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Forum / Fit & Gesund

Unterstützung bei Bulimie

Letzte Nachricht: 16. Juli 2007 um 22:14
W
wieka_11910886
01.05.05 um 17:07

Hallo,

ich habe seit fast sechs Jahren Bulimie. Ich habe schon seit langem die Schnauze davon voll und möchte aus diesem Teufelskreislauf rauskommen. Inzwischen habe ich schon einige Fortschritte gemacht, da ich mich nun höchstens einmal am Tag erbeche und es sogar geschafft habe über den ganzen Monat gerechnet mich jeden vierten Tag nicht zu übergeben. So ganz schaffe ich es aber nicht davon loszukommen und irgendwie kommt immer wieder ein Rückfall. Mein Problem ist, dass ich unwahrscheinliche Angst vor dem Essen habe, da ich immer befürchte, dass ich wieder einen Fressanfall bekomme. Besonders schlimm ist es, wenn ich etwas Süßes gegessen habe, dann denke ich, jetzt ist es eh egal und esse statt einem Stück die komplette Tafel Schokolade und renne danach natürlich wieder zur Toilette.
Ich würde mich über kontakt zu Leute freuen, denen es genauso geht oder die es erfolgreich geschafft haben diesem Teufelskreis zu entkommen. Es wäre nett, jemanden zu finden, der einem Unterstützung gibt, in dem er einen versteht und einen ernst nimmt.
Freue mich auf Antworten,
Aurelye17

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S
salud_12108739
01.05.05 um 18:32

Hey
mir geht es ganz genauso wie dir!ich habe genau die selben ängste wenn ich esse.dazu kommt noch das ich auf stress und probleme mit fressanfällen reagiere.im moment läuft es bei mir so wie bei dir.so zusagen "ziemlich" gut.hab jetzt mit sport angefangen um nicht gleich ein schlechtes gewissen nach dem essen zu haben.tja zum psychologen trau ich mich nicht, weil ich glaube das dieser mich nicht versteht bzw.ich ihm das auch nicht erzählen könnte denke ich.allerdings komme ich auch nicht aus diesem teufelskreis heraus.es ist schrecklich und ich wünsche es keinem.tut gut jemandem schreiben zu können der versteht wie es einem geht, weil außenstehende zwar zuhören aber es nicht verstehen bzw.sich dort hinein versetzen können!die wollen einem immer zum psychologen schleppen und schütteln den kopf wenn man ihnen sagt das man es nicht kann.wäre schön wenn du antwortest!!

lieben gruß emily

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C
celia_12859266
16.07.07 um 22:14

Kann dich gut verstehen
Hey du!
Find ich voll befreien jemand zu hören, der so offen schreibt. Ich habe/hatte auch (mit einem guten Jahr Unterbrechung 8 Jahre Bulimie, es hat mit 17 angefangen, da hab ich ziemlich bald 4 bis 6 mal am tag ge**** und genau wie du hab ich es irgendwann, so ein halbes Jahr später geschafft auf ein bis zweimal am Tag zu reduzieren. War auch 6 Wochen in einer Klinik, was aber null gebracht hat im Gegenteil, damals war ich auch gar nicht bereit dazu, und dann hat es sich über die Jahre so relativ konstant auf 1 bis 2 mal am Tag gehalten, aber die ****freien Tage im Jahr konnte ich echt an 10 Fingern abzählen.
Ich konnte mir eigentlich gar nie vorstellen davon loszukommen, aber vor 4 Jahren habe ich mal im Internet von einem Medikament namens Aldactone (Spironolacton) gehört, was von Forschern inzwischen speziell bei Bulimikerinnen angewandt wird und angeblich helfen sollte. Es senkt die Lust auf Süßes, senkt den Hunger, reguliert den Kaliumspiegel und gibt einem etwas Energie zurück.
Eigentlich ist es zur Senkung des Blutdrucks gedacht, es senkt den Natriumspiegel und erhöht den Kaliumspiegel. Du weißt ja wahrscheinlich selbst, dass man bei Bulimie einen Stoff im Körper hat, sozusagen so ein Suchtstoff, der regelmäßig produziert wird.
Und dieser Stoff kann sich auch wieder abbauen.
Jedenfalls hab ich mir das Medikament vom Hausarzt geholt und hab es ausprobiert, diesmal mit dem festen Willen aufzuhören. Tatsächlich, erst verging eine Woche ohne Anfall, dann 2, 3, ...nach vier Wochen hatte ich so irgendwie das schlimmste überstanden. Es hatte wirklich funktioniert.Mein Hausarzt hatte etwas Bedenken, mir das Medikament zu geben, da es auch nicht ganz unbedenklich ist wegen den Blutwerten etc., aber es hat sich echt gelohnt.
So nach dem 5. **freien Tag hatte ich richtige psychische Entzugserscheinungen, ich habe so richtig geschluchzt und aus tiefster Seele geweint, es ist ja nachgewiesen dass man bei Adrenalinentzug weinerlich wird. Teilweise musste ich auch ohne Grund weinen. Das ging aber nur 1, 2, 3 Tage so und dann war das schon mal rum. Ich hatte zwar seltsamerweise kein Verlangen mehr zu *otzen bzw,. fressen aber es war trotzdem nicht ganz easy, da man echt Entzugserscheinungen spürt am Anfang. Trotzdem war es, als wäre ich aus einem langen Albtraum aufgewacht und habe plötzlich angefangen, das Leben um mich herum mit anderen Augen wahrzunehmen, mit "wacheren" Augen sozusagen, ich habe mich echt gefühlt wie ein neuer Mensch. Das coole an dem Medikament war auch, dass ich nicht zugenommen habe, ich hatte bei 1,66 m 54 kilo, was bei meinem realtiv muskulösem Körperbau echt superschlank aussah, und ich war happy zu sehen dass ich essen konnte und essen (allerdings bevorzugt am Vormittag), Schockolade und Brötchen ohne Ende, und mein Körper hat es so richtig absorbiert und so schnell verbrannt. Ja, die Verdauungsorgane erholen sich eben auch. Alle geht schneller.
Soviel zu dem Aldactone. Ich war also die kommenden 7 Monate sozusagen komplett geheilt bzw. symptomfrei, natürlich habe ich nie wieder, wie früher, alles gegessen und habe nach wie vor meine Ernährung auf relativ viel Obst und Gemüse reduziert, auch gerne Sport gemacht, aber ich war wenigstens diese bescheuerte Sucht los. 4 Monate nachdem ich also aufgehört hatte zu **, ging ich für 2 Jahre in die Karibik. Aufgrund der Hitze sprich KLimaumstellung hat mein Körper wohl den Stoffwechsel runtergeschraubt und ich habe auch nicht mehr so aufgepasst und habe ein paar kilos zugenommen,was natürlich die Krise für mich war, weißt du wohl selbst wie das ist, und dann kam noch persönlicher Stress dazu und Druck und leider habe ich dann genau ein Jahr später wieder angefangen. Ich muss allerdings dazusagen, dass ich aus lauter Panik solche metabolism booster Pillen genommen habe, also so ein Zeugs mit Ginseng und Bitterorangenextract etc. das den Stoffwechsel erhöht (und besonders die Herzfrequenz). Naja, ich führe meinen Rückfall mal darauf zurück, denn es stand ausdrücklich unter den Nebenwirkungen (unter anderem Angstzustände und Einbildungen, das Zeug ist also echt nicht zu empfehlen), dass man bei psychischen Krankheiten die Finger davon lassen sollte. Auf jeden Fall war ich praktisch die darauffolgenden 2 Jahre wieder drin wie vorher, vielleicht nicht ganz so schlimm wie vorher, aber seit 6 Wochen habe ich mit einer einzigen Ausnahme wieder die Kurve gekriegt. Und diesmal ohne Aldactone und es war leichter aufzuhören als letztes Mal. Im großen und gnazen habe ich meine Ernährung halt auf sehr gesundes sprich Obst gemüse, Jpghurt, Milch, fettarm aber Süßigkeiten umgestellt und so kann man sich super sein Gewicht halten. Klar gibt es Leute die meinen man muss alles essen und reinhauen aber ich denke dieses "Trauma" mit dem Essen bleibt oft und das Gehirn hat sich nun mal in all den Jahren auf *otzen programmiert, von daher glaube ich nicht, dass man plötzlich wieder so ganz geheilt sein wird und alles ist wie früher. Man sollte eben so essen, wie man sich wohl fühlt, der Körper gewöhnt sich schnell daran.
Ich sage dir noch eine Sache, die mich damals wirklich angespornt hat: Meine Ohrspeicheldrüsen sind wirklich heftig angeschwollen, das sah total beknackt aus und hat zum ersten Mal einen wunden Punkt in mir getroffen, und das war mir ein echter Ansporn aufzuhören, leider ging es ncih tgleich zurück, es ist so ca. 4 Monate geblieben, es kam und ging es kam und ging (bloß nicht Kaugummi kauen, das macht es noch schlimmer) und so nach 6 Monaten war es wieder abgeklungen. HAt sich auch komisch angefühlt, so geschwollen. Die Hamsterbacken eben. Wirklich, das wünsche ich keinem. Ich habe von Natur aus ein eher schmales schlankes Gesicht und bin heilfroh dass ich es wieder habe. Es kam trotz all den Rückfällen nie wieder so zurück.

Last but not least wollte ich noch erwähnen, dass ich mit ziemlich großer Sicherheit meine Erfolge damals und heute unter anderem meinem Schöpfer, also Gott, zu verdanken habe. Keine Ahnung wie gläubig du bist, die meisten halten ja nichts von Gott, aber ich war lange Zeit auf der Flucht vor ihm doch damals wie jetzt vor kurzem habe ich ihn angefleht mir die Sucht zu nehmen und auch zu verhindern dass ich zunehme, und das hat er mir tatsächlich geschenkt. Ich kann dir nur wärmstens empfehlen, dich an ihn zu wenden. Er versteht dich besser als jeder Psychologe, hat Verständnis für Rückfälle und setzt dich nicht unter Druck wie soviele es tun, das nützt sowieso nichts.
Ich hatte sehr oft gebetet, dass er mir das nimmt, und es hat nicht beim ersten Mal geklappt aberdu kannst mir glauben, das hat mir die Spucke genommen, das Gott tatsächlich so viel Macht hat einen von Krankheiten zu heilen. Mal abgesehehn von den Rückschlägen, an denen ich z.T. auch selbst schuld bin, nun habe ich wieder erlebt wie wundervoll es ist, zu erleben, dass sich der Herr und Schöpfer des Universums viel mehr um mich kümmert als ich es erwartet hätte.

Ich bin sehr froh dass ich da bin wo ich heute bin, denn ich war jahrelang in dem Glauben dass ich es eh nie schaffen würde und sowieso nie älter als 30 werden würde.
Ich weiß nicht, ob du mit dem was anfangen kannst aber ich hoffe, es hilft dir etwas. Lass dich nicht entmutigen, nicht unter Druck setzen und finde deinen eigenen Weg. Es gibt auch kein Pauschalrezept.

Lieber Gruß und alles Gute
indiana...

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