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Stationäre klinikaufenthalte

7. August 2012 um 8:54 Letzte Antwort: 7. August 2012 um 16:11

mich würde mal interessieren wer von euch schon stationär in einer Klinik behandelt wurde und wie es euch vorallem danach ergangen ist.Also hat es euch was gebracht oder eher nicht?
Habe schon sooft gelesen das viele danach an Fressanfällen leiden bzw welche bekommen haben oder in die Bulimie gerutscht sind.
Ist das wirklich immer so?Mir macht das echt Angst!!

Würde mich über Antworten sehr freuen!

lg

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7. August 2012 um 14:24

Hey
ich war bisher ein mal in einer klinik. 8 wochen lang. ich kann nicht sagen, dass es mich geheilt hätte oder so, aber es hat mich doch weiter gebracht. also mir zb die angst vor bestimmten (fetthaltigen) lebensmitteln genommen etc.

ob so ein klinikaufenthalt wirklich etwas bringt oder nicht, hängt am ende eigentlich ganz allein von dir und deiner einstellung ab. wenn du wirklich etwas ändern willst und bereit bist, an dir zu arbeiten und die essstörung loszulassen, ist es sicher sinnvoll, in eine klinik zu gehen, weil du dort intensiver betreut wirst als zuhause, was es meiner meinung nach um einiges einfacher macht, sich ans normale essen/zunehmen zu gewöhnen.
(es ist halt aber auch immer individuell unterschiedlich. es gibt menschen, denen klinikaufenthalte helfen und dann gibts menschen, die sowas überhaupt nicht weiterbringt. zu welcher gruppe du gehörst, kannst nur du selbst herausfinden.)

zu den fressanfällen: ich denke nicht, dass man pauschal sagen kann, dass so ein klinikaufenthalt zu fressanfällen "verleitet". die gefahr, in fressanfälle abzurutschen ist sicherlich immer gegeben, aber das würde ich nicht auf klinikaufenthalte zurückführen. im gegenteil. ich glaube, dadurch, dass du in der klinik genug essen MUSST, sinkt die fressanfall-gefahr wahrscheinlich sogar. einmal weil du dort wirklich lernst, wieviel und was du essen musst, um das fressanfallrisiko zu minimieren. und dein körper wird in der klinik ja zwangsläufig mit genügend nährstoffen versorgt, weil du eben isst. körperliche faktoren wie nährstoffmangel spielen bei fressattacken ja bekanntlich auch eine große rolle. die werden da dann praktisch ausgeschaltet. und an den seelischen faktoren wird in der klinik ja auch intensiv gearbeitet.

du musst wirklich keine angst haben. es ist definitiv nur in den seltensten fällen so, dass nach der klinik das "große fressen" losgeht. und wenn, dann ists wie gesagt nicht WEGEN der klinik sondern hat andere gründe.

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7. August 2012 um 16:11

Hallo
Ich bin zur Zeit in der Klinik wegen MS.
Ich würde mich auch nicht als geheilt bezeichnen, wovon man bei einer ES auch nur sehr schwer reden kann.
Ich habe seit gestern einen Essvertrag und es fällt mir noch sehr schwer, mich an die Portionen und Kalorienmengen "anzufreunden". Ich bekomme fast immer Aggressionen und Depressionen beim Essen.
ABER und das ist das gute, hier hat man immer jemandem zum Reden und das hilft ungemein, wenn man wirklich rauskommen und gesunden will. Zuhause hast du nicht die Spezialisten um dich herum. Außerdem werden die Blutwerte jede Woche untersucht. Klar man muss auch bedenken, dass man in den meisten Kliniken beim Essen kontrolliert wird, was sicherlich am Anfang schwer auszuhalten ist, aber schließlich gehört es zum Gesundwerden dazu.
Da die ES immer mit sozialen Problemen bzw. Beziehungsprobleme und dem Umgang mit Gefühlen zu tun hat, ist es auch sehr hilfreich in eine stationäre Klinik zu gehen, da man lernen muss, mit den Mitmenschen und deren Reaktionen auf dein Essverhalten und deine Verhaltensweisen gesund umzugehen. Man lernt hier etwas fürs Leben, wenn man wirklich will.
Es liegt alles an deinem Willen. Eigentlich spielt es keine Rolle wo oder wie du aus der ES rauskommst, du musst es nur wollen und die Hilfe von außen annehmen und ihnen vertrauen. Auch wenn man nicht weiß, wie die Reise enden wird, man muss die Reise in die Gesundheit wagen, um zu leben!

Liebe Grüße brittchen

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