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Stationäre Therapie

12. November 2011 um 1:29 Letzte Antwort: 21. November 2011 um 20:05

Hallo!
Könnt ihr mir bitte einmal erzählen wie die stationäre Therapie abläuft?
Sitzt man abends oft einsam da? Darf man Handy u PC mitnehmen?
Darf man Besuch empfangen?
Wie ist so der Tagesablauf?
Wie lange wart ihr in der Klinik?
Ich komme mir auch sehr komisch vor weil ich kein Untergewicht habe

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12. November 2011 um 9:31

Bitte bitte
nehmt mir die Angst davor...

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12. November 2011 um 10:48


Liebe Kroko,

ich kann mich Dori nur anschließen, dass das von Klinik zu Klinik sehr unterschiedlich ist. Zum Beispiel unterscheiden sich Kliniken die auf Essstörungen von allgemeinen psychosomatischen Kliniken.

Bevor ich dir von meinen eigenen Erfahrungen berichte, möchte dich erstmal zu deinem Entschluss beglückwünschen, ich wünsche dir, dass es wie für mich der erste Schritt Richtung Gesundheit ist. In welche Klinik wirst du denn gehen?

Ich selbst war inzwischen fast drei Jahren in einer allgemeinen psychsomatischen Klinik, die zwar ein Zusatzprogramm für Essgestörte hatte, bei denen man allerdings in den Therapiegruppen zusammen mit Patienten mit anderen Störungen war. Dies hat mir persönlich sehr gefallen und sehr gut getan, weil ich gerade dadurch gelernt habe, dass die Essstörung nur meine Symptomatik und nicht meine eigentliche Problematik ist. Ich habe beispielsweise wesentlich mehr Parallelen gesehen und Anregungen gefunden bei und von Patienten mit Burn-Out und Depressionen, zwei Faktoren, die neben der Magersucht für mich ebenfalls sehr virulent waren.
Übrigens war ich damals auch nicht stark im Untergewicht, meine Ärztin hat mir nur damals geraten direkt eine stationäre Therapie zu machen, da ich damals schon seit fast 13 Jahren an Essstörungen litt und aufgrund einer damals für mich sehr schwierigen Situation verstärkt Panikattacken und depressive Phasen auftraten.

In der Klinik, in der ich war, durfte ich anfangs nur in Begleitung von Nicht-Essgestörten-Patientinnen und Patienten bzw. mit Freundinnen die Station verlassen, Handy durfte ich haben, allerdings nur während der therapiefreien Zeit nach 17 Uhr benutzen. Laptop und Internet waren untersagt, Ich durfte nur einmal für eine Stunde meinen Laptop benutzen, weil ich dringend etwas für die Uni - war damals kurz vor meinem Abschluss -. erledigen musste.

Als ermutigende Gedanken mit auf den Weg geben kann ich dir: Ohne die stationäre Therapie (auch wenn ich nach 5 Wochen abbrechen musste, weil ich die erforderte Gewichtszunahme nicht geschafft habe) hätte ich nie den Mut gefunden wirklich gegen die Essstörung anzukämpfen. Ich habe danach zwei Jahre eine ambulante Therapie bemach die mir sehr geholfen hat, ohne die intensive Zeit in der Klinik, in der ich viel über mich gelernt habe, wäre die ambulante Therapie jedoch sicher nie so fruchtbar gewesen. Ich habe in der Klinik Leute kennengelernt, die zu guten Freunden geworden sind und mir noch heute sehr am Herzen liegen. Ich denke gerne an die schönen gemeinsamen Abend in der KLinik zurück, die immer alles andere als einsam und langweilig waren. Schwer war für mich nur immer, dass um 10 Uhr Schlafenszeit war, woran ich mich als Wenigschläferin nur schwer gewöhnen konnte, war in der Zeit eigentlich immer schon zwischen 4 und 5 Uhr wieder wach.
Das allerwichtigste zum Schluss: ich habe durch die Klinikzeit meinen jetztigen Freund kennengelernt, mit dem ich jetzt seit mehr als 2 1/2 Jahren sehr glücklich bin und mit dem ich dieses Jahr gemeinsam in eine neue Stadt gezogen bin.

Freu dich auf die Klinikzeit, sie wird sicher auch für dich eine wertvolle Erfahrung sein. Ich kann mich aber noch sehr gut erinner, wie viel Gedanken ich mir vorher gemacht habe!

Ich wünsch dir alles Gute und sende dir ganz viel Kraft
Traumverloren

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12. November 2011 um 11:06
In Antwort auf traumverloren1


Liebe Kroko,

ich kann mich Dori nur anschließen, dass das von Klinik zu Klinik sehr unterschiedlich ist. Zum Beispiel unterscheiden sich Kliniken die auf Essstörungen von allgemeinen psychosomatischen Kliniken.

Bevor ich dir von meinen eigenen Erfahrungen berichte, möchte dich erstmal zu deinem Entschluss beglückwünschen, ich wünsche dir, dass es wie für mich der erste Schritt Richtung Gesundheit ist. In welche Klinik wirst du denn gehen?

Ich selbst war inzwischen fast drei Jahren in einer allgemeinen psychsomatischen Klinik, die zwar ein Zusatzprogramm für Essgestörte hatte, bei denen man allerdings in den Therapiegruppen zusammen mit Patienten mit anderen Störungen war. Dies hat mir persönlich sehr gefallen und sehr gut getan, weil ich gerade dadurch gelernt habe, dass die Essstörung nur meine Symptomatik und nicht meine eigentliche Problematik ist. Ich habe beispielsweise wesentlich mehr Parallelen gesehen und Anregungen gefunden bei und von Patienten mit Burn-Out und Depressionen, zwei Faktoren, die neben der Magersucht für mich ebenfalls sehr virulent waren.
Übrigens war ich damals auch nicht stark im Untergewicht, meine Ärztin hat mir nur damals geraten direkt eine stationäre Therapie zu machen, da ich damals schon seit fast 13 Jahren an Essstörungen litt und aufgrund einer damals für mich sehr schwierigen Situation verstärkt Panikattacken und depressive Phasen auftraten.

In der Klinik, in der ich war, durfte ich anfangs nur in Begleitung von Nicht-Essgestörten-Patientinnen und Patienten bzw. mit Freundinnen die Station verlassen, Handy durfte ich haben, allerdings nur während der therapiefreien Zeit nach 17 Uhr benutzen. Laptop und Internet waren untersagt, Ich durfte nur einmal für eine Stunde meinen Laptop benutzen, weil ich dringend etwas für die Uni - war damals kurz vor meinem Abschluss -. erledigen musste.

Als ermutigende Gedanken mit auf den Weg geben kann ich dir: Ohne die stationäre Therapie (auch wenn ich nach 5 Wochen abbrechen musste, weil ich die erforderte Gewichtszunahme nicht geschafft habe) hätte ich nie den Mut gefunden wirklich gegen die Essstörung anzukämpfen. Ich habe danach zwei Jahre eine ambulante Therapie bemach die mir sehr geholfen hat, ohne die intensive Zeit in der Klinik, in der ich viel über mich gelernt habe, wäre die ambulante Therapie jedoch sicher nie so fruchtbar gewesen. Ich habe in der Klinik Leute kennengelernt, die zu guten Freunden geworden sind und mir noch heute sehr am Herzen liegen. Ich denke gerne an die schönen gemeinsamen Abend in der KLinik zurück, die immer alles andere als einsam und langweilig waren. Schwer war für mich nur immer, dass um 10 Uhr Schlafenszeit war, woran ich mich als Wenigschläferin nur schwer gewöhnen konnte, war in der Zeit eigentlich immer schon zwischen 4 und 5 Uhr wieder wach.
Das allerwichtigste zum Schluss: ich habe durch die Klinikzeit meinen jetztigen Freund kennengelernt, mit dem ich jetzt seit mehr als 2 1/2 Jahren sehr glücklich bin und mit dem ich dieses Jahr gemeinsam in eine neue Stadt gezogen bin.

Freu dich auf die Klinikzeit, sie wird sicher auch für dich eine wertvolle Erfahrung sein. Ich kann mich aber noch sehr gut erinner, wie viel Gedanken ich mir vorher gemacht habe!

Ich wünsch dir alles Gute und sende dir ganz viel Kraft
Traumverloren


So viele Rechtschreibfehler

natürlich
"Kliniken, die auf Essstörungen spezialisiert sind"
und ich war "inzwischen VOR fast drei Jahren", nicht drei Jahre
usw. usw.
Ich hoffe du verstehst trotzdem alles

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13. November 2011 um 13:31
In Antwort auf traumverloren1


So viele Rechtschreibfehler

natürlich
"Kliniken, die auf Essstörungen spezialisiert sind"
und ich war "inzwischen VOR fast drei Jahren", nicht drei Jahre
usw. usw.
Ich hoffe du verstehst trotzdem alles

Ich danke euch beiden sehr
Ich habe das Gefühl mich in einer momentanen total extremen Gefühlswelt bzw. Chaos zu befinden. Auf der einen Seite Angst vor dem was kommt u auch vor den Veränderungen danach. Angst Freunde die einem soooo wichtig sind zu verlieren. Angst auf Arbeit einfach ersetzt zu werden. Das einfach nichts ist wie vorher. Und auf der anderen Seite die Hoffnung auf ein schöneres u unbeschwerteres Leben

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14. November 2011 um 6:15
In Antwort auf vijaya_12632596

Ich danke euch beiden sehr
Ich habe das Gefühl mich in einer momentanen total extremen Gefühlswelt bzw. Chaos zu befinden. Auf der einen Seite Angst vor dem was kommt u auch vor den Veränderungen danach. Angst Freunde die einem soooo wichtig sind zu verlieren. Angst auf Arbeit einfach ersetzt zu werden. Das einfach nichts ist wie vorher. Und auf der anderen Seite die Hoffnung auf ein schöneres u unbeschwerteres Leben

Hi Kroko,
du kannst dir die Kliniken doch vorher anschauen, sofern sie von deinem Heimatort nicht zu weit weg sind. Ich war z.B vonr 10 Jahren in der Klinik Dr. Schlemmer am Tegernsee, und vor 3 Jahren in Mannheim.

Es gab jeweils Vorgespräche mit Therapeuten und man konnte sich die Klinik anschauen. Dann kann man auch nach den "Klinikregeln" fragen. Bei vielen Regeln wird man erstmal schlucken, aber alles hat seinen Sinn.

So ein Aufenthalt ( damals ging die Therapi noch 6 Monate, vor 3 Jahren war ich nur 10 Wochen) ist hart, aber es lohnt sich!

LG, lescourgettes

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21. November 2011 um 20:05
In Antwort auf traumverloren1


Liebe Kroko,

ich kann mich Dori nur anschließen, dass das von Klinik zu Klinik sehr unterschiedlich ist. Zum Beispiel unterscheiden sich Kliniken die auf Essstörungen von allgemeinen psychosomatischen Kliniken.

Bevor ich dir von meinen eigenen Erfahrungen berichte, möchte dich erstmal zu deinem Entschluss beglückwünschen, ich wünsche dir, dass es wie für mich der erste Schritt Richtung Gesundheit ist. In welche Klinik wirst du denn gehen?

Ich selbst war inzwischen fast drei Jahren in einer allgemeinen psychsomatischen Klinik, die zwar ein Zusatzprogramm für Essgestörte hatte, bei denen man allerdings in den Therapiegruppen zusammen mit Patienten mit anderen Störungen war. Dies hat mir persönlich sehr gefallen und sehr gut getan, weil ich gerade dadurch gelernt habe, dass die Essstörung nur meine Symptomatik und nicht meine eigentliche Problematik ist. Ich habe beispielsweise wesentlich mehr Parallelen gesehen und Anregungen gefunden bei und von Patienten mit Burn-Out und Depressionen, zwei Faktoren, die neben der Magersucht für mich ebenfalls sehr virulent waren.
Übrigens war ich damals auch nicht stark im Untergewicht, meine Ärztin hat mir nur damals geraten direkt eine stationäre Therapie zu machen, da ich damals schon seit fast 13 Jahren an Essstörungen litt und aufgrund einer damals für mich sehr schwierigen Situation verstärkt Panikattacken und depressive Phasen auftraten.

In der Klinik, in der ich war, durfte ich anfangs nur in Begleitung von Nicht-Essgestörten-Patientinnen und Patienten bzw. mit Freundinnen die Station verlassen, Handy durfte ich haben, allerdings nur während der therapiefreien Zeit nach 17 Uhr benutzen. Laptop und Internet waren untersagt, Ich durfte nur einmal für eine Stunde meinen Laptop benutzen, weil ich dringend etwas für die Uni - war damals kurz vor meinem Abschluss -. erledigen musste.

Als ermutigende Gedanken mit auf den Weg geben kann ich dir: Ohne die stationäre Therapie (auch wenn ich nach 5 Wochen abbrechen musste, weil ich die erforderte Gewichtszunahme nicht geschafft habe) hätte ich nie den Mut gefunden wirklich gegen die Essstörung anzukämpfen. Ich habe danach zwei Jahre eine ambulante Therapie bemach die mir sehr geholfen hat, ohne die intensive Zeit in der Klinik, in der ich viel über mich gelernt habe, wäre die ambulante Therapie jedoch sicher nie so fruchtbar gewesen. Ich habe in der Klinik Leute kennengelernt, die zu guten Freunden geworden sind und mir noch heute sehr am Herzen liegen. Ich denke gerne an die schönen gemeinsamen Abend in der KLinik zurück, die immer alles andere als einsam und langweilig waren. Schwer war für mich nur immer, dass um 10 Uhr Schlafenszeit war, woran ich mich als Wenigschläferin nur schwer gewöhnen konnte, war in der Zeit eigentlich immer schon zwischen 4 und 5 Uhr wieder wach.
Das allerwichtigste zum Schluss: ich habe durch die Klinikzeit meinen jetztigen Freund kennengelernt, mit dem ich jetzt seit mehr als 2 1/2 Jahren sehr glücklich bin und mit dem ich dieses Jahr gemeinsam in eine neue Stadt gezogen bin.

Freu dich auf die Klinikzeit, sie wird sicher auch für dich eine wertvolle Erfahrung sein. Ich kann mich aber noch sehr gut erinner, wie viel Gedanken ich mir vorher gemacht habe!

Ich wünsch dir alles Gute und sende dir ganz viel Kraft
Traumverloren


Danke Traumverloren. Das klingt schon mal sehr motívierend.
Ich habe auch schon seit 16 ES u meine Thera hatte es mir in der letzten Zeit schon öfter gesagt, dass ich um völlig gesund zu werden eine intensive Betreuung brauche. Naja und jetzt kam durch mehrere kleine Vorfälle immer mehr der Rückschritt bis zum Zusammenbruch. Und jetzt habe ich zugestimmt u sogar was meine Thera selbst erstaunt u als Wunder bezeichnet sehr schnell einen Platz einer Klinik bekommen die sie auch sehr gut findet. Ich fahre in 2Wochen u bin schon am Überlegen was u wieviel ich mitnehme. Bin auch zu Weihnachten dort.
Lg Kroko

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