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Traurig nach Restaurantbesuch

1. Dezember 2015 um 23:55 Letzte Antwort: 2. Dezember 2015 um 10:18

Hallo ihr Lieben,

ich komme gerade von einem Arbeitsessen zurück und bin so unheimlich traurig, da musste ich mich einfach noch einmal hinsetzen und euch schreiben.
Ich hatte große Angst vor diesem Essen, weil ich wusste, dass Leute anwesend sein würden, die sich schon hinter meinem Rücken (durchaus freundlich besorgt) bei meinem Chef erkundigt haben, was denn mit mir los und ob ich krank sei, ich hätte ja so abgenommen. Das Übliche, ihr kennt so etwas vermutlich auch. Daher wusste ich, dass natürlich auch geguckt werden wird, was ich so esse. Das war schon Druck genug, dazu natürlich der Druck, den ich mir selbst mache. Habe vorher schon die Speisekarte auskundschaftet und natürlich mal wieder etwas gewählt, was mir als das kleinste Übel erschien - ganz viele Dinge, die ich früher mit Freuden bestellt hätte, habe ich direkt ausgeklammert (wie so oft, die Seiten mit Pizza und Pasta z.B. habe ich seit Jahren nicht mehr angeschaut). Im Endeffekt habe ich mich für eine Dorade entschieden, aber im letzten Moment das Risotto dazu noch abbestellt. Auch das Brot, das vorher gereicht wurde, konnte ich nicht essen, es ging nicht, obwohl ich es mir so vorgenommen hatte. Immerhin habe ich ein Glas Weißwein zum Fisch bestellt (0,1 l), aber auch davon nur zwei Schlucke getrunken, mehr habe ich nicht über mich gebracht. Den Fisch habe ich komplett verputzt (yeah!) und auch Pilze und Gemüse dazu gegessen, Habe dennoch einiges übriggelassen, weil das Gemüse sehr fettig angemacht war und das macht mich total fertig. Ich bin so traurig darüber, dass ich nicht EINMAL das bestellen kann, worauf ich Lust habe (obwohl ich schon gar nicht mehr spüre, worauf ich Lust haben könnte, es ist nur noch Rechnerei im Köpfchen). Ich habe heute auch versucht, im Vorfeld nichts einzusparen, das ist mir halb gelungen, aber dennoch konnte ich es nicht genießen. Als ich anfing abzunehmen, habe ich noch gedacht, dass ich dann ja immer ein Puffer hätte, um ab und an mal richtig zu schlemmen, und dass das ja paradiesisch sein muss! Nichts da.
Und das Krasse ist, dass ich bei einem BMI von 16 wirklich zunehmen muss - es aber einfach nicht kann. Ich weiß, dass es zu wenig ist, spüre jeden einzelnen Knochen, sehe meine skelettartigen Rücken, aber alles was ich spüre, ist mein Bauch, der sich bläht und die 100g mehr auf der Waage heute früh. Und da hakt es dann schon wieder. Ich habe mich vor dem Essen heute mehrmals umgezogen, weil ich mir in meinem Pulli so fett vorkam. Und das macht mich so unendlich traurig, wirklich, es zieht mir gerade den Boden weg, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, mich selbst je wieder lieb zu haben, sollte ich es endlich geschafft haben, mehr zu wiegen.
Wieso kann ich nicht einsehen? Wenn ich in den Foren lese, dass ein BMI von 18/19 noch als UG angesehen wird, bekomme ich richtig Angst, da ich ja weiß, dass ich so stark darunter liege. Dennoch komme ich nicht davon weg, da ich das Gefühl habe, das alles schwammig ist an mir. Wie verliert man das nur? Ist das je zu schaffen? Wie kann man nur selbst so sehr zu seinem bittersten Gegner werden
Entschuldigt diesen langen Text, ich weiß auch nicht, ob klar wurde, was ich meine. Einerseits bin ich froh, dass ich den Fisch komplett gegessen habe und auch einiges vom dem Gemüse, aber das ich nicht genießen konnte, macht mich so traurig. Und dass ich immer noch Panik bekomme bei dem Gedanken zuzunehmen. Dass Kopf und Gefühl so gegen einander arbeiten können, ist furchtbar.
Kennst das jemand, diese Zerrissenheit und tiefe Traurigkeit? Das Gefühl, dass es nienienie besser wird?

Ich wünsche euch allen eine gute Nacht und hoffe, dass es euch da draußen wohl und warm ergeht und ihr euch selbst gute Freundinnen sein könnt.
Danke fürs Lesen, das hilft schon sehr.

Alles Liebe
Peanut

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2. Dezember 2015 um 10:18

Danke
für die lieben Worte, mit denen ihr völlig Recht habt und die ich mir zu Herzen nehme. Mir geht's nach gestern Abend auch schon besser. Und ich habe es sogar geschafft, heute zusätzlich zu meinem normalen Frühstück zwei selbstgebackene Kekse zu essen, das ist schon mal die erste Kaloriensteigerung "außer der Reihe" und ich habe mir vorgenommen, es auf diesem Weg weiterzumachen. Ich backe gern und viel, gerade jetzt zu Weihnachten, es ist dann jetzt meine Tagesaufgabe, selbst auch in die Keksdose zu greifen. Wenn ich vier Kipferl am Tag schaffe, habe ich schon mal ca 200 kcal mehr - ein Anfang. Denn es stimmt, nur ich kann es ändern, ihr habt völlig recht. Und was auch stimmt: Die Regelmäßigkeit im Alltag bringt die Veränderung, nicht die Ausnahme, bei der man sich einmal etwas gönnt. Ich danke euch wirklich. Gespiegelt werden ist wichtig, sonst versackt man nur im eigenen Sumpf. Was ich gestern mit dieser Traurigkeit aber hauptsächlich meinte, war, dass es so ein Kampf sein muss. Es hat mich so fertig gemacht, dass ich nicht mal meinen Lieblingsfisch genießen konnte, dass das so abhanden gekommen ist. Und wenn ich mit solchen Gedanken nachts über die Autobahn fahre, wird die Traurigkeit einfach immer dominanter. Es war wahrscheinlich auch zu viel, von mir einen Genuss zu erwarten, das dauert vermutlich noch. Wichtig ist, gegessen zu haben. Und heute Morgen auch! Sogar mehr (s.Kekse) und nicht weniger. Schritt für Schritt. Uff. Danke und einen schönen Tag für euch! Liebe Grüße Peanut

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