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SDU--Thyreojod 75 und schwangerschaft geplant

23. November 2010 um 14:21 Letzte Antwort: 4. Dezember 2010 um 0:04

Hallo zusammen,

vor ca. 1 Jahr wurde bei mir eine SD-Unterfunktion festgestellt. Ich began Tyreojod 50mg zu nehmen mittlerweile bin ich schon bei 75mg. Meine Werte
T4 1,1
T3 3,1
TSH 1,99
ich habe schon mal gegoogelt und denke das die Werte im Normbereich eigentlich sind..oder kann mir jemand genauers sagen? Mein Mann und ich planen nächsten Monat Schwanger zu werden jetzt hab ich einfach Angst das es vielleicht doch nicht so klappt wie wir wollen.
Glaubt ihr das es bei solchen Werte Probleme geben kann schwanger zu werden? Hab erst nächste Woche einen Termin bei Hausarzt aber das schwirrt mir einfach zuviel im kopf herum. Hat jemand Erfahrung mit dem Medikament in der schwangerschaft? Bin dankbar für jeden Rat.


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1. Dezember 2010 um 20:39

Thyronajod und Werte
Hallo Dzenny,

ich vermute, dass Du mit Tyreojod "Thyronajod" meinst. Dieses Medikament ist ein Kombipräparat, das sowohl Schilddrüsenhormon (T4) als auch Jod enthält. Jod sollte man nicht über längere Zeiträume einnehmen. Thyronajod sollte nach 2 Jahren gegen ein jodfreies Präparat, z.B. L-Thyroxin, ausgetauscht werden.

In der Schwangerschaft selber ist es üblich, dass der Gynäkologe ein Jodpräparat verschreibt. Hier wäre es also nicht weiter schlimm, bei Thyronajod zu bleiben, da dies bereits in der Tablette enthalten ist. Nach der Schwangerschaft ist es jedoch allerhöchste Zeit, auf ein jodfreies Präparat zu wechseln.

In Studien wurde festgestellt, dass mit der Einführung der Lebensmitteljodierung die Anzahl der Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse extrem zugenommen hat. Diese Studien machen sehr nachdenklich. Deshalb würde ich auch eine solche Erkrankung nicht herausfordern wollen, indem ich längerfristig Thyronajod einnehme.

Von Deinen Werten kann man nur den TSH-Wert beurteilen, da es für diesen einen laborunabhängigen Referenzbereich gibt. Die Obergrenze zur Unterfunktion liegt hierbei bei 2,5, jedoch behandeln gute Ärzte bei Symptomen bereits bei einem TSH von 2,0. Du bist genau an der Grenze. Wenn Du also noch Symptome hast, stimmt Deine Schilddrüseneinstellung noch nicht ganz. Wenn Du keine Symptome hast, ist alles in Ordnung. Die Werte T3 und T4 sind leider nicht aussagekräftig, da es sich nicht um die freien Werte handelt. Nicht der Wert T4 und T3, sondern die Werte fT4 und fT3 müssen bestimmt werden. Darüber hinaus benötigt man zur Interpretation dieser Werte noch die Angabe der Referenzbereiche.

Wie ich sehe, ist Dein Posting schon eine Woche her und Du müsstest bereits beim Arzt gewesen sein. Was hat er denn gesagt?

Gruß
Goldengel

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3. Dezember 2010 um 10:01
In Antwort auf gaenor_12902975

Thyronajod und Werte
Hallo Dzenny,

ich vermute, dass Du mit Tyreojod "Thyronajod" meinst. Dieses Medikament ist ein Kombipräparat, das sowohl Schilddrüsenhormon (T4) als auch Jod enthält. Jod sollte man nicht über längere Zeiträume einnehmen. Thyronajod sollte nach 2 Jahren gegen ein jodfreies Präparat, z.B. L-Thyroxin, ausgetauscht werden.

In der Schwangerschaft selber ist es üblich, dass der Gynäkologe ein Jodpräparat verschreibt. Hier wäre es also nicht weiter schlimm, bei Thyronajod zu bleiben, da dies bereits in der Tablette enthalten ist. Nach der Schwangerschaft ist es jedoch allerhöchste Zeit, auf ein jodfreies Präparat zu wechseln.

In Studien wurde festgestellt, dass mit der Einführung der Lebensmitteljodierung die Anzahl der Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse extrem zugenommen hat. Diese Studien machen sehr nachdenklich. Deshalb würde ich auch eine solche Erkrankung nicht herausfordern wollen, indem ich längerfristig Thyronajod einnehme.

Von Deinen Werten kann man nur den TSH-Wert beurteilen, da es für diesen einen laborunabhängigen Referenzbereich gibt. Die Obergrenze zur Unterfunktion liegt hierbei bei 2,5, jedoch behandeln gute Ärzte bei Symptomen bereits bei einem TSH von 2,0. Du bist genau an der Grenze. Wenn Du also noch Symptome hast, stimmt Deine Schilddrüseneinstellung noch nicht ganz. Wenn Du keine Symptome hast, ist alles in Ordnung. Die Werte T3 und T4 sind leider nicht aussagekräftig, da es sich nicht um die freien Werte handelt. Nicht der Wert T4 und T3, sondern die Werte fT4 und fT3 müssen bestimmt werden. Darüber hinaus benötigt man zur Interpretation dieser Werte noch die Angabe der Referenzbereiche.

Wie ich sehe, ist Dein Posting schon eine Woche her und Du müsstest bereits beim Arzt gewesen sein. Was hat er denn gesagt?

Gruß
Goldengel

Hallo,
zum Thema Jod gibt es leider mehere unterschiedliche Studien, die alle etwas anderes aussagen. Man sollte schon erwähnen, dass es gute und schlechte Jodverwerter gibt und sehr viele Menschen im ach so überjodierten Deutschland mit einer Jodmangelstruma (kalter Knoten). Allerdings scheinen die Ärzte auch nur die Studie gelesen zu haben, dass es in D sowieso schon zuviel Jod in den Speisen gibt und verordnen lieber ein Medikament, dass nicht hilft, statt Jod, welches z.B. in meinem konkreten Fall eine OP eventuell erspart hätte. Im Allgemeinen sollte aber vielleicht mal lieber genauer untersucht werden als generell Jod zu verteufeln. In manchen Fällen kann es durchaus richtig sein dieses zu nehmen.

Gruß, Archoales

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4. Dezember 2010 um 0:04
In Antwort auf erna_12255284

Hallo,
zum Thema Jod gibt es leider mehere unterschiedliche Studien, die alle etwas anderes aussagen. Man sollte schon erwähnen, dass es gute und schlechte Jodverwerter gibt und sehr viele Menschen im ach so überjodierten Deutschland mit einer Jodmangelstruma (kalter Knoten). Allerdings scheinen die Ärzte auch nur die Studie gelesen zu haben, dass es in D sowieso schon zuviel Jod in den Speisen gibt und verordnen lieber ein Medikament, dass nicht hilft, statt Jod, welches z.B. in meinem konkreten Fall eine OP eventuell erspart hätte. Im Allgemeinen sollte aber vielleicht mal lieber genauer untersucht werden als generell Jod zu verteufeln. In manchen Fällen kann es durchaus richtig sein dieses zu nehmen.

Gruß, Archoales

Jod
Hallo archoales,

Deine Wut auf die Fehlbehandlung der Ärzte ist verständlich, passt aber überhaupt nicht zu meiner Antwort. Ich schrieb, dass Thyronajod nicht länger als 2 Jahre gegeben werden solle und in der Schwangerschaft eh verordnet wird! Es geht also nicht generell gegen Jod, denn das braucht der Mensch, sondern es geht um das Thema: "Zu hohe Jodzufuhr".

Nach zwei Jahren der Jodeinnahme ist der Jodmangel mit Sicherheit behoben. Jod sollte nicht dann gegeben werden, wenn die Schilddrüse vergrößert ist (hier würde Schilddrüsenhormon in der richtigen Dosierung genauso gut helfen), sondern nur dann - und ausschließlich dann - wenn der Patient einen Jodmangel hat. Einen Jodmangel weist man nicht, wie das häufig getan wird, mit einer Urinspontanprobe nach. Dafür ist eine Blutanalyse sowie eine 24-Stunden-Urinanalyse absolut erforderlich. Dies habe ich aber bei Dzenny nirgends lesen können und muss davon ausgehen, dass es nicht gemacht wurde.

Du setzt Struma und kalten Knoten gleich. Das ist nicht richtig. Eine Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Ein kalter Knoten ist funktionsloses Schilddrüsengewebe.

Eine vergrößerte Schilddrüse kann auch der Anfang einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse sein und muss somit nicht unbedingt auf Jodmangel zurückzuführen sein. Wenn dies der Fall ist, dann ist Jod komplett kontraindiziert, weil es die Zerstörung der Schilddrüse noch anheizt. Leider ist die Diagnostik dieser SD-Autoimmunerkrankungen erfahrungsgemäß mehr als mangelhaft.

Bei meiner Mutter wurde z. B. erst ein kalter Knoten entdeckt und - wie üblich - ein Kombipräparat mit SD-Hormon und Jod verschrieben. Nach 2jähriger Einnahme dieses Präparates und andauernder Stresseinwirkung wuchs dieser Knoten unaufhaltsam. Er wuchs, obwohl sie dieses Kombipräparat mit Jod erhielt! Sie entschloss sich zur OP und bekam den Knoten herausoperiert. Die Ärzte verschrieben ihr über 10 Jahre eine Jodprophylaxe! Nach diesen 10 Jahren bekam sie Thyronajod, weil die Schilddrüse vergrößert war, und nach einem Jahr Einnahme dieses Präparates hatte das Jod seine Wirkung vollbracht! Durch die jahrelange Einnahme von Jod und jodhaltigen Medikamenten wurde die Autoimmunerkrankung ausgelöst. Dieser Fall stimmt mit den Ergebnissen der Studien über die Lebensmitteljodierung - und hierüber gibt es nicht nur eine Studie und nicht nur in einem Land - völlig überein.

Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass Jod ausschließlich bei NACHGEWIESENEM Jodmangel verordnet werden soll.

Ich weiss nicht, welche Schilddrüsenerkrankung Du hattest, jedoch vermute ich, dass es sich wohl um einen kalten Knoten gehandelt hat. Wurde bei Dir jemals RICHTIG (wie oben beschrieben) getestet, wie es mit einem Jodmangel in Deinem Fall ausgesehen hat? Ich bin mir sehr sicher, dass man das nicht gemacht hat, genauso wenig, wie bei den meisten Betroffenen.

Gruß
Goldengel7

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