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Therapie sinnvoll?

26. Oktober 2015 um 13:21

Hey Leute
Ich lese schon lange hier im Forum mit, habe auch schon mal etwas geschrieben aber nicht so oft, weswegen die meisten von euch mich wahrscheinlich trotzdem noch nicht kennen. Ich bin mir auch nicht sicher ob mein Beitrag wirklich hier her passt, weil er nur bedingt etwas mit einer Essstörung zu tun hat, aber ich finde es so toll wie ihr euch hier immer unterstützt und wie aktiv viele hier sind, dass ich mich trotzdem gerne an euch wenden würde.
Mein Problem ist folgendes: ich glaube dass mit mir psychisch irgendetwas nicht stimmt, da ich verschiedene Probleme/Schwierigkeiten habe:
1. eine Essstörung. Vor ca. 2.25 Jahren hat es angefangen und ich habe eine Art Magersucht entwickelt, wobei es nie sooo schlimm war, also ich habe nie nichts gegessen und mein Gewicht war auch nie extrem niedrig (tiefster BMI glaube ich ca. 17) aber mein Essverhalten war schon ziemlich gestört. Vor ca. anderthalb Jahren hab ich es dann alleine einigermaßen daraus geschafft und hatte seit dem nur noch einen kurzen Rückfall. Inzwischen habe ich wieder ein gesundes Gewicht und esse auch ausreichend, allerdings hab ich immer noch ein paar Macken (verbotene Lebensmittel, oft schlechtes Gewissen wenn ich ungesund gegessen habe, finde mich oft zu dick obwohl ich grade an der Grenze UG-NG liege, zähle noch oft Kalorien, etcetc .)
2. fällt es mir sehr schwer meine Gefühle und Emotionen zu kontrollieren. Ich reagiere oft total über, werde sehr schnell wegen den unwichtigesten Dingen sehr zornig, kann mich dann nicht mehr beherrschen und tue Dinge die ich hinterher bereue/gar nicht mehr nachvollziehen kann. Außerdem wechseln meine Emotionen oft sehr schnell, sodass ich manchmal gar nicht mehr wirklich weiß was ich grade fühle. Das kann sehr, sehr anstrengend sein. Außerdem wechseln mit den Emotionen auch schnell meine Einstellungen und Meinungen zu bestimmten Dingen, sodass ich an zwei verschiedenen Tagen oft komplett verschieden über ein und die selbe Sache denke. Das macht es mir echt schwer herauszufinden wer ich eigentlich wirklich bin und was ich will. Ich hab manchmal das Gefühl, dass eigentlich meine komplette Persönlichkeit total unbeständig ist (hoffe man versteht was ich meine).
3. habe ich sehr wenig Selbstvertrauen und Probleme im Umgang mit anderen Menschen. Ich bin sehr unsicher und mache mir ständig Gedanken was andere über mich denken, weswegen es mir oft allein schon schwer fällt Gespräche mit Leuten zu führen die ich nicht gut kenne. Ich bin dann total nervös weil ich irgendwie Angst habe was falsches zu sagen und im Endeffekt fällt mir dann oft gar keine sinnvolle Antwort ein, weswegen ich mir dann auch wieder blöd vorkomme. Generell versuche ich eigentlich grundsätzlich Situationen aus dem Weg zu gehen in denen ich mit einer anderen Person (welche ich nicht gut kenne) alleine wäre.
4. Angst/Unzufriedenheit. Wie in nr. 3 schon beschrieben bin ich sehr unsicher und habe deshalb ständig vor allem möglichen Angst. Also z.B. vor Situationen die anders/neu für mich sind oder wenn etwas von mir erwartet wird (z.B. Vorstellungsgespräche ö.ä.). Ich meine damit aber nicht dass ich ein bisschen aufgeregt bin, sondern ich habe dann wirklich Angst (schon den ganzen Tag vorher z.B. oder so doll dass ich einfach anfange zu weinen, an nichts anderes mehr denken kann etc.). Außerdem bin ich oft irgendwie einfach unzufrieden/unglücklich kann mir dann aber sebst nicht erklären wieso, weil eigl alles gut ist.
5. Sex. Es ist mir fast unmöglich Sex zu haben. Ich habe einen Freund den ich über alles liebe (und er mich auch) und der auch sehr einfühlsam und rücksichtvoll ist, aber ich kann mich einfach nicht auf Sex einlassen. Ich finde es total unangenehm wenn er mich an bestimmten Stellen anfasst, habe regelrecht Angst vor Sex und verfalle dann schnell in eine Art Starre (habe das Gefühl nichts mehr sagen und mich nicht mehr bewegen zu können, liege nur stumm da und starre irgendwo hin und fühle mich furchtbar und wäre am liebsten ganz, ganz weit weg). Wenn ich mich dann doch mal irgendwie meinem Freund zu liebe dazu zwinge Sex zu haben (manchmal kann ich mich irgendwie überwinden, manchmal geht es aber auch einfach nicht, es ist wie eine Blockade in meinem Kopf) dann habe ich dabei meist Schmerzen. Ich habe keine Ahnung warum das so ist, aber es ist echt scheiße, weil es mir natürlich für meinen Freund total leid tut.

Meine Frage an euch: Was stimmt nicht mit mir?
All diese Dinge belasten mich irgendwie ständig in meinem Alltag und ich würde gerne etwas dagegen unternehmen, weiß aber nicht ob eine Therapie für mich so geeignet wäre weil das ja irgendwie nicht so ein typisches Krankheitsbild (also von einer bestimmten Störung/Krankheit) ist, sondern eher so viele verschiedene Kleinigkeiten.... Kann man in so einem Fall auch eine Therapie machen? Wird ein Therapeut das überhaupt ernst nehmen? Und ist das überhaupt wirklich irgendwas psychisches oder stelle ich mich vllt nur an?
Ich würde mich über Meinungen und Ratschläge sehr freuen
LG

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