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Rituale mit in den Urlaub nehmen?

14. Mai 2015 um 20:58

Hallo,

Ich lese schon länger still mit und oftmals haben mir eure Beiträge im Kampf gegen die Magersucht weiter geholfen.
Ich bin mittlerweile bei einem bmi von 17,6 angekommen. Ich versuche täglich den Kampf aufzunehmen, aber in letzter Zeit merke ich doch, dass meine Motivation nachlässt und ich wieder mehr Kalorien zähle usw.

Nun zu meinem Anliegen:
Bald fahre ich mit Freunden für eine Woche nach Dänemark. Gestern haben wir gemeinsam eine Einkaufsliste erstellt für Dinge, die wir gemeinsam verbrauchen werden.
Puh, das hat mich ordentlich gestresst. Seid dem hab ich Angst vor dieser Woche. Ich dachte eigentlich, dass ich relativ flexibel bin, was Lebensmittel und Tagesabläufe angeht. Doch nun merke ich, dass mein gesamter Alltag ziemlich ritualisiert abläuft und ich Angst habe, ohne diese Rituale eine Woche auskommen zu müssen. Ich bin also doch alles andere als flexibel!
Ich überlege im Moment ernsthaft, ob ich meine Waage, meine Salatschale,... alles was ich so für meine Rituale benötige, mitnehmen soll. Ich fühle mich damit total idiotisch, andererseits wäre es für mich ohne diese Dinge unvorstellbar.
Könnt ihr mir sagen, wie ihr darüber denkt? Ist es ok sowas mit zunehmen, um Sicherheit zu haben, oder ist das genau der falsche Weg?

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14. Mai 2015 um 22:40

Nein
Mach es nicht. Damit unterstützt du nur die Krankheit und hast so von Anfang an die Gewissheit, dass der Urlaub keine Erholung sein wird.

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15. Mai 2015 um 8:49
In Antwort auf malka_12313423

Nein
Mach es nicht. Damit unterstützt du nur die Krankheit und hast so von Anfang an die Gewissheit, dass der Urlaub keine Erholung sein wird.

Ok
Ich hab nur Angst, dass das sehr anstrengend für mich wird, was das Essen betrifft. Und wenn ich dann nichts habe, an was ich mich Klammern kann... Ich hab Angst, dass die Woche dann letztendlich im Bezug aufs Essverhalten schlechter läuft, als zu Hause...

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15. Mai 2015 um 9:09
In Antwort auf yejide_12326320

Ok
Ich hab nur Angst, dass das sehr anstrengend für mich wird, was das Essen betrifft. Und wenn ich dann nichts habe, an was ich mich Klammern kann... Ich hab Angst, dass die Woche dann letztendlich im Bezug aufs Essverhalten schlechter läuft, als zu Hause...

Urlaub
Vielleicht versuchst Dus mal so zu sehen: Mach für diese Woche auch mal "Urlaub" von Deiner Essstörung. Versuche, es als Chance zu sehen, davon loszukommen. Orientier Dich mit dem Essen einfach an den anderen, was und wieviel die so essen. Lenke Deinen Fokus auf die anderen schönen Dinge um Dich herum und kümmere Dich nicht so sehr ums Essen (versuchs jedenfalls). Vielleicht ist das eine gute Möglichkeit, wieder in die "Normalität" zu gelangen.

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15. Mai 2015 um 9:58
In Antwort auf clara_12728026

Urlaub
Vielleicht versuchst Dus mal so zu sehen: Mach für diese Woche auch mal "Urlaub" von Deiner Essstörung. Versuche, es als Chance zu sehen, davon loszukommen. Orientier Dich mit dem Essen einfach an den anderen, was und wieviel die so essen. Lenke Deinen Fokus auf die anderen schönen Dinge um Dich herum und kümmere Dich nicht so sehr ums Essen (versuchs jedenfalls). Vielleicht ist das eine gute Möglichkeit, wieder in die "Normalität" zu gelangen.

Danke
Das klingt ganz gut.

An anderen orientieren wird glaub ich schwer, da die nicht wirklich gesund essen. Ich verurteile Sie dafür nicht, aber ich bin realistisch und weiß, dass ich soweit noch nicht bin, ein solches Essverhalten an den Tag zu legen.
Aber woran ich mich versuchen kann zu orientieren ist die Leichtigkeit, mit der sie essen und dieses "nicht drüber nachdenken".

Dieses "Urlaub von der Essstörung machen" ist ein sehr schöner Gedanke. Diese Aussage versuche ich mal zu verankern.

Vielen Dank für eure Hilfe

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28. Mai 2015 um 23:00

Panik!
Ich muss dieses Thema nochmal aufgreifen, denn langsam Krieg ich echt Panik!
Am Samstag geht es nun los und heute waren wir gemeinsam einkaufen. Das war zwar nicht angenehm, aber alles aushaltbar und ich konnte sogar zu mir sagen: "Stimmt, so hättest du wohl früher auch eingekauft."

Ich kann die Panik, die in mir aufsteigt garnicht genau beschreiben.
Ich hab schon die ganze Zeit Angst vor den Essenssituationen dort, aber ich konnte mich mit dem Gedanken "Urlaub von der Essstörung machen" ganz gut beruhigen.
Vorhin fragte mich dann eine Freundin, welcher Salatdressing denn für mich ok wäre. Seid dem hab ich wieder diese Panik. Völlig klar, wir machen uns alle zusammen einen großen Salat zum Essen, was für mich bedeutet, ich kann nicht kontrollieren, wieviel Dressing auf meinem Salat ist, ich kann eventuell nicht so viel Salat essen, wie ich möchte usw. Diesen Punkt hatte ich noch garnicht bedacht. Und das eine führte zum anderen. Und nun hab ich wieder vor jeder Mahlzeit und den Tagesabläufen so große Angst.

Es strengt mich dermaßen an!
Ich versuche gegen diese irren, anorektischen Gedanken anzukämpfen und ich möchte nicht, dass dort mein Essverhalten ewig auffällt. Aber ich schaffe es gerade einfach nicht mehr weiter.
Ich weiß nicht mal, wovor ich so eine Angst hab, ich kann es garnicht genau in Worte fassen. Und wie kann ich gegen etwas kämpfen, was ich garnicht begreifen kann?

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29. Mai 2015 um 11:00

Vielen Dank
Das hat mir sehr geholfen, bin wieder ruhiger.
Auch wenn das sicher hart für dich war, diese Erfahrung mit der Waage, haben mich deine Worte zum Schmunzeln gebracht. Einfach, weil ich mich da so gut reinversetzen kann und wenn man dann mal Gedanken von jemand anderem hört, merkt man erst wie übertrieben man selbst eigentlich in Situationen reagiert.

Jetzt mit ein bisschen Abstand zu gestern merke ich auch, warum ich wieder solche Panik verspürt hab.
Das ist dieses ungewisse, nicht planbare, nicht kontrollierbare, nicht voraussehbare, was mir so eine Angst macht.
Gerade beim Tasche packen hab ich mit mir verhandelt: "Du hast nur noch ein bisschen Platz. Waage oder noch ein Paar Schuhe?" Ich hab mich für das Paar Schuhe entschieden!

Und ja. Ich möchte natürlich, dass der Urlaub wunderschön wird und ich nicht ständig mit Kalorien zählen beschäftigt bin.
Nur ist es so, dass mein Tag bezüglich Essen jeden Tag gleich läuft. Jeden Tag das gleiche zur gleichen Uhrzeit (mit Ausnahme der warmen Mahlzeit) und mir ist bewusst, dass das im Urlaub natürlich nichts wird. Das macht mir mehr Angst, als ich gedacht hätte.
Aber du hast recht, ich steigere mich da rein. ich versuche es wieder positiv zu sehen, die Leckereien dort zu genießen und nicht penibel darauf zu achten genügend Obst und Gemüse am Tag zu mir zu nehmen.

Danke für deine Hilfe!

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29. Mai 2015 um 12:15

Ja
Da hast du recht. Man muss es sich eben immer wieder bewusst machen.

Ja ich war schon mal stationär + teilstationär. Allerdings nicht wegen der Essstörung, sondern wegen einem Alkoholproblem und eben Depressionen, Ängste. Ich bin durch ne Symptomverschiebung in die Essstörung geraten. Trinke keinen Tropfen Alkohol mehr und das fällt mir auch in der Regel relativ leicht, aber quasi direkt mit der Abstinenz fing das Problem mit dem Essen (oder besser gesagt nicht essen) an.
Ich bin in ambulanter Therapie und zeitweise war ich auch bei einer Ernährungsberaterin in Behandlung.

Bald fang ich auch nochmal eine erneute teilstationäre Behandlung an.
Im Grunde bin ich einem erneuten stationären Aufenthalt gegenüber aufgeschlossen, Reiß mich aber nicht gerade drum. Wenn es jetzt mit der Tagesklinik und danach weiter ambulant immer noch nicht besser wird, würde ich mich wohl drauf einlassen.

Meine Freunde wissen von der Essstörung. Sie sind alle sehr lieb und umsichtig. Mit Sicherheit würden Sie sich auf bestimmte Uhrzeiten einlassen. gute Idee sie mit einzubeziehen. Ich muss nur sehen, dass das ganze im Rahmen bleibt und sie nicht ihren Tag nach meiner Störung planen müssen.

Hat dir denn dein stationärer Aufenthalt weiter geholfen? Bist du jetzt wieder zu Hause?

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