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Rauchstopp, nehmt euch kurz zeit für meine geschichte

30. Dezember 2014 um 1:55 Letzte Antwort: 12. März 2015 um 17:54

Hallo meine lieben!

Ich habe mir überlegt dass ich euch gerne meine Erfahrung berichten würde.
Also ich habe vor 3 Jahren (mit 25) durch eine ansammlung an verschiedensten ereignissen in meinem leben angefangen zu rauchen weil ich dachte ich bin nicht der typ der von nikotin abhängig werden kann... meine bisherigen erfahrungen mit zigaretten beschränkten sich darauf dass ich gaaanz selten mal betrunken eine rauchte.. aber schon paar wochen drauf merkte ich dass meine theorie absoluter schwachsinn war innerhalb kürzester zeit hab ich ein packerl pro tag geraucht und konnte nicht mehr ohne.
nunja dann dachte ich mir... ok, ich akzeptier das eben mal so und bin jetzt raucher.

nach nem jahr der erste aufhörversuch mit nikotinkaugummis. 10 tage lang hab ich durchgehalten, es ging nicht soo besonders gut und ich musste mich schon sehr zusammenreissen. also bei weitem nicht so dass ich dabei bleibe. fressattacken, schlechte laune, nervosität usw. nur die körperlichen entzugserscheinungen wie müdigkeit, konzentrationsstörungen usw. waren durch die kaugummis nicht da. aba gleich mal 3 kg zugenommen in der kurzen zeit.

einige zeit später noch ein aufhörversuch mit e-zigarette. schon viel angenehmer als mit kaugummi weil ja das rauchverhalten immer noch da ist. ein bisschen größerer hunger aber es hielt sich ihm tolerierbaren rahmen. naja jedenfalls... nichts geht über eine echte zigarette mit echtem rauch. also 8 tage durchgehalten.
später immer wieder versucht die zigaretten teilweise durch e-zigaretten zu ersetzen was wirklich gut ging. nachteil ist dass ich dabei ja immer noch ca die selbe nikotinmenge täglich zu mir nahm, nur halt ein bisschen weniger schädlich als bei normalen zigaretten.

so wiederholte sich das ganze ein paar mal aber ich hielt es nie länger als 10 tage durch, irgendwann kam immer eine situation die mich gestresst hat oder ich habe alkohol getrunken usw. die typischen risikosituationen eben, denen ich nicht standgehalten habe.

und nun kommt der spannende teil der geschichte.
ich habe lange lange im internet recherchiert welche möglichkeiten es gibt um effektiv mit dem rauchen aufzuhören.
ich wollte es ein letztes mal versuchen und dann nie wieder. entweder es funktioniert oder nicht.
die möglichkeiten sind relativ beschränkt, im grunde läufts meistens auf starke willenskraft hinaus (was ich nicht habe, bzw willen schon, nur null durchhaltevermögen).
achja nur so am rande, den wirklichen entschluss aufzuhören hab ich getroffen weil ich betrunken mit nem freund gewettet habe dass wir beide aufhören. einsatz eine flasche wodka also im prinzip nicht aus meinem tiefsten inneren heraus.

gut, schlussendlich habe ich beschlossen es mit bupropion zu versuchen. es wird als zyban verkauft, ist aber sauteuer, deswegen ließ ich mir von der hausärztin wellbutrin verschreiben wo genau der selbe wirkstoff drin ist und von der krankenkasse bezahlt wird.
die tabletten haben mich überzeugt weil sie genau die stoffe im gehirn regulieren und konstant halten, die sonst beim rauchen freigesetzt werden. dopamin und noradrenalin.

der negative teil der methode:
man muss sich im klaren sein dass das medikament ein antidepressivum ist das eigentlich als "nebenwirkung" hat dass man keine zigaretten mehr braucht. gesund ists natürlich auch nicht sonderlich für leber & co.
war mir aber vollkommen egal weil im vergleich nehm ich lieber paar monate das medikament als vielleicht noch viele jahre oder mein leben lang zu rauchen was viiiiel schlimmer ist.
so, die ersten 2 wochen waren doch etwas schwierig für die psyche, weils einfach ne zeit dauert bis das medikament wirkt und sich alle vorgänge im gehirn optimal eingependelt haben. --> stimmungsschwankungen, schwierigkeiten beim einschlafen und lange schlafen, teilweise sehr gereizt. körperlich aber null nebenwirkungen.
aber es klingt jetzt schlimmer als es war weil im endeffekt hat mich das ganze vom eigentlichen problem abgelenkt nämlich die ganze rauchen-aufhören-geschichte. es war zwar oft schwierig aber auch spannend weil man ja doch nicht so richtig weiss wie sich die wirkung entwickelt.
man sollte langsam die zigaretten reduzieren und spätestens nach 2 wochen tabletteneinnahme bei null angelangt sein. das ist auch ca die zeit bis das medikament richtig wirkt. besonders sicher fühlte ich mich aber nach 2 wochen nicht... dachte mir es wird vielleicht wieder nicht funktionieren... einfach weil mein verlangen nach zigaretten schon noch da war. und die angst zu versagen.

und dann ist irgendetwas komisches passiert.
es war tag 15, der erste rauchfreie tag. ich wachte mit panik auf... ich soll nie wieder rauchen???? wie soll das gehn?? verstört hab ich mich mit freunden getroffen in der hoffnung sie würden mich trösten weil ich bin ja gerade so arm. haben sie auch gemacht, nur am abend hatten sie die idee auf eine party zu gehn und ich dachte mir bevor ich allein daheim sitze und mich schlecht fühl geh ich lieber mit ihnen mit, mit dem risiko wieder zu rauchen. hauptsache nicht alleine sein. prinzipiell dumme entscheidung aber es kam ganz anders als erwartet. nach dem ersten glas wein war es so als ob sich ein schalter in meinem gehirn umgelegt hätte....
ich hab mich einfach gut gefühlt, nicht mehr nachgedacht, keine angst mehr gehabt und dieser zwang eine zigarette rauchen zu müssen war weg... komplett... den ganzen abend...und dieser zustand ist bis heute geblieben!!!!!!
ich habe wirklich aufgehört!!!
ich kanns bis heute noch nicht glauben dass das wirklich passiert ist!!!
das ist jetzt 1 monat her und es fällt mir absolut nicht schwer...das verlangen nach nikotin ist wie weggeblasen... entzugserscheinungen auch quasi nicht vorhanden... jegliche risikosituationen durchgemacht, alles kein problem.
was mir persönlich auch ganz wichtig war: nicht zuzunehmen.... und wiedermal die überraschung- ich habe in der zeit sogar 2 kg abgenommen!! hungergefühl ganz gleich wie mit rauchen (habe immer konstant um die 53 kg gehabt und habe soviel gegessen wie ich brauchte ohne jegliche zurückhaltung... wobei das vor dem rauchen schon ein größeres problem war, da hatte ich schon oft heißhungerattacken und konnte mich schwer zurückhalten)

klar, am anfang wars irgendwie komisch weil diese rituale weggefallen sind... wie zigarette zum kaffee, zigarette nach dem aufstehn und vorm schlafengehn, nach dem essen und zwischendurch sowieso als lückenfüller.... aber eben nur weil die beschäftigung gefehlt hat und nicht weil das verlangen da war. deswegen konnt ich mir immer schnell und einfach eine andere beschäftigung suchen als zu rauchen.
aber mittlerweile fehlen mir nicht mal mehr diese rituale... es ist schon ganz selbstverständlich dass ich das alles nicht mehr brauche. manchmal wenn mich etwas besonders stresst kommt ganz kurz der gedanke an eine zigarette aber selbst den kann ich überraschenderweise schnell verdrängen.
und ich bin mir sicher dass es auch so bleibt wie es ist.

die tabletten soll man nach 2 monaten absetzen, ich denke dass ich bis dahin einfach schon so sehr daran gewohnt bin dass keine zigaretten mehr in mein leben integriert sind dass es auch kein problem sein wird. ich bin einfach zu stolz dass ich es geschafft habe und soo froh dass das ganze gift aus meinem körper draussen ist als dass ich jemals wieder eine zigarette in den mund stecken würde.
die einzige angst die ich habe ist, dass ich nach dem absetzen doch noch zunehmen könnte. aber vorsorglich fange ich bald mal mit sport an

vielleicht funktioniert die methode nicht bei allen menschen, das ist schwer zu beurteilen weil es von so vielen faktoren abhängig ist, aber ich persönlich bin extrem begeistert davon und sooo froh es geschafft zu haben!!

ich wünsche euch dass - wenn ihrs auch probieren solltet - es genauso gut funktioniert wie bei mir

lg coco

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12. März 2015 um 17:54

Wahnsinn
Hallo coco,super,wie Du das geschafft hast!
Von Wellbutrin habe ich noch nichts gehört,ich war Dienstag bei meinem Psychiater,wegen Bupropion,aber ich weiß,daß man das selber bezahlen muss.
Er hat mir unglaubliche Vorschläge gemacht,z.B.ich soll einen Betablocker nehmen,was soll mir das gegen Sucht helfen?
Ich möchte gerne aufhören,da ich durchs Rauchen lungenkrank bin.
lg.christiane

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