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So jung und Depressionen diagnostiziert......

23. Juli 2012 um 12:00

Hallo ....
Bei mir kreisen einfach die Gedanken und leider traue ich mich nicht so recht mit meinen freunden oder meiner Familie darüber zu sprechen.... Sie wissen alle darüber bescheid, über meine diagnose und das ich Tabletten nehmen muss, aber über meine Gedanken zu sprechen oder zu sagen dass ich wirklich überhaupt nicht mit dieser Diagnose zurecht komme, das bekomm ich nicht übers herz, mir kommt es vor als ginge es mir jetzt schlechter als zuvor....
Sie sorgen sich alle so sehr um mich und fühlen sich selbst so hilflos und haben Angst das es noch schlimmer wird, da kann ich ihnen doch nicht erzählen,dass ich am liebsten garnicht mehr hier wäre?? oder dass ich leider keine Kraft mehr habe um ein grinsen aufzulegen..... Bitte nicht falsch verstehen, ich würde mir nichts antun, schon garnicht wegen meiner Famile, sie sind mein Leben.

Vorab: Ich bin übrigens 23 Jahre alt, Gesundheits- und Krankenpflegerin und sehr glücklich in meiner Beziehung und mit meiner Familie. Ich helfe täglich anderen Menschen und mache dies wirklich mit überzeugung, kein andrer Beruf würde mich so erfüllen wie dieser! Ich kenne mich mit der Erkrankung der Depression so gut aus und habe auch viele Patienten schon begleitet über sehr schwere phasen....

Und nun bin ich selbst betroffen..... und fühle mich auf einmal so wahnsinnig hilflos... als ich die diagnose vor kurzem bekam, ging ich arbeiten und traute mich nach dem arbeiten garnicht nach Hause, mein Partner gegenüber zu stehen und ihm das zu sagen..... ich schämte mich ... warum auch immer... Er ging einfach super damit um, viel besser als ich selbst...

Es tut mir leid, ich weiß eig. garnicht was ich hier tue, aber ich fühle mich damit einfach einwenig überfordert...

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23. Juli 2012 um 19:59

Ich habe
auch diese Diagnose ...
Das schlimme daran is, dass man sich selbst nicht mag und auch nicht versteht.
Es ist wichtig, dass Du auch solche Dinge, wie:" Ich will nicht mehr" äusserst!

Reden, reden, reden ...

Wie wirkt sich das bei Dir aus?

Nimmst Du "nur" Tablette oder machst du ne Therapie?

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23. Juli 2012 um 22:56
In Antwort auf claerchen7

Ich habe
auch diese Diagnose ...
Das schlimme daran is, dass man sich selbst nicht mag und auch nicht versteht.
Es ist wichtig, dass Du auch solche Dinge, wie:" Ich will nicht mehr" äusserst!

Reden, reden, reden ...

Wie wirkt sich das bei Dir aus?

Nimmst Du "nur" Tablette oder machst du ne Therapie?

Hallo claerchen7
.... und danke das du mir schreibst, freut mich sehr.

Darüber reden??!!? Ich weiß nicht so recht, aber selbst für mich ist es sehr beängstigend das ich nicht mehr will, wie ist das wohl erst für meine nahestehenden. Ich glaube das könnten sie nicht ertragen und ich möchte ja keine zusätzliche "Belastung" darstellen. Das ist einfach sehr schwierig.... Hast du einen Partner? Erzählst du ihm solche Gedanken?

Bei mir wirkt sich das in sofern aus:
Das ich eigendlich immer müde bin, Antriebslos, Keinen Hunger habe ( wiege nur noch 53KG bei einer Körpergröße von 1,72m),bin sehr vergesslich geworden,habe wahnsinnige Stimmungsschwankungen bin sehr schnell reizbar, im Großen und Ganzen bin ich für nichts mehr zu gebrauchen. Selbst mein Haushalt zu machen ist für mich wie eine welt zu erobern, oder Einkaufen zu gehen.... ohje, einkaufen ist das schlimmste für mich, ich war noch nie so verplant. Ich meine immer das ich alles Eingekauft habe und dann beim Kochen oder wenn mein Partner mal drüber schaut,bemerke ich erst was ich alles vergessen habe....

Derzeit nehme ich "nur" Tabletten, bisher jeden Morgen.
Werden jetzt erstmal schauen wie ich das Medikament vertrage und dann mal schauen....
Über eine Therapie habe ich mir zwar schon gedanken gemacht, aber ich bin noch nicht wirklich zu einem entschluss gekommen, fühle mich schon überfordert genug.....

Wie ist das denn bei dir??

LG

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24. Juli 2012 um 14:28

Hallo niera89
Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich selber sehr beängstigend ist, solche Gedanken zu haben.
Ich hatte so ein bisschen angst vor mir selber.

Ich war schon immer ein wenig launisch und die Stimmung ist immer hoch und runter gegangen. Doch irgendwann nist sie gar nicht mehr hochgekommen. Ich habe einen Partner und eine Stieftochter, die haben dann alles abbekommen. Ist mir erst gar nicht aufgefallen.
Ich konnte nicht mehr schlafen. Schlaf war immer das wichtigste für mich und ich war immer sehr stolz, dass ich eine von denen bin, die trotz Schichtdienst keine Schlafprobleme hat.
Ich saß eines Abend auf Arbeit und da traf es mich irgendwie ....
Ich kann nicht mehr.

Dann war ich krank. Ich ging zu meinem Hausarzt, der schrieb mich für ne Woche krank. Hätt ja auch einfach nur Erschöpfung sein können.
War es aber nicht.
Noch eine Woche später wurde ich eingewiesen.
Ich kam mir vor wie ferngesteuert.

Alles was Du geschrieben hast, kommt mir sehr bekannt vor.
Letztendlich war ich 5 monate arbeitsunfähig.
Ich gehe erst seit Mai wieder Vollzeit arbeiten.

Mein Partner hat mich 100% unterstützt, obwohl es sehr schwierig ist, eine launenhafte und manchmal auch völlig unberechenbare Person bei Laune zu halten.
Ich habe mehrmals gesagt, ich kann nicht mehr. Es war gut so.

Das letzte Mal vor 3 Wochen.
Hat hat keinen besonderen Hintergrund, dies zu äussern, aber wenn es so weit ist, dann tu ich das.
Er rüttelt mich dann irgendwie wieder wach.
Körperlich und verbal. Er fasst mich an die Schultern und besteht darauf dass ich ihn anshe. Und dann muss ich reden. Ein "darum" zählt nicht. Ich muss mich erklären und das ist verdammt schwierig. Vor allen Dingen, weil ich hinterher immer festgestellt habe, dass ich gar keinen Grund habe. Und dass es Menschen gibt, die zu 100% hinter mir stehen. Auch wenn ich nicht mehr will.

Diese Krankheit ist wahnsinnig schwer zu akzeptieren.
Ich frage mich: "Warum bist Du so? Du warst mal anders. "
Das macht kaputt. Man muss versuchen zu sagen: " Ok, ich bin jetzt so und ich versuche damit zu Leben. Mit Hilfe. Mit reden. Du darfst nicht schlucken.
Ich habe es mit Medikamenten versucht. 4 verschiedene Präparate. Es hat nur Nebenwirkungen gebracht aber keine Verbesserung meines Gemütszustandes. Ich wollte eine Gesprächstherapie machen, doch die Therapeuten wollten mich nicht. Ist nicht Jedermanns Sache aber jetzt habe ich eine Heilpraktikerin gefunden und sie ist die Einzige, die was bewirken konnte.

Ich wollte eigentlich nicht so viel schreiben.

Wenn Du fragen hast, dann kannst Du mich auch per PN anschreiben. Oder einfach um zu "reden".

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig Aufschluss geben.

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25. Juli 2012 um 16:33
In Antwort auf dsra_12245411

Hallo claerchen7
.... und danke das du mir schreibst, freut mich sehr.

Darüber reden??!!? Ich weiß nicht so recht, aber selbst für mich ist es sehr beängstigend das ich nicht mehr will, wie ist das wohl erst für meine nahestehenden. Ich glaube das könnten sie nicht ertragen und ich möchte ja keine zusätzliche "Belastung" darstellen. Das ist einfach sehr schwierig.... Hast du einen Partner? Erzählst du ihm solche Gedanken?

Bei mir wirkt sich das in sofern aus:
Das ich eigendlich immer müde bin, Antriebslos, Keinen Hunger habe ( wiege nur noch 53KG bei einer Körpergröße von 1,72m),bin sehr vergesslich geworden,habe wahnsinnige Stimmungsschwankungen bin sehr schnell reizbar, im Großen und Ganzen bin ich für nichts mehr zu gebrauchen. Selbst mein Haushalt zu machen ist für mich wie eine welt zu erobern, oder Einkaufen zu gehen.... ohje, einkaufen ist das schlimmste für mich, ich war noch nie so verplant. Ich meine immer das ich alles Eingekauft habe und dann beim Kochen oder wenn mein Partner mal drüber schaut,bemerke ich erst was ich alles vergessen habe....

Derzeit nehme ich "nur" Tabletten, bisher jeden Morgen.
Werden jetzt erstmal schauen wie ich das Medikament vertrage und dann mal schauen....
Über eine Therapie habe ich mir zwar schon gedanken gemacht, aber ich bin noch nicht wirklich zu einem entschluss gekommen, fühle mich schon überfordert genug.....

Wie ist das denn bei dir??

LG

Ich habe dich nicht vergessen
heute kann ich leider noch nicht Antworten. Morgen habe ich zeit und bin bestimmt auch ausgeschlafener ...

PN geht mit'm Handy irrender nicht.

Liebe Grüße

Claerchen

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11. Januar 2013 um 14:25

So jung und Depressionen diagnostiziert......
hallo niera,

ich hoffe, du liest meine nachricht noch und bekommst sie nicht zuu spät..
ich habe deinen beitrag gerade erst gefunden und aufgrund deiner nachricht hatte ich das bedürfniss dir zu antworten. ich bin 31 jahre alt und bin chronisch depressiv, habe eine emotionale persönlichkeitsstörung und borderline..
ich denke, ich weiß ziemlich genau, was du gerade durchmachst.
den wichtigsten rat, den ich dir hier geben kann ist, dass du mit deinen gedanken und gefühlen nicht hinter dem berg halten darfst! das wichtigste in einer depression und auch danach ist das reden. niemand kann in dich hinein sehen und dir helfen, wenn du nicht redest! das ist in so einer phase immer unglaublich schwer und anstrengend, man möchte niemandem zur last fallen und hat das gefühl/bedürfniss alles mit sich selbst ausmachen zu müssen. oder viel. hat man auch einfach angst vor der reaktion des gegenübers.. aber wie gesagt, nur so gehts. es ist unglaublich schwer, diese diagnose zu akzeptieren! ich bekam meine mit fast 23, genau wie du. es war der horror! ich konnte niemandem sagen, was eigentlich los war und ich war doch noch so jung und grad frisch verheiratet, hatte zwei wunderbare kinder und musste doch glücklich sein, ich hatte doch alles... aber so war es nicht und es hat jahre gebraucht, da hin zu kommen wo ich heute bin! leider hatte ich bei meiner familie nicht so ein glück wie du, aber ich hatte auch einen partner, der für mich da war und mir sehr geholfen hat! ich möchte dir damit sagen, dass es besser wird, wenn man sich helfen lässt! das ist sehr schwer, wenn man selbst derjenige war, der immer geholfen hat. aber du wirst feststellen, wie gerne deine familie dir hilft und das es dir hilft diese hilfe an zu nehmen. das macht dich nicht zu einem schlechteren oder schwachen, sondern zu einem sehr starken menschen, wenn das können nur sehr wenige! diese art von erkrankung kann man nicht nur mit medikamenten behandeln. sie erfordert viel arbeit und geduld. ich habe mich nie besser gekannt als jetzt. ich weiß genau, was ich will und wo meine grenzen sind. ich weiß, was mir gut tut und wie ich dinge, die mich belasten ausgrenzen kann. ich kann wieder lachen und freude empfinden, statt nur diese leere in mir zu spüren. und ich nehme mir zeit für mich ganz alleine. es gibt ein licht am ende des tunnels! versprochen! bleib stark und kämpfe weiter. alles gute für dich! lg lilly

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