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Raus aus der Essstörung

22. Juni 2016 um 17:48 Letzte Antwort: 6. Juli 2016 um 11:24

Hallo ihr Lieben.
Ich bin neu hier, weil ich auf Hilfe von Gleichgesinnten hoffe, die schon einen erfolgreichen Weg aus der Essstörung hinter sich gebracht haben.
Zu mir: ich bin 21 und wiege ca 45 Kilo bei einer Größe von 1.63m. Ich leide seit ca 4 Jahren an einer Essstörung. Immer wieder ein Auf und Ab. Nach einer Fressattacke wird gehungert und dann fühle ich mich schlecht und es wird wieder gehungert. Abnehmen will ich eigentlich gar nicht sondern eher mein Gewicht halten und nicht zunehmen, aber dennoch "normaler" essen. Und das regelmäßig. Klar vielleicht nehme ich dann etwas zu aber ich habe Angst davor. Nicht mehr schön und attraktiv zu sein. Bzw mich so zu fühlen. Ich betreibe kaum Sport. Gehe ab und an mal einen längeren Weg spazieren.
Weiter kommt hinzu, dass ich auch Abführmittel nehme. Wie ich schon bei manchen gelesen habe nehmen viele wine ganze Menge ein wohingegen meine 22 Stück alle 2 bis 3 Tage noch relativ harmlos erscheinen. Abee klar gesund ist das auch nicht!!!
Ich könnte noch viel mehr erzählen. Was vielleicht noch wichtig ist: Meine Essstörung begann mit 12, da nahm ich sehr viel zu weil ich Essen als Ausgleich gebraucht habe da es in meiner Familie starke Probleme gab und noch gibt. Dann habe ich 30 Kilo abgenommen und rutschte dann in die gegenteilige Situation ab. Die Magersucht mit Fressanfällen. Bin seit 4 Jahren in ambulanter Therapie. Hatte während der Abiphase in dem Jahr einen klasse Fortschritt gemacht aber seit die Schule vorbei ist und ich kaum was zu tun habe bis zum Studium ist alles nur schlimmer weil ich wieder nur Gedanken rund ums Essen habe und bloß nicht so viel essen.
Kann mir jemand helfen oder mir Tips geben was ich tun könnte um langsam anzufangen mich selbst zu lieben und endlich einen schritt in Richtung aus der Essstörung zu machen?
Danke Euch

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22. Juni 2016 um 23:47

Hallo liebe Taschi
Ich bin ca in deinem Alter (23) und hab auch schon sehr lange eine Es.
Letztes Jahr Ende November habe ich es geschafft mehr zu essen und habe dadurch auch zugenommen - mittlerweile auf knappes NG...
Ich hab mir einen ambulanten Theraplatz gesucht, mir aber auch gesagt, dass wenn ich es nicht schaffe, ich in eine Klinik gehe.

Ich denke das wäre bei dir vielleicht das beste, oder?
Hast du schonmal drüber nachgedacht?
Ich finde so eine Klinik toll - es ist so eine gute Chance, neu zu beginnen und einfach nen Bruch zu machen.
Du bekommst die optimale Unterstützung und wenn man mitmacht dann bin ich der Überzeugung kann man nur sehr viel gewinnen.

Nach langer, erfolgloser ambulanter Therapie finde ich ist das der angebrachteste Schritt
Vielleicht sprichst du mal mit deiner Therapeutin und deinem Hausarzt....

Ganz liebe Grüße

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26. Juni 2016 um 10:41

Eigene Erfahrung
Hallo liebe Taschi9508,

ich finde es richtig schön, von dir zu lesen! Toll, dass du es endlich in Angriff nehmen möchtest und dir dein Leben endlich zurückholen willst!

Ich selbst habe mich erst heute hier im Forum angemeldet, weil ich zur Zeit an einem Buch über meine Krankheit damals schreibe. Vor ca. 5 Jahren war ich schwer magersüchtig und bin daran fast gestorben. Ich habe es geschafft, dort rauszukommen und seitdem bin ich glücklich und liebe mein Leben. Das möchte ich gern mit Anderen teilen, da ich nun weiß, dass es möglich ist, die Krankheit hinter sich zu lassen. Ich bin hier im Forum, um das Buch möglichst hilfreich für Betroffene zu schreiben. Ich möchte meine Erfahrung und mein Wissen so gern weitergeben, sodass es nicht erst so schlimm werden muss, wie es damals bei mir war.

Mir hat es damals sehr geholfen, mich selbst zu hinterfragen. DIe Krankheit zu hinterfragen und ganz viel zu verstehen, was dort eigentlich los ist. Warum bin ich krank geworden? Wofür brauchte ich die Krankheit? Und warum konnte ich Probleme nicht auf eine Weise lösen, die gesund für mich war?

Hast du dir diese Fragen schonmal gestellt?

Ich möchte dir gern was von dem mitgeben, was mir geholfen hat!

Bleib unbedingt dran! Ich glaube, dass du es schaffen kannst!

Alles Liebe,
Nadin

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27. Juni 2016 um 18:34
In Antwort auf soraya_12570104

Eigene Erfahrung
Hallo liebe Taschi9508,

ich finde es richtig schön, von dir zu lesen! Toll, dass du es endlich in Angriff nehmen möchtest und dir dein Leben endlich zurückholen willst!

Ich selbst habe mich erst heute hier im Forum angemeldet, weil ich zur Zeit an einem Buch über meine Krankheit damals schreibe. Vor ca. 5 Jahren war ich schwer magersüchtig und bin daran fast gestorben. Ich habe es geschafft, dort rauszukommen und seitdem bin ich glücklich und liebe mein Leben. Das möchte ich gern mit Anderen teilen, da ich nun weiß, dass es möglich ist, die Krankheit hinter sich zu lassen. Ich bin hier im Forum, um das Buch möglichst hilfreich für Betroffene zu schreiben. Ich möchte meine Erfahrung und mein Wissen so gern weitergeben, sodass es nicht erst so schlimm werden muss, wie es damals bei mir war.

Mir hat es damals sehr geholfen, mich selbst zu hinterfragen. DIe Krankheit zu hinterfragen und ganz viel zu verstehen, was dort eigentlich los ist. Warum bin ich krank geworden? Wofür brauchte ich die Krankheit? Und warum konnte ich Probleme nicht auf eine Weise lösen, die gesund für mich war?

Hast du dir diese Fragen schonmal gestellt?

Ich möchte dir gern was von dem mitgeben, was mir geholfen hat!

Bleib unbedingt dran! Ich glaube, dass du es schaffen kannst!

Alles Liebe,
Nadin

Essstörung
Du hast auf mein Eintrag geantwortet. Da du schon Erfahrungen hast und du aus dem Mist raus bist habe ich viele Fragen an dich. Also was du vielleicht noch wissen solltest ist, dass ich Abhängig bin von Abführmittel und ich das eigentlich furchtbar finde. Ich will das alles nicht mehr aber habe vor 2 Tagen auf der Wage gestanden und es waren 2 Kilo mehr drauf. Ich hab den ganzen Tag geweint und mir geht es seelisch einfach nur schlecht. Die Angst vorm Zunehmen ist so schlimm. Da ich mal 80 kilo gewogeb hatte und nicht mehr so aussehen möchte wie früher :/ Und ich habe nach jedem Bissen einen Blähbauch. Ob das vlt mit den Abführtabletten zusammenhängt? Wie erging es dir in der ersten Zeit und wie komm ich da raus? Mein Therapeut meinte ich sei aus dem Gröbsten draus. ich hatte es anfang des Jahres auch fast geschafft. bis ich mit der Schule fertig geworden bin und nun alles über mich einbricht. denn ich habe keinen Alltag mehr. Mein Studium ist noch drei Monate hin und die Gedanken ums Essen und das Gewicht werden wieder so stark wie am anfang meiner Essstörung.

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27. Juni 2016 um 19:00
In Antwort auf ramiro_12887489

Essstörung
Du hast auf mein Eintrag geantwortet. Da du schon Erfahrungen hast und du aus dem Mist raus bist habe ich viele Fragen an dich. Also was du vielleicht noch wissen solltest ist, dass ich Abhängig bin von Abführmittel und ich das eigentlich furchtbar finde. Ich will das alles nicht mehr aber habe vor 2 Tagen auf der Wage gestanden und es waren 2 Kilo mehr drauf. Ich hab den ganzen Tag geweint und mir geht es seelisch einfach nur schlecht. Die Angst vorm Zunehmen ist so schlimm. Da ich mal 80 kilo gewogeb hatte und nicht mehr so aussehen möchte wie früher :/ Und ich habe nach jedem Bissen einen Blähbauch. Ob das vlt mit den Abführtabletten zusammenhängt? Wie erging es dir in der ersten Zeit und wie komm ich da raus? Mein Therapeut meinte ich sei aus dem Gröbsten draus. ich hatte es anfang des Jahres auch fast geschafft. bis ich mit der Schule fertig geworden bin und nun alles über mich einbricht. denn ich habe keinen Alltag mehr. Mein Studium ist noch drei Monate hin und die Gedanken ums Essen und das Gewicht werden wieder so stark wie am anfang meiner Essstörung.

Du schaffst das!
Hallo liebe Taschi,

freut mich, dass du mir schreibst! Dass du das mit den Abführmitteln furchtbar fndest, ist schonmal gut. Das zeigt, dass du auf lange Sicht so nicht leben willst und, dass du eigentlich auch schon weißt, dass dir das selbst schadet.
Schmeiß deine scheiß Waage weg, oder verschenk sie! Ja, dann hast du keine Kontrolle mehr. Das ist im ersten Moment erstmal ein großer Schritt und total schwierig, aber es geht nicht darum, ob du so und so viel wiegst.

Du befindest dich gerade in einer Situation, die meiner ganz ähnlich ist. Bei mir wurde die Essstörung auch schlimmer, als ich nach der Schule viel Zeit hatte. Da war auf einmal Zeit für mich und ich hatte keinen Plan, was ich machen sollte. Zeit bedeutet auch, dass du zur Ruhe kommst und mehr Zeit zum Nachdenken hast. Die Esstörung ist meist da, damit wir weniger Zeit mit uns verbringen, damit wir nicht über Dinge, die uns beschäftigen nachdenken, damit Sachen vielleicht nicht weh tun oder gelöst werden müssen.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, was dir die Essstörung gibt? Bei mir war es damals unglaublich wichtig, anzufangen, das alles zu hinterfragen! Und vor allem Antworten dafür zu finden.

Dein Blähbauch kommt wahrscheinlich von den Tabletten. :/ Dein Körper zeigt dir, dass er das nicht so mag. Aber dein Körper ist auch in der Lage krasseste Zustände ins Gleichgewicht zu bringen. Also lass deinen Körper das mal machen und denk nicht so viel darüber nach, was leicht gesagt ist... ich weiß... Fang an, dir Fragen zu stellen und deine Antworten zu finden!

Bei mir war es so, dass ich mich wirklich sehr sehr viel hinterfragt habe, dass ich die Krankheit hinterfragt habe... Warum habe ich sie? Wieso ist sie jetzt auf einmal so wichtig? Also gerade jetzt bei dir in der Zeit, wo du so viel Zeit für dich hast. Warum kannst du nicht mit dir allein sein? Mit welchen Themen willst du dich nicht beschäftigen?
Nur du kannst beurteilen, wie es dir wirklich geht! Was hat dir geholfen als es schonmal besser war? Was war da anders? Und was genau war besser?

Als ich meine eigenen Antworten gefunden habe, war ich an einem Punkt, an dem ich zunehmen wollte. Ich wollte gesund werden und ich wollte, dass mein Körper gesund wird. Denn im Kopf hatte es klick gemacht. Ich glaube, dass du es ebenfalls schaffen kannst!

Ich hoffe, dass dir das ein wenig hilft. Da es sehr komplex ist, könnte ich noch so, so viel darüber schreiben. Deswegen auch das Buch, welches ich grade schreibe, um Anderen genau zu zeigen, wie ich es gemacht habe, dort rauszukommen. Denn ich glaube, dass es für Jeden machbar ist, wenn man sich die richtigen Fragen ehrlich und offen stellt. Du kannst nämlich nichts dafür, dass du das jetzt hast und hat auf lange Sicht auch etwas Gutes, dass du das gerade durchmachst, da du, wenn du das durchblickst meeega gestärkt und selbstbewusst daraus hervorgehen kannst!! DU SCHAFFST DAS!

Alles Liebe, Nadin

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5. Juli 2016 um 16:44

Nimm dir viel zeit fuer deinen kampf, es ist nicht einfach
Hi taschi

Meine ES hat auch mit 12 jahren angefangen. Ich war hauptsaechlich bulimikerin mit magersuchtsphasen. Ich kann sagen ich bin nun vollkommen geheilt mit meinen 24 jahren geheilt.

Klar gehoert kalorienzählen und gedanken rund ums ab- und zunehmen dazu. Ich denke das wird uns ein ganzes leben begleiten. Ich bin 168cm und 60kg und fühle mich wohl in meiner haut. Klar könnt ich noch 2kg abnehmen, aber das ist mir nicht mehr soo wichtig.

Ich habe mit 17 jahren angefangen gegen meine ES zu kämpfen. Und seit einem jahr bin ich sehr erfolgreich. Es war ein sehr langer harter kampf.

Du musst dir bewusst sein, dass eine ES nicht von heut auf morgen geheilt werden kann. Auch nicht in 6 monaten! Es ist ein langer prozess!

Wichtig ist, dass du kleine vortschritte machst. Du darfst nichts ueberstuerzen, sonst platzt dir der kragen und du scheisst einfach auf alles! Damit meine ich folgendes: wenn ich zu viel gegessen habe, habe ich angefangen so lange zu laufen bis ich diese kalorien mind. Die hälfte wieder verbraucht habe statt das essen einfach zu erbrechen. Anfangs hat das von 10mal in der woche vielleicht 1mal geklappt wenn ueberhaupt.. aber nach einem jahr waren es dann von 10mal pro woche mind. 5mal.

Wenn ich wieder eine FA hatte und nicht laufen gehen wollte, war das meine bestrafung, dass ich das ganze essen nicht erbrechen durfte und den ganzen abend und nacht so einen vollen bauch hatte, dass es mier echt scheisse ging, nicht psychisch sondern koerperlich, weil mein bauch sooo weh getan hat und platzen wollte. Und das war echt scheisse und jedes mal brachte es mir mehr dazu dass ich dieses gefuehl nicht mehr erleben wollte.

Das schwierigste ist wenn man einen rueckfall hat, diesen einfach anzunehmen und am naechsten tag sich weiter seinem ziel zu orientieren! Manchmal hat man 3mal hintereinander einen scheiss tag, wichtig ist nach diesen 3 tagen sich trotzdem wieder seinem ziel weiter zu orientieren. Auch nach einem ganzen scheiss monat. Du musst wissen, dass jeder tag den du super meisterst dich deinem erfolg naeher bringt auch wenn du 100mal so viele rueckschlaege hattest.

Alles gute und toi toi toi

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6. Juli 2016 um 11:24

Stationäre Therapie
Hallo,
ich hab gerade Deinen Text gelesen und dachte mir sofort, ich muss Dir schreiben, wei ich es dringend nötig finde, dass Du eine stationäre Therapie machst. Du bist noch so jung und hast daher noch die Chance, komplett aus der Krankheit rauszukommen, je mehr sich das chronifiziert, desto schwieriger wird es. Leider sprech ich aus langjähriger Erfahrung und ich habe mittlerweile die achte stationäre Therapie hinter mir.
Geh es an, mit professioneller Unterstützung, die destruktiven Energien sind sehr stark und 22 Abführtabletten nicht harmlos, Du merkst das jetzt in Deinem Alter noch nicht, aber die ganze Ausbeutung macht sich später bemerkbar.
Ich wünsch Dir auf jeden Fall total viel Erfolg auf Deinem Weg.
Liebe Grüsse
Sue

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