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Positiv

6. Juni 2014 um 14:34

Hallo lieber Leser und Leserinnen,
ich bin Amy, 19 Jahre alt und war vor etwa 1 - 2 Jahren mehr oder weniger hier im Forum aktiv. Aus diesem Grund werden mich vielleicht noch ein paar Personen kennen. Ich freue mich, diesen Satz ohne schlechtes Gewissen hier schreiben zu dürfen: Ich -war- magersüchtig.
Vorhin lag ich auf dem Liegestuhl im Garten, genoss einfach die Zeit und ich schwebte in meinen Gedanken, unter anderen auch an negative Zeiten in meinem Leben.

Mir ist aufgefallen, dass hier viele, leider auch zum Teil sehr junge, Mädchen ihre Probleme schildern. Probleme lösen, Probleme berichten, Hilfe suchen, Leid teilen, Rückmeldungen ernten. Als das sah ich dieses Forum und den aktuellen Überschriften nach zu urteilen, hat es sich nicht viel verändert. Aus diesem Grund ließ mich das Bedürfnis nicht los, hier etwas Positives zu vermerken.

Mein hoffentlich für immer bleibendes "Happy End".

Wahnsinn, dass mich die Zeit gerade wieder einholt und mir Tränen in die Augen schießen .... Ich war ganz unten, dachte nur noch an Essen, vernachlässigte meine Familie, meine Freunde, verlor welche. Meine Pubertät bestand aus der Magersucht.

Personen mit psychischen Erkrankungen werden niemals vollkommen gesund sein können. Beispiel Magersucht: Selbst nach jahrelanger Genesung und das Eingeständnis, endlich gesund zu sein, kann durch die einzige Frage, wie viel Kalorien dieses Lebensmittel nun hat, und ob es nicht zu viele sind, widerlegt werden. Es ist statistisch bewiesen und ich beharre -eigentlich- auch darauf.

Doch ich bin glücklich, ich fühle mich wohl in meinem Körper. Mein eigenes Ziel habe ich erreicht. Niemals hätte ich zu träumen gewagt, in der Öffentlichkeit bedenkenlos wieder essen zu können, niemals hätte ich gedacht, dass ich mit mehr Kilos auf der Waage den Mut habe, mich in einem engen Top zu zeigen.

Es ist Sommer und ich traue mich es. In meiner schlimmsten Zeit wog ich knappe 10 Kilo weniger. 10 Kilo Unterschied zu heute. Noch immer bekomme ich Komplimente, bin schlank und freue mich, dass ich trotz 3 Tafeln Schokolade nicht zunehme. Nein, ich wiege mich nicht, merke es aber an meiner Kleidung.

Die Kunst, gesund zu werden, besteht darin, Schritt für Schritt langsam zuzunehmen, sich immer mehr zu erlauben und zu lernen, seinen eigenen Körper zu lieben.

Ich kann allen Betroffenen nur raten, den Lebenswillen anzukurbeln. Das Leben soll schön sein, Kalorien zählen und anderen, dünnen Mädels hinterherzueifern ist nicht schön. Schmeißt die Waage weg, hört auf euren Körper, achtet auf ihn, schätzt ihn. Isst, wenn ihr Hunger habt, hört auf, wenn ich satt seid. Nach und nach pendelt sich wieder alles ein. Redet über Probleme mit Freunden oder der Familie und holt euch keinen Rat in einem Forum wie diesem hier. Es triggert euch. Merkt ihr das nicht? Natürlich tut ihr das, aber das will man auch. Man will weiter abnehmen und merkt nicht, dass das Leben an einem vorbeizieht.

Holt euch Hilfe, solange ihr es noch könnt.

Ich war auch gefangen in diesem endlos scheinendem Teufelskreis, aber es gibt einen Ausweg, den ihr persönlich akzeptieren müsst. Gibt euch und eurem Leben eine Chance.

Jedes Leben ist wertvoll.

Liebe Grüße

Amy

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