frühstück das kann ich aber schon!) Der nächste Punkt ist, dass ich dadurch mittlerweile eine Immunschwäche habe die sich leider auch sichtbar mit mehreren Hautkrankheiten auswirkt und nicht versteckt werden kann. Dieses Programm ist von einem Vitalstoff-Anbieter. Wenn ich dann soweit bin, kann ich eine weitere Mahlzeit richtig zu mir nehmen.

Nächster Punkt ist der Alkohol. Zu meinem früheren Leben gehörten auch ca. vier bis sechs Bier am Tag. Allein diese Kcal erklären wohl, warum ich nicht schlank bin. Jedenfalls, habe ich jetzt auch dies umgestellt. Ich trinke alkoholfreies Bier (und das fiel mir komischerweise nicht schwer!) und ab und an am Wochenende mal Korn mit Sprudel.

Frage: Nehmt ihr mich hier auf, auch wenn ich heraussteche mit meinen grade noch UHU? Und meint ihr, ich könnte hier seelische Unterstützung erhalten? Oder muss ich eher mit fiesen Nachrichten rechnen? Negative Kritik vertrag ich grade nur sehr schwer daher die freundliche Anfrage von mir.

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29. Juli 2014 um 21:27

Hey und herzlich willkommen.
Also meiner Meinung nach bist du hier herzlich willkommen. Es ist schließlich ein Forum für Essstörungen und dazu gehört nicht nur die Magersucht, sondern auch die Bulemie, Adipositas, etc.Und egal welche Essstörung, wir leiden alle ziemlich darunter!
Ohje du hast ja schon eine ziemlich lange Zeit mit der ES hinter dir. Hast du schonmal über einen Klinikaufenthalt nachgedacht?

liebe Grüße
nikati

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29. Juli 2014 um 21:34
In Antwort auf alisha_12758359

Hey und herzlich willkommen.
Also meiner Meinung nach bist du hier herzlich willkommen. Es ist schließlich ein Forum für Essstörungen und dazu gehört nicht nur die Magersucht, sondern auch die Bulemie, Adipositas, etc.Und egal welche Essstörung, wir leiden alle ziemlich darunter!
Ohje du hast ja schon eine ziemlich lange Zeit mit der ES hinter dir. Hast du schonmal über einen Klinikaufenthalt nachgedacht?

liebe Grüße
nikati

Danke
... für die freundlichen Worte.

Über einen Klinikaufenthalt habe ich nachgedacht - ist aber aus finanzieller Sicht nicht machbar. Ambulant schon eher ...

Ich denke eigentlich, dass eine fortlaufende psychologische Betreuung sinnvoll wäre. Allerdings habe ich bei dem ersten Anlauf nur glücklichmachende Tabletten erhalten. Die waren soweit toll, hatten aber Nebenwirkungen. Ich habe sie dann abgesetzt. Das ist allerdings auch schon Jahre her.

Und ganz ehrlich - viele Jahre habe ich das gar nicht bemerkt. Auch der Familien- und Freundeskreis nicht. Erst jetzt seit ein paar Monaten fällt mir auf, dass ich nicht ganz normal bin.

Vielleicht kann man sich ja ein wenig ergänzen - habe immerhin auch schon eine Menge erreicht und hoffe, dass es noch mehr wird.

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14. August 2014 um 11:46

Zustimmung psychologischer Hilfe
Hej,

ebenfalls herzlich willkommen!
Erstmal meine Hochachtung, dass Du Dich hier ehrlich ans Forum wendest.
Und dann auch dafür, dass Du schreibst, dass Du objektiv mit beiden Beinen fest im Leben stehst. - Das bedeutet für mich, dass Du einen Job hast, darin gut bist, Freunde und Familie etc...
Und das finde ich gerade bzgl. dessen was Du über Deinen früheren Alkoholkonsum schreibst, nicht selbstverständlich.

Du scheinst also schon gut kämpfen zu können.
- Wobei bei Deiner Geschichte wohl einfach viel Kraf dafür drauf geht, sich diese objektive Normalität zu erkämpfen. Dass keiner was merkt usw.

Wenn Du mal eine Zeit lang, zusätzlich zu dem was Du jetzt schon machst - das Programm, das Du mit Deiner Hausärztin ausgearbeitet hast - Deine Kraft mal nur für Dich verwendest?
Um Dich mal zu konzentrieren, zu finden, damit es Dir besser geht.
Und sprich doch mal mit Deiner Hausärztin darüber, dass psychische Hilfe wohl gut wäre, aber eher in Form einer begleitenden Gesprächstherapie - und nicht mit Tabletten. (mei, wie bei allen Ärzten gibt es auch gute und schlechte Psychologen).
Soweit ich weiß würde bei Verschreibung einer stationären Therapie die Krankenkasse das übernehmen, oder nicht?
Denn ich denke Dir würden ein paar Wochen, fernab von allem, was Dich zum einen an Dein "Fehlverhalten" erinnert und Dich zum anderen verführen kann (der McDoof um die Ecke, der Imbiss) gut tun.
Dann kannst Du Dich mit professioneller Begleitung neu "er"finden und Dich auch umgewöhnen.

Und wenns gar nicht anders geht, ambulant. Aber regelmäßige Gespräche helfen ja auch.
Und...also das soll hier keine Werbung sein, hatte persönlich noch nie was mit WW zu tun, aber eine Kollegin schwärmt davon. Sie meint, dadurch dasss die Gruppe quasi aufeinander aufpasst und ein gewisser Druck da ist, "traut" man sich gar nicht, gegen den Plan zu verstoßen.

So, ich hoffe ich habe jetzt nichts zu leicht genommen, von Deinen Problemen.
Ich kenne sowas selbst zum Glück nicht, bin nur eine von denen, die eher zu als abnehmen und habe ein Lipödem, dass ich aber mit sehr viel Sport bekämpfe.

Ach ja, und mach Dir mal wegen den Kilos erstmal keine Gedanken. Sei lieber ein glücklicher Uhu, der sich nicht durchs Kotzen kaputt macht und der ganz langsam mit gesunder Ernährung und Sport abnimmt (und wenns nur 5 Kilo im Jahr sind)!!

Lieben Gruß,
Stephi

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14. August 2014 um 19:32

Danke stephibmuc ...
... für die herzliche Begrüßung.

Zu Beginn: Ich stehe mit beiden Beinen im Leben - nach sehr erfolgreichen ersten 10 Berufsjahren habe ich mich weitergebildet und danach selbstständig gemacht um jetzt neben der Selbstständigkeit noch ein Studium zu machen (seit einem Jahr) ...

Daher ... ist eine stationäre Behandlung für mich völlig ausgeschlossen, da ich natürlich einiges um die Ohren habe und mir den Verdienstausfall eben niemand zahlt. Ich kann mich nicht krankschreiben lassen. So ist das leider als Selbstständige - aber das habe ich mir ausgesucht und bin damit auch wirklich zufrieden.

Die letzten zwei Wochen hier mit euch im Forum und insbesondere mit einem ganz lieben Mädchen - oder einer jungen Dame *zwinker* - habe mir einiges gebracht. Zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht. Am ersten Abend fand ich hier nur Postings von Magersüchtigen und habe schnell gemerkt, dass zum Einen Magersucht und Bulimie eng miteinander verknüpft ist, und dass die Gedankengänge auch verstanden werden, wenn man vielleicht nicht an der gleichen ES leidet. Jetzt habe ich festgestellt, dass hier auch genauso "gestörte" (das ist liebevoll gemeint) Persönlichkeiten hier sind wie ich. Das beruhigt mich ungemein.

Angst macht mir derzeit der Gedanke, dass das ja nie ganz aufhören wird. Ich werde niemals wieder zu 100% gesund. Mal von den körperlichen vorhandenen irreparablen Schäden abgesehen ... auch der Geist wird nie mehr zu 100% gesund werden. Ich strebe die 95% an ... das wäre ok.

Derzeit versuche ich aus meinem Leben erstmal möglichst viele Fallen zu verbannen: Kein all you can eat Buffet mehr, kein Supermarkteinkauf alleine, Lebensmittel nur noch von teurer Bio-Qualität (nicht, weil ich dran glaube - in der Hoffnung diese mehr wertschätzen zu können - andere Menschen verhungern, weil sie nix haben und ich kotz alles aus!) ... ich versuche auch so nach und nach ein wenig aufzuräumen ... mental aber auch in der Realität - Putzen etc.

Das ganze mit möglichst wenig Druck für mich selber ... denn nicht erfüllte Erwartungen - insbesondere an einen selber - lassen schnell den Chinamann vor der Tür stehen.

Ich stelle fest, dass ich nun in den zwei Wochen grade mal zwei Rückfälle hatte (für vorher 1 bis zig mal kotzen am Tag ne herausragende Leistung wie ich find!) und bemerke, wieviel Freizeit ich plötzlich habe. Und genau das habe ich nie bemerkt - wieviel Zeit diese Art der ES überhaupt von einem beansprucht. Ich habe teilweise bis zu 4 oder 5 Stunden gegessen und gekotzt, gekocht, gegessen - Lieferservice bestellt ... gekotzt ... nochmal bestellt. So kann man seine Abende schon auch verbringen.

Mit der neuen Freizeit weiß ich nur noch nichts wirklich anzufangen. Ich lese viel ... ich bin im Netz unterwegs. Schreibe meiner "kleinen Freundin" *grins* und bin eigentlich grade nen ganz glücklicher Mensch.

Ein ganz glücklicher Mensch, wo das Teufelchen auf der Schulter sich grade nur mal ausruht und ich bin mir sehr bewusst, dass nur weil zwei Wochen mal schön waren, ich nicht plötzlich "gesund" bin ... Im Gegenteil ... über manche Dinge mache ich mir seit den zwei Wochen viel mehr Gedanken als vorher. Ich habe vorher z.B. nie Kalorien gezählt. Warum auch? Hab eh viel ausgekotzt - nur das was drin blieb sollte "gesund" sein. Was auch egal war, weil wie gesagt bei den Mengen bleibt halt doch reichlich auf den Hüften kleben ... ich mache mir Gedanken über Sport und wieviel Kalorien ich dabei verbrauche. Ich stelle mich seit neustem 3 Mal auf die Waage ... und viel schlimmer, die Waage macht mich glücklich (morgens) und unglücklich (nachmittags) und abends ist es mal so oder so ... aber ich beobachte mich - auch von außen.

Mit meiner Hausärztin habe ich einen guten Start gemacht. Der nächste Termin muss noch vereinbart werden, aber ich glaube, dass wir zueinander passen ... sie kann nicht offiziell psychologisch beraten - aber eine Ernährungsberatung machen (die ich nicht brauche, weil ich weiß wies geht - aber dann hätt ich jemanden zum "übers Essen reden" und muss das halt bezahlen) ...

Ja so gehe ich meinen Weg - beobachte euch und beobachte mich selber ... und bin eigentlich jetzt grade zufrieden und freue mich richtig auf mein Abendessen

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18. August 2014 um 13:33
In Antwort auf magda_12558769

Danke stephibmuc ...
... für die herzliche Begrüßung.

Zu Beginn: Ich stehe mit beiden Beinen im Leben - nach sehr erfolgreichen ersten 10 Berufsjahren habe ich mich weitergebildet und danach selbstständig gemacht um jetzt neben der Selbstständigkeit noch ein Studium zu machen (seit einem Jahr) ...

Daher ... ist eine stationäre Behandlung für mich völlig ausgeschlossen, da ich natürlich einiges um die Ohren habe und mir den Verdienstausfall eben niemand zahlt. Ich kann mich nicht krankschreiben lassen. So ist das leider als Selbstständige - aber das habe ich mir ausgesucht und bin damit auch wirklich zufrieden.

Die letzten zwei Wochen hier mit euch im Forum und insbesondere mit einem ganz lieben Mädchen - oder einer jungen Dame *zwinker* - habe mir einiges gebracht. Zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht. Am ersten Abend fand ich hier nur Postings von Magersüchtigen und habe schnell gemerkt, dass zum Einen Magersucht und Bulimie eng miteinander verknüpft ist, und dass die Gedankengänge auch verstanden werden, wenn man vielleicht nicht an der gleichen ES leidet. Jetzt habe ich festgestellt, dass hier auch genauso "gestörte" (das ist liebevoll gemeint) Persönlichkeiten hier sind wie ich. Das beruhigt mich ungemein.

Angst macht mir derzeit der Gedanke, dass das ja nie ganz aufhören wird. Ich werde niemals wieder zu 100% gesund. Mal von den körperlichen vorhandenen irreparablen Schäden abgesehen ... auch der Geist wird nie mehr zu 100% gesund werden. Ich strebe die 95% an ... das wäre ok.

Derzeit versuche ich aus meinem Leben erstmal möglichst viele Fallen zu verbannen: Kein all you can eat Buffet mehr, kein Supermarkteinkauf alleine, Lebensmittel nur noch von teurer Bio-Qualität (nicht, weil ich dran glaube - in der Hoffnung diese mehr wertschätzen zu können - andere Menschen verhungern, weil sie nix haben und ich kotz alles aus!) ... ich versuche auch so nach und nach ein wenig aufzuräumen ... mental aber auch in der Realität - Putzen etc.

Das ganze mit möglichst wenig Druck für mich selber ... denn nicht erfüllte Erwartungen - insbesondere an einen selber - lassen schnell den Chinamann vor der Tür stehen.

Ich stelle fest, dass ich nun in den zwei Wochen grade mal zwei Rückfälle hatte (für vorher 1 bis zig mal kotzen am Tag ne herausragende Leistung wie ich find!) und bemerke, wieviel Freizeit ich plötzlich habe. Und genau das habe ich nie bemerkt - wieviel Zeit diese Art der ES überhaupt von einem beansprucht. Ich habe teilweise bis zu 4 oder 5 Stunden gegessen und gekotzt, gekocht, gegessen - Lieferservice bestellt ... gekotzt ... nochmal bestellt. So kann man seine Abende schon auch verbringen.

Mit der neuen Freizeit weiß ich nur noch nichts wirklich anzufangen. Ich lese viel ... ich bin im Netz unterwegs. Schreibe meiner "kleinen Freundin" *grins* und bin eigentlich grade nen ganz glücklicher Mensch.

Ein ganz glücklicher Mensch, wo das Teufelchen auf der Schulter sich grade nur mal ausruht und ich bin mir sehr bewusst, dass nur weil zwei Wochen mal schön waren, ich nicht plötzlich "gesund" bin ... Im Gegenteil ... über manche Dinge mache ich mir seit den zwei Wochen viel mehr Gedanken als vorher. Ich habe vorher z.B. nie Kalorien gezählt. Warum auch? Hab eh viel ausgekotzt - nur das was drin blieb sollte "gesund" sein. Was auch egal war, weil wie gesagt bei den Mengen bleibt halt doch reichlich auf den Hüften kleben ... ich mache mir Gedanken über Sport und wieviel Kalorien ich dabei verbrauche. Ich stelle mich seit neustem 3 Mal auf die Waage ... und viel schlimmer, die Waage macht mich glücklich (morgens) und unglücklich (nachmittags) und abends ist es mal so oder so ... aber ich beobachte mich - auch von außen.

Mit meiner Hausärztin habe ich einen guten Start gemacht. Der nächste Termin muss noch vereinbart werden, aber ich glaube, dass wir zueinander passen ... sie kann nicht offiziell psychologisch beraten - aber eine Ernährungsberatung machen (die ich nicht brauche, weil ich weiß wies geht - aber dann hätt ich jemanden zum "übers Essen reden" und muss das halt bezahlen) ...

Ja so gehe ich meinen Weg - beobachte euch und beobachte mich selber ... und bin eigentlich jetzt grade zufrieden und freue mich richtig auf mein Abendessen

Es ist so ähnlich...
Liebe MornHiril,

als ich deine Geschichte las, konnte ich es kaum fassen, da diese auch hätte von mir sein können :'(
Ich kämpfe nun auch schon so lange gegen die Bulimie und ich finde es total klasse, dass du das Spucken so reduzieren konntest!!!
Daher wollte ich auch mal nachfragen wie es gerade so bei dir läuft und ob es dir gut geht?

Lg
Sonnenblume

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18. August 2014 um 19:40
In Antwort auf tess_12343610

Es ist so ähnlich...
Liebe MornHiril,

als ich deine Geschichte las, konnte ich es kaum fassen, da diese auch hätte von mir sein können :'(
Ich kämpfe nun auch schon so lange gegen die Bulimie und ich finde es total klasse, dass du das Spucken so reduzieren konntest!!!
Daher wollte ich auch mal nachfragen wie es gerade so bei dir läuft und ob es dir gut geht?

Lg
Sonnenblume

Es geht so ... danke der Nachfrage ...
Sagen wir es mal so ... ähm ... ich hatte mir das leichter vorgestellt, weil ich eigentlich immer noch nicht registriert habe, wie krank ich eigentlich bin. Das wird mir jeden Tag bewusster. Ein Auszug aus meinem Leben?

Samstag - Grillen bei Freunden und ich habe das erste Mal seit ca. 13 Jahren nicht mehr nach einem Grillfest gekotzt - oder währenddessen - mehrmals. Tolle Leistung oder? Jetzt sollte eigentlich so ein leicht ironischer Unterton hörbar sein - aber ich schreibe ja. Ich habe Heulkrämpfe bekommen, weil ich nicht kotzen wollte. Ich saß vor dem Essen und konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es drin bleiben soll. Es war nicht schön, nein. Es hat mir nicht wirklich geschmeckt. Also geschmacklich schon, aber der Kopf war dabei. Als wir fertig waren, wusste ich beim besten Willen nicht, ob das jetzt ne normale Menge war ... es war der Horror und doch war ich stolz. Aber der Stolz hielt nicht lang. Sonntag dann ein Kater - und dazu noch mehr auf der Waage - konnte also meine Step Aerobic nicht machen (weil nur im Bett liegen möglich war). Heute dann noch mehr auf der Waage ... mal eben EINE Abführtablette eingeworfen. Die hat aber ihre Aufgabe nicht zur Zufriedenheit erfüllt und ich überlege nachzulegen. Das Mittagessen ging in die Hose, und nachdem ich 4 Stunden über Currywurst mit Spaghetti nachgedacht habe und mir schon überlegt habe, wo ich das wie mache und wie schön das doch wäre, wenn ich jetzt nach 8 Tagen mal wieder ein Fest mit mir feiern könnte ...

Der Weg nach Hause war der Horror. Ich bin immer wieder von der linken Spur ohne drüber nachzudenken auf die rechte Spur gewechselt (weil man da schneller am Restaurant anhalten kann) als dann Mc Donald kam - wieder rüber und dann "NEIN" ... ich bin weiter gefahren ... ins Büro ... da dann kurz was gemacht und mir schon überlegt, dass ich jetzt endlich mein Fest feiern könnte ... ich bin dann nach Hause (wollte nur kurz die Step Aerobic machen und dann feiern) nachdem ich jetzt 30 Minuten (statt wie sonst 15 Minuten) auf dem Stepper war, geht es mir ein wenig besser. Der Blick auf die Waage macht mich aber kirre ... mal eben 2kg ... in zwei Tagen! Ne ... das fing so gut an ... und jetzt riecht die ganze Wohnung nach Pfannkuchen weil mein Mann gekocht hat. Ich werde aber nicht noch mehr oben reintun - erstmal muss das da drin raus ...

Manchmal könnt ich einfach nur heulen. Schlimm ist, dass die Gedanken mich total behindern - im Alltag ... ja ich habs für heute geschafft. Intern plane ich aber morgen schon meine Fressorgie, weil die Lust auf Spaghetti mit Currywurst einfach nicht weggehen möchte ...

Ich habe auch schon ein oder zwei Beiträge von dir gelesen und mich - entschuldige - gefreut - dass ich nicht allein auf dieser Welt bin ) Krank ist das doch, diese Kotzerei - einfach nur krank ... wenn ich wenigstens dabei schlank wäre ... hast du Normalgewicht? Oder auch wie ich Übergewicht?

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18. August 2014 um 20:24

Die Currywurst muss warten!
Zuerst muss ich dir sagen, dass du sehr stolz auf dich sein kannst, dass du das am Samstag so durchgezogen hast und das auch noch beim Grillen!
Da geht s mir nämlich genau wie dir. Es ist ähnlich wie an einem All you can eat Buffet...man kann die Mengen nicht einschätzen, schon allein, weil beim Grillen alles zeitverzögert von statten geht. Ich habe da auch immer wahnsinnige Probleme und ich setze mich daher in solchen Situationen immer neben einer Person, von der ich denke, dass diese die "richtige" Menge gut einschätzen kann. Ich orientiere mich dann immer an dieser Person. Das klappt nicht immer, weil der Drang so groß ist alles essen zu wollen, aber manchmal klappt es eben doch...

Ich hatte gestern auch einen sch** Tag. Vielleicht hast du den anderen Threat gelesen, in dem ich vorhin niedergeschrieben hab, wie mein Fressanfall so ausgefallen ist. Ich kann es auch kaum aushalten dies in mir zu haben. Es ist so schlimm, ich denke sogar, das andere Leute das sehen können, was natürlich völliger Unsinn ist. Was mir ein wenig hilft, ist das mein Mann vor einiger Zeit die Waage versteckt hat. Hätte ich heut die Zahl darauf gesehen, die auf jeden Fall höher als normal gewesen wäre, ich hätte heut den ganzen Tag gefressen und gekotzt. Ich kann es ja schon kaum ertragen, wenn die Waage nur 200 g mehr anzeigt. Es ist zum heulen!

Lass dich bitte von den zwei Kilos nicht unterkriegen. Wenn du weiter machst wird sich dein Gewicht wieder reduzieren, da bin ich mir sicher, da die Fressanfälle und das anschießende kotzen erstens dazu führen, dass sich dein Körper alles grapscht und es führt dazu das wir nicht mehr Satt werden und mehr essen. Aber wenn du eine Zeit wieder normal isst, dann pendelt es sich bestimmt ein. Dazu kommt ja auch noch, dass man nie alles wieder loswird, was man in Stunden gefress*** hat....

Vielleicht kannst du es morgen schaffen, dir nur eine Portion Spaghetti zu richten, die du ohne schlechtes Gewissen und mit Genuss isst?
Ich weiß das ist schwer. Wenn ich einen Fressanfall plane, kann ich meist auch nicht davon weichen. Weil ich mich ja insgeheim drauf freue. Ganz schlimm ist es, wenn ich schon morgens im Büro daran denke, was ich mir nach der Arbeit alles kaufe. Meine Gedanken sind dann nur noch bei diesem Plan und ich will unbedingt nach Hause und auf dem Weg dorthin schon alles essen was ich finden kann...

Das einzige was mir hilft, ist wenn ich mich zum Sport aufraffen kann. Danach bin ich meist glücklich und brauch das nicht. (Was ich auch nicht wirklich verstehe, weil ich mich eigentlich nicht so unglücklich fühl) Aber das mit dem aufraffen ist das Problem, wenn erst einmal das Verlangen da ist.

Zu deiner letzten Frage, ich bin gerade im NG. Das schwankt aber immer bei mir. Mal ÜG mal NG...

Ich hab noch eine Frage. Ist es bei dir auch so, dass wenn du Alkohol trinkst, du keine Attacken bekommst? Das ist nämlich bei mir der Fall, nur kann ich ja nicht immer trinken...

Also, bitte bleib morgen stark. Schau das du was schönes machst und halte durch! Du hast schon so viel geschafft! ACHT TAGE, das ist Wahnsinn! Bleib dran. Ich ziehe mit dir mit und gebe morgen auch wieder alles und möchte den Tag schaffen!

Hab einen ganz tollen Abend und bleib stark!

Sonnenblume

Ps: Sorry für den langen Text, aber ich hab noch soooo viele Fragen...

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20. August 2014 um 18:13

Hey Morn
geht es dir gut? Ich hoffe du bist die Tage weiterhin stark geblieben...
Ich hatte diese Woche noch keinen Rückfall, wobei ich mich wirklich ziemlich zusammenreißen musste. Ich hoffe ganz doll, dass es weiter so bleibt...
Ich wünsche dir einen schönen Abend und viel Kraft!

LG
Sonnenblume

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