Home / Forum / Fit & Gesund / Ratschlag

Ratschlag

12. Oktober 2009 um 2:12 Letzte Antwort: 12. Oktober 2009 um 10:21

hey,

ich habe mich gerade erst registriert und bräuchte mal dringend einen ratschlag, denn so kann es irgendwie nicht weiter gehen...
also kurz zu mir: ich bin 19 jahre alt, gehe in die 13. klasse und habe seit 5 jahren magersucht. besonders am anfang bin ich oft in verschiedenen kliniken gewesen und habe dann noch 3 jahre ambulante therapie bei dipl. sozialpädagogin gemacht, die allerdings nicht auf essstörungen spezialisiert gewesen ist. mein niedrigstes gewicht lag bei 36kg auf 165cm.
nun bin ich letztes jahr im frühling wieder weit mit meinem gewicht runtergegangen und sollte in die klinik am korso. war also beim vorgespräch, hatte sogar die kostenübernahme. in der wartezeit sollte ich nicht am schulunterricht teilnehmen und beginnen mein essverhalten zu normalisieren, um mich in der klinik halt auf die "wirklichen" probleme konzentrieren zu können. doch eben in dieser zeit fingen die FAs bei mir an, außer kontrolle zu geraten. ich hungerte den ganzen tag und schlug mir abends den bauch mit 0,1 joghurt oder pudding voll. dann noch ein paar kekse oder schokolade. dadurch habe ich natürlich auch relativ schnell zugenommen. mein stoffwechsel ist vom hungern ziemlich kaputt...
jede sekunde danach hasse ich mich dann für mein undiszipliniertes verhalten und schäme mich dafür, die kontrolle verloren zu haben. entweder gehe ich brechen oder schlage meinen kopf gegen die wand. dennoch habe ich 6kg zugenommen und schämte mich mit 44kg in die klinik zu gehen.
nach langem streit und vielen tränen sagte ich dann doch zu und meine eltern fuhren mich dort hin. doch ich fühlte mich halt als "fette magersüchtige" und schämte mich für meinen weichen körper.
zudem war ich mit damals 17 eine der jüngsten auf der erwachsenenstation. nach nur drei tagen habe ich es nicht mehr ausgehaöten und bin einfach abgehauen, mit dem naiven glauben es daheim auf die reihe zu kriegen...
da fing es dann wieder an mit den FAs und dem hungern. innerlich zerissen zwischen gesundwerden, normal essen oder lieber hunger, um die magersucht, die irgendwie ein ein teil meiner identität geworden ist, nicht aufzugeben. nach den sommerferien wog ich 52 (!!!)
und nicht weil ich gesund und ausgewogen gegessen habe sondern, abends alles in mich reingestopft. ich schämte mich so dermaßen und traute mich auch niemanden zu sagen, dass ich den klinikaufenthalt schon nach weniger tagen abgebrochen habe. das ganze war mir so peinlich. und dennoch drehten sich meine gedanken nur ums essen. nahzu jeden tag nahm ich mir zu hungern, um wieder auf 40kg zu kommen und mir (und meiner umwelt zu beweisen), dass ich es immer noch kann. doch es klappte nicht. es ging meist 2-3 tage gut, dann kamen gedanken wie: "dann wirst eben gesund. und eigentlich ist es ja falsch zu hungern. es schmeckt doch lecker. fang an zu leben. etc". doch danach konnte ich mich überhaupt nicht ertragen. ging den nächsten tag nicht in die schule, traute mich nicht mal zu duschen oder überhaupt einen fuß vor die tür zu setzen. suizidgedanken und depressionen kamen dazu. außerdem sackten meine schulischen leistungen ab. ich sollte wieder zur therapie. meine eltern waren fertig.
doch ich fühlte mich zu fett und sagte immer wieder termine ab oder verschob sie, in der hoffnung dann abgenommen zu haben.

so ging es bis april 09. ich wog endlich wieder 44kg, steckte wieder in alten ms-mustern. konnte wieder hungern und begab mich in ein therapieprogramm um die anorexie zu besiegen.
zwei mal in der woche gehe ich nun zur behandlung. mein gewicht schwankt zwischen 41-44kg.
aber es ist einfach nicht mehr zu aushalten. meine therapeutin besteht darauf, mich wöchentlich zu wiegen und zwar in kleidung. wenn ich kurz vor einem termin dann ein FA habe, erfinde ich irgendwelche lügen, um nicht auf die waage zu müssen. zudem habe ich im sommer mit afm angefangen und es geht mir immer schlechter. ich hungere nahzu die ganze woche, schleppe mich mit letzten kräften in die schule und esse mich 1-2 so richtig voll. gehe dann brechen und schlucke dann zusätzlich unmengen afm. ich kriege einfach gar nichts mehr auf die reihe. in der schule kann ich mich überhaupt nicht konzentrieren. entweder bin ich zu müde oder ich denke ständig ans essen bzw über mein gewicht nach. und ich hasse mich so dafür. auf der einen seite will ich wieder gesund werden, normal und alles essen "dürfen", aber auf der anderen seite ist da immer noch der wunsch wieder abzunehmen. ich sehe mich halt immer noch als "fette magersüchtige" und glorifiziere die zeiten, in denen ich 6kg weniger wog...
meine eltern sind verständlicherweise total am ende. das tut mir so unendlich leid, aber jedes mal, wenn ich denke: "dies mal schaffst du es. nun besiege ich die dumme stimme; lasse die anorexie hinter mir." schlägt es auch ganz schnell wieder um und wird zu einem: "was hast du nur getan? wie konntest du nur so gierig fressen?"

Mehr lesen

12. Oktober 2009 um 7:26

Du sprichst mir aus der seele!
ich hab mich mit diesen gedanken immer verdammt allein gefühlt. eine "fette magersüchtige" ist natürlich selten und ich hab mich auch so sehr geschämt, wollte überhaupt nicht mehr aus dem haus, mich geweigert so in ne klinik zu gehen. wenn ich mein ok-gewicht hatte, hatte ich auch moivation zum gesund werden, wenn nicht muss alles getan werden um es zu vertuschen. hab dann richtige angst das ich ausraste wenn ich mein gewicht sehe, also verstehe ich dich! bei mir ist es allerdings so, dass meine eltern da überhaupt nicht hinterher sind und sie auch wirklich nur "oh oh" sagen wenn ich sozosagen kurz vorm hungertod stehen würde. ich hatte fress-kotz phasen in denen meine eltern/alle sich freuten das ich zunahm, nur ich hasste mich immer mehr weil ich wusste das es nicht durch regelmäßiges essen kommt sondern ich trotzdem noch zeitweise hungere und mich dann plötzlich vollstopfe. ich sehe die zeit mit meinem tiefstgewicht auch als "paradis", aber wenn ich ehrlich bin ging es mir sehr schlecht, ABER ich war froh das man das sah, ich mich nicht groß erklären musste. jetzt komm ich mir vor wie ne psychisch bekloppte in nem "gesunden" körper, einfach gelogen... ich finde das toll das du das alles selbst erkennst, das ist nicht selbstverständlich! du durschaust die krankheit schon ziemlich gut, aber du musst für dich überlegen was du noch vom leben möchtest. möchtest du es in kliniken verbringen? glaubst du du kannst es dort schaffen? das ist wichtig, den nur wenn man an sich glaubt kann man was erreichen. einen starken willen hast du ja auf jeden fall, er muss nur in die richtige richtung gelenkt werden. bist du bereit, jetzt einen schritt in richtung loslassen zu gehen?
ich bin das leider momentan nicht, aber die zeit wird kommen denke ich und die gebe ich mir jetzt auch. versuche(!) dich selbst nicht so unter druck zu setzen

wünsch dir alles gute!
und ich dachte ich wär die einzige fette anorektikerin...

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
12. Oktober 2009 um 9:59
In Antwort auf liesl_12826913

Du sprichst mir aus der seele!
ich hab mich mit diesen gedanken immer verdammt allein gefühlt. eine "fette magersüchtige" ist natürlich selten und ich hab mich auch so sehr geschämt, wollte überhaupt nicht mehr aus dem haus, mich geweigert so in ne klinik zu gehen. wenn ich mein ok-gewicht hatte, hatte ich auch moivation zum gesund werden, wenn nicht muss alles getan werden um es zu vertuschen. hab dann richtige angst das ich ausraste wenn ich mein gewicht sehe, also verstehe ich dich! bei mir ist es allerdings so, dass meine eltern da überhaupt nicht hinterher sind und sie auch wirklich nur "oh oh" sagen wenn ich sozosagen kurz vorm hungertod stehen würde. ich hatte fress-kotz phasen in denen meine eltern/alle sich freuten das ich zunahm, nur ich hasste mich immer mehr weil ich wusste das es nicht durch regelmäßiges essen kommt sondern ich trotzdem noch zeitweise hungere und mich dann plötzlich vollstopfe. ich sehe die zeit mit meinem tiefstgewicht auch als "paradis", aber wenn ich ehrlich bin ging es mir sehr schlecht, ABER ich war froh das man das sah, ich mich nicht groß erklären musste. jetzt komm ich mir vor wie ne psychisch bekloppte in nem "gesunden" körper, einfach gelogen... ich finde das toll das du das alles selbst erkennst, das ist nicht selbstverständlich! du durschaust die krankheit schon ziemlich gut, aber du musst für dich überlegen was du noch vom leben möchtest. möchtest du es in kliniken verbringen? glaubst du du kannst es dort schaffen? das ist wichtig, den nur wenn man an sich glaubt kann man was erreichen. einen starken willen hast du ja auf jeden fall, er muss nur in die richtige richtung gelenkt werden. bist du bereit, jetzt einen schritt in richtung loslassen zu gehen?
ich bin das leider momentan nicht, aber die zeit wird kommen denke ich und die gebe ich mir jetzt auch. versuche(!) dich selbst nicht so unter druck zu setzen

wünsch dir alles gute!
und ich dachte ich wär die einzige fette anorektikerin...

Hmm
Ich frage mich immer so sehr, wie ich euch helfen könnte, denn ich selbst weiß, wie es ist, essgestört zu sein. Das Problem dabei ist, dass es nicht DIE Worte gibt, wie etwa einen Zauberspruch, den man lediglich sagen muss, und man ist geheilt! Ich selbst bin noch von der ES angetan, aber immerhin werden meine FA's immer seltener und weniger dramatisch, folglich kann ich damit rechnen, dass ich i-wann einmal "über den Berg "sein werde. Bei mir war allerdings der Auslöser der ES eine Art Ersatzbefriedigung, um das zu kriegen, was mir fehlte. Und reingesteigerte hatte ich mich dann noch mehr durch den Gedanken, dass man von der Gesellschaft nur dann wirklich akzeptiert wird, wenn man schlank ist ... !
Deshalb: Ich schiebe meine ES teils auf unsere Gesellschaft, die m. E. zu sehr auf das Äußere eines Menschen achtet.

Das Einzigste, was ich als Tipp geben kann - und dieser ist extrem schwer umzusetzen - ist, eurem Körper einfach zu vertrauen; er "weiß" tatsächlich, was ihr braucht und wieviel, ausgenommen: Leute, bei denen dieses hochsensible, komplexe System gestört ist.

Ich wünsche euch alles gute

Gruß synipso

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
12. Oktober 2009 um 10:11
In Antwort auf lake_12453810

Hmm
Ich frage mich immer so sehr, wie ich euch helfen könnte, denn ich selbst weiß, wie es ist, essgestört zu sein. Das Problem dabei ist, dass es nicht DIE Worte gibt, wie etwa einen Zauberspruch, den man lediglich sagen muss, und man ist geheilt! Ich selbst bin noch von der ES angetan, aber immerhin werden meine FA's immer seltener und weniger dramatisch, folglich kann ich damit rechnen, dass ich i-wann einmal "über den Berg "sein werde. Bei mir war allerdings der Auslöser der ES eine Art Ersatzbefriedigung, um das zu kriegen, was mir fehlte. Und reingesteigerte hatte ich mich dann noch mehr durch den Gedanken, dass man von der Gesellschaft nur dann wirklich akzeptiert wird, wenn man schlank ist ... !
Deshalb: Ich schiebe meine ES teils auf unsere Gesellschaft, die m. E. zu sehr auf das Äußere eines Menschen achtet.

Das Einzigste, was ich als Tipp geben kann - und dieser ist extrem schwer umzusetzen - ist, eurem Körper einfach zu vertrauen; er "weiß" tatsächlich, was ihr braucht und wieviel, ausgenommen: Leute, bei denen dieses hochsensible, komplexe System gestört ist.

Ich wünsche euch alles gute

Gruß synipso

Hmmm
aber das problem ist ja es fühlt sich an als ob der körper das so will: nichts essen/alles essen die psyche überlagert das alles, das körpergfühl istv gestört, man kann ihm nicht vertrauen. und wenn de FAs aufhören, bleibt (in unserem fall) immer noch das anorektische verhalten, wofür man zwar teilweise gelobt, bewundert, bestaunt wird, aber besser geht es einem dadurch nicht.
da schlimmste daran sind für mich die gedanken, war das richtig, was esse ich noch, wie fülle ich die zeit, wann bekomme ich wieder was, nehm ich genug ab/nicht zu. und DAS wird mir immer bleiben das weiß ich einfach, auch wenn ich irgendwann genug essen solte um ein "gesundes" gewicht zu halten... es ist nicht einfach, man macht es sich ja gerade dadurch einfach indem man alles darauf reduziert, umso weniger ich esse, umso mehr bin ich, aber umso mehr verschwinde ich. das macht angst und man kehrt es um: umso mehr ich esse, desto weniger kann ich verschwinden, aber der körper wird größer und der geist schrumpft, man hat angst sic zu verlieren. am anfang gibt einem die anorexie soviel, ablenkung, sinn, daran denkt man imer wieder zurück, empfindet es als erstrebenswert.

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
12. Oktober 2009 um 10:21
In Antwort auf liesl_12826913

Hmmm
aber das problem ist ja es fühlt sich an als ob der körper das so will: nichts essen/alles essen die psyche überlagert das alles, das körpergfühl istv gestört, man kann ihm nicht vertrauen. und wenn de FAs aufhören, bleibt (in unserem fall) immer noch das anorektische verhalten, wofür man zwar teilweise gelobt, bewundert, bestaunt wird, aber besser geht es einem dadurch nicht.
da schlimmste daran sind für mich die gedanken, war das richtig, was esse ich noch, wie fülle ich die zeit, wann bekomme ich wieder was, nehm ich genug ab/nicht zu. und DAS wird mir immer bleiben das weiß ich einfach, auch wenn ich irgendwann genug essen solte um ein "gesundes" gewicht zu halten... es ist nicht einfach, man macht es sich ja gerade dadurch einfach indem man alles darauf reduziert, umso weniger ich esse, umso mehr bin ich, aber umso mehr verschwinde ich. das macht angst und man kehrt es um: umso mehr ich esse, desto weniger kann ich verschwinden, aber der körper wird größer und der geist schrumpft, man hat angst sic zu verlieren. am anfang gibt einem die anorexie soviel, ablenkung, sinn, daran denkt man imer wieder zurück, empfindet es als erstrebenswert.

@mia
sehr gut beschrieben...wow.. sprichst mir aus der Seele und triffst es genau auf den Punkt...

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
Frühere Diskussionen
Herpes genitalis auch im mund/hals?
Von: malou_12932708
neu
|
11. Oktober 2009 um 22:49
Teste die neusten Trends!
experts-club