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Ständige Lästereien...

20. Januar 2013 um 11:31 Letzte Antwort: 20. Januar 2013 um 17:32

Wie geht ihr damit um, wenn ihr mitbekommt, dass Leute anfangen, über euch und euer Essverhalten zu reden?
z.B. war es bei mir so, dass ich mit ein paar Freunden einen schönen Abend verbringen wollte und das lief darauf hinaus, dass wir Essen gingen. Dann waren da auch welche bei, die ich noch nicht so gut kannte, aber eigentlich nett fand. Und während alle sich Cocktails und fettes Essen (Pizza etc.) bestellt haben, bin ich bei einem Salat ohne Dressing und einem Glas Wasser geblieben. Dann kamen andauernd irgendwelche Sprüche ("Iss mal was, du bist eh viel zu dünn" etc.)
Dann habe ich erfahren, dass hinterher auch weiter darüber gesprochen wurde und das ging sogar ziemlich ins gehässige, von wegen mein Essverhalten sei total bescheuert und ich hätte ja anscheinend "voll das Problem mit mir selbst".

Was macht ihr in solchen Situationen? Ist euch das egal?
Ich frage das, weil mir das total zusetzt und es macht mich wahnsinnig traurig. Ich finde diese Leute eigentlich total nett und verstehe mich super mit ihnen, da tut es einfach total weh wenn ich merke, die haben was gegen mich, nur wegen meines Essverhaltens. Irgendwie ertrage ich das kaum. Ist es nicht irgendwie falsch, dass eine Essstörung so einen Einfluss auf Freundschaften haben kann?

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20. Januar 2013 um 12:06

Lästereien
Hi!

ich kann das was du schreibst sehr gut nachvollziehen!!
Ich selbst habe auch schon xx Jahre Esstörungen. Mal habe ich relative gute Phasen, mal die nichts essen Phasen, dann wieder die kotz Phasen. Immer so im Mix, also nicht wirklich normal. Meine beste Freundin hat mir zeitweise auch das Leben etwas schwer gemacht mit ihren ständigen Kommentaren. Freunde können das oft nicht verstehen. Meist ist es Sorge oder selten auch etwas Neid.
Du schreibst du findest sie alle total nett! Hast du mal darüber nach gedacht, dass sie dich vielleicht auch nett finden? Sie machen sich wahrscheinlich einfach nur Sorgen!! Vielleicht solltest du einfach mal offen darüber reden und signalisieren, dass du es nicht magst wenn sie hinter deinem Rücken reden. Jeder kann dich direkt ansprechen. Vielleicht erntest du durch Ehrlichkeit etwas Verständnis. Willst du weiter deiner Essstörung treu bleiben und vielleicht viele Freunde, die es nicht verstehen verlieren? Oder willst du dir vielleicht helfen lassen? Was du daraus machst ist dann deine Entscheidung!
Mir hat es zwischendurch sehr geholfen als ich eine Nachbarin (älter als ich) kennengelernt habe, die an Bulimie und MS leidet. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen. Da viel mir dann auch sehr schnell auf wie weh es mir tat, wenn es ihr mit der Essstörung wieder schlechter ging. Da fragte ich mich, haben meine Freunde diesen Schmerz auch so empfunden??
Ich hoffe ich habe dich mit diesem Text nicht verschreckt!! Lg

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20. Januar 2013 um 15:06

...
Naja sie haben im Endeffekt ja Recht, du hast ein Problem mit dir selbst, du bist viel zu dünn und dein Essverhalten ist nicht normal (oder bescheuert man mag es ausdrücken wie man will, aber eigentlich ist damit nur gemeint, dass es nicht dem Normalen entspricht). Weißt du, es wäre etwas anderes wenn da ne Person mit 90 kg sitzen würde und sagen würde, "ich bin auf Diät, hab ich mir fürs neue Jahr vorgenommen und da halt ich mich strickt dran, abends nur einen Salat", als wenn da eine ganz zierliche Person sitzt, um die man sich tatsächlich Sorgen macht, weil man die Befüchtung hat, dass sie nicht nur ausnahmsweise so isst.
Weißt du, ich hab mir in letzter Zeit auch viele Gedanken darüber gemacht, ob es falsch ist, dass eine Essstörung so einen Einfluss auf Freundschaften haben kann... ich stelle dir mal eine Gegenfrage: Findest du es verständlicher, wenn Alkoholismus oder Drogensucht Einfluss auf Freundschaften hat?
Gut wir sind zwar nicht in ieinem Rausch, aber wir sind auch krank.
Ich persönlich habe mich damit jetzt erstmal abgefunden, dass ich so lange ich so krank bin, einfach nicht mehr unter Leute gehen KANN!, wenn ich sie nicht alle komplett vergraulen will. Ich weiß nicht, wie tief du grad drin steckst, aber ich schon ziemlich und meine Gedanken kreisen etwa 20 Stunden am Tag nur ums Essen oder eher gesagt nicht essen und abnehmen und wie ich aussehe und ich selbst ertrage das kaum, wie sollen andere normal denkende Menschen damit umgehen ?
Also hast du zwei Möglichkeiten: entweder du siehst es als Motivation, da die anderen ja Recht haben, aber du machst es so wie ich, meidest die Kontakte und das Weggehen, aber davon rate ich dir ab, da man nicht mal mehr Ablenkung hat und erst Recht nicht aus dem Grübeln heraus kommt und dann wird man von Tag zu Tag depressiver...
Also: Sieh es lieber als Motivation: Die anderen haben Recht, sie meinen es alles andere als böse, aber du weißt ja wie Menschen sind, lästern gehört einfach zum Leben, wie oft lästert man selbst, ohne es wirklich böse zu meinen ...
Versuch gar nicht drüber zu stehen und versuch auch nicht, dich damit abzufinden. Ich finde es toll, dass du überhaupt weggehst, und dass du immerhin noch schaffst vor anderen zu essen , das schaff ich nicht ...
Könntest du dir vorstellen auch mal mit nem leichten Dressing zu bestellen?
Darf ich fragen, ob du in Therapie bist?
Ganz liebe Grüße lulufee

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20. Januar 2013 um 15:51
In Antwort auf lulufee1992

...
Naja sie haben im Endeffekt ja Recht, du hast ein Problem mit dir selbst, du bist viel zu dünn und dein Essverhalten ist nicht normal (oder bescheuert man mag es ausdrücken wie man will, aber eigentlich ist damit nur gemeint, dass es nicht dem Normalen entspricht). Weißt du, es wäre etwas anderes wenn da ne Person mit 90 kg sitzen würde und sagen würde, "ich bin auf Diät, hab ich mir fürs neue Jahr vorgenommen und da halt ich mich strickt dran, abends nur einen Salat", als wenn da eine ganz zierliche Person sitzt, um die man sich tatsächlich Sorgen macht, weil man die Befüchtung hat, dass sie nicht nur ausnahmsweise so isst.
Weißt du, ich hab mir in letzter Zeit auch viele Gedanken darüber gemacht, ob es falsch ist, dass eine Essstörung so einen Einfluss auf Freundschaften haben kann... ich stelle dir mal eine Gegenfrage: Findest du es verständlicher, wenn Alkoholismus oder Drogensucht Einfluss auf Freundschaften hat?
Gut wir sind zwar nicht in ieinem Rausch, aber wir sind auch krank.
Ich persönlich habe mich damit jetzt erstmal abgefunden, dass ich so lange ich so krank bin, einfach nicht mehr unter Leute gehen KANN!, wenn ich sie nicht alle komplett vergraulen will. Ich weiß nicht, wie tief du grad drin steckst, aber ich schon ziemlich und meine Gedanken kreisen etwa 20 Stunden am Tag nur ums Essen oder eher gesagt nicht essen und abnehmen und wie ich aussehe und ich selbst ertrage das kaum, wie sollen andere normal denkende Menschen damit umgehen ?
Also hast du zwei Möglichkeiten: entweder du siehst es als Motivation, da die anderen ja Recht haben, aber du machst es so wie ich, meidest die Kontakte und das Weggehen, aber davon rate ich dir ab, da man nicht mal mehr Ablenkung hat und erst Recht nicht aus dem Grübeln heraus kommt und dann wird man von Tag zu Tag depressiver...
Also: Sieh es lieber als Motivation: Die anderen haben Recht, sie meinen es alles andere als böse, aber du weißt ja wie Menschen sind, lästern gehört einfach zum Leben, wie oft lästert man selbst, ohne es wirklich böse zu meinen ...
Versuch gar nicht drüber zu stehen und versuch auch nicht, dich damit abzufinden. Ich finde es toll, dass du überhaupt weggehst, und dass du immerhin noch schaffst vor anderen zu essen , das schaff ich nicht ...
Könntest du dir vorstellen auch mal mit nem leichten Dressing zu bestellen?
Darf ich fragen, ob du in Therapie bist?
Ganz liebe Grüße lulufee

.
Danke, dein Beitrag bringt mich jetzt etwas ins Grübeln. Es stimmt ja, im Grunde haben sie Recht mit dem, was sie sagen... Ich bin nicht in Therapie, weil es bei mir immer nur so phasenweise ist, und in den schlechten Phasen denke ich mir immer, es wird ja auch wieder besser. Außerdem habe ich durch mein Studium momentan so viel um die Ohren, dass ich das Gefühl hab, zusätzlich noch eine Therapie zu machen, wäre zu viel Stress auf einmal...
Tut mir echt Leid, dass du da so tief drin steckst. Das muss echt hart sein Da kann ich mich ja eigentlich über meine Situation gar nicht beklagen... Bist du denn damit in Therapie?

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20. Januar 2013 um 17:11
In Antwort auf odette_12355495

.
Danke, dein Beitrag bringt mich jetzt etwas ins Grübeln. Es stimmt ja, im Grunde haben sie Recht mit dem, was sie sagen... Ich bin nicht in Therapie, weil es bei mir immer nur so phasenweise ist, und in den schlechten Phasen denke ich mir immer, es wird ja auch wieder besser. Außerdem habe ich durch mein Studium momentan so viel um die Ohren, dass ich das Gefühl hab, zusätzlich noch eine Therapie zu machen, wäre zu viel Stress auf einmal...
Tut mir echt Leid, dass du da so tief drin steckst. Das muss echt hart sein Da kann ich mich ja eigentlich über meine Situation gar nicht beklagen... Bist du denn damit in Therapie?

Naja...
...weißt du, du sagst, es ist phasenweise "so", aber damit kannst du eigentlich nur meinen, dass du phasenweise "so tief" drin bist, denn es gibt keinen Menschen, der heute ne Essstörung hat, nächste Woche dann wieder nicht, aber dann einen Monat später wieder, weißt du wie ich das meine? Ich kenne das mit dem "keine Zeit haben" , aber sei mal ehrlich zu dir selbst, diese eine Stunde in der Woche, meinst du nicht, dass man wenn man will, diese eine Stunde irgendwie findet?
Mach es! Es kann dir nicht schaden ...

Ja ich bin in Therapie, aber die läuft jetzt aus, meine Eltern wollen aber unbedingt, dass ich mir eine neue Therapeutin suche ... Ich bin zwar langsam etwas müde von all den vielen Therapien der letzten Jahre, aber sie würden mir den Kopf abreißen, wenn ich ihnen das sagen würde, daher werd ich das mal machen ^^ Wie gesagt, schaden kann es ja nicht, mal gucken, ob die Kasse das überhaupt noch bewilligt, würde mich nicht wundern, wenn nicht...
Aber dir würde ich wirklich nochmal ans Herz legen es mal zu versuchen, die eine Stunde wirst du finden!
Oder vielleicht eventuell eine Selbsthilfegruppe?
Könntest du dir das eher vorstellen?

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20. Januar 2013 um 17:32

Also, ich finde
es auch sehr gut, dass du weggehst, - wie schon gesagt wurde, schaffen das viele nicht. ich habe es damals in meiner schlimmen zeit auch nicht wirklich verstanden, wieso die mitmenschen, freunde... so reagieren. jetzt, wo ich ein eher normales essverhalten bzw. verhalten zum essen habe, verstehe ich das. ich habe mich dann sogar tw. geschämt dafür, dass ich nicht so wie die anderen gegessen habe. was aber auch falsch ist, ist zB, dass du aus schlechtem gewissen nur isst und es dir nachher schlecht geht. deine freunde sagen die wahrheit und die zu ertragen, ist sehr schwer. für mich war es auch extrem schwer, das von anderen zu hören, - weil, wir wissen es zwar, dass wir ein problem habe, aber soblad es jemand ausspricht, tuts halt noch mehr weh. aber ich denke mal, du bist auf dem richtigen weg, - es dauert nur eben sehr lange, bis sich ein eher normales verhalten (essenstechnisch) einstellt, - ich wünsche dir dafür alles gute und bleib ganz fest dran, du schaffst das, glg

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