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Selbstwertgefühl, Leben wird durchs Essen beeinflusst.. Binge Eating?

28. Dezember 2015 um 22:41

Hallo an euch,
ich überlege nun seit Stunden hier mal zu schreiben und bin mir immer noch nicht ganz sicher ob ich es abschicken werde..
Nun mal kurz zu mir.. Ich litt seit Jahren an Depressionen und kämpfe mich seitdem da ziemlich gut durch. Ca. 2010 war ich deshalb in einer Klinik und wog damals 116 kg bei einer Größe von 1,75m. Dort wurde beiläufig von einer Essstörung gesprochen aber es wurde nie weiter drauf eingegangen..
Ich habe mich damals selbst entlassen weil ich das Gefühl hatte, dass ich anders bin und mich keiner verstehen kann.. Ich bin ein Mensch der immer gern zu Hause ist, der extreme Probleme damit hat zu arbeiten und vor allem keine Freunde findet. Meine Familie waren meine Freunde doch mittlerweile fühle ich mich dort auch nicht mehr wohl..
Ich wusste schon immer, dass meine Laune vom essen abhängig ist. Esse ich gesunde (und nehme ab) geht es mir gut. Esse ich falsche Lebensmittel fühle ich mich schlecht und bin wütend auf mich. Ich hatte es damals allein geschafft 30 kg abzunehmen. Aber mein Selbsthass blieb immer bestehen..
In diesem Jahr habe ich wieder umheimlich zugenommen und jeder Tag wird für mich unerträglicher. Ich habe mich und mein Leben in den letzten Wochen mehr beobachtet als gewertet und festgestellt, dass alle Probleme die ich habe (Freunde, Arbeit) usw. darin bestehen, dass ich mich, so, wie ich aussehe nicht in die Welt heraus traue. Ich habe erkannt, dass der Gedanke "wenn ich dünn bin" mein Leben vollkommen zufrieden stellt.
Ich dachte immer, dass ich mit diesen Problemen der einzige Mensch auf der Welt sei, bis ich vor ein paar Tagen von Bite Eating hörte. Seitdem lese ich unheimlich viel und bin so schockiert oder froh, dass es Menschen wie mich gibt. Ich kann immer noch nicht glauben, dass es Menschen gibt denen es ähnlich wie mir geht..
Ich weiß nur nicht mehr was ich tun soll. Ich esse und esse aus Frust weil ich wieder so viel zugenommen habe.
Ich wollte deshalb hier mal nachfragen ob ihr Tipps habt wie ihr mit Situationen umgeht wenn ihr euch schlecht fühlt und dann esst um dieses leere Loch zu füllen?
Es ist leider doch mehr geworden als gedacht, deshalb höre ich an dieser Stelle mal auf und hoffe, dass mir der ein oder andere vielleicht ein paar Tipps geben kann..
Ich wünsche euch einen schönen Abend
Liebe Grüße

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28. Dezember 2015 um 23:48

Liebe naclo,
früher war ich auch Binge Eaterin - ohne es zu wissen - und habe bevor ich auch meine Figur für mein Glück im Leben verantwortlich gemacht habe - auch so um den Dreh gewogen bei derselben Größe.

Nun. Ganz ehrlich. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen. Dann würde ich direkt in eine Klinik für Binge Eating gehen und hätte ein gesundes Leben. ~ Traumszenario.

Weißt du. Das Geheimnis ist - glaub mir: mit 50 kg weniger wirst du auch nicht glücklicher sein. Du wirst dich nach wie vor hassen und an jedem Spiegel vorbei rollen.
Und auch mit 60 kg Gewicht wirst du nicht glücklicher sein.

Ich würde dir deshalb dringend eine Therapie ans Herz legen, die beides im Auge hat.

Hast du denn Essattacken? Wie äußert sich deine Essstörung?

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29. Dezember 2015 um 0:00
In Antwort auf blamimibla

Liebe naclo,
früher war ich auch Binge Eaterin - ohne es zu wissen - und habe bevor ich auch meine Figur für mein Glück im Leben verantwortlich gemacht habe - auch so um den Dreh gewogen bei derselben Größe.

Nun. Ganz ehrlich. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen. Dann würde ich direkt in eine Klinik für Binge Eating gehen und hätte ein gesundes Leben. ~ Traumszenario.

Weißt du. Das Geheimnis ist - glaub mir: mit 50 kg weniger wirst du auch nicht glücklicher sein. Du wirst dich nach wie vor hassen und an jedem Spiegel vorbei rollen.
Und auch mit 60 kg Gewicht wirst du nicht glücklicher sein.

Ich würde dir deshalb dringend eine Therapie ans Herz legen, die beides im Auge hat.

Hast du denn Essattacken? Wie äußert sich deine Essstörung?

Hallo blamimibla..
Danke, für deine Antwort.. Ich weiß, dass egal wie viel ich abnehmen werde, nichts ändern wird.
Die Annahme von allem was ist, ist die Veränderung..
Jedoch schaffe ich es nicht diesen Grundgedanken zu verändern da ich auch sehr oft in der Kindheit Dinge über mein Gewicht hören musste..

Ich weiß nicht mal ob es eine Essstörung ist?!? Ich habe einer bekannten vor ein paar Tagen von alle dem erzählt und sie rat mir in eine Klinik zu gehen.. Nur denke ich mir, dass ich da ja nicht so einfach reinkomme und ehrlich gesagt war ich mehr auf der Suche nach einer Tagesklinik aber das scheint es nicht zu geben. Mir ist es sehr wichtig abends wieder zu Hause zu sein..

Da ich aber in den letzten Monaten enorme Probleme dadurch auf der Arbeit habe fühle ich mich schon fast gezwungen in eine Klinik zu gehen..

Ich habe heute einen Termin bei einer Beratungsstelle gemacht.. Leider ist dieser erst Mitte Januar möglich..

Ich glaube nicht, dass ich richtige fressanfälle habe.. Ich esse einfach zu viel Sachen zwischendurch und mittags dann richtig.. Ich merke nicht wenn ich satt bin und esse bis nix mehr geht.. Danach bin ich so traurig, dass ich es nicht schaffe und kann mich selbst kaum noch ansehen..

Ebenso auch meistens so viel weil ich mich schlecht fühle und mir unbewusst Beweise, dass ich es ja sowieso nicht schaffe..

Ich nehme mir jeden Tag vor wieder gesünder zu kochen und meine Gedanken kreisen den ganzen Tag umher was ich überhaupt essen soll aber ich kriege nicht die Kurve..

Ich weiß ja auch nicht

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29. Dezember 2015 um 0:17
In Antwort auf poncio_12288263

Hallo blamimibla..
Danke, für deine Antwort.. Ich weiß, dass egal wie viel ich abnehmen werde, nichts ändern wird.
Die Annahme von allem was ist, ist die Veränderung..
Jedoch schaffe ich es nicht diesen Grundgedanken zu verändern da ich auch sehr oft in der Kindheit Dinge über mein Gewicht hören musste..

Ich weiß nicht mal ob es eine Essstörung ist?!? Ich habe einer bekannten vor ein paar Tagen von alle dem erzählt und sie rat mir in eine Klinik zu gehen.. Nur denke ich mir, dass ich da ja nicht so einfach reinkomme und ehrlich gesagt war ich mehr auf der Suche nach einer Tagesklinik aber das scheint es nicht zu geben. Mir ist es sehr wichtig abends wieder zu Hause zu sein..

Da ich aber in den letzten Monaten enorme Probleme dadurch auf der Arbeit habe fühle ich mich schon fast gezwungen in eine Klinik zu gehen..

Ich habe heute einen Termin bei einer Beratungsstelle gemacht.. Leider ist dieser erst Mitte Januar möglich..

Ich glaube nicht, dass ich richtige fressanfälle habe.. Ich esse einfach zu viel Sachen zwischendurch und mittags dann richtig.. Ich merke nicht wenn ich satt bin und esse bis nix mehr geht.. Danach bin ich so traurig, dass ich es nicht schaffe und kann mich selbst kaum noch ansehen..

Ebenso auch meistens so viel weil ich mich schlecht fühle und mir unbewusst Beweise, dass ich es ja sowieso nicht schaffe..

Ich nehme mir jeden Tag vor wieder gesünder zu kochen und meine Gedanken kreisen den ganzen Tag umher was ich überhaupt essen soll aber ich kriege nicht die Kurve..

Ich weiß ja auch nicht

Liebe naclo,
also das klingt jetzt nicht primär nach Binge Eating, da es schon das Ding ist, dass man regelmäßig richtige Essattacken hat (unabhängig von Ernährung) und anschließend keine regulatorischen Maßnahmen ergreift.

Was du beschreibst klingt nach emotionalem Essen/Frustessen. Ich denke Essstörungskliniken die auch Adipositas-Patienten behandeln nehmen auch solche auf.
Ruf doch einfach mal Kliniken an, wo Adipositas/Binge Eating behandelt wird, bzw. die Beratungsstelle wird dir das auch sagen können.

Ursache ist natürlich deine Depression und dein schlechter psychischer Allgemeinzustand. Wenn sich dieser bessert wird auch der emotionale Hunger weniger werden und das permanente Essen nachlassen. Aber dadurch verfliegt das Gewicht natürlich auch nicht.
Natürlich bedingen sich das Übergewicht und die Depression sich bei dir unter anderem Gegenseitig, du bist also in einem Teufelskreis. Ich denke auf jeden Fall, dass du deine Depression anpacken musst und parallel dazu dann an deinem Gewicht gearbeitet werden muss und deinen Gewohnheiten, sodass der Leidensdruck deines Aussehens nachlässt und sich auch mehr auf die Depression konzentriert werden kann.

Ein stationärer Aufenthalt würde also definitiv Sinn machen, da du rauskommst aus den alten Mustern und aktiv an allen Fronten gearbeitet werden kann.

Bist du medikamentös eingestellt? Also bezüglich der Depression?

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29. Dezember 2015 um 8:18
In Antwort auf blamimibla

Liebe naclo,
also das klingt jetzt nicht primär nach Binge Eating, da es schon das Ding ist, dass man regelmäßig richtige Essattacken hat (unabhängig von Ernährung) und anschließend keine regulatorischen Maßnahmen ergreift.

Was du beschreibst klingt nach emotionalem Essen/Frustessen. Ich denke Essstörungskliniken die auch Adipositas-Patienten behandeln nehmen auch solche auf.
Ruf doch einfach mal Kliniken an, wo Adipositas/Binge Eating behandelt wird, bzw. die Beratungsstelle wird dir das auch sagen können.

Ursache ist natürlich deine Depression und dein schlechter psychischer Allgemeinzustand. Wenn sich dieser bessert wird auch der emotionale Hunger weniger werden und das permanente Essen nachlassen. Aber dadurch verfliegt das Gewicht natürlich auch nicht.
Natürlich bedingen sich das Übergewicht und die Depression sich bei dir unter anderem Gegenseitig, du bist also in einem Teufelskreis. Ich denke auf jeden Fall, dass du deine Depression anpacken musst und parallel dazu dann an deinem Gewicht gearbeitet werden muss und deinen Gewohnheiten, sodass der Leidensdruck deines Aussehens nachlässt und sich auch mehr auf die Depression konzentriert werden kann.

Ein stationärer Aufenthalt würde also definitiv Sinn machen, da du rauskommst aus den alten Mustern und aktiv an allen Fronten gearbeitet werden kann.

Bist du medikamentös eingestellt? Also bezüglich der Depression?

Guten morgen..
.. Ja, meine Gefühle sind sehr stark mit essen verbunden.. Ich finde leider keinen Ersatz als essen und das macht es mir so schwer..

Das die Depressionen so stark wie damals sind denke ich nicht.. Ich könnte mein Leben mit einem Satz beschreiben "so wie ich aussehe kann ich nicht leben" und das bezieht sich auf alle Bereiche und ich fühle mich schlecht und will nichts machen außer zu Hause zu bleiben.. Und dann esse ich wenn ich in dieser Spirale bin..

Dieses Satz hat sich so sehr in mir eingeprägt, dass es mir unmöglich vorkommt dieses zu löschen und durch die Wahrheit zu ersetzen obwohl sie mir bewusst ist..

Ebenso habe ich eine komplett falsche Wahrnehmung von mir und würde auch daran gerne arbeiten..

Medikamente nehme ich seit Jahren nicht mehr und möchte ich auch nicht mehr solang ich es ohne schaffe..

Lg

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29. Dezember 2015 um 8:35
In Antwort auf poncio_12288263

Guten morgen..
.. Ja, meine Gefühle sind sehr stark mit essen verbunden.. Ich finde leider keinen Ersatz als essen und das macht es mir so schwer..

Das die Depressionen so stark wie damals sind denke ich nicht.. Ich könnte mein Leben mit einem Satz beschreiben "so wie ich aussehe kann ich nicht leben" und das bezieht sich auf alle Bereiche und ich fühle mich schlecht und will nichts machen außer zu Hause zu bleiben.. Und dann esse ich wenn ich in dieser Spirale bin..

Dieses Satz hat sich so sehr in mir eingeprägt, dass es mir unmöglich vorkommt dieses zu löschen und durch die Wahrheit zu ersetzen obwohl sie mir bewusst ist..

Ebenso habe ich eine komplett falsche Wahrnehmung von mir und würde auch daran gerne arbeiten..

Medikamente nehme ich seit Jahren nicht mehr und möchte ich auch nicht mehr solang ich es ohne schaffe..

Lg

Das was Du beschreibst, habe ich bei einem
meiner Klinikaufenthalte genau so fast wortwörtlich gehört von zwei Patientinnen.
Das war in der Schön Klinik Roseneck und denen wurde dort mit einer Kombitherapie ganz gut geholfen. Sie hopsten, was die Therapien betrifft, zwischen der Depressions- und ES Station hin und her (war wohl sehr anstrengend, aber effektiv).
Alternative Strategien finden und Selbstfürsorge / Selbstliebe waren Thema !
Ich wünsch dir, dass du einen Weg findest !

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2. Januar 2016 um 17:11
In Antwort auf gereon_12076287

Das was Du beschreibst, habe ich bei einem
meiner Klinikaufenthalte genau so fast wortwörtlich gehört von zwei Patientinnen.
Das war in der Schön Klinik Roseneck und denen wurde dort mit einer Kombitherapie ganz gut geholfen. Sie hopsten, was die Therapien betrifft, zwischen der Depressions- und ES Station hin und her (war wohl sehr anstrengend, aber effektiv).
Alternative Strategien finden und Selbstfürsorge / Selbstliebe waren Thema !
Ich wünsch dir, dass du einen Weg findest !

Huhu..
..an euch.. Frohes neues Jahr wünsche ich euch..

Ich werde mal den Beratungstermin abwarten und dann mal schauen was ich mache..

Die Klinik wäre mir für mich die letzte Option obwohl ich mich so erstmal von der Arbeit fernhalten könnte was mir derzeit am meisten Probleme macht..

Ich danke euch für eure Nachrichten und hoffe, dass ich einen Therapeuten finde, der mir helfen kann..
Lg
Naclo

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Klinik in und um Frankurt, Erfahrungen
Von: poncio_12288263
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12. Januar 2016 um 21:18
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