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Übern Berg oder nicht ?

14. Februar 2016 um 17:04 Letzte Antwort: 16. Februar 2016 um 12:42

Um es kurz und knapp zu machen:
Ich hatte gestern Abend einen großen Fressanfall, und das nach über fünf Jahren.
Der Auslöser war wohl die Schonkostphase wegen der Bauchspeicheldrüse/ DiabetesCheck, hatte ja eine Woche zuvor auf ärztliche Anordnung nur Reis und Bananen gegessen.

Gestern abend bin ich dann einfach mit einer Freundin zum Italiener und habe einen Salat und eine Pizza bestellt. Hab schon beim Essen des Salats bemerkt, dass ich das Öl nicht vertrage, aber trotzdem komplett gegessen, die Pizza auch und noch ein Tartufo hinterher. Daheim hatte ich dann übelst Bauchschmerzen, aber noch Schokolade und anderen Süßkram hinterher geschoben, bis mir schwindlig war.
Ich hab mich zwar nicht übergeben, aber trotzdem waren danach die alten Bulimiegedanken wieder da.
Die ganze letzte Nacht hab ich auf der Toilette verbracht (nicht kotzend...), und heute ist mir essen kaum möglich.

Ich bin zwar stolz, dass ich trotz der aufkommenden Gefühle nicht aktiv gegengesteuert habe, aber fühle mich heute trotzdem total verunsichert.

Wenn ich nun wirklich mit "Essensauflagen" und Verboten leben muss, bin ich vermutlich nicht stark genug, das vernünftig zu leben. Und genau das macht mir Angst, in die Bulimie zurück zu fallen.

Keine Ahnung, ob mir hier jemand einen Tipp hat. Die Ärzte, bei denen ich momentan wegen dem ganzen Mist bin, ignorieren meine Essstörungsvergangenheit, und meine Therapeutin kennt sich nur mit Depressionen aus.

Ich habe mittlerweile auch richtige Panik, wenn ich abnehme (und das war jetzt eben der Fall), weil ich mich dann krank und hässlich fühle und in alte Zeiten zurück versetzt und der Gedanke kommt, was, wenn ich immer weiter abnehme ?

Während ich das schreibe, merke ich selbst, dass irgendwas in mir vielleicht noch nicht ganz geklärt ist.
Ich habe aber schon sehr lange keine Essstörungsgedanken mehr, esse normal und ohne groß darüber nachzudenken, ich will auf keinen Fall abnehmen, und vor allem hatte ich jahrelang keine Fressanfälle mehr.

Ist meine Angst vor einem Rückfall "normal" oder bin ich immer noch irgendwie essgestörter als gedacht ?

(Sorry, ist jetzt doch lang geworden)

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16. Februar 2016 um 12:42

Liebe luckyme,
es ist nicht primär das Essen, das einen Rückfall in die Krankheit auslöst. Es ist genauso wie der ursprüngliche Beginn, von vielen Faktoren abhängig.

Der größte Faktor ist hierbei dein winzig kleines Selbstbewusstsein. Aber Grundsätzlich musst du in einigen Kontexten destabilisiert sein, damit es wieder soweit kommt. Dass du nur Bananen-Reis-Brei essen darfst, ist hier nur die Spitze des Eisbergs.

Um einen Rückfall abzuwenden, musst du wieder mehrere Bereiche deines Lebens stabilisieren, damit du aufgefangen werden kannst.

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