Forum / Fit & Gesund

Seit wann und wo gibt es Essstörungen?

29. Januar 2014 um 15:31 Letzte Antwort: 30. Januar 2014 um 0:00

Hallo liebes Forum,
viele meinen ja das es Essstörungen nur in Ländern vorhanden sind,wo es einen Überfluss an Nahrung gibt.Glaubt ihr das stimmt?Ich meine es gibt ja viele verschiedene Gründe für Essstörungen(Stress,Angst,Lang weille,Gesellschaft...),warum also sind Essstörungen nur bei eher Reichen Leuten vorhanden?
Oft schäme ich mich für meine Magersucht,vorallem wenn ich an die vielen Hungernden denke,die sich den Hunger nicht aussuchen können.Glaubt ihr wenn man in Afrika oder in armen Länder aufwachsen würde,würde ist es eher unwahrscheinlich an Magersucht zu erkanken?
Und meine zweite Frage ist,wie schon in der Überschrift steht :Seit wann gibt es überhaupt Essstörungen?Gab es sie schon immer oder erst seit die Gesellschaft dünn als "schön" empfindet.Was wäre wenn die Medien,aufhören würden mit dünnen Model Werbung zu machen und die Gesellschaft rundere Figuren als schön bezeichnen würde.Wäre das zum Beispiel ein Weg Essstörungen für die nächsten Generationen zu vermeiden?
Ich freue mich auf Antworten
LG Alice

Mehr lesen

29. Januar 2014 um 16:46

Im alten rom
erbrachen sich bereits die menschen nach dem essen.also es wurde extra viel gegessen,so richtige orgien,und danach alles durch selbstinduziertes erbrechen losgeworden.jedenfalls gibt es viele schriften dazu.heute würde das wohl unter bulimie fallen,früher galt es als normal und zeichen von reich und wohlauf.wahrscheinlich wusste man auch noch nicht viel von den gesundheitlichen folgen und es manifestierte sich weniger schnell zur sucht.wenn du die frauenbilder von heute mit jenen von paar jahrzehnten oder jahrhunderten vergleichst,dann war das idealbild auch anders.üppige frauen waren gefragt.ein zeichen von wohlstand und gesundheit.ich glaube ,dass hauptsächlich die nahrungsungleichverteilung heute eine rolle spielt.in moldawien sind essstörungen kaum bekannt,in westeuropa dagegen schon.einerseits der bezug zum essen ist anders(ich finde in den nächsten 10 meter irgendwas zu essen hier) aber auch die psychosozialen faktoren wie leistungsdenken und orientierung an anderen.

Gefällt mir

29. Januar 2014 um 16:50
In Antwort auf

Im alten rom
erbrachen sich bereits die menschen nach dem essen.also es wurde extra viel gegessen,so richtige orgien,und danach alles durch selbstinduziertes erbrechen losgeworden.jedenfalls gibt es viele schriften dazu.heute würde das wohl unter bulimie fallen,früher galt es als normal und zeichen von reich und wohlauf.wahrscheinlich wusste man auch noch nicht viel von den gesundheitlichen folgen und es manifestierte sich weniger schnell zur sucht.wenn du die frauenbilder von heute mit jenen von paar jahrzehnten oder jahrhunderten vergleichst,dann war das idealbild auch anders.üppige frauen waren gefragt.ein zeichen von wohlstand und gesundheit.ich glaube ,dass hauptsächlich die nahrungsungleichverteilung heute eine rolle spielt.in moldawien sind essstörungen kaum bekannt,in westeuropa dagegen schon.einerseits der bezug zum essen ist anders(ich finde in den nächsten 10 meter irgendwas zu essen hier) aber auch die psychosozialen faktoren wie leistungsdenken und orientierung an anderen.

Und ich glaub
auch dass bereits die magersucht zu früheren zeiten (16.&17.jh) existierte,denn anorexie ist nicht nur mit vergleichen,bestreben und äusserlichen faktoren/pushs gekoppelt,sondern hängt stark mit der persönlichkeit & resilienz ab.die psyche spielt
eine wichtige rolle,unabhängig von nahrungsvorhandensein und gesellschaft.es prägt aber schlussendlich alles in einem wechselspiel einander

Gefällt mir

29. Januar 2014 um 22:52

Spannende Frage ...
...damit habe ich mich auch mal auseinandergesetzt, weil ich die Gleichung

Überfluss + extrem schlankes Körperideal = Anorexie

immer zu simpel fand, weil es so viele Aspekte der Anorexie nicht berücksichtigt. Jedenfalls ist es dieses Bild der Anorexie, das es für mich schon immer schwer macht mich dazu zu bekennen, weil es in meinen Augen indirekt den Aspekt: Anroexie = oberflächliche Barbiepuppe transportiert.

Sehr spannend fand ich die Theorie von Rudolph Bell, der in seinem Buch Holy Anorexia die These aufgestellt, dass Fälle von strenger Askese , die zum Teil zum Tode führte seit dem Mittelalter als Anorexia Nervosa anzusehen sein könnten. Diese Theorie berücksichtigt zumindest in meinen Augen endlich mal den Aspekt des Süchtigmachen des Hungerns und das Glücksgefühl das Hungern auslöst. Für mich war schon immer "faszinierend" (tut mir leid, mir fällt gerade kein anderer Begriff ein), dass man sich trotz Hungern fit und leistungsfähig fühlen kann, was sich wohl medizinisch durch die dadurch verursachte Dopamin-Ausschüttung erklären lässt. Für mich definitiv ein Aspekt, der Anorexie so gefährlich macht.

Bei diesem Aspekt setzt übrigens auch die Theorie der amerikanische Psychologin Shan Guisinger an, die in der Anorexie eine in der Steinzeit entstandene Genvariante vermutet. "Damals, als sich die Menschen als Jäger und Sammler durchschlugen, kam es immer wieder zu Hungersnöten. Die meisten Urmenschen, vermutet die Forscherin, reagierten darauf mit Lethargie, um Energie zu sparen, bis es wieder Nahrung gab. Doch die Evolution, so Guisingers Theorie im Fachblatt Psychological Review (Nr. 4/03), setzte nicht alles auf diese Karte: Von einer Genvariante gesteuert, machten sich einige unserer Vorfahren auf, ihr Glück anderswo zu probieren. "Die Fähigkeit, nicht länger am Ort nach Nahrung zu suchen, sich rastlos und voller Energie zu fühlen, optimistisch zu verleugnen, dass man gefährlich abgemagert ist, konnte eine solche letzte, verzweifelte Anstrengung begünstigen", argumentiert die Psychologin."

"Dazu passen die jüngsten Befunde von Manfred Fichter, Leiter der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck am Chiemsee. Er und amerikanische Genetiker stießen bei der Suche nach erblichen Veranlagungen für die Essstörung auf eine verdächtige Region im Chromosom 1. Dort fanden sie bei Erkrankten Varianten der Gene für ausgerechnet die Antennenmoleküle im Hirn, die auf körpereigene Opiate und den Botenstoff Serotonin ansprechen, der auch beim Essverhalten eine wichtige Rolle spielt. Eine vom US-amerikanischen National Institute of Mental Health geförderte internationale Studie soll diese Befunde nun erhärten."

Ich wünschte es gäbe mehr Psychologen, die sich mit solchen Ideen auseinandersetzen und nicht ein solch pauschales Bild der Anorexie zeichnen.

ICh hoffe der Text verunsichert niemanden, finde das einfach nur ein sehr spannendes Thema, über das ich schon viel nachgedacht habe.

Liebe Grüße
Traumverloren

Gefällt mir

30. Januar 2014 um 0:00

..........................
Es liegt überwiegend an der Gesellschaft (Mobbing) / an der Vererbung / an den Umwelteinflüssen.

In Afrika halten die Leute wenigstens zusammen. Selbst wenn Deutschland mehr Güter besitzt, hat dieses Land sehr viele Schulden und viele wissen z. T. gar nicht, wie sie über die Runden kommen sollen.

Es liegt nicht mal an den Models, eher an den kranken Realitysoaps und dem anderen Mist. Die Medien wollen ein anderes Bild vermitteln: Wie man zu leben und zu denken hat.

Gefällt mir

Diskussionen dieses Nutzers