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Sind Zungen-, Wangen- und Lippenbisse im Schlaf ein Hinweis auf Epilepsie?

2. April 2017 um 20:27

Liebe Community,

vor einem Jahr diagnostizierte ein Neurologe bei mir eine Absencen-Epilepsie, allerdings nur aufgrund der Schilderung meiner gelegentlichen "Aussetzer".
Im Ruhe-EEG waren nur unspezifische Auffälligkeiten zu sehen (dysrhythmische Abläufe mit Zwischenwellen). Das Langzeit-EEG sowie das MRT waren unauffällig.
Nach dem Langzeit-EEG in der neurologischen Abteilung eines Krankenhauses hieß es: Ausschluss einer Absencen-Epilepsie.
Ich war erst einmal beruhigt und schloss mit dem Thema ab.

Seit dem Herbst bemerkte ich aber Symptome, die mir Angst machten.
Auf der Treppe zu meiner Wohnung und einmal auch beim Arbeitgeber kam es einige Male zum plötzlichen Sturz. Beim Raufgehen fiel ich nach vorn, ohne dass mir vorher schwindelig war oder mir schwarz vor Augen wurde.
Auch hatte ich zweimal eine Migräne mit Aura (Gesichtsfeldausfälle und Sehen von bunten Zacken). Ich leide seit Jahren unter Migräne, hatte aber niemals solche Beschwerden.
Also beschloss ich, einen anderen Neurologen aufzusuchen.

Im EEG zeigten sich dieses Mal unter und auch nach Hyperventilation wiederholt generalisiert auftretende spike-wave-Komplexe. Was ja noch keine Epilepsie beweist, sondern nur auf eine erhöhte Anfallsbereitschaft hindeutet.
Bei der weiteren neurologischen Untersuchung sah der Arzt meine vernarbte Zunge.
Ich habe mir vor vielen Jahren wohl einige Male im Schlaf auf die Zunge gebissen. Schlimmer waren aber die Bisse in die Wangenschleimhaut, wo ich mich laut Zahnarzt regelrecht verstümmelt hatte. Ich hatte damals großen beruflichen Stress und eine belastende Operation und schob es demzufolge auf die Psyche.
Dieses Phänomen verschwand so plötzlich wie es gekommen war.

Vor drei Jahren allerdings hatte ich dann eine Phase, wo ich mir regelmäßig nachts in die Lippe gebissen habe. Es entstand ein großes Fibrom, das zweimal vom Zahnarzt weggelasert wurde und zweimal vom Kieferchirurg chirurgisch entfernt werden musste. Entsprechend löchrig ist meine Lippe jetzt.
Für den Neurologen waren die Bissverletzungen aber ein Hinweis auf epileptische Anfälle.
Seiner Meinung nach spreche es für ein Bewusstlosigkeit während des Schlafs, weil ich von den Schmerzen bei den Verletzungen nicht wach geworden bin. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich die Schmerzen immer erst am Morgen bemerkt.

Ich soll nun Lamotrigin nehmen mit einer langsamen Dosiserhöhung bis zu einer Zieldosierung von 2 x 100 mg.
Ich habe Angst vor den Nebenwirkungen, die Antiepileptika oft mit sich bringen (habe im Internet einiges darüber gelesen, auch wenn Lamotrigin zu den "harmloseren" Antiepileptika gehören soll).

Was meint ihr dazu?
Sind die Schlussfolgerungen des Neurologen glaubwürdig, dass die erhöhte Anfallsbereitschaft im EEG und der Befund (deutliche Verletzungsfolgen an der Zunge und Lippe) vereinbar sind mit einer generalisierten Epilepsie?

Noch immer hoffe ich, dass das alles ein böser Irrtum ist.

Liebe Grüße,
Serlina

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5. April 2017 um 21:31

Danke für eure Antworten.

@ julius127

Leider glaube ich nicht, dass die Einnahme von Magnesium reicht, falls ich wirklich Epilepsie habe. Das wäre zu einfach, und die meisten Epilepsie-Betroffenen könnten sich ja dann die Nebenwirkungen von Antiepileptika sparen.

@ prinzessin20201

Nein, ich hatte den Kopf nie zur Seite gedreht, wenn ich gestürzt bin. Ich guckte nach vorn und so passierte es, dass ich plötzlich auf einer Treppe nach vorne fiel.
Ich finde das irgendwie beunruhigend und bin jetzt jedes Mal sehr konzentriert und vorsichtig, wenn ich eine Treppe raufgehe. Beim Runtergehen habe ich komischerweise nie Probleme. Da kann ich immer noch so schnell laufen wie vorher.

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