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Schülerin nimmt immer mehr ab

29. Oktober 2013 um 20:54 Letzte Antwort: 30. Oktober 2013 um 12:57

Guten Abend sehr geehrte Damen und Herren,

Vielleicht sollte ich mich kurz vorstellen, mein Name ist Janie M., ich bin Lehrerin an einem Gymnasium für Deutsch, Psychologie und Russisch.
Im Laufe meines Lehrerjobs, sind mir die ein oder anderen Situationen untergekommen, in welchen SchülerInnen nicht mehr weiter wussten. Jetzt mal davon abgesehen, dass wir auch im Kollegium darüber gesprochen haben.

Wie Sie vielleicht merken, weiß ich nicht so recht wie ich mich formulieren soll, und vor allem wie ich das Problem beginnen soll.

Ich habe in der Oberstufe, 11. Klasse, eine Schülerin, die ich schon seit 3 Jahren unterrichte, dementsprechend habe ich diese Schülerin auch im Blick.

Vor einigen Jahren ist mir aufgefallen, dass sie sich verändert hat. Sie war traurig, psychisch kaum anwesend, sie hat einfach nicht mehr diese Ruhe ausgestrahlt, die ich von ihr kannte. Ich habe sie danach angesprochen, und gehofft sie würde sich mir ein wenig öffnen. Hat sie zu meiner Erleichterung auch gemacht, und von ihrer damals komplizierten Familiensituation kurz etwas erzählt.
Einmal hatte ich noch die Möglichkeit, ihr indirekt ein wenig Mut zu machen.
Ein paar andere Male, habe ich sie gefragt, ob alles okay sei, weil sie wieder sehr traurig aussah...

Ich persönlich gehe relativ offen, unter anderem auch mit meiner Vergangenheit und Sachen die mich bedrücken um. Das ist sowohl im Fachunterricht Psychologie, als auch in der Arbeitsgemeinschaft, die ich führe, der Fall.

Die besagte Schülerin hat in den letzten Monaten erheblich abgenommen, und ich mache mir ernsthaft Sorgen um sie.
Letzte Woche habe ich sie darauf angesprochen, dass sie ja abgenommen habe, und habe sie darauf hingewiesen, dass es nicht weniger werden sollte, denn so ist es ideal und hübsch für ihre Größe.
Sie war natürlich völlig durch den Wind, auch wenn sie versucht hat das zu überspielen, aber wozu unterrichte ich Psychologie

Ich habe jetzt die ganzen letzten Jahre ein wohlwollendes Auge auf sie gehabt, ich weiß gerade einfach nicht, was ich noch machen soll.
Ich habe da die ein oder andere Vermutung, aber natürlich nichts wirklich handfestes.

Ich hoffe Sie können mir einige Tipps geben, was ich jetzt noch machen kann, wie ich sie anspreche, ob ich warte, dass sie auf mich zukommt, weil ich sie ja nun auch nicht bedrängen will...

Ich würde eigentlich schon behaupten, dass wir ein positives Schüler-Lehrer-Verhältnis, auch durch die Arbeitsgemeinschaft, haben, wo man sich auch bei besonderen Sachen einfach mal mit einer Umarmung bedankt, und auch über viele Sachen, auch unschöne, spricht. Vielleicht vergleichbar mit einer kleinen Familie

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


Janie M.


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29. Oktober 2013 um 21:36

Hallo janie
ich war vor einer gewissen Zeit in einer ähnlichen Situation, nur mit umgekehrten Rollen. Also ich war die Schülerin
Durch meine Erfahrung kann ich sagen, dass ein offenes Ohr gut ist aber man sollte es nicht übertreiben.
Ich finde es sehr gut, dass du dir so viele Gedanken machst (bei uns machen das kaum Lehrer, besonders nicht in der Oberstufe) aaaaber es ist wichtig, dass das Mädchen sich nicht zu eingeengt fühlt.
Sag ihr (am besten unter 4 Augen), dass du dir Sorgen machst und immer für sie da bist.
Wenn sie möchte, wird sie dann schon kommen... Wenn nicht, dann eben nicht. Ich kann verstehen, dass man sich hilflos fühlt aber du kannst sie ja nicht zwingen sich dir anzuvertrauen...

Du hast geschrieben, dass du gesagt hast: " dass sie ja abgenommen habe und dass es nicht weniger werden sollte, denn so ist es ideal und hübsch für ihre Größe.
Wenn sie von einer Essstörung betroffen sein sollte, ist das für sie kein Grund aufzuhören.
Es könnte für sie sogar bedeuten, dass sie zu dick oder noch nicht dünn genug ist. Essgestörte haben eine ganz andere Wahrnehmung, sowohl für ihren eigenen Körper, als auch für ihre Umwelt.

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29. Oktober 2013 um 21:40

Hallo Janie,
ist es ok wenn ich "du" sage? Hier ist es, finde ich, ein Stück einfacher, da ja teilweise sehr offen geschrieben wird.. Erst einmal möchte ich sagen, dass ich das unglaublich gut und wichtig finde, dass du die Schüler siehst und nicht nur unterrichtest! Heute fallen leider gerade Schüler mit Problemen oft hinten runter, da die Lehrer meist gar keine Zeit haben auf sie einzugehen. Also wirklich super!!!
Ich denke, du hast einen guten Draht zu der Schülerin, sonst hätte sie sofort abgeblockt bei der kleinsten Nachfrage. Dass sie "durch den Wind" war, kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich war als Schülerin in einer ähnlichen Situation und war in dem Moment viel zu geschockt um auch nur irgendetwas Ehrliches zu sagen. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass du sie nicht aus den Augen verlierst. Sage ihr, dass du da bist, wenn sie reden möchte, aber reduziere es vielleicht nicht auf die Gewichtsabnahme. Meist ist das ja nur die Spitze des Eisbergs und das letzte über das sie sich zu sprechen traut. Ich kann euer Verhältnis natürlich nicht wirklich einschätzen, aber bleibe dran. Hätte damals bei mir jemand noch ein zweites Mal hingeschaut, hätte ich meine Fassade vielleicht gar nicht so wachsen lassen...
Ich wünsch dir alles Gute und bleibe so an deinen Schülern interessiert!

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30. Oktober 2013 um 12:57

Hallo Janie!
Auch ich war 2010 damals in der umgekehrten Situation.
Meine Lehrerin kannte mich seit 4 Jahren und war sichtlich bestürzt darüber, dass ich immer mehr abnahm. Ich konnte nicht mal aufstehen und mir die Jacke anziehen, ohne dass ihr Blick nicht auf mich fiel und sowas kam wie: 'Oh mein Gott Mädchen, hast du noch mehr/schon wieder abgenommen??'.
Ich für meinen Teil habe es aber nicht als Warnung oder ähnliches wahrgenommen, sondern als Bestätigung und mich teilweise sogar noch gut gefühlt dadurch und wurde durch solche Reaktionen motiviert, weiter zu machen.

Es ist in so einer Situation nicht einfach, mit Betroffenen umzugehen- wie weltenmalerin schon erwähnt hat. Am Besten mit Vorsicht.. denn wenn sie sich eingeengt fühlt, zieht sie sich noch mehr zurück und das ist ja nicht der Sinn der Sache.
Wenn Ihre Schülerin weiß, dass sie zu Ihnen kommen kann, wird sie es sicher tun, wenn sie sich bereit fühlt.. aber erzwingen kann man leider nichts!

Liebe Grüße & viel Glück,
Whisper

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