Home / Forum / Fit & Gesund / Schizophren - arbeiten oder nicht?

Schizophren - arbeiten oder nicht?

10. Juli 2008 um 15:53

Hallo zusammen!
Habe einen 31-jährigen Schwager, der seit seinem 14. Lebensjahr wohl schizo ist. Beobachte ga alles jetzt seit 7 Jahren. Er lebt im betreuten Wohnen, lungert jeden Tag bei seiner Mutter rum, raucht sehr viel unsd hat null Aufgaben oder Ziele.
Ist da normal?
Es geht ihm gut, er wäre auf jeden Fall in der Lage zu arbeiten, muß ja nicht gleich Vollzeit sein.

Glaube sogar, es würde ihm gut tun. er ist noch nie in seinem Leben gelobt worden, hatte nie ein Erfolgserlebnis...

Was meint ihr dazu?

LG Nora

Mehr lesen

13. Juli 2008 um 16:24

Huhu
Glaube auch, dass es ihm gut tuen würde zu arbeiten! Finde es auch toll von dir, dass du dir so Sorgen darum machst und auch bereit bist ihn zu unterstützen.
Viele Menschen die an einer psychischen Krankhet leiden arbeiten. Wieso dann nicht auch dein Schwager? Liebe Grüße

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. Juli 2008 um 23:58
In Antwort auf malati_12369395

Huhu
Glaube auch, dass es ihm gut tuen würde zu arbeiten! Finde es auch toll von dir, dass du dir so Sorgen darum machst und auch bereit bist ihn zu unterstützen.
Viele Menschen die an einer psychischen Krankhet leiden arbeiten. Wieso dann nicht auch dein Schwager? Liebe Grüße

Danke!
Hier scheint ja nicht so arg viel los zu sein...
Das Problem ist, er hat sich an diesen Zustand und ans Nichtstun gewöhnt. Er kennt es ja gar nicht anders...
Seine Familie hat ihn aufgegeben und sie meinen sie tun ihm Gutes, indem sie ihn einfach lassen!
Mir geht es schon um ihn aber in gewisser weise auch um mich und meinen Freund. Er schnorrt sich immer bei uns durch. Wir wollen aber mal ne Familie und dann geht das nicht. Mein freund kann nicht nein sagen, das heißt unterm Strich leiden alle drunter, die fleißig arbeiten..

Liebe Grüße

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

29. Juli 2008 um 1:36
In Antwort auf berlin_13021259

Danke!
Hier scheint ja nicht so arg viel los zu sein...
Das Problem ist, er hat sich an diesen Zustand und ans Nichtstun gewöhnt. Er kennt es ja gar nicht anders...
Seine Familie hat ihn aufgegeben und sie meinen sie tun ihm Gutes, indem sie ihn einfach lassen!
Mir geht es schon um ihn aber in gewisser weise auch um mich und meinen Freund. Er schnorrt sich immer bei uns durch. Wir wollen aber mal ne Familie und dann geht das nicht. Mein freund kann nicht nein sagen, das heißt unterm Strich leiden alle drunter, die fleißig arbeiten..

Liebe Grüße

Re
Ich finde es schwierig von der Ferne beurteilen zu können, ob arbeiten für deinen Schwager das richtige ist oder er es psychisch schaffen kann. EInerseits ist es oft so, dass man schizophren Erkrankten zu viel zutraut. Wiederum werden sie oft wie auf Wattewolken getragen, weil man den gesundheitlichen Zustand nicht noch verschlechtern möchte. Leider kommt es dann auch des öfteren dazu, dass sich die betroffenen Personen auf ihrer Krankheit ausruhen. Wichtig ist ein regelmäßiger Tagesablauf. Ich bin der Ansicht, dass dein Schwager schon ganz genau weiss, dass er alle Leute in seinem Umfeld um den Finger gewickelt hat. Wie du sagst, hat auch dein Freund Proleme damit, nein zu sagen. Woran liegt dieses? Hat er angst, dass sich sein Bruder zu sehr aufregen könnte oder in einen Schub kommt? Oder hat er das Gefühl, dass er mit an der Erkrankung schuld ist? Du sagtest, dass dein Schwager im betreuten Wohnen untergebracht ist. Gibt es dort Beschäftigungsmöglichkeiten? Wenn ja, gibt es dort sicherlich Fachpersonal, welches bestimmt beurteilen kann, in wie weit dein Schwager belastbar ist und ob er einen strukturierten Tagesablauf und Arbeitsalltag bewältigen kann. Wenn er keiner Beschäftigung nachgeht, wäre da noch die Möglichkeit, ihn evtl. an eine Behindertenwerkstatt anzubinden. Dort wird er gefördert und kann einen Arbeitsalltag kennenlernen. Wäre evtl. erst einmal besser für ihn, da du geschrieben hast, dass er noch nie einer Tätigkeit nachgegangen ist. Von dort kann er dann, wenn es an der Zeit ist, in den ersten Arbeitsmarkt übergeleitet werden.

Wichtig ist für euch, dass ihr Grenzen festlegt und euch in eurem Handeln einig seid. Dein Schwager ist ein Teil des Lebens deines Freundes, das muss so akzeptiert werden, doch wiederum ist auch zu bedenken, dass er nicht der Lebensmittelpunkt ist und eure Beziehung im Fordergurnd steht.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen,
LG

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. Juli 2008 um 17:06
In Antwort auf cover80

Re
Ich finde es schwierig von der Ferne beurteilen zu können, ob arbeiten für deinen Schwager das richtige ist oder er es psychisch schaffen kann. EInerseits ist es oft so, dass man schizophren Erkrankten zu viel zutraut. Wiederum werden sie oft wie auf Wattewolken getragen, weil man den gesundheitlichen Zustand nicht noch verschlechtern möchte. Leider kommt es dann auch des öfteren dazu, dass sich die betroffenen Personen auf ihrer Krankheit ausruhen. Wichtig ist ein regelmäßiger Tagesablauf. Ich bin der Ansicht, dass dein Schwager schon ganz genau weiss, dass er alle Leute in seinem Umfeld um den Finger gewickelt hat. Wie du sagst, hat auch dein Freund Proleme damit, nein zu sagen. Woran liegt dieses? Hat er angst, dass sich sein Bruder zu sehr aufregen könnte oder in einen Schub kommt? Oder hat er das Gefühl, dass er mit an der Erkrankung schuld ist? Du sagtest, dass dein Schwager im betreuten Wohnen untergebracht ist. Gibt es dort Beschäftigungsmöglichkeiten? Wenn ja, gibt es dort sicherlich Fachpersonal, welches bestimmt beurteilen kann, in wie weit dein Schwager belastbar ist und ob er einen strukturierten Tagesablauf und Arbeitsalltag bewältigen kann. Wenn er keiner Beschäftigung nachgeht, wäre da noch die Möglichkeit, ihn evtl. an eine Behindertenwerkstatt anzubinden. Dort wird er gefördert und kann einen Arbeitsalltag kennenlernen. Wäre evtl. erst einmal besser für ihn, da du geschrieben hast, dass er noch nie einer Tätigkeit nachgegangen ist. Von dort kann er dann, wenn es an der Zeit ist, in den ersten Arbeitsmarkt übergeleitet werden.

Wichtig ist für euch, dass ihr Grenzen festlegt und euch in eurem Handeln einig seid. Dein Schwager ist ein Teil des Lebens deines Freundes, das muss so akzeptiert werden, doch wiederum ist auch zu bedenken, dass er nicht der Lebensmittelpunkt ist und eure Beziehung im Fordergurnd steht.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen,
LG

Hallo Cover80!!
Víelen dank für Deine tolle Antwort.
Du scheinst Dich auszukennen. darf ich fragen ob Du selbst einen Fall in der Familie hast?

In diesem betreuten Wohnen gibt es eine Werkstatt. Dort hat er gearbeitet, aber nicht lange. Er verdient dort nichts und schließlich geht doch niemand umsonst arbeiten... so seine Worte.
Zu den Betreuern kann ich nur sagen, die sind auch lasch.
Reden ihm ständig ein wie krank er sei.
Eine Behindertenwerkstatt leht er natürlich völlig ab. Er sei ja nicht behindert. Genau das ist meinen Augen das Problem: er ist nicht behindert, ist nicht gesund, man weiß nicht in welche Ecke man ihn stecken soll.
Eigentlich ist er ganz normal wenn er nicht grade so ca. einmal im Jahr einen Schub hat. Die Betreuer müßten mal sagen, so jetzt muß er langsam Stück für Stück arbeiten.
Er sollte natürlich auch etwas bekommen, denn er soll ja das Gefühl haben "normal" zu sein.

Jetzt ist er für einige tage nach Italien gereist, einfach so, ohne Erlaubnis. Er weiß, er bekommt nen Anschiß und dann geht es weiter wie bisher. Die ziehen keine Konsequenzen... Ich finds nicht gut!

Warum mein Freund nicht nein sagen kann?
Er hat ihn abgestempelt. Weiß dass er nicht grad schlau ist und nichts erreichen wird. Er hat natürlich auch Angst dass er einen Schub bekommt. Dass er schuld an der Krankheit ist denkt er nicht. Er meint keiner ist schuld, die Krankheit kommt einfach ohne Grund!

Wenn Du mehr darüber weißt, wäre es schön wenn Du Dich nochmal melden würdest. Vielleicht hast Du noch ein paar Tips für mich!!
Liebe Grüße und danke nochmal für alles!
Nora

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

10. August 2008 um 21:45
In Antwort auf berlin_13021259

Hallo Cover80!!
Víelen dank für Deine tolle Antwort.
Du scheinst Dich auszukennen. darf ich fragen ob Du selbst einen Fall in der Familie hast?

In diesem betreuten Wohnen gibt es eine Werkstatt. Dort hat er gearbeitet, aber nicht lange. Er verdient dort nichts und schließlich geht doch niemand umsonst arbeiten... so seine Worte.
Zu den Betreuern kann ich nur sagen, die sind auch lasch.
Reden ihm ständig ein wie krank er sei.
Eine Behindertenwerkstatt leht er natürlich völlig ab. Er sei ja nicht behindert. Genau das ist meinen Augen das Problem: er ist nicht behindert, ist nicht gesund, man weiß nicht in welche Ecke man ihn stecken soll.
Eigentlich ist er ganz normal wenn er nicht grade so ca. einmal im Jahr einen Schub hat. Die Betreuer müßten mal sagen, so jetzt muß er langsam Stück für Stück arbeiten.
Er sollte natürlich auch etwas bekommen, denn er soll ja das Gefühl haben "normal" zu sein.

Jetzt ist er für einige tage nach Italien gereist, einfach so, ohne Erlaubnis. Er weiß, er bekommt nen Anschiß und dann geht es weiter wie bisher. Die ziehen keine Konsequenzen... Ich finds nicht gut!

Warum mein Freund nicht nein sagen kann?
Er hat ihn abgestempelt. Weiß dass er nicht grad schlau ist und nichts erreichen wird. Er hat natürlich auch Angst dass er einen Schub bekommt. Dass er schuld an der Krankheit ist denkt er nicht. Er meint keiner ist schuld, die Krankheit kommt einfach ohne Grund!

Wenn Du mehr darüber weißt, wäre es schön wenn Du Dich nochmal melden würdest. Vielleicht hast Du noch ein paar Tips für mich!!
Liebe Grüße und danke nochmal für alles!
Nora

Hallo nora1451
Ich kann dir nicht direkt weiterhelfen weil ich nicht weiß in wie fern diese Erkrankung auf sein Leben mit anderen Mitmenschen hat aber ich kann dir sagen wie es bei mir war .

Ich leide an einer schizophrenen Psychose schon seit meiner Pubertät. Erkannt wurde die Krankheit erst mit Anfang 20! Ich weiß also wie es ist mit dieser Erkrankung ohne ärztliche Unterstützung klar zu kommen. Es ging schon während meiner Lehrzeit los, ich hatte enorme Schwierigkeiten mich mit zuteilen war immer ruhig und in mich gekehrt, schon von anbeginn der Krankheit an hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden und hatte Angst das andere schlecht über mich reden oder habe Stimmen gehört, bis ich mich habe in Behandlung gegeben. Oft wird durch emotionalen Stress bei einer Schizophrenie eine Psychose hervorgerufen, das war bei mir der Fall. Ich hatte auf einmal ein völlig anderes Umfeld um mich kannte keinen Menschen hatte dadurch emotionalen stress weil ich nicht so recht mit der Situation umzugehen wusste. ich würde dir vorschlagen mit ihm Rat bei einem GUTEN Pschiater und Psychotherapeuten einzuholen, er muss Medikamentös gut eingestellt sein und wenn möglich sollte er vorher lernen mit Stress besser um zu gehen, ich kann autogenes Training empfehlen (aber er muss davon überzeugt sein und wer ist das schon mit 14 leider)... Wichtig ist es auch das er sobald er sich anfängt wieder zurück zu ziehen oder sein Verhaltensweisen ändert zu seinem Therapeuten geht ansonsten kann es sein das bei ihm eine Psychose ausbricht und da kann alles mögliche geschehen so wie bei mir! In diese Krankheit kann sich ein außenstehender nicht reinversetzen es ist auch nur schwer zu begreifen, wichtig ist nur das alle lernen dem jenigen zu helfen wenn wieder ein schub ausbrechen sollte .

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

14. August 2008 um 16:57
In Antwort auf carbry_12856476

Hallo nora1451
Ich kann dir nicht direkt weiterhelfen weil ich nicht weiß in wie fern diese Erkrankung auf sein Leben mit anderen Mitmenschen hat aber ich kann dir sagen wie es bei mir war .

Ich leide an einer schizophrenen Psychose schon seit meiner Pubertät. Erkannt wurde die Krankheit erst mit Anfang 20! Ich weiß also wie es ist mit dieser Erkrankung ohne ärztliche Unterstützung klar zu kommen. Es ging schon während meiner Lehrzeit los, ich hatte enorme Schwierigkeiten mich mit zuteilen war immer ruhig und in mich gekehrt, schon von anbeginn der Krankheit an hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden und hatte Angst das andere schlecht über mich reden oder habe Stimmen gehört, bis ich mich habe in Behandlung gegeben. Oft wird durch emotionalen Stress bei einer Schizophrenie eine Psychose hervorgerufen, das war bei mir der Fall. Ich hatte auf einmal ein völlig anderes Umfeld um mich kannte keinen Menschen hatte dadurch emotionalen stress weil ich nicht so recht mit der Situation umzugehen wusste. ich würde dir vorschlagen mit ihm Rat bei einem GUTEN Pschiater und Psychotherapeuten einzuholen, er muss Medikamentös gut eingestellt sein und wenn möglich sollte er vorher lernen mit Stress besser um zu gehen, ich kann autogenes Training empfehlen (aber er muss davon überzeugt sein und wer ist das schon mit 14 leider)... Wichtig ist es auch das er sobald er sich anfängt wieder zurück zu ziehen oder sein Verhaltensweisen ändert zu seinem Therapeuten geht ansonsten kann es sein das bei ihm eine Psychose ausbricht und da kann alles mögliche geschehen so wie bei mir! In diese Krankheit kann sich ein außenstehender nicht reinversetzen es ist auch nur schwer zu begreifen, wichtig ist nur das alle lernen dem jenigen zu helfen wenn wieder ein schub ausbrechen sollte .

Hallo Nora
coldmorning hat dieses gut beschreiben. Da ich von der Erkrankung nicht betroffen bin, sondern nur mit betroffenen Menschen arbeite, kann ich hier nur meine Erfahrungen schreiben, die ich bis dato mit erkrankten Menschen gemacht habe. Wichtig ist auf jeden Fall, dass er die Stabilität hat mit einer neuen Situation klar zu kommen und auf sich achtet, erkennt wenn bei ihm Veränderungen in der Wahrnehmung auftreten und sich in fachliche Hände begibt. Die Krankheitseinsich muss vorhanden sein, dass ist meines erachtens das wichtigste, dann kann man auch mit ihm arbeiten und langsam aber sicher rehabilitiert werden.

@Nora: Sorry, dass ich mich nichts ofort gemeldet habe, bei mir geht momentan auch alles auf und ab...

Lieben Gruss cover

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest