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Raus aus dem Alltag, rein in den Absturz - das Bulimie-Revival

30. April 2012 um 13:05 Letzte Antwort: 1. Mai 2012 um 20:50

Mädels, es ist passiert, ich hatte den schlimmsten Bulimie-Rückfall seit langem. Ich war gerade drei Wochen bei Freunden zu Besuch. In diesen drei Wochen habe ich fast täglich gefressen, gekotzt, Sport gemacht bis zum umfallen, manchmal hing ich mehrmals täglich über dem Klo. Ich hasse mich so dafür. Ich war in Rumänien, wo viele Leute voll arm sind - und ich spucke mein Essen ins Klo! Ich hatte auch, wenn ich mal alleine war, richtige richtige Fressattacken, mit Brot, Schokolade, Kuchen Kuchen Kuchen, Yogurt, Nudeln, Reste vom Abendessen, Keksen etc. Sowas hatte ich noch fast nie vorher. Oft hab ich auch einfach nach "normalem" Essen erbrochen, wenn es mir zuviel war. Beim Sport hatte ich immer die Pulsuhr um, zum Kalorien zählen. Ich habe regelmässig über 1000kcal pro Tag durch Bewegung verbraucht.
Seit gestern bin ich zurück, und ich bin das Fressen sowas von Leid - ich will nicht mehr. Ich will den ganzen Mist weit weit im Osten lassen - ich will und ich kann nicht mehr! Ich hasse mich selber, finde mich absolut ecklig. Mein Freund hat sich so darauf gefreut, dass ich heim komme, und er durfte mich kaum anfassen, weil ich dabei mich selber fühlen würde, das aber nicht will. Ich kann nicht berührt werden. Die ganzen drei Wochen habe ich den Blick in den Spiegel wenn möglich vermieden, zum Duschen mache ich das Licht aus. Ich kann das Fett richtig spüren, wie es wabbelt, sogar bei laufen. Ich habe auch objektiv zugenommen, bin fast 1.5kg schwerer als vor drei Wochen - trotz unheimlich viel Bewegung! Ich hab echt unheimlich gefressen...
Und nein, das sind weder Wassereinlagerungen noch Darminhalt, da bin ich mir sicher...
Das Erbrechen, das am Anfang noch so leicht ging, ging im Verlauf der letzten Woche immer schwerer. Der Brechreiz war irgendwie weg. Es hat mich fix und fertig gemacht, und ich habe zugelassen, dass diese verdammte Krankheit meine drei Wochen Rumänien so stark beeinflusst. In meiner Erinnerung ist im Moment das Essen so stark vertreten.

Ich hoffe, dass es jetzt wieder geht, wo ich wieder zuhause bin - wenigstens soweit, wie ich vor Rumänien schon war. Und das ich das zugenommene wieder abnehme, ohne mich zu stark bemühen zu müssen - nur indem ich endlich wieder so esse, wie vorher gewohnt. Ich esse ja im Alltag nicht zu wenig und habe mein Gewicht seit Monaten mehr oder weniger ehalten. Und jetzt das... Wir haben unregelmässig gegessen und damit konnte ich überhaupt nicht umgehen. Ausserdem wollte ich für Ostern meinen Zucker-Boykott aufheben, mir wenigstens die Osterschokolade schmecken lassen. Und dann konnte ich nicht mehr aufhören. Ich habe oft 200g Schokolade am Tag gegessen, zusätzlich Kuchen, Kekse, Eis!!!

Tut mir leid für den langen negativen Text - ich fühle mich einfach gerade so mies, und das Schlimme ist, ich könnte schon wieder fressen - ich bin alleine zuhause und habe Hunger.
Eure verzweifelte ninja

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30. April 2012 um 22:03


und es geht weiter... bis heute Mittag war ich bei meinem Freund und alles hat soweit gut geklappt. Am Nachmittag komme ich heim und mich erwartet ein Geburtstags-Schokokuchen von meinem Bruder, Schokomuffins von meiner Schwester und jede Menge Osterschokolade. Ich konnte mich nicht zügeln... Und danach konnte ich nicht erbrechen, es ging einfach nicht.
Vielleicht, das hoffe ich so, habe ich jetzt wirkilch genug - erstens weil das mit dem k***** nicht mehr funktionniert, ich mich also nicht darauf verlassen kann, den FA "rückgängig zu machen", und zweitens, weil ich bald Schokolade nicht mehr sehen kann. Ich esse ab jetzt wieder keinen Zucker mehr - ich hab seit zwei Wochen vor Ostern versucht, es wieder langsam einzubauen, und bin kläglich gescheitert. Ich bin einfach noch nicht so weit. Also ab jetzt wieder keinen Zucker mehr - wenn ich etwas Süsses brauche, nehme ich Obst, frisch oder getrocknet. Und mein Freund freut sich, dass er meine Osterschokolade kriegt
Ich wünschte, ich würde mir das Leben nicht so unnötig schwer machen...

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1. Mai 2012 um 20:50

Heute
wieder nicht so toll...
Ich arbeite an einer Messe, und da gibts voll viel zu Essen, also so Degustierstände. Ich liebe Essen einfach und ich probiere so unheimlich gerne Häppchen! Käsesorten, die ich noch nicht kenne, getrocknete Fruchtstücklein, spezielle Senfsorten... Ich habe viel zu viel genascht heute. War aber am Morgen im Kraftraum und gerade eben noch laufen, deshalb ist es nicht so "schlimm", aber trotzdem wars die ES, die mich zum Teil geleitet hat... Manchmal komme ich mir vor wie eine Getriebene, zum Essen und zum Sport regelrecht getrieben, gefangen in mir selber, gefesselt, hin- und hergeworfen von Essstörung, Sportsucht, Selbsthass, Enttäuschung, Wut...

Ja, ich bin leicht im UG und es sollte kein Drama sein, wenn ich ein Kilo mehr wiege - aber für mich ist es das. Solange mein BMI noch unter 19 ist, fühle ich mich irgendwie sicher Versteht das jemand?
Paul McKenna, das hab ich mir auch schon überlegt. Vielleicht mein letzter Schritt, bevor ich mich wirklich mal dazu durchringe, in Therapie zu gehen. Auch wegen meinem Freund - der kann das langsam nicht mehr mitansehen. Verständlich, ich möchte auch nicht mein Freund sein müssen...

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