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Ständiges Grübeln über Partnerschaft

6. Juli 2008 um 14:17 Letzte Antwort: 23. Juli 2009 um 22:22

Hallo,

ich bin jetzt bereits gespannt, wer den Artikel, der nun wirklcih sehr lange geworden ist, zu Ende liest.

Ich bin weiblich, 30 Jahre alt und stecke mittlerweile in der 3. langjährigen Beziehung.

Zum Verständnis muss ich die Beziehung zu meinen Eltern kurz schildern: Mein Vater hat mich oft geschlagen und beleidigt, sodass ich mit 15 Bulimie bekam. Eine 5-jährige Therapie hat mir nicht geholfen, aber ich habe seit einem Nervenzusammenbruch vor 4 Jahren keine Bulimie mehr.

Meine Mutter hatte sich immer bei mir über meinen Vater beschwert (Sie würde ihn gerne umbringen, etc.). Als ich damals den Nervenzusammenbruch/Burn-out hatte, habe ich meine Eltern angerufen, die anfangs überhaupt nicht zu mir standen. Ich bin zu ihnen gefahren (wohnte bereits alleine) mit einem sehr hohen Blutdruck, aber meine Mutter dachte, ich "ziehe eine Show ab" und mein Vater umarmte mich, worauf ich voller Angst (wahrscheinlich da er mir bisher körperliche Gewalt antat) vom Balkon sprang... Nachdem ich dann von meinem Exfreund in eine Klinik gefahren wurde (da ich nur noch zitterte seit 3 Tagen nicht mehr schlafen konnte), kamen meine Eltern dann am 2. Tag in die Klinik um mich abzuholen. Ich weiß nicht, wer diesen Schritt machte, aber meine Mutter sah fix und fertig aus, mein Vater war gefasster...Die Therapeuten wollte mich nicht gehen lassen, aber ich hörte auf meinen Vater, der sagte: Probleme muss man alleine lösen. Hier sind nur Gestörte und so funktioniert das Leben nicht!

Einerseits bin ich ihnen sehr dankbar, dass sie in die Klinik kamen, anderseits habe ich das Gefühl, dass ich etwas nicht verarbeitet habe.

Ich wache morgen oft auf und muss weinen. Zum Glück weine ich heute. Denn damals habe ich nur gezittert, aber nicht geweint!

Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich mit meinem damaligen Freund (von 17-24 Jahren) nur zusammen war, weil er mir die Familie ersetzte. Meine Mutter war nie wirklich mit ihm einverstanden, da er nicht aus guten Verhältnissen kommt, nicht studiert hat, etc. Als ich ihn verließ, weil ich einen "Erfolgreichen" kennenlernte, der mich aber völlig verändern wollte und mich nur kritisiert hat, bin ich für 6 Monate nach New York gegangen (dort ging es mir nicht gut) und als ich bei meiner Rückkher einen Jungen hier kennelernte, eine neue Wohnung bezog und einen festen Job anfing, brach alles über mich herein...

Ich habe mich (nachdem Eltern mich aus der Klinik holten) einigermaßen gefasst, war 1,5 Jahre mit dem Mann zusammen. Aber ich war mir auch nie sicher mit ihm, da er aggressiv war und ich ihn auch nicht als Mann respektierte (keiner Karriere). Ich verließ ihn vor 2 Jahren für einen 10 Jahre älteren Mann, den ich respektiere, der aber zu viel arbeitet. Wir sehen uns nur am WE, da er im Ausland lebt. Er ist sehr gutmütig und ist nur ein paar Mal laut geworden, weil ich ihn stundenlang kritisiert habe...

Meiner Mutter habe ich während der 2-jährigen Beziehung zu meinem aggressiven Ex immerwieder davon erzählt und dann habe ich ihn verlassen. Mir scheint als hätte sie gesehen, dass man sich lösen kann von agressiven Menschen (oder bilde ich mir ein, dass ich es ihr zeigen wollte?) Jedenfalls hat sie meinen Vater vor 1,5 Jahren auch verlassen für einen anderen. Mein Vater hat immernoch aggressive (aber nun vermehrt depressive Züge in sich ). Er wollte den anderen umbringen, dann wiederum sich, etc.

Ich verstehe meine Mutter einerseits, andererseits meldet sie sich kaum noch bei mir oder bei meinem Bruder. Mein Vater ist mit 50 Jahren viel ruhiger geworden und ich hätte es lieber damals gewollt, dass sie sich trennen, aber sie hatte immer Angst, es finanziell nicht zu schaffen. Ich bin Hin- und Hergerissen zwischen den Gefühlen zu Mutter und Vater und wenn ich meine Mutter nicht verstehe, dann komme ich mit meinem Freund klar und wenn ich ihre Meinung respektiere, dann kotzt mein Freund mich an...

Als ich den Jetzigen kennenlernte war alles toll. Meine Eltern verstanden sich (vermeintlich, da meine Mutter bereits einen Neuen hatte), mein Vater wurde ruhiger, da depressiver und ich war glücklich. Leider hielt das nur kurz an, da dann die Trennungsschlacht losging. Mein Vater am Boden zerstört und nun musste ich nicht mehr für meine Mutter, sondern für ihn da sein. Allerdings habe ich seitdem selten das Gefühl zur Psychologin zu müssen oder extreme Panick zu bekommen (wie früher in etlichen Situationen), aber ich schlafe schlecht und habe das Gefühl ausgelaugt zu sein und relativ alleine zu sein.

Meine beste Freundin hat sich zurückgezogen (viell. weil sie sieht, dass ich mich nun nicht mehr über meine Kindheit und Männer beschwere, sondern versuche das Beste aus meiner Situation zu machen).

Wenn ich an meinen ersten Freund denke, mit dem ich immernoch einen sehr guten Kontakt habe und daran, dass ich bald nach Italien zu meinem jetzigen Freund ziehe, muss ich weinen. Denn er hat so viel für mich getan und mir wird immernoch ganz warm ums Herz, wenn ich ihn sehe. Allerdings ist er immernoch Taxifahrer (mein jetziger hat studiert, einen MBA gemacht, hat 220 Leute unter sich) und ich hatte immer finanzielle Ängste...Mit dem anderen habe ich diese Ängste nicht, aber Angst alleine zu sein. Er hat dort keine Freunde und nur den Job und ich würde alles aufgeben für ihn...

Das sind Entscheidungen, die jeder mal im Leben treffen muss. Doch mich beschäftigt die ganze Zeit folgende Fragen: Hatte ich mit meinem Ex eine schöne Beziehung mit vielen Freunden einer liebevollen Familie, die mich wei eine Tochter behandelt hat oder war er nur mein Familienersatz? Da ich in jeder Beziehung zweifle und nun einfach nur meine Einstellung geändert habe, die Beziehung zu meinem Vater positiver geworden ist, ich nicht mehr so viel auf die Einstellung meiner Mutter gebe, wäre ich mit meinem ersten Freund zusammengeblieben, wenn ich damals schon das Gute im Menschen gesehen hätte?

Ich wollte mich endlich von den familiären Problemen lösen und nicht nur mit einem Mann zusammen sein, der mir hilft. Denn ich wache immernoch oft auf nachst und habe Angst, dass mein Bruder den neuen Freund meiner Mutter niederschlägt, etc., mein Vater sich etwas antut oder meiner Mutter etwas passiert und ich bereue, dass wir uns so selten sehen.

Ich kann aber, seitdem ich die Männer eher als Männer und nicht nur Helfer sehe, nicht mehr richtig mit meiner Mutter reden. Sie sieht immernoch alles negativ und kritisiert jede meiner Beziehungen...

Ich weiß nicht, ob ich eine stationäre Therapie machen sollte, um alles zu überdenken oder einfach nach Italien gehen sollte, einen Neuanfang starten und hier alles zurücklassen. Das erste Mal habe ich nicht so viel Angst davor meinen ersten Freund zurückzulassen (da ich mehr eigene Stärke habe), aber wenn ich ihn sehe, ist immernoch etwas zwischen uns, ich liebe ihn immernoch auf gewisse Art und Weise. Mein jetziger Freund, da er immer arbeitet, war nicht für mich da, wenn mein Vater mich anrief und mir androhte, dass er sich umbringt. Einerseits werde ich das wohl nie vergessen können und ich wollte jemanden, der für mich da ist, andererseits wollte ich immer selber stark sein und einen Partner, der die Familie ernähren kann und den ich vorzeigen kann.

Anfangs habe ich ihn sogar einemal mit meinem letzten Ex und einem anderen Kerl betrogen. Heute habe ich ihn zu lieb dafür, aber leide, wenn ich so oft alleine abends din.

Ich will nicht mehr suchen, sondern einfach nur Ruhe haben, selber Kinder bekommen, mit Freunden zusammen sein und abgesichert sein. Anderseits habe ich Angst, dass ich dieselben Sorgen, die ich ja schon damals mit meinem Ex hatte, wieder haben werde, denn ich habe in jeder Beziehung nach ca. 1,5 Jahren angefangen zu zweifeln...

...und im Endeffekt merke ich, dass ich doch wie meine Mutter bin.


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23. Juli 2009 um 22:22

Es gibt etwas in uns Menschen, - das ich "Gefühlsanker" nenne
Hallo - ich bin ein Mann (Single,Stud.)
und bin bei einer Recherche zufällig hier reingestolpert.
Nun mal etwas deutlich - nicht in den falschen Hals bekommen - mir läuft die Zeit davon ... ! OK?

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Ich teile Dir meine Meinung mit, warum der erste Ex- und der jetzige WE-Freund so verschieden sind.

Die Verträglichkeit der Personen im nächsten privaten Umfeld ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Wenn man diszipliniert unglaublich viele Projekte und Prozesse am Laufen hält, hat man genug damit zu tun, plötzlich auftretende Probleme zu lösen.
Nicht immer kennt man die Lösung darauf - und die Lösung erfragen oder delegieren geht nicht.
Und so plagt man sich während den Routinearbeiten mit Ungereimtheiten

Gefühle dürfen keine Rolle spielen - man(n) beisst die Zähne zusammen und konzentriert sich.

Geht man heim, gibt es mehrere Seins-Zustände:
Körperliche Geschundenheit - wird durch Fitness-Training und Kaffee minimiert
Seelische Geschundenheit - Habe nur funktioniert - existierte aber eigentlich nicht.
Nun durch Meditation oder Tätigkeit zu sich kommen ohne dabei Frust durch Konsum zu kompensieren klappt nicht - der Haushalt, der Heim-PC ist auch ein kleiner "Arbeitsplatz".
Man hat nicht mal morgens 10 Minuten und abends 10 Minuten, um die Welt draußen zu lassen. Denn die Mitmenschen kommen dann mit ihren Angelegenheiten zu einem.
So funktioniert man nur noch.

Viele Zeiträuber kommen durch mangelnde persönliche Organisation zustande.
Oder falsche Vorstellungen vom Leben des anderen.

Viele Schüler haben keine Ahnung, was im Berufsleben auf sie zukommt.
Sonst würden sie anders leben, weniger Party, weniger am PC zocken, weniger saufen ... oder sie geben auf und machen einen Job, bei dem man hingeht, ein bisschen etwas macht und dann wieder heeht und den Aktendeckel bezgl. Arbeit schliessen kann.

Anders ist es in der Entscheidungsebene. Da hat man auf jeden Tag Problemlösungskompetenz zu zeigen und den Kopf für die Entwicklung des Projektes hinzuhalten.
Schwächen und Unkonzentriertheiten rächen sich im Arbeitstag sofort.
Termine sind einzuhalten, im Stress macht man Fehler, muß alle 5e geradestehen lassen, liefert sich der Gefahr aus, als ungnau, schlampig und unkorrekt zu sein.

Das kann man sich aber nicht leisten - und so stehe ich selber fassungslos zwischen dem Leben meiner Mutter und meinem Berufsleben. Sie hat gar keine Vorstellung, um was es geht, was auf dem "Spiel" steht - und sie möchte es auch gar nicht wissen. Das ist halt mein Job und den habe ich zu machen.

Und so steht man oft da und bekommt die Krise darüber, mit was für Quatsch man privat die Zeit vertut, wie man degeneriert, hinter anderen zurückfällt. Klingt egoistisch, aber der Zeitdruck bei Projekten unbekannter Art ist immens. Denn es wird positiv gedacht. In Wirklichkeit ist alles noch komplexer.

Das ist eine Möglichkeit, warum Du anders sein sollst.

Dahinter kommst man aber nur, wenn man eine oder mehrere Beschäftigungen (Job/Gemeindearbeit etc.) hast und richtig ausgelastet ist.
Selbst manche Mütter leisten mehr als ihr Mann, wenn dieser in der Verwaltung arbeitet. Und der darf sich nicht wundern, wenn er ihre Achtung verliert. Denn sie merkt sofort, wer mehr arbeitet und wer sich geschickt anstellt. Er oder Sie.

Eine andere Möglichkeit ist, dass man ein Blitzableiter für die Widrigkeiten des Partners ist. Dass er also anderen sagt, was sie tun sollen, wie sie sein sollen.
Anstatt den Alltag zu meistern, Muss-Aufgaben zu erledigen, ruhig und bescheiden zu bleiben wird abzureagiert, rumkonsumiert, rumkomandiert, Dinge angezettelt, das Ego gestreichelt etc.

So war das vielleicht ! beim letzten Ex.
Er hatte nicht genügend Erziehung bekommen, um diese Aspekte in sich zu unterdrücken.

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Der Mensch hat als soziales Wesen so etwas wie einen "Gefühlsanker" - ist er bei einem Menschen, den man akzpetieren oder mögen kann, fühlt man sich "sicher und geborgen".

Geht dieser Mensch weg, hat der Gefühlaanker keinen Halt und es machen sich tiefe Verlorenheitsgefühle breit.

Ich hatte mal einen ausländischen Kollegen, der nach dem Studium arbeitslos geblieben obwohl er alles mit 1 hat. Nach 1 Jahr Arbeitslosigkeit machte er PostDoc bei uns. Seinen "Anker" plazierte er bei mir - mit dem Ergebnis, dass er am Freitag immer Horror vor dem WE hatte.

Zu guter Letzt war er so unselbstständig, dass er mich immer dabei haben wollte, wenn er etwas neues unbekanntes machen musste (hatte intensives Sicherheitsdenken - mied Eigeninitiative wie die Pest, weil er nicht ausgenutzt werden wollte). Ich bin dann 3 Tage zuhause geblieben, als er für den Chef etwas messen musste. Da fragte er in seiner Not unseren Chef in der Tat, was er denn machen würde, wenn er die Messung nicht hinbekäme. Ihn erschiessen, war die Antwort. Als er mir das erzählte, merkte ich, dass er nicht nicht überzeugt davon war, dass das als ein Scherz aufzufassen sei. Er musste sich einreden, dass unser Chef nur Spass gemacht hatte.

Dann verhielt ich mich weiter so, dass er mich kritisieren musste.
Wenn ich ihm helfen wollte, musste ich seinen Anker bei mir lösen.Denn sonst lasse ich ihn schwach sein.
Am Ende durfte ich ihn nicht anfassen, weil ich ihn schmutzig mache.

Leider hat sein Nachbar zweimal in der Nacht Krach gemacht. Ich vermute, er wollte ihn plagen.
Und so heiratete er eine Frau aus seinem Land. Diese Frau muss nach zwei Jahren immer noch Deutsch lernen, um Lehrerin werden zu können. Und er wird jetzt auch Lehrer.

Das als Beispiel, wie sehr der Gefühlsanker, den wir mit uns herumtragen, uns schwächt, wenn wir ihn nicht bei einem Menschen hinterlegen können.

Deshalb gibt es die Religionen.
Gott als Anker - erst das lässt uns abends ohne Probleme wachen und Nachts ruhig schlafen
Glauben, das kann nicht jeder blind.
Also ist man verdammt, den Anker irgendwo auf der Erde hinterzulegen.

Eine schlimme Sache ist es, den Anker bei den Kindern oder beim Ehepartner zu hinterlegen.
Denn manche Ehepartner/Kinder legen den Partner/Eltern ganz schön aufs Kreuz, wenn sie ihrer Macht sicher sind. Auch ist es ein Kreuz, wenn Kinder sich falsch entwickeln und frau nichts machen kann.

Die einzige Sache, die hilft, den Anker nicht bei einem Menschen zu hinterlegen ist, sich einem Projekt, einer Mission mit Leib und Seele zu verschreiben.
Das ist der Ansatz von manchen Sekten. Sie versuchen die völlig Hingabe und Selbstaufgabe herbeizumanipulieren und schämen sich nicht, Profit daraus zu schlagen.

Man wähle weise, welcher Sache man sich verschreibt.
Je nachdem was man für ein Typ ist, ist man ruhelos tätig oder man schafft es, die Ruhe und Weisheit zu finden, die den Yogi zu eigen ist.

Liegt der Anker im eigenen, selbstgewählten Weg, so findet man die Ruhe in sich selbst.

Also weder Ehemann noch Kinder sollten den einen eigenen Anker bekommen.
Verstickungen sind vorprogrammiert.

Liegt der Anker in einem Selbst, weil man überzeugt ist, von dem was man tut und ist,
dann bewältigt man das Schicksal - wenn nicht, so droht große Not,
wenn das Schicksal wieder unerwartet eine Weiche neu stellt.

Meine Mutter raucht in der Woche 20 Schachteln Zigaretten und am Abend wegen Schlafproblemen Sekt (tagsüber nie Alk). Ich muss das alles ausserdem noch kaufen, weil der Einkauf sie belastet.

Ich habe darüber sehr gelitten, blieb jahrelange zuhause und studierte daheim, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich meine Diplomarbeit machen könnte, wenn ich abends spät heimkomme.
Gelernt und gedacht habe ich schlecht. Stets habe ich mich am Montag in der Uni erholt.

Irgendwie ging es doch noch weiter ... und heute ist der Anker, den ich bei ihr hatte bei mir.
Es kommt nicht mehr so an mich heran, was da passiert.
Sie ist erwachsen, sie muss nicht arbeiten, sie hat ein Auto, sie hat ein Fitness-Studio, eine Stadt mit Bibliotheken, Theoater, Oper etc. in der Nähe. Und sie braucht meine Gesellschaft, weil sie ihren Anker bei mir abgelegt hat.

Ich schaffe es nicht, den Anker wegzulegen, weil sie im Bett raucht und schon einige Löcher in die Bettdecke gebrannt hat. Da kann ich nicht einfach weggehen. Die Vorstellung, dass sie einmal im Bett verbrennt, hat eine günstigere Entwicklung bislang durchkreuzt. Das ist mein Kreuz.

Du hast nun zwei Beispiele, was das in uns ist, das ich "Gefühlsanker" nenne.

Ich glaube auch, manche erfolgreiche Menschen haben so etwas nicht.
Sie haben in der Jugend gelernt: Lauf, mein Kind, lauf und sieh Dich nicht um.
Hast Du viel Geld, bist Du ein guter Junge.
Oder die Erfolgsintelligenz erkennt den Gefühlsanker als etwas Rudimentäres wie den Sexualtrieb und behandelt dieses entsprechend abstrakt.

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Zu Deiner eigentlichen Frage, was Dein erster Freund war:

Es ist so wie Du denkst.

Die Wahrheit existiert in diesem Fall im Kopf.
Es gibt nichts Materielles, das eine Unterscheidung erlaubt.
Gehst Du Deine Biographie hier mit meinem "Gefühlsanker" im Hinterkopf durch, hast Du eine neue Wahrheit.
Ob es die letzte und wirkliche ist, kann ich Dir nicht sagen.

Die Abwendung vom Exfreund ist Ausdruck der eigenen Wünsche und Vorstellungen - und aber auch Kapitulation vor der eigenen Schwäche:"Wenn nicht ich, dann muss es der Göttergatte richten."
Damit nimmst Du Dir jede Chance, selbstständig zu wachsen, im Leben zu stehen und unabhängig zu sein

Bis jetzt habe ich keinen Menschen getroffen, dem ich vertrauen könnte - bis auf meine Mutter.

Ins Ausland zu gehen würde ich nur nach reiflicher Planung bezgl. beruflicher Situation, rechtlicher Situation, Krankenversicherung und Rente.

Wenn Du das Pech hast, gut auszusehen, und Du bist nicht mit ihm verheiratet, dann lass es.
Es sind so viele Menschen aneinander gescheitert - jede dritte Ehe wird geschieden.

Viele Menschen denken positiv: Ich schaffe es, ich werde es schaffen. Denn man möchte ja sagen zum Leben. Und dabei wissen sie nichts vom Leben !

Tue nur das, was Du absehen kannst.
Mindestens zwei Drittel von dem, was Du machen wirst, musst Du schon lange gemacht haben.
Denn das restliche Drittel wird Dich genügend stressen.

Ein Tipp: Achte darauf, wie sauber es ist. Achte darauf, ob alles Hand und Fuß hat.
Achte darauf, ob Dinge vorher abgesprochen werden und dann auch gemacht werden.
Achte darauf, ob die Erwachsenen laut oder leise sprechen, groß auschreiten oder bedächtig gehen.
Achte darauf, ob sie Gedanken über Dich und Deine Zukunft machen.
Erst dann hat so ein Projekt eine Chance.

Alles andere ist ein Glücksspiel - und die "Bank" gewinnt immer.
Soll heißen, der Weg aufwärts ist sehr schmal, die Schluchten sehr steil.
Das Nichtwissen, der Egoismus, das Streben auf kurzfristige Gewinne, Unbeherrschtheit, Spontanität, Naivität, das alles definiert das Niveau und hat Macht - weil es stets den ersten Schritt macht. Man ist immer dabei nachzuziehen ... wie bei Kafka geht es nach unten weil die Menschen sind wie sie sind.

Mein Rat:

Qualifiziere Dich beruflich weiter ... und spare auf eine 2Z-Eigenumswohnung mit Garten hin.
Deine Schilderung zeigt mir ganz deutlich, dass Du noch nicht für eine feste Bezierung/Ehe reif bist.

Du musst Dich erst noch entwickeln und emotional unabhängiger werden.
D.h. Deinen Gefühlsanker irgendwie bei Dir ablegen.
Die Welt um Dich herum muss untergehen können, ohne dass es Dich "sprengt".

Gefühle kommen und gehen.
Am Ende träumen die Menschen nur und haben sich nur aneinander abreagiert.
Wehe dem, der dabei nicht darauf geachtet hat, sich selbst tragen zu können.

Zuletzt - wenn ich mir so die Karrierewege ansehe, merke ich, dass umso qualifizierter der Beruf ist,
man in der Kindheit und im Berufsleben mehr Informationen von der Umgebung braucht, um sich ein richtige Bild vom Leben zu machen und richtig zu lernen und zu handeln.

Einfache Berufe haben etwas von Weisheit in sich - wenn die Menschen es auch sind, und sich zu bescheiden wissen. Das klappt doch nicht immer, weil man nicht weiss, was man alles (nicht) verpasst. Denn am Ende heisst es unter Umständen "Außer Spesen nichts gewesen". So will es die Marktwirtschaft. Man besinne sich auf die Stärken, behalte den frischen Blick, gebe sich nicht falschen Hoffnungen und Wünschen hin und lerne stets neues hinzu.

Sammle weise Sätze und lese sie immer wieder.
Dann bleibt man auf dem Weg.

Wenn die Einsamkeit Dich schüttelt, denke fest daran: Lieber alleine, als den falschen Menschen an der Seite. Er kann Dir das Leben zur Hölle machen. Nur an der Seite eines weisen Menschen passiert das nicht.

Suche etwas kreatives. Sonst bleibt nur der Konsum übrig.

Zuletzt: Halte mich nicht für weise. Es ist immer ein Auf und Ab.


Alles Gute

Andreas

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