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Tipps an alle gegen FAs & Binge-Eating

18. Mai 2011 um 22:44

Hallo meine Lieben!

Ich habe den Beitrag eigentlich für Katuschka4 verfasst. Dann habe ich aber gemerkt, dass so viele Mädels von ihren Problemen wegen FAs etwas geschrieben haben und von ihrem Selbsthass und ihrer Hoffnungslosigkeit... Ich kenne das alles nur zu gut. Hatte selbst erst MS und bin dann über FAs in die Bulimie gerutscht. Ich kann euch so gut verstehen und könnte bei euren Nachrichten jedes Mal heulen, weil ich wie schlimm das alles ist. ABER es gibt Grund zur Freude, denn Heilung ist in Sicht, Mädels! Das verspreche ich euch, habt keine Angst. Ich selbst war einmal so hoffnungslos wie ihr. Ja, ich wollte manchmal lieber tod sein, als das alles zu erleben und meinen Freunden und Familie das alles anzutun... Aber nun zu meinen Tipps! (In Du-Form, weil erst an Katuschka geschrieben...)

Erst einmal tut es mir sehr leid, dass es es Dir nicht gut geht.

Aber ich kann Dir sagen, dass das was Du gerade erlebst ganz viele Essgestörte Und Ex-MSler oder Bulimikerinnen erleben. Und man kommt da wieder raus, und das tun die meisten, also hab keine Angst!!!

Es wird einige Zeit brauchen bis Du ganz da draußen bist, aber Du darfst nicht den Mut verlieren. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

1. Also erstmal würde ich versuchen Dich von Deinem Schönheitsideal etwas zu lösen und zu befreien. Der diese Vorstellungen oder Zwänge behindern Dich gerade nur. Sie behindern Dich dabei ein gesundes, durchaus schlankes und sportliches Gewicht zu haben und zu halten!

2. Der nächste Schritt ist, dass Du jeden einzelnen Tag (so blöd der Tag auch sein mag) essen musst. Und zwar so viel, dass Du nicht in den Hungerstoffi kommst: also mindestens 1500 kcal, besser 1800 und noch besser 2000/2200 (je nachdem wie groß Du bist und wie Dein Alltag aussieht). Dazu trinkst Du 2-3l Wasser oder Kräutertee. Es geht nicht darum dick zu werden oder sich normal wie der Rest der Welt bzw. der Deutschen zu ernähren. Du darfst weiterhin sehr gesund und bewusst essen: viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte, Fisch und Fleisch oder Soja, Nüsse und gesunde Öle, auch täglich etwas kleines Naschen tut der Seele gut ist absolut erlaubt. Iss was Dir gut tut und schmeckt! Genuss ist auch sehr wichtig für die Lebensqualität!!! Dein Körper muss sich erst an das regelmäßige Essen gewöhnen und lernen, dass er Dir vertrauen kann und sich auf Dich verlassen kann. Deshalb wird es am Anfang auch meist noch zu FAs kommen. Es dauert eine Weile bis Dein Körper gelernt hat. Dieser Lernprozess läuft auf neurologischer Ebene ab und das Hirn wird dafür auf molekularer und Zellebene umgebaut (wie z.B. wenn Du eine neue Sprache lernst oder ein Baby, das aufhören soll einen Schnuller zu benutzen oder eben wie ein Alkoholiker, der den Alkohol weglassen muss...). Und hab bloß keine Angst vor dem Gewicht oder Zunehmen. Vielleicht wirst Du am Anfang etwas zunehmen. Aber Dein Körper wird sich sein Wohlfühlgewicht suchen. Und mit 1800 kcal pro Tag nimmt jeder Mensch (meist sogar die Menschen, die im Koma liegen - also 0,00 Bewegung!) ab! Glaub mir, ich spreche aus eigener Erfahrung und bin dazu noch im Gesundheitswesen tätig. Und ausserdem siehst Du ja, das Dein Weg auf jeden Fall falsch ist und Dir nicht gut tut - also riskiere es und probiere meinen aus
Du brauchst aber einen langen Atem. Aber ich glaube Dein Leidensdruck ist so groß, dass Du den haben wirst... denn Du wirst mit einem ausgeglichenen und aktivem Leben beschenkt, mit einer schlanken Figur (ich kenne viele die so einen BMI von 19), und keinen Stress mehr! Einen gesunden Körper, indem Du Dein Leben frei gestalten und leben kannst! Es ist Dein Leben!

3. Bewegung! Falls Du Sport magst, super! Wenn nicht ist zur Schule/Arbeit Radfahren oder täglich eine Runde mit dem Hund rausgehen genauso gut. Das hebt Deine Stimmung und ist gut für die Verdauung und Deinen Stoffi!

4. Nicht aufgeben! Du musst probieren, dass durchzuhalten. Klar, wird es in den ersten Wochen und Monaten Rückfalle gebe - das geht jedem von uns so und ist ganz normal. Mit jedem Rückschlag kannst Du Dir umso mehr bewusst machen, wie doof die ES ist und positiv in die Zukunft schauen, weil Du weisst: Es werden immer weniger Rückfälle! Das verspreche ich Dir. Du kannst Dich auch jedes Mal nach einem Rückfall ruhig hinsetzten und überlegen, was der Auslöser war. Am besten Du schreibst es dann auf. Mir hat das sehr geholfen.

5. Sei verzeihend zu Dir selbst und gehe liebevoll mit Dir um! Was auch super ist, wenn Du es schaffst über Deinen FA zu lachen. "Mensch, Katuschkalein, da hast Du ja wieder was angerichtet." Und dann abhaken! Wickel Dich in eine Decke ein, lege eine Wärmflasche auf Deinen armen Bauch, gucke Deine Lieblingssoap oder höre Deine Lienlingsband auf dem IPod und ruf Deine beste Freundin an... Finde heraus was Dir selbst gut tut. Und am nächsten Tag gehts weiter mit Deinen guten Vorsätzen!

6. Träume ab und zu mal wieder... und zwar nicht von BMI 15. Tagträume Dich in die Zukunft und zu Deinen Wünschen. Was gehört dazu? Möchtest Du in ein fernes Land reisen? Eine Sprache lernen? ... Das tut manchmal gut und hilft sich wieder auf die Zukunft zu freuen.

Ich bin ganz fest überzeugt, dass jeder es schaffen kann - den Weg raus aus der ES. Es ist ein anstrengender Weg und ja es gibt einige Rückfälle, aber sehe sie als Chance etwas in Deinem Leben besser zu machen. So als hättest Du bis jetzt einfach noch nicht die besten Strategien für Dich gelernt mit Problemen oder schwierigen Situationen umzugehen... aber jetzt hast Du die Möglichkeit dazu, also hab keine Angst, sondern vertraue Dir selbst! Die meisten von uns sind intelligent, auch emotional intelligent und empathisch. Wir fühlen meist mehr als andere Menschen und mit diesen ganzen Gefühlen muss man halt erstmal lernen umzugehen. Das ist keine Schande. Die ES ist der falsche Weg. OK, das haben wir jetzt gecheckt. Also los zum nächsten Ziel! Und wenn Du es Schritt für Schritt besser schaffst, wirst Du auch wieder stolz auf Dich sein und selbstbewusster werden. Niemand muss mit der ES leben und niemand sucht sie sich freiwillig aus. Die ES macht uns doch alle nur zu Sklaven und hält uns vom Leben ab!

Also gehe langsam aber mit Deinem Ziel stets vor Augen in die richtige Richtung. Mache nie wieder eine Diät oder hungere. Sei gut zu Dir selbst, sorge für Deinen tapferen armen kleinen Körper, dem Du so viel zugemutet hast. Verzeihe Dir, jeder Mensch macht Fehler und Du gehörst auch dazu. Verlange nicht zu viel von Dir. Die ES ist eine hundsgemeine Krankheit, die einen umklammert und nicht mehr loslassen will. Gib Deinem Körper Zeit bis er Dir wieder vertrauen kann und bis Dein Hirn neue "Gedankenwege" abgespeichert hat.

Gib niemals auf, sehe Rückschläge als Chance! Hab vertrauen, dass alles gut wird!

Wenn Du (oder jemand anderes) noch fragen hast/habt, kannst/könnt Du/ihr mir jederzeit schreiben, ihr seid nicht allein.

Alles Liebe... oh das ist jetzt aber lang geworden

Bambi

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19. Mai 2011 um 0:28


Vielen vielen Dank liebe Bambi!
wahnsinn, ich habe deinen text soeben verschlungen, du hast mir mut gemacht dran zu bleiben! und den gedanken, gegen die krankheit angehen zu wollen, weiter zu verfolgen.
es ist großartig wenn diejenigen, die positive erfahrungen gemacht haben und gelernt haben wieder gesund zu essen, darüber schreiben, davon profitiere ich sehr und deshalb lohnt es sich für mich auch in diesem forum aktiv zu sein.
nochmals danke!
und eine gute nacht, wünscht die kim

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19. Mai 2011 um 7:47


wow bambi, das geht wirklich nah! ich stecke seit sieben jahren in der ES- habe also meine komplette teenagerzeit der krankheit geopfert und komme bis heute nicht von ihr los. verhaltenstherapie, tiefgründige therapie, stationäre behandlung (bis hin zur sonde) habe ich teils zwangsläufig durchlaufen. dennoch scheint mir ein leben ohne die ES als utopischer, unerreichbarerer zustand. dabei hatte ich nie das gefühl bewusst an der krankheit zu klammern. also, ich habe mich immer in zeiten ohne die ES geträumt. unbeschwert das leben genießen, eine junge, selbstbewusste frau werden, spaß haben und auch probleme auf einer vernünftigen ebene lösen. in allen punkten, die du geschrieben hast, gebe ich dir recht und würde jedem mädchen/jeder frau ebenfalls mutzusprechen. doch gleichzeitig kann ich diese punkte nicht auf mich selbst beziehen. ein selbstbestimmtes leben steht quasi allen zu, nur mir nicht... auch eigenhändig habe ich vermehrt versucht gegen die ES anzugehen, sprich regelmäßig zu essen etc. doch der selbsthass, das kleine teufelchen im kopf, hat mir das leben regelrecht zur hölle gemacht. es ging soweit, dass ich mich kaum getraut habe das haus zu verlassen. in der schule habe ich mich immer im klo versteckt, mich gehasst für die 'fresserei', für den weichen aufgequollenen körper, mir die arme aufgekratzt, haare rausgerissen, den kopf gegen die wand geschlagen (das klingt jetzt ziemlich ) ich hatte immer das gefühl, dass es für mich keinen anderen weg gibt, als wieder mit dem hungern zu beginnen- denn von alleine wurde es nicht besser. wie sollte ich sonst diese unerträgliche zeit beenden? von außen kam stets positiv rückmeldung à la: 'endlich bist du nicht mehr haut und knochen. schön, dass du zugenommen hast, dass es dir besser geht!' nie habe ich mich einsamer und gefangener in meinem körper gefühlt. mittlerweile versuche ich mir einzureden, dass ich eben lernen muss mit der krankheit zu leben; sie als teil meiner selbst zu akzeptieren. alles ist besser als mich wieder den qualen des unberechenbaren selbsthasses ausgeliefert zu wissen...

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19. Mai 2011 um 8:20
In Antwort auf darian_12920830


wow bambi, das geht wirklich nah! ich stecke seit sieben jahren in der ES- habe also meine komplette teenagerzeit der krankheit geopfert und komme bis heute nicht von ihr los. verhaltenstherapie, tiefgründige therapie, stationäre behandlung (bis hin zur sonde) habe ich teils zwangsläufig durchlaufen. dennoch scheint mir ein leben ohne die ES als utopischer, unerreichbarerer zustand. dabei hatte ich nie das gefühl bewusst an der krankheit zu klammern. also, ich habe mich immer in zeiten ohne die ES geträumt. unbeschwert das leben genießen, eine junge, selbstbewusste frau werden, spaß haben und auch probleme auf einer vernünftigen ebene lösen. in allen punkten, die du geschrieben hast, gebe ich dir recht und würde jedem mädchen/jeder frau ebenfalls mutzusprechen. doch gleichzeitig kann ich diese punkte nicht auf mich selbst beziehen. ein selbstbestimmtes leben steht quasi allen zu, nur mir nicht... auch eigenhändig habe ich vermehrt versucht gegen die ES anzugehen, sprich regelmäßig zu essen etc. doch der selbsthass, das kleine teufelchen im kopf, hat mir das leben regelrecht zur hölle gemacht. es ging soweit, dass ich mich kaum getraut habe das haus zu verlassen. in der schule habe ich mich immer im klo versteckt, mich gehasst für die 'fresserei', für den weichen aufgequollenen körper, mir die arme aufgekratzt, haare rausgerissen, den kopf gegen die wand geschlagen (das klingt jetzt ziemlich ) ich hatte immer das gefühl, dass es für mich keinen anderen weg gibt, als wieder mit dem hungern zu beginnen- denn von alleine wurde es nicht besser. wie sollte ich sonst diese unerträgliche zeit beenden? von außen kam stets positiv rückmeldung à la: 'endlich bist du nicht mehr haut und knochen. schön, dass du zugenommen hast, dass es dir besser geht!' nie habe ich mich einsamer und gefangener in meinem körper gefühlt. mittlerweile versuche ich mir einzureden, dass ich eben lernen muss mit der krankheit zu leben; sie als teil meiner selbst zu akzeptieren. alles ist besser als mich wieder den qualen des unberechenbaren selbsthasses ausgeliefert zu wissen...

Hallo spreequell,
sich mit ihrer ES abfinden müssen nur einige wenige Frauen, denen auch mit allen Heilmaßnahmen der modernen Psychiatrie nicht entscheidend geholfen werden kann.Bei dir nach 7 Jahren ES sehe ich allerdings noch lange nicht, dass du bereits austherapiert sein könntest.Dabei muss man natürlich auch sehen, dass zwischen einer erzwungenen klinischen Behandlung und einem freiwilligen Aufenthalt in einer auf ES spezialisierten Fachklinik ein großer Unterschied besteht. Es gibt Frauen, die erst nach einer zweimaligen oder dreimaligen stationären Behandlung gesund geworden sind. Die Heilung einer ES kann sehr langwierig sein, aber sie ist nicht so hoffnungslos, dass du dich nach " nur " 7 Jahren schon für unheilbar erklären solltest.

LG Nus

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20. Mai 2011 um 15:55

Wow
deine Worte haben mich echt berührt und mir sind die Tränen gekommen, als ich deinen Text gelesen habe...du machst mir Mut weiterzukämpfen und momentan geht es mir ganz ok...ich esse regelmäßig, auch Süßes und versuche wenig auf die Kalorien zu schauen, doch ich merke, dass die ES noch nicht ganz weg ist und öfters wieder " hervorkommt"...ich hoffe, dass ich eines Tages wieder völlig "frei" leben kann ohne darauf zu achten, was ich esse und wie viel ich mich bewege!

glg

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20. Mai 2011 um 16:08

Vielen Dank,
Es ist immer soo schön , wenn man liest, dass es ehemaligen ess'lern wieder so gut geht. Danke, dass du uns deine erfahrungen so offen schreibst und uns gesunde tips in richtung leben gibst.
ich stecke im moment auch tiefer drin als je vorher und da tut sowas so gut.
Ich werde mir diesen text auf jeden fall hinter die ohrne schrieben und versuchen manches davon so gut wie möglich umzusetzen.
ich kann dir nur nochmal danken
weiter hin ALLES gute
glg queen

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4. Juni 2011 um 12:19
In Antwort auf terrorqueen1

Vielen Dank,
Es ist immer soo schön , wenn man liest, dass es ehemaligen ess'lern wieder so gut geht. Danke, dass du uns deine erfahrungen so offen schreibst und uns gesunde tips in richtung leben gibst.
ich stecke im moment auch tiefer drin als je vorher und da tut sowas so gut.
Ich werde mir diesen text auf jeden fall hinter die ohrne schrieben und versuchen manches davon so gut wie möglich umzusetzen.
ich kann dir nur nochmal danken
weiter hin ALLES gute
glg queen

Liebe Terrorqueen,
es freut mich, wenn es Dir geholfen hat... Ich werde mir den Text jetzt selbst nochmal in Erinnerung rufen

Alles Liebe!

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4. Juni 2011 um 12:28
In Antwort auf lara_12556030

Wow
deine Worte haben mich echt berührt und mir sind die Tränen gekommen, als ich deinen Text gelesen habe...du machst mir Mut weiterzukämpfen und momentan geht es mir ganz ok...ich esse regelmäßig, auch Süßes und versuche wenig auf die Kalorien zu schauen, doch ich merke, dass die ES noch nicht ganz weg ist und öfters wieder " hervorkommt"...ich hoffe, dass ich eines Tages wieder völlig "frei" leben kann ohne darauf zu achten, was ich esse und wie viel ich mich bewege!

glg

Liebe Krissy.
schön, dass es Dir ganz gut geht! Wir schaffen das schon - Höhen und Tiefen gehören wahrscheinlich zum Leben dazu... und vielleicht gehen wir ja auch sehr viel stärker aus dem ganzen hervor

Alles Liebe!

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4. Juni 2011 um 12:41
In Antwort auf vzlem_12284055


Vielen vielen Dank liebe Bambi!
wahnsinn, ich habe deinen text soeben verschlungen, du hast mir mut gemacht dran zu bleiben! und den gedanken, gegen die krankheit angehen zu wollen, weiter zu verfolgen.
es ist großartig wenn diejenigen, die positive erfahrungen gemacht haben und gelernt haben wieder gesund zu essen, darüber schreiben, davon profitiere ich sehr und deshalb lohnt es sich für mich auch in diesem forum aktiv zu sein.
nochmals danke!
und eine gute nacht, wünscht die kim

Gern geschehen
liebe Kimkaya, und alles Liebe!!

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4. Juni 2011 um 12:46
In Antwort auf darian_12920830


wow bambi, das geht wirklich nah! ich stecke seit sieben jahren in der ES- habe also meine komplette teenagerzeit der krankheit geopfert und komme bis heute nicht von ihr los. verhaltenstherapie, tiefgründige therapie, stationäre behandlung (bis hin zur sonde) habe ich teils zwangsläufig durchlaufen. dennoch scheint mir ein leben ohne die ES als utopischer, unerreichbarerer zustand. dabei hatte ich nie das gefühl bewusst an der krankheit zu klammern. also, ich habe mich immer in zeiten ohne die ES geträumt. unbeschwert das leben genießen, eine junge, selbstbewusste frau werden, spaß haben und auch probleme auf einer vernünftigen ebene lösen. in allen punkten, die du geschrieben hast, gebe ich dir recht und würde jedem mädchen/jeder frau ebenfalls mutzusprechen. doch gleichzeitig kann ich diese punkte nicht auf mich selbst beziehen. ein selbstbestimmtes leben steht quasi allen zu, nur mir nicht... auch eigenhändig habe ich vermehrt versucht gegen die ES anzugehen, sprich regelmäßig zu essen etc. doch der selbsthass, das kleine teufelchen im kopf, hat mir das leben regelrecht zur hölle gemacht. es ging soweit, dass ich mich kaum getraut habe das haus zu verlassen. in der schule habe ich mich immer im klo versteckt, mich gehasst für die 'fresserei', für den weichen aufgequollenen körper, mir die arme aufgekratzt, haare rausgerissen, den kopf gegen die wand geschlagen (das klingt jetzt ziemlich ) ich hatte immer das gefühl, dass es für mich keinen anderen weg gibt, als wieder mit dem hungern zu beginnen- denn von alleine wurde es nicht besser. wie sollte ich sonst diese unerträgliche zeit beenden? von außen kam stets positiv rückmeldung à la: 'endlich bist du nicht mehr haut und knochen. schön, dass du zugenommen hast, dass es dir besser geht!' nie habe ich mich einsamer und gefangener in meinem körper gefühlt. mittlerweile versuche ich mir einzureden, dass ich eben lernen muss mit der krankheit zu leben; sie als teil meiner selbst zu akzeptieren. alles ist besser als mich wieder den qualen des unberechenbaren selbsthasses ausgeliefert zu wissen...

Liebe Spreequel!!
Es tut mir leid, dass Du auch schon so lange mit der ES zu tun hast.

Wie lebst Du denn? Allein? Bei Deiner Familie? Ist jemand für Dich da?

Hast Du einen geregelten Alltag, wo Du aus dem Haus musst? Schule? Arbeit? Ausbildung?

Wenn Du willst, kannst Du mir auch eine PN schreiben, wenn Du Hilfe brauchst!!

Fühle Dich in den Arm genommen... Es ist nie zu spät etwas zu verändern!!

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4. Juni 2011 um 23:48

Wunderbarer Text!
Da wird mir immer warm ums Herz, wenn Jemand von sich hören lässt, der diese Krankheit relativ gut überstanden hat.
Aber hat das nun total nachgelassen, dass du manchmal vor dem Essen sitzt und denkst, dass du eigentlich "kein Hunger" hast und gar nicht essen möchtest?
In letzter Zeit ist es nämlich bei mir so, dass ich sehr lange brauche um mich zu entscheiden, was ich esse. Letzendlich greife ich doch zu Obst oder Gemüse oder eben zu etwas kalorienarmeren Produkten.
Wie schiebst du diese Gedanken, die dir sagen, dass du eigentlich nicht essen - willst - , weg?

Liebe, liebe Grüße
Amy

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5. Juni 2011 um 17:18
In Antwort auf pearle_12457651

Wunderbarer Text!
Da wird mir immer warm ums Herz, wenn Jemand von sich hören lässt, der diese Krankheit relativ gut überstanden hat.
Aber hat das nun total nachgelassen, dass du manchmal vor dem Essen sitzt und denkst, dass du eigentlich "kein Hunger" hast und gar nicht essen möchtest?
In letzter Zeit ist es nämlich bei mir so, dass ich sehr lange brauche um mich zu entscheiden, was ich esse. Letzendlich greife ich doch zu Obst oder Gemüse oder eben zu etwas kalorienarmeren Produkten.
Wie schiebst du diese Gedanken, die dir sagen, dass du eigentlich nicht essen - willst - , weg?

Liebe, liebe Grüße
Amy

Liebe amy,
also bei mir war es früher auch so, dass ich mir sehr viele lebensmittel verboten habe. aber auf die dauer hat es mich nicht glücklich gemacht. ich bin mittlerweile nicht mehr stolz darauf, wenn ich möglichst fettfrei gegessen habe, sondern wenn es ausgewogen und gesund war und gut geschmeckt hat. der genuss tut meiner "seele" gut, wenn ich mir etwas leckeres gönne. die nährstoffe versorgen dagegen meinen körper, meine organe, haut, haare, hirn, muskeln.

wenn ich abends ins bett gehe und weiss dass mein körper gut versorgt ist und ich mich gut um ihn gekümmert habe, dabei geniessen konnte, dann freue ich mich richtig

ich möchte in balance sein... mit sport, studium, essen, freunden, mir selbst. ich möchte mich nicht quälen oder strapazieren bis zum äußersten. das hatte ich alles und mir hat es nichts gebracht. es macht nichts besser. nur deinen körper schwach und deine psyche auch. ich will belastbar sein, ich möchte dass mein körper funktionieren kann, wenn ich ihn nur lasse.

und wie gesagt, du kannst ja auch einen bmi von 18,5/19 haben und du musst auch keine süßigkeiten und chips in dich reinstopfen. esse weiterhin gemüse und obst, aber auch proteine und kohlenhydrate und vor allem gesunde fette. ich kann mandeln super empfehlen. ich tue mich noch schwer mit dem verwenden von sichtbaren fetten und esse deshalb täglich 1-2 hände voll mandeln und nehme davon eher ab als zu und fühle mich fit und belastbar. ich esse fast keine schockolade (habe ich auch als kind nicht, mag sie einfach nicht so gerne) und dafür lieber frischen kuchen vom bäcker oder eis von der eisdiele. du musst also auch nicht alles essen.

versuche dich daran zu erinnern was du vor der ms gerne gegessen hast... und probiere neue lebensmittel aus. ich glaube auch jeder braucht/mag andere dinge.

es gibt auch immer noch viele dinge, die ich nicht esse, weil ich sie nicht mag - aber das ist völlig ok. so lange ich es mir nicht verbiete, weil ich angst habe zuzunehmen oder so.

hmm... und wenn du keinen hunger hast, ist es ja auch ok, wenn du MAL nicht isst. also ich weiss ja nicht wie weit du im ug bist?!? vielleicht musst ja auch gerade besonders regelmäßig und viel essen, aber wenn du aus dem krassen ug raus bist, kannst du ja auch wieder ein bissl experimentieren und rausfinden, was zu dir und deinem leben passt. passiert mir auch dass ich wenig esse (gerade ist so ne doofe phase), wenn ich stress habe oder so. aber dann versuche ich ganz bewusst mir zeit zu nehmen und vielleicht was zu zubereiten, was ich besonders gern mag oder mich mit freunden zu verabreden und gemeinsam etwas zu essen, dann fällt es nicht mehr so schwer.

mir hat die ms einfach schon viel zu viele probleme bereitet und mein leben durcheinander gebracht und so viel lebenszeit und -kraft gestohlen, dass ich da nie nie wieder zurück will!!

ich hoffe das hat dir geholfen!!

ich drück dich!

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5. Juni 2011 um 18:07
In Antwort auf bambi2708

Liebe amy,
also bei mir war es früher auch so, dass ich mir sehr viele lebensmittel verboten habe. aber auf die dauer hat es mich nicht glücklich gemacht. ich bin mittlerweile nicht mehr stolz darauf, wenn ich möglichst fettfrei gegessen habe, sondern wenn es ausgewogen und gesund war und gut geschmeckt hat. der genuss tut meiner "seele" gut, wenn ich mir etwas leckeres gönne. die nährstoffe versorgen dagegen meinen körper, meine organe, haut, haare, hirn, muskeln.

wenn ich abends ins bett gehe und weiss dass mein körper gut versorgt ist und ich mich gut um ihn gekümmert habe, dabei geniessen konnte, dann freue ich mich richtig

ich möchte in balance sein... mit sport, studium, essen, freunden, mir selbst. ich möchte mich nicht quälen oder strapazieren bis zum äußersten. das hatte ich alles und mir hat es nichts gebracht. es macht nichts besser. nur deinen körper schwach und deine psyche auch. ich will belastbar sein, ich möchte dass mein körper funktionieren kann, wenn ich ihn nur lasse.

und wie gesagt, du kannst ja auch einen bmi von 18,5/19 haben und du musst auch keine süßigkeiten und chips in dich reinstopfen. esse weiterhin gemüse und obst, aber auch proteine und kohlenhydrate und vor allem gesunde fette. ich kann mandeln super empfehlen. ich tue mich noch schwer mit dem verwenden von sichtbaren fetten und esse deshalb täglich 1-2 hände voll mandeln und nehme davon eher ab als zu und fühle mich fit und belastbar. ich esse fast keine schockolade (habe ich auch als kind nicht, mag sie einfach nicht so gerne) und dafür lieber frischen kuchen vom bäcker oder eis von der eisdiele. du musst also auch nicht alles essen.

versuche dich daran zu erinnern was du vor der ms gerne gegessen hast... und probiere neue lebensmittel aus. ich glaube auch jeder braucht/mag andere dinge.

es gibt auch immer noch viele dinge, die ich nicht esse, weil ich sie nicht mag - aber das ist völlig ok. so lange ich es mir nicht verbiete, weil ich angst habe zuzunehmen oder so.

hmm... und wenn du keinen hunger hast, ist es ja auch ok, wenn du MAL nicht isst. also ich weiss ja nicht wie weit du im ug bist?!? vielleicht musst ja auch gerade besonders regelmäßig und viel essen, aber wenn du aus dem krassen ug raus bist, kannst du ja auch wieder ein bissl experimentieren und rausfinden, was zu dir und deinem leben passt. passiert mir auch dass ich wenig esse (gerade ist so ne doofe phase), wenn ich stress habe oder so. aber dann versuche ich ganz bewusst mir zeit zu nehmen und vielleicht was zu zubereiten, was ich besonders gern mag oder mich mit freunden zu verabreden und gemeinsam etwas zu essen, dann fällt es nicht mehr so schwer.

mir hat die ms einfach schon viel zu viele probleme bereitet und mein leben durcheinander gebracht und so viel lebenszeit und -kraft gestohlen, dass ich da nie nie wieder zurück will!!

ich hoffe das hat dir geholfen!!

ich drück dich!

Huii dankeschön
Momentan bin ich gaaaaaaanz unten vom Normalgewicht, bin aber wieder dabei abzunehmen. Mir ist bewusst, dass das alles falsch ist und ich versuche mich wirklich zu bessern. Mein Fehler ist wahrscheinlich, dass ich alles aufschreibe, was ich esse und wie viel Kalorien es hat. Am Ende des Tages rechne ich dann alles zusammen und .. hmm
Gestern waren es um die 1500, da habe ich echt gedacht, dass ich am nächsten Tag wieder mehr auf der Waage haben werde, habe mein Gewicht aber gehalten.
Vorgestern waren es nur um die 900 Kalorien, ich weiß, dass das viiiieeel zu wenig ist, mehr ging aber nicht rein. Habe dann ein halbes Kilo abgenommen.
Irgendwie ist diese Phase echt schlimm, nur am Kalorienzählen und erlauben und nicht erlauben
Bevor ich irgendetwas esse überlege ich es mir 3x und greife dann doch zu Obst oder einfach zu etwas, das nicht so viele Kalorien hat.
Aber das wird schon, diese Phase überwinde ich auch

Ich freu mich total für dich .. du bist ein richtiges Vorbild für mich und alle anderen, die noch mittendrin stecken

Einen schönen Tag/Abend wünsche ich dir noch!
Liebe Grüße,
Amy

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5. Juni 2011 um 18:37
In Antwort auf pearle_12457651

Huii dankeschön
Momentan bin ich gaaaaaaanz unten vom Normalgewicht, bin aber wieder dabei abzunehmen. Mir ist bewusst, dass das alles falsch ist und ich versuche mich wirklich zu bessern. Mein Fehler ist wahrscheinlich, dass ich alles aufschreibe, was ich esse und wie viel Kalorien es hat. Am Ende des Tages rechne ich dann alles zusammen und .. hmm
Gestern waren es um die 1500, da habe ich echt gedacht, dass ich am nächsten Tag wieder mehr auf der Waage haben werde, habe mein Gewicht aber gehalten.
Vorgestern waren es nur um die 900 Kalorien, ich weiß, dass das viiiieeel zu wenig ist, mehr ging aber nicht rein. Habe dann ein halbes Kilo abgenommen.
Irgendwie ist diese Phase echt schlimm, nur am Kalorienzählen und erlauben und nicht erlauben
Bevor ich irgendetwas esse überlege ich es mir 3x und greife dann doch zu Obst oder einfach zu etwas, das nicht so viele Kalorien hat.
Aber das wird schon, diese Phase überwinde ich auch

Ich freu mich total für dich .. du bist ein richtiges Vorbild für mich und alle anderen, die noch mittendrin stecken

Einen schönen Tag/Abend wünsche ich dir noch!
Liebe Grüße,
Amy

@Amy
Ich kenne das zu gut wovin du sprichst
ist wohl teil unserer erkrankung, dieser doofe kontrollzwang
alles genau wissen müssen.
ich zähle zwar nich ganz genau wie viel kcaIl alles hat (zb koche mir abends nudeln ohne zu wiegen) aber so ungefähr weiß ich schon bescheid und so bald etwas andewrs is ab ich angst auf der anderen seite muss ich lernen loszulassen sonst kommt man glaub ich nich vorran
Ich hoffe, dass du es auch schaffst etwas loszulassen und mehr auf deinen Körper zu hören
Es ist ein Kampf den ich jeden Tag antrete manchal gehts besser manchmal gar nich

Lg

Chilli

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5. Juni 2011 um 19:31

Dankeschön
Hallo bambi,

Ich wollte dir sehr danken, für das was du hier geschrieben hast. Deine Worte machen Mut und zeigen mir wieder, dass es absolut falsch ist was ich mache.

Leider kam es gestern bei mir wieder zu einem FA (nur ca. 2500 kcal). Habe mich dann über mich geärgert. Aber mir dann gedacht, dass 2500kcal ja nicht so viel sind und ich davon bestimmt nicht mehr als 100g zugenommen habe.
Ich habe allerdings die ganze Woche vorher nur ca. 1000 - 1200kcal gegessen und bbin mir sicher, dass das der Auslöser war. Ich konnte nicht mehr und brauchte Süßes. Das bestätigt wieder deine Theorie.

Trotzdem habe ich mir für den morgigen Plan wieder nur 1200kcal berechnet. Warum?? Ich weiß doch dass es falsch ist. Und ich weiß, dass darauf wieder ein FA folgen könnte.
Warum habe ich solche skrupel mehr zu essen? Habe doch vorher auch an die 1800kcal gegessen. Ich neme mit 1500kcal täglich doch sicherlich auch noch langsam ab oder?
(BMI 19 und tägl. 8h stehen/gehen wg. Beruf)

Vielen Dank nochmal. Ich versuche mich wirklich zu steigern und dein Beitrag bestärkt mich

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5. Juni 2011 um 19:55
In Antwort auf bice_12924220

@Amy
Ich kenne das zu gut wovin du sprichst
ist wohl teil unserer erkrankung, dieser doofe kontrollzwang
alles genau wissen müssen.
ich zähle zwar nich ganz genau wie viel kcaIl alles hat (zb koche mir abends nudeln ohne zu wiegen) aber so ungefähr weiß ich schon bescheid und so bald etwas andewrs is ab ich angst auf der anderen seite muss ich lernen loszulassen sonst kommt man glaub ich nich vorran
Ich hoffe, dass du es auch schaffst etwas loszulassen und mehr auf deinen Körper zu hören
Es ist ein Kampf den ich jeden Tag antrete manchal gehts besser manchmal gar nich

Lg

Chilli

Ja das ..
ist echt ein Hin und Her
Ich bezweifel, dass ich heute noch irgendetwas in mich reinkriege, aber hab mal wieder viel zu wenig gegessen
Das ist ein kack Teufel-gegen-Engel-Spiel

Hoffentlich läuft es bei dir besser!

Liebe Grüße,
Amy

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