Forum / Fit & Gesund

Puh - irgendwie ratlos!

7. April 2011 um 0:27 Letzte Antwort: 12. April 2011 um 13:56

Hallo liebe User/innen!

Ich bin seit einiger Zeit stille Mitleserin und habe mich gerade frisch angemeldet, um mitschreiben zu können bzw. um erst einmal selbst Hilfe und Ratschläge zu erhalten.

Vor reichlich einem halben Jahr geriet meine mir selbst auferlegte "Diät" außer Kontrolle (ich wog damals über 90 Kg bei 1,65 m - also wirklich viel zu viel).
Ich hungerte strikt, rechnete nur mit Kalorien, setzte mir ein entsprechendes Limit von max. 700 am Tag, warf Essen oftmals weg, sagte Verabredungen aus Angst essen zu müssen ab, fing mit viel Sport an und so nahm ich innerhalb kurzer Zeit ziemlich viel ab. Das spornte nach mehr an und - ach was schreibe ich - Ihr werdet wissen, wovon ich rede...

Auf Grund einer anderen psych. Störung war ich bereits damals in therapeutischer Behandlung; ich merkte, dass mein Essverhalten außer Kontrolle gerät und ich sprach meinen Therapeuten darauf hin an. Prompt bekam ich zu hören, dass dies schon länger aufgefallen sei und dass ich eine Essstörung habe - eine Reha in einer entsprechenden Klinik wäre in Erwägung zu ziehen.
Danach müsste ich auch noch unbedingt ambulant weitermachen.

Nun gut - es ging erstmal zur Reha, die mir zugleich einiges und auch wieder sooo viel nicht gebracht hat.
Die Diätassistentinnen haben mir mit Ernährungsplänen, Aufklärungen usw. sehr geholfen - mein Essverhalten hat sich enorm gebessert, was sie mir auch so gesagt haben.

Meine ärztliche Abschlussuntersuchung zog mir dann den Boden unter den Füßen weg - ich sollte gleich von der Reha in eine andere Klinik gehen, die auf Essstörungen spezialisiert sei. Ich würde mich trotz nunmehr NG immer noch fett finden und ich hätte es nicht geschafft, mein Gewicht zu stabilisieren, eine diesbezügliche Besserung hätte es erst in den letzten 2 Wochen gegeben und ich hätte eine Kombinations-Es, die sich Bulmarexie nennen würde.
(Während der Reha habe ich trotz dann normalem Essen, aber viel Sport, auch immer noch wöchentlich 1 Kg abgenommen; keiner hat mich darauf angesprochen; der Hammer kam dann eben mit der Abschlussuntersuchung....).

Nun bin ich irgendwie durcheinander und weiß nicht einmal warum.

Auf der einen Seite finde ich, dass ich mein Essverhalten unter Kontrolle habe (mein Gewicht hat sich jetzt bei 62/63 Kg eingependelt).
Engel und Teufel beharken sich nicht mehr so oft, ich habe auch nicht mehr so oft ein schlechtes Gewissen nach dem Essen; Sport nur noch in Maßen und mein kurzzeitiges Nehmen von AFM habe ich auch abgelegt. Und das Gewicht - naja - das ist halt so; eine 5 vorn dran wäre schon schöner, meine Knochen waren schon deutlicher und für mich schöner zu sehen, aber so geht es eben auch. Ich bin eben immer noch dick und ich schäme mich dafür, aber das ist nunmal so.
Also ist doch alles in Ordnung mit oder bei mir?!?!?

Dann kommen wieder Gedanken, dass nicht alles in Ordnung sein kann, da ich immer wieder beim Gang auf die Waage über die große Zahl erschrecke.
Ich bekomme Panik wenn ich meine Knochen nicht mehr so toll merke wie vor 2 Wochen noch oder wenn ich gesagt bekomme, dass ich eine richtig tolle Figur habe, was ich aber nicht so sehen kann!

Ich weiß mir selber keinen Rat - ambulant weiter machen, aber was sag ich dann dem Therapeuten (hätte dann einen neuen, der mich noch gar nicht kennt).
Hey - ich bin hier und weiß nicht warum, ich denke, dass ich eigentlich ganz okay bin, aber ich soll ambulant weiter machen?!

Ich schwanke zwischen "alles okay" und "es ist nicht alles okay" hin und her.
Kennt Ihr das - wie geht Ihr damit um?
Und dann noch dieses "Nicht sehen können wie ich wirklich aussehe". Ich bekomme wirklich oft gesagt, dass ich nun eine gute Figur habe, aber warum kann ich das nicht sehen - ich sehe nur eine dicke und unförmige Frau im Spiegel. Gibt sich das mit der Zeit oder lügen mich doch so viele an, nur damit ich meine Freude habe?

Meine erste Nachricht ist lang geworden - Entschuldigung, aber so sieht es momentan auch in mir aus.
Ich würde mich natürlich über die eine oder andere Rückantwort seeeehr freuen; vielen lieben Dank schonmal.

Eure Kämpferin

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7. April 2011 um 7:44

Hallo Pejuang,
ok, dein essverhalten uns so, klingt wirklich gut und gesund. W Allerdings findet deine Essstörung immernoch ein bissl im Kopf statt. Ich denke, du solltest es ambulant versuchen. Du kannst deinem Therapeuten ja genau diese Gefühle schildern, die du uns geschrieben hast.

Er kann dann auich eine bessre Diagnose geben und dich in der nächsten Zeit unterstützen beim Essen und Gewicht halten. Denn da du dich in deinem Körper unwohl fühlst besteht ja noch die Gefahr, dass du wieder weniger isst. Ich meine damit, dass du vielleicht noch nicht so stabil bist was dein Essverhalten angeht.

Liebe Grüße,
lescourgettes

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7. April 2011 um 8:06

Hallo pejuang,
willkommen bei uns. Du bist wie etliche andere hier auch durch eine rapide Diät in eine Essstörung gerutscht. Zwar hat sich dein Essverhalten inzwischen stabilisiert, deine psychopatologische Symptomatik zeigt aber, dass du noch essgestört bist. Ich würde dir daher ebenfalls zu einer ambulanten Psychotherapie raten.

Schön, dass du eine Kämpferin bist, bleib so!

LG Nus

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8. April 2011 um 9:07
In Antwort auf

Hallo Pejuang,
ok, dein essverhalten uns so, klingt wirklich gut und gesund. W Allerdings findet deine Essstörung immernoch ein bissl im Kopf statt. Ich denke, du solltest es ambulant versuchen. Du kannst deinem Therapeuten ja genau diese Gefühle schildern, die du uns geschrieben hast.

Er kann dann auich eine bessre Diagnose geben und dich in der nächsten Zeit unterstützen beim Essen und Gewicht halten. Denn da du dich in deinem Körper unwohl fühlst besteht ja noch die Gefahr, dass du wieder weniger isst. Ich meine damit, dass du vielleicht noch nicht so stabil bist was dein Essverhalten angeht.

Liebe Grüße,
lescourgettes


Hallo, Guten Morgen!

Vielen Dank für Eure Antworten.

Nun war ich gerade so weit, dass ich den Therapeuten, mit dem ich einen Termin vereinbaren wollte, angerufen habe.

Ich habe ihm am Telefon erzählt, dass ich wegen Angst/Panik in Behandlung war, dann aber noch in eine ES gerutscht bin und dass ich jetzt eine Festigung in all den Dingen brauche.

Er ging auf die ES gar nicht ein und meinte nur, dass ich mich meiner Angst stellen muss und dass er mich damit konfrontieren würde. Da das aber jetzt nicht mehr mein großes Problem ist (die Angst läuft so "nebenher" und ich werde jeden Abend damit konfrontiert wenn mein Mann auf Arbeit geht) habe ich eben immer wieder angesprochen, dass ich insgesamt stabiler werden muss.

Er meinte nur, dass er kein Betreuer sondern Behandler wäre und dass wir ja jetzt schon Verständigungsschwierigkeiten hätten; er wollte mir aber noch eine letzte Chance geben - ich sollte ihm am Telefon alles erzählen, was er mir gerade gesagt hätte; es würde schließlich noch andere Therapeuten geben.....

Da mir das dann zu komisch vorkam (er gibt mir noch eine Chance, für was????) habe ich ihm mitgeteilt, dass ich dann wohl nicht seine Patientin sei, wenn er nicht versteht was ich brauche. Nach einem "Das glaube ich auch." wurde aufgelegt.

Das hat mir gerade nicht wirklich geholfen - nun bin ich noch verwirrter.

Ich bin doch nun schon seit Mitte November in psych. Behandlung, gibt es da nicht Grenzen von Behandlungen; ist man irgendwann austherapiert?
Sollte ich denn wirklich eine Weiterbehandlung anstreben, brauch ich die wirklich?
Ich will ja auch niemandem die Zeit wegnehmen, nur weil ich schön plaudern will....

Ich weiß gerade gar nichts mehr und aus lauter Durcheinander in meinem Kopf und aus lauter trüben Gedanken fällt heute auch das Essen aus....

LG Eure Kämpferin, die gerade einen kleinen Kampf verloren hat

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8. April 2011 um 9:42
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Hallo, Guten Morgen!

Vielen Dank für Eure Antworten.

Nun war ich gerade so weit, dass ich den Therapeuten, mit dem ich einen Termin vereinbaren wollte, angerufen habe.

Ich habe ihm am Telefon erzählt, dass ich wegen Angst/Panik in Behandlung war, dann aber noch in eine ES gerutscht bin und dass ich jetzt eine Festigung in all den Dingen brauche.

Er ging auf die ES gar nicht ein und meinte nur, dass ich mich meiner Angst stellen muss und dass er mich damit konfrontieren würde. Da das aber jetzt nicht mehr mein großes Problem ist (die Angst läuft so "nebenher" und ich werde jeden Abend damit konfrontiert wenn mein Mann auf Arbeit geht) habe ich eben immer wieder angesprochen, dass ich insgesamt stabiler werden muss.

Er meinte nur, dass er kein Betreuer sondern Behandler wäre und dass wir ja jetzt schon Verständigungsschwierigkeiten hätten; er wollte mir aber noch eine letzte Chance geben - ich sollte ihm am Telefon alles erzählen, was er mir gerade gesagt hätte; es würde schließlich noch andere Therapeuten geben.....

Da mir das dann zu komisch vorkam (er gibt mir noch eine Chance, für was????) habe ich ihm mitgeteilt, dass ich dann wohl nicht seine Patientin sei, wenn er nicht versteht was ich brauche. Nach einem "Das glaube ich auch." wurde aufgelegt.

Das hat mir gerade nicht wirklich geholfen - nun bin ich noch verwirrter.

Ich bin doch nun schon seit Mitte November in psych. Behandlung, gibt es da nicht Grenzen von Behandlungen; ist man irgendwann austherapiert?
Sollte ich denn wirklich eine Weiterbehandlung anstreben, brauch ich die wirklich?
Ich will ja auch niemandem die Zeit wegnehmen, nur weil ich schön plaudern will....

Ich weiß gerade gar nichts mehr und aus lauter Durcheinander in meinem Kopf und aus lauter trüben Gedanken fällt heute auch das Essen aus....

LG Eure Kämpferin, die gerade einen kleinen Kampf verloren hat

Hallo pejuang,
einen Kampf verloren hast du nur, wenn du jetzt aufgibst. Es gibt Therapeuten, die nicht auf Essstörungen spezialisiert sind bzw. diese nicht behandeln. Vielleicht ist es hilfreich, wenn du beim nächsten Gespräch mit einem Therapeuten gleich danach fragst, ob er auch Essstörungen behandelt.Dies sollte ja im Vordergrund der Therapie stehen, nicht Angststörungen, die ohnehin nicht mehr sehr ausgeprägt zu sein scheinen. Sicherlich müssen diese im Rahmen einer Therapie auch thematisiert werden, aber ein Therapeut muss wissen, dass es die in erster Linie um deine Essstörung geht.

Lass dich nicht verunsichern. Ruf alle in Betracht kommenden Therapeuten der Reihe nach an.

LG Nus

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12. April 2011 um 13:56
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Hallo pejuang,
einen Kampf verloren hast du nur, wenn du jetzt aufgibst. Es gibt Therapeuten, die nicht auf Essstörungen spezialisiert sind bzw. diese nicht behandeln. Vielleicht ist es hilfreich, wenn du beim nächsten Gespräch mit einem Therapeuten gleich danach fragst, ob er auch Essstörungen behandelt.Dies sollte ja im Vordergrund der Therapie stehen, nicht Angststörungen, die ohnehin nicht mehr sehr ausgeprägt zu sein scheinen. Sicherlich müssen diese im Rahmen einer Therapie auch thematisiert werden, aber ein Therapeut muss wissen, dass es die in erster Linie um deine Essstörung geht.

Lass dich nicht verunsichern. Ruf alle in Betracht kommenden Therapeuten der Reihe nach an.

LG Nus

keiner will mich
Nun habe ich allen Mut zusammengenommen und ich habe meine Therapeutenliste abtelefoniert.
14 Anrufe - 5x der AB mit dem sofortigen Hinweis, dass keine neue Patienten mehr angenommen, dass es auch keine Wartelisten gibt und der Rest ist überhaupt nicht erreichbar.
Ich werde wohl meinen Telefonkreis um weitere 10 Kilometer erhöhen müssen....

Ist es für Euch auch so ein komisches Gefühl wenn Euch Leute auf der Straße darauf ansprechen, dass Ihr ja jetzt "so schön schlank geworden seit" obwohl Ihr das auch nicht sehen könnt?
Mir ist das immer peinlich, weil ich mich immer noch als sehr dick betrachte.

Ich sage mir jetzt ca. 5x am Tag den Satz, dass ich so wie ich aussehe, okay aussehe wenn es mir ständig gesagt wird.

Einen Schritt rückwärts habe ich dann leider gemacht, als ich Dorianes? Antwort in einem Thread gelesen habe - ich glaube der Thread war "Bin ich zu dünn?" die Antwort war so in etwa "Bei 1,81 m Größe und 77 Kg bist Du zwar noch im NG, aber dann bist Du nicht mehr schlank". Ich glaube es war auch noch die Rede davon, dass man mit 1,69 m und 56 kg perfekt ist - ist das nicht zu dünn?
Da komme ich mir ja mit 1,65 m und 62 kg wirklich dermaßen fett vor....

Irgendwie kommt mir der Satz immer wieder in Erinnerung; ich versuche mir einzureden, dass ich okay bin bei meiner Größe und meinem Gewicht und dann so was.

Ist jetzt nicht böse gemeint - aber mich hat das runtergezogen.

Bin heute eh nicht gerade toll drauf.
Nach 6 Wochen Reha bin ich nun noch 2 Wochen krank geschrieben und sollte Krankengeld von meiner Krankenkasse erhalten.
Nun habe ich heute Post erhalten, dass erst abgeklärt werden muss, ob mir noch KG zusteht - ich muss zustimmen, dass der Entlassungsbericht von der Rehaeinrichtung an die Krankenkasse geht.

Ich bin sowas von verunsichert - bekomme ich jetzt etwa das Geld gestrichen, weil ich noch 2 Wochen krank bin?

Es bricht gerade meine kleine mühsam aufgebaute Welt wieder etwas ein .

LG Eure Kämpferin, die trotzdem nicht aufgibt!

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