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Oh... das habe ich wohl nicht mitgekriegt

28. Dezember 2010 um 1:01 Letzte Antwort: 30. Dezember 2010 um 17:46

Hallo ihr Lieben!

Ich versuche mich kurz zu fassen...

Seit meiner Geburt leide ich unter extremer Langsamkeit und ich bin eine Tagträumerin wie es im Buche steht (Vermutung: ADS, hypoaktiv) . Die, die mich kennen wissen das, doch für Fremde bin ich manchmal eine Schlaftablette.

Oft bekomme ich wichtige Dinge nicht mit die mir gesagt werden, ich überhöre sie einfach oder antworte unbewusst. Bei Kritik verschlimmert sich das ganze nochmal um das Doppelte, was sich anders bei Lob verbessert.
Desweiteren brauche ich Stunden lang um ein Brot zu essen.
In meiner Ausbildung zur Altenpflegerin wurde ich wegen der Langsamkeit täglich harsch und böse zurecht gewiesen und in der Schule habe ich jeden Tag nur die Hälfte mitbekommen, dementsprechend waren auch meine Noten. Selbst auf meinem Grundschulzeugnis steht, ich würde einen Dornröschenschlaf halten.

Nicht nur das... Viele in meinem Leben bezeichneten mich als "dumm" wenn ich nicht so schnell einen Witz begriff wie sie. Schlimmer noch, ich vollendete niemals wichtige Klausuren, nur weil ich noch eine viertel Stunde länger gebraucht hätte, wo andere schon längst eine halbe Stunde vor der Abgabezeit fertig waren.
Klar, dass ich dazu noch ein ziemliches Chaosweib bin und vor lauter Langsamkeit mein Haushalt auch dementsprechend aussieht und meine Pünktlichkeit auf dem Nullpunkt liegt. Ich kann drei Stunden eher aufstehen und ich komme dennoch zu spät, weil ich wieder eine neue Beschäftigung fand, die mich Ewigkeiten hinhielt.

Nun bin ich mit meinem Latein am Ende, denn bisher kam ich immer -irgendwie- durchs Leben. Meinen Führerschein habe ich vor mir her geschoben, weil ich schon befürchtete dass es gefährlich werden könnte.
Habe so viele Fahrstunden genommen und bin dennoch durch die Praktische gefallen, da ich auf der Autobahnausfahrt zur Geisterfahrerin werden wollte. Ich glaube ich bin eine Gefährdung für den Straßenverkehr und mit Tränen in den Augen sehe ich noch das "Kopfschütteln" und das zynische Lächeln meines Fahrlehers wie ich so dämlich sein konnte den Blinker da zu setzen, obwohl wir die Strecke schon mehrfach gefahren sind...

Ich sehe die Blicke der Menschen und sie verletzen mich immer wieder, ich halte das nicht mehr aus und niemand ist mir in meinen Verhaltensweisen ähnlich. Meine übertriebene Langsamkeit nehme ich nur durch andere Menschen war, die mich alltäglich darauf hinweisen und selten durch mich selbst.
Ich bin außerdem auf meinen Führerschein angewiesen denn ich möchte doch so gerne im ambulanten Dienst arbeiten und bin weder dumm noch intellektuell ungebildet.

Und ich weiß das ich Verstand habe...
... nur eben vielleicht keinen wachen, da mein Geist manchmal am schlafen ist

Wer von euch erlebt das gleich Schicksal? Welche Erfahrungen habt ihr und wie meistert ihr damit euer Lebenschaos?
Wäre über jede Antwort sehr verbunden und dankbar..

Lieben Gruß, Saphirherz

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30. Dezember 2010 um 17:46

Hypoaktivität
Hallo Saphirherz,

ob ich hypoaktiv bin weiß ich nicht. Aber ich war auch als Kind eine Träumerin und wurde gemobbt (Außenseiterin). In der Schule war ich ruhig aber zu Hause war ich frecher. Ich bin einmal Sitzengeblieben und mein Schulabschluss (Realschulabschluss) war nicht gerade besonders gut. In Sport hatte ich eine fünf.

Den Führerschein habe ich noch dem 2. Versuch mit der Bemerkung bekommen, dass ich erst mal in der näheren Umgebung fahren sollte.

Mittlerweile bin ich in zwei Vereinen und habe einige Freunde. Außerdem habe ich studiert. Beruflich habe ich aber Schwierigkeiten weil es mir schwer fällt mich zu verteidigen.

Meine Reaktion ist nicht gerade schnell und ich muss alle Sachen erst mal überdenken (Introvertiertheit). Wenn mir alles zu viel wird (laute Feiern etc.) ziehe ich mich zurück um die notwendige Ruhe zu bekommen.

Du bist also nicht die einzige mit Problemen. Leider ist die Gesellschaft zu einer Leistungsgesellschaft geworden, was das Überleben in der Berufswelt für Menschen mit Schwierigkeiten schwierig. Was für uns bleibt, ist der Versuch so gut wie möglich damit klar zu kommen.

Hierbei wünsche ich dir viel Glück und das du deinen Weg findest, gut durch das Leben zu kommen.

Liebe Grüße, Viviane1235

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