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Sportsucht und Magersucht...kurz vorm Zusammenbruch?!

14. August 2013 um 20:36 Letzte Antwort: 15. August 2013 um 8:24

Hallo ihr alle, (sorry langer Text)

ich (27) bin ganz neu hier und habe mich angemeldet, weil ich gerade in diesem Forum ganz tolle Ratschläge und Feedback lesen konnte. Und genau das brauche ich auch mal, denn aufgrund meiner Lebenssituation und auch einer sehr belastenden Beziehung zu meinem Freund bin ich sozial recht isoliert. Ich bin berufstätig und studiere.....und habe seit 10 Jahren mit Magersucht zu kämpfen. Zu Beginn ging es mit dem Gewicht sehr tief und ich hatte auch einen Klinikaufenthalt. Danach pendelte ich eigentlich immer im leichten Untergewicht und auch ca. 2 Jahre fast symptomfrei im Normalgewicht (war auch vor der MS sehr schlank). Nun erlitt ich vor zwei Jahren einen Rückfall...Auslöser war mein Freund, der mich auf übelste Weise betrogen hatte und angab, dass seine Affäre (angeblich untergewichtig) so wunderbar schlank sei. Damit waren alle Dämme wieder offen, mit dem Schock über die Situation nahm ich erst ungewollt etwas ab und glitt ganz langsam wieder in den ganzen Mist rein. Ich hatte schon immer recht viel Sport gemacht (Krafttraining im Fitnessstudio und Ausdauer), aber über die Monate wurde es nun immer zwanghafter und bestimmt, wie auch die Essensaufnahme und das Hungern, immer mehr mein Leben.

Das Problem ist, dass ich es mir nicht eingestehen kann, da mein BMI bei 17,1 liegt (ich bin 1,76 groß) und ich in meinen schlimmsten Zeiten deutlich weniger wog. Allerdings gehe ich 4 mal die Woche eine gute Stunde intensiv Krafttraining machen und 6 Mal die Woche 8 km Joggen oder auf den Crosstrainer. Wenn ich mich auf Fotos ansehe, finde ich mich furchtbar anorektisch, vor allem im Gesicht und Schulterbereich...über meinem Bauch, Arme und sogar Oberschenkel kommen extrem die Venen raus, sodass ich vermute einen sehr geringen KFA zu haben und der BMI nicht so ganz aussagekräftig ist....kann das stimmen? Meine Periode ist auch extrem schwach trotz Pille, sodass ich vermute, sie ohne evtl. gar nicht zu bekommen.

In letzter Zeit geht es mir zunehmend mieser, weiche Knie wenn ich mich ausgepowert hab (und mein Körper nach Nahrung verlangt) Schwindel, Probleme Treppen hochzukommen und beim Laufen. Ich hatte heute sogar etwas Angst, da ich in meiner schlimmen MS-Zeit einen Herzbeutelerguss bekommen hatte....bin ich schon in einem Gewichtsbereich, in dem man sich Gedanken machen muss?...ist doch erst knapp unter der anorektischen Grenze oder hat die Dauer des Untergewichts und der KFA bzw. Sport auch Einfluss? Da ich sehr wenig schlafe, schiebe ich gerne alles darauf....mmmh
Oft versuche ich zuzunehmen, weil ich mir Sorgen mache, dann esse ich am We bei meinem Freund deutlich mehr (freue mich sogar darauf endlich mal Kekse usw. zu essen), aber sobald sich ein Kilo mehr auch nur ankündigt, lenke ich gegen....und finde tausend Gründe das aufzuschieben...wahrscheinlich irgendwann auf Weihnachten Auch mein Freund spielt eine Rolle, denn er steht ja auf sehr dünne Frauen und sagt er findet mich schön, so wie ich bin (angeblich auch mit 5 Kilo mehr, aber das kann ich ihm nicht glauben). Bin emotional sehr abhängig von ihm....

Zu meinem Essverhalten....ich zähle nicht akribisch Kalorien, kenne sie aber und esse sehr kontrolliert und vor allem low carb. Denke ich komme normalerweise auf 1600 Kalos, aber laut meinem Trainer brauch ich zum Halten 2500 und 3000 zum Zunehmen (wegen Sport und anstrengender Arbeit).....bin ich im Hungerstoffwechsel, denn ich nehme trotzdem auch nicht weiter ab? Kann es sein, dass das mich so umhaut???

Ich weiß ich habe viel geschrieben und sehr wirr....genauso wie es in meinem Kopf eben aussieht
Würde mich sehr über Feedback freuen....

Lieben Gruß, ShinyWhite

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15. August 2013 um 8:24

..kenne ich
Liebe Shinywhite,

deine Schilderungen kommen mir sehr bekannt vor, zumal auch ich von der Sportanorexie betroffen war/bin. Nach 3 Jahren Therapie geht es mir deutlich besser und ich kann schon gut mit der ES umgehen, aber dieser "Teufelskreis" kann immer wieder ausbrechen (speziell bei schlimmen Vorfällen) und dann stelle ich mich immer wieder der Herausforderung, mich für den gesunden Weg zu entscheiden- das klappt nun auch schon echt gut. Aber ich habe sehr lange gebraucht ........
Auch ich war schon immer sehr schlank, BMI-Bereich unteres NG..doch dann fing ich langsam an, mich gesünder zu ernähren, das wurde immer weniger und Sport schon fast exzessiv ... später rutschte ich in die "normale Anorexie" ohne Sport,weil ich ne Ausbildung anfing,den ganzen Tag auf den Beinen war und keine Zeit und Kraft mehr für die eigentliche Fitness hatte...

Periode- hatte ich jahrelang nicht. Ganz typisch für Frauen mit UG bzw. einem sehr niedrigen KF-Anteil (also Sportlerinnen)...hier geht es wohl deutlich mehr um den KF-Anteil als den BMI. Denn wir können auch ein "höheres" Gewicht haben, dass aber aus einem großen Anteil Muskeln besteht ...

Deine beschriebenen Symptome (weiche Knie,schwarz vor Augen,Schwindel,Unterzuckerung oder Gelenksschmerzen,...)kenne ich sehr gut.

Hast du dir denn mal deine Knochendichte messen lassen?
Bist du denn noch in Behandlung??

Uhh...1600kcal sind deutlich zu wenig. Gerade wenn du Sport treibst. Ich achte nun immer darauf, nicht unter die 2000kcal zu rutschen. Im schlimmsten Fall sind es 1800 oder knapp darunter, aber wirklich nur im äußerst seltensten Fall...
Wie rasch und lange man sich im Hunger-SW aufhält, kann ich nicht genau sagen. Das wird wohl auch individuell sein ..

Ganz liebe Grüße!!!!

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