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Partner/Abstand

25. Januar 2013 um 10:14 Letzte Antwort: 25. Januar 2013 um 22:08

Hallo an alle da draussen=)
Seit meiner ES fällt es mir sehr sehr schwer mich eventuellen Partnern/ExFreund zu öffnen und mich "gehen zu lassen" in der Beziehung. Deswegen bin ich jetzt auch schon einige Zeit Single. Es ist nicht so, dass ich irgendwie Probleme hätte, meinen Körper zu zeigen oa. Was mir Probleme macht, ist dass der Freund "soviel Zeit" einnimmt und ich mich gleich unwohl fühle, wenn ich so "gebunden" bin.
Denkt ihr das ist ES-bedingt? Wenn ja, hattet ihr schon ähnliche Erfahrungen?
Habe manchmal das Gefühl die ES hat mich so ein bisschen zum "Einzelgänger" gemacht.
Liebste Grüße=)

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25. Januar 2013 um 13:58


ich glaube das ist wohl eher nicht so ein passender Kommentar. ich wollte eiglt nur wissen ab andere in ihrer ES-Zeit auch solche erfahrungen gemacht haben.

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25. Januar 2013 um 15:26

Nähe und Abstand
... oh ja, ich kenne das leider!

Ich erlebe mich immer wieder dabei, wie ich weg will, wenn ich mit ihm zusammen bin, OBWOHL ich mich sauwohl fühle, bei ihm bleiben möchte,... aber: ich muss weg, weil ich Hunger habe u das schon viele viele Stunden u langsam ganz schwach werde... u gerade in einer Phase bin, in der ich kaum in Gesellschaft essen kann und nur meine ganz bestimmten Dinge esse, die auf meiner "erlaubt"-Liste stehen. Es ist absolut irrational, das weiß ich! Denn er weiß um meine Krankheit, kennt und liebt mich so und TROTZDEM fühle ich dieses schlimme Schamgefühl. Ich schäme mich, das ist einfach ein Gefühl!, denn mein Kopf weiß genau, dass ich mich nicht zu schämen brauche. Hilft aber nichts, ich schäm mich, also gehe ich... Komme dann manchmal aber am Abend wieder zurück...

Es gibt auch Tage, an denen ich esse (streng von meiner "erlaubt"-Liste zwar, aber immerhin!), es bei mir behalte (kleine mini-Fortschritte mache ich ja schon), mich dann aber so schlecht fühle, dass ich nicht unter Leute gehen kann - u eben auch nicht zu meinem Partner. Ich sage ihm das dann genau so u er versteht u akzeptiert das. Das ist übrigens absolut neu für mich. Ich bin 42 u habe vor 11 Monaten überhaupt das allererste Mal im Leben über meine ES gesprochen... er ist nun daher auch der erste Mann in meinem Leben, den ich liebe und dem ich meine ganze Wahrheit sage. Das tut gut irgendwie...

Dennoch belastet mich mein Verhalten, meine ständigen Rückzüge... denn ich denke immer, ich könnte ihn verletzen, selbst wenn er sagt, er verstehe mich. Ich weiß, dass er selber schlimme Verlassensängste hat, die genauso irrational sind wie meine Ängste.

Schließlich noch ein Gedanke: habe mir schon einmal überlegt, ob mein Symptom, also meine ES, nicht vllt auch eine Strategie ist, nicht zu nahe bei einem Menschen sein zu müssen, ihn nicht so nah an mich heran zu lassen - selbst wenn ich ihn ohne Ende liebe. Die ES war, was mich betrifft, die Lösung, die mein Ich damals gewählt hat, um nicht-Aushaltbares aushalten zu können... eine Verschiebung: ich kontrollierte (und kontrolliere noch) in einem Bereich (nämlich was meinen Körper und das Essen angeht), weil dieses Kontrollieren in einem anderen Bereich, um den es eigentlich geht, in dem ich mich ausgeliefert, ohnmächtig, hilflos fühlte (fühle), nicht möglich war (ist). Dieser Bereich war und ist: Liebe. Das Kind in mir liebte den Vater, der mir aber wehtat, mich ablehnte, ... . Ich war ausgeliefert, spürte Ohnmacht. Liebe = Ausgeliefertsein, außer Kontrolle sein..... so ungefähr verstehe ich heute die Entstehung meines Symptoms.

Diese Gedanken u raionalen Überlegungen helfen mir jedoch wenig, eigenltich gar nichts!, wenn es darum geht, mein Verhalten zu ändern. Das ist längst zu spät, es hat sich verselbstständigt, die Krankheit hat mich voll in der Hand...

Weiß nicht, ob dir mein Text hier jetzt irgendetwas gebracht hat ...

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25. Januar 2013 um 15:49
In Antwort auf linden_12637787

Nähe und Abstand
... oh ja, ich kenne das leider!

Ich erlebe mich immer wieder dabei, wie ich weg will, wenn ich mit ihm zusammen bin, OBWOHL ich mich sauwohl fühle, bei ihm bleiben möchte,... aber: ich muss weg, weil ich Hunger habe u das schon viele viele Stunden u langsam ganz schwach werde... u gerade in einer Phase bin, in der ich kaum in Gesellschaft essen kann und nur meine ganz bestimmten Dinge esse, die auf meiner "erlaubt"-Liste stehen. Es ist absolut irrational, das weiß ich! Denn er weiß um meine Krankheit, kennt und liebt mich so und TROTZDEM fühle ich dieses schlimme Schamgefühl. Ich schäme mich, das ist einfach ein Gefühl!, denn mein Kopf weiß genau, dass ich mich nicht zu schämen brauche. Hilft aber nichts, ich schäm mich, also gehe ich... Komme dann manchmal aber am Abend wieder zurück...

Es gibt auch Tage, an denen ich esse (streng von meiner "erlaubt"-Liste zwar, aber immerhin!), es bei mir behalte (kleine mini-Fortschritte mache ich ja schon), mich dann aber so schlecht fühle, dass ich nicht unter Leute gehen kann - u eben auch nicht zu meinem Partner. Ich sage ihm das dann genau so u er versteht u akzeptiert das. Das ist übrigens absolut neu für mich. Ich bin 42 u habe vor 11 Monaten überhaupt das allererste Mal im Leben über meine ES gesprochen... er ist nun daher auch der erste Mann in meinem Leben, den ich liebe und dem ich meine ganze Wahrheit sage. Das tut gut irgendwie...

Dennoch belastet mich mein Verhalten, meine ständigen Rückzüge... denn ich denke immer, ich könnte ihn verletzen, selbst wenn er sagt, er verstehe mich. Ich weiß, dass er selber schlimme Verlassensängste hat, die genauso irrational sind wie meine Ängste.

Schließlich noch ein Gedanke: habe mir schon einmal überlegt, ob mein Symptom, also meine ES, nicht vllt auch eine Strategie ist, nicht zu nahe bei einem Menschen sein zu müssen, ihn nicht so nah an mich heran zu lassen - selbst wenn ich ihn ohne Ende liebe. Die ES war, was mich betrifft, die Lösung, die mein Ich damals gewählt hat, um nicht-Aushaltbares aushalten zu können... eine Verschiebung: ich kontrollierte (und kontrolliere noch) in einem Bereich (nämlich was meinen Körper und das Essen angeht), weil dieses Kontrollieren in einem anderen Bereich, um den es eigentlich geht, in dem ich mich ausgeliefert, ohnmächtig, hilflos fühlte (fühle), nicht möglich war (ist). Dieser Bereich war und ist: Liebe. Das Kind in mir liebte den Vater, der mir aber wehtat, mich ablehnte, ... . Ich war ausgeliefert, spürte Ohnmacht. Liebe = Ausgeliefertsein, außer Kontrolle sein..... so ungefähr verstehe ich heute die Entstehung meines Symptoms.

Diese Gedanken u raionalen Überlegungen helfen mir jedoch wenig, eigenltich gar nichts!, wenn es darum geht, mein Verhalten zu ändern. Das ist längst zu spät, es hat sich verselbstständigt, die Krankheit hat mich voll in der Hand...

Weiß nicht, ob dir mein Text hier jetzt irgendetwas gebracht hat ...

...hat mir was gebracht
Danke! Ich denke das mit der Kontrolle ist ein wichtiger Punkt. Vielleicht lasse ich auch nicht gerne jemanden an mich ran, weil ich denke, er könnte mich umso mehr verletzen bzw ich könnte die Kontrolle verlieren...
toll das du es geschafft hast, über die ES zu reden und es dir einzugestehen

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25. Januar 2013 um 22:08
In Antwort auf zahra_12528379


ich glaube das ist wohl eher nicht so ein passender Kommentar. ich wollte eiglt nur wissen ab andere in ihrer ES-Zeit auch solche erfahrungen gemacht haben.

Da gehts mir ähnlich
Dieses "gebunden" sein. Das Gefühl, ein Stück Kontrolle abgegeben zu haben. Mein Freund (knapp 2 Monate) ist jetzt Teil meines Lebens. Er ist da, er zwingt mich damit, ebenfalls präsent zu sein. Glücklich, unterhaltsam, neugierig, lebendig. Nur kenn ich mich so nicht? Ich brauche Raum für mich. Sehr viel Raum.
Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf und sehe alles nur noch schwarz. Dann ist da pure Angst.
Angst vor dieser Beziehung, Angst nicht mehr frei sein zu können. (welcher ESler ist schon frei...)
Angst vor zu vielen Gefühlen, die entstehen könnten (oder ich weiss nicht evtl auch schon da sind). Aus den Augen der ES sind Gefühle einfach zu unsicher.

Du bist damit nicht alleine.
Hoffe, es geht irgendwann wieder aufwärts für dich.

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