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Teufelskreis

2. April 2014 um 19:34 Letzte Antwort: 2. April 2014 um 20:42

Hallo zusammen,

ich kämpfe seit 3 Jahren mir einer Essstörung, Höhepunkt war vor gut einem Jahr mit einem BMI von 15. Dann habe ich eingesehen, dass es so nicht weiter geht und aus eigener Kraft zugenommen.Zwischendruch, als ich wieder Normalgewicht hatte und ich trotzdem noch Essanfälle hatte, hab ich auch eine Selbsthilfegruppe besucht und eine Therapie angefangen -- diese hat die Therapeutin aber nach einigen Sitzungen von sich aus beendet, weil sie meinte, sie wäre doch nicht so sehr auf Essstörungen spezialisiert und könne mir nicht helfen. Dannach hab ich es erst einmal allein versucht und es ging auch ganz gut - allerdings mache ich fast täglich 2-3 Stunden Sport (v.a. Ausdauer) und esse ca. 1.400 kcl pro Tag - trotzdem nehme ich nicht ab damit sondern bleibe auf meinem 21er BMI sitzen. Ich merke, wie beides - sowohl die ständige Kontrolle beim essen als auch der viele Sport sehr anstrengend werden neben dem Berufsalltag, habe aber - gerade dadurch, dass ich eher halte als abnehme - totale Angst das Pensum zu reduzieren. Nun hatte ich seit langer Zeit auch wieder einen Tag mit mehreren Essanfällen und Erbrechen, ich dachte, das hätte ich im Griff...Meine Angst vor einer Zunahme ist riesig, ich fühle mich total in der Zwickmühle, weil ich einerseits gern wieder normal, ohne eszessiven Sport und Kalorienzählen und ohne Essanfälle/Erbrechen leben möchte, andererseits aber so eine Panik vor einer weiteren Zunahme habe. Kann mir jemand was raten? Ich weiß echt nicht weiter

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2. April 2014 um 20:42

Hallo Tanja,
Erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass du es aus eigener Kraft so weit geschafft hast
Ich kann dein Problem sehr gut nachvollziehen, da ich vor kurzem noch in einer ähnlichen Situation gesteckt habe ... Ich habe nur 700kcal/Tag gegessen,zusätzlich Sport gemacht und damit auch so ziemlich mein Gewicht gehalten (allerhöchstens seehr langsam abgenommen), aber da ich "nur" leicht im UG war, hatte ich auch totale Angst vor eine Zunahme wenn ich wieder mehr esse. Also ein paar kg bis ins untere NG waren für mich okay, aber ich hatte totale Panik dass es so hochschießt dass ich mich damit nicht mehr akzeptieren kann . Dann habe ich aber eingesehen, dass es so nicht weiter gehen kann, da ich ja nicht ewig so essen wollte etc und bin quasi einfach "ins kalte Wasser gesprungen" und hab mehr oder weniger von heute auf morgen auf ca 2000kcal/Tag erhöht. Und was ist passiert? - Kaum was Ich habe mich seitdem nicht gewogen und so nur vom Erscheinungsbild her würde ich schätzen ich hab vllt so 2-3kg zugenommen, aber außer mir sieht das keiner
Also kann ich dich beruhigen, es muss nicht sein dass dein Gewicht sofort in die Höhe schießt, wahrscheinlich wird es kurzzeitig etwas mehr werden, aber sobald sich dein Stoffwechsel normalisiert, wird sich das vermutlich wieder einpendeln (versprechen kann ich natürlich nichts, aber ich denke so läuft es meistens ab) ... und irgendwann musst du dieses Schritt eh wagen, oder willst du für immer so weiter machen? Also besser jetzt als wenn dein Stoffi noch kaputter ist, oder?
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich die Kalorienmenge langsam zu erhöhen, sodass dein Körper sich daran gewöhnen kann ...
Bist du denn momentan wieder in Therapie, oder hast du nach dem Abbruch nicht mehr angefangen? Vllt wäre das ja auch eine gute Möglichkeit um den "Kontrollzwang" zu besiegen? Der geht nämlich leider nicht zwingend weg wenn man wieder mehr isst (ich kontrolliere immernoch fast so schlimm wie früher, nur dass ich halt nicht auf 700 rechne sondern auf 2000 - aber das ist ja auch nicht die ideallösung ) ...
Ich glaube es gibt kaum eine andere Möglichkeit als es einfach früher oder später auszuprobieren, auch wenn das schwer und beängstigend ist ... ich wünsche dir jedenfalls ganz viel Kraft und Erfolg dabei diese letzte Hürde zu nehmen, du schaffst das!
LG

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