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Nur schnell ausheulen...

2. November 2011 um 21:51 Letzte Antwort: 4. November 2011 um 21:00

meine lieben...
ich bin am Sonntag meinen ersten Halbmarathon gelaufen (21,1km in 1:45:24). Davor habe ich schön intensiv trainiert und versucht, auf meine Ernährung zu achten - natürlich habe ich das oft nicht geschafft und "zuviel" gegessen, aber wenn man so viel Sport macht und sonst auch nicht nur rumsitzt, kann man fast nicht so viel essen, wie man verbraucht. Ich habe jetzt mein Tiefstgewicht und einen BMI von 17.5, auf der neuen Waage 18. Meine Essstörung ist Bulimie und ich bin ein Bisschen in die Sportsucht reingerutscht - mein Körper und meine Psyche brauchen Sport. Der Körper wegen gewöhnung (kein Sport macht mich wirklich körperlich ganz unruhig), die Psyche um sich Essen zu verdienen respektive es abzutrainieren...
jetzt bin ich froh, keinen so strikten Trainingsplan mehr zu haben. Ich arbeite ca 150% im Praktikum (auch Wochenend- und Nachtdienst; gerade habe ich eine 36h-Schicht hinter mir), daneben muss ich noch eine Arbeit schreiben, Pferde bewegen, meine sozialen Kontakte und die Beziehung zu meinem Freund pflegen und immer mal wieder noch zusätzliche Jobs in der Gastronomie annehmen (im Praktikum verdiene ich nichts). Ich komme mir vor wie ein Hamster auf einem Laufrad... 24h sind einfach zu wenig.
Seit Sonntag habe ich keinen Sport mehr gemacht und bin ganz hibbelig. Ich hatte einfach keine Zeit! Und ich habe mich gestern auf der neuen Waage gewogen - 57.5 kg. Das ist meine persönliche Grenze, schwerer möchte ich nicht werden. Und ich habe total Angst, dass ich jetzt, wo ich weniger Sport mache, zunehme. In der Trainingszeit habe ich auch darauf geachtet, nicht noch mehr abzunehmen, und habe an manchen Tagen bewusst kalorienreiche Sachen gegessen. Und jetzt - wenn ich so weitermache, nehme ich voll zu! Also muss ich weniger essen - aber wie?
Ich habe voll Mühe mit essen. Einerseits will ich mich nicht zu stark kontrollieren, um mal von der ES wegzukommen. Andererseits schaffe ich das einfach nicht und esse oft viel zu viel. Heute zum Beispiel war ich eher müde, weil ich Nachtdienst hatte. Da habe ich immer mehr Appetit als normal. Jemand hat verschiedene Brötchen und Croissants mitgebracht. Vor dem Mittagessen hatte ich dann zusätzlich zu meinem normalen Frühstück (Apfel, Magerquark, Mandeln, 1-2EL Müsli) schon ein Croissant und ein Früchtebrötchen gegessen. Das Mittagessen viel klein aus - ein Ei, ganz wenig Brot, ein Apfel. Am Nachmittag waren die Brötchen und Croissants noch nicht alle und ihre Anwesenheit hat mir keine Ruhe gelassen. So ist das oft, wenn die ES das Steuer übernimmt - wenn ich weiss, dass irgendwo (!) in der Nähe Essen ist, von dem ich theoretisch essen könnte, lässt es mir keine Ruhe. Also heute Nachmittag bin ich zweimal ca 100m gelaufen, um erst die eine, dann noch die andere Hälfte eines Croissants zu essen. Dazu noch ein halbes Hefebrötchen. Abends wollte ich dann nicht mehr viel essen - es gab Gurkensalat, 200g Magerquark, ein Apfel und danach noch eine Feige. Ich habe eine Zuckerregel - ich erlaube mir nur ein Stück von irgendwas, was Zucker enthält - zb ein gesüsstes Jogurt, zwei Kekse, ein Stück Schokolade. Und ich darf mir nicht nachholen. Das klappt eigentlich gut, der Heisshunger auf Süsses und süsse Fressatacken lassen sich so eingrenzen. Nur ist es auch so, dass es mir keine Ruhe lässt, wenn ich dieses Stück Zucker noch nicht hatte - ich überlege mir dann ständig, was ich heute essen könnte - lieber ein Stück Schokolade oder Kekse? Heute habe ich dann (obwohl ich kaum Lust hatte!) Schokolade genommen. Und danach noch eine grosse Hand voll getrocknete Apfelschnitze, nicht auf einmal, sondern genascht...
ich verzweifle - ich kriege mein Essverhalten einfach nicht in den Griff! Warum kann ich nicht einfach nur das Essen, wozu ich Lust habe, und dann nicht mehr drüber nachdenken? Warum ist zunehmen ein so rotes Tuch für mich? Es nervt mich alles so... meine eigene Psyche nervt mich. Warum kann ich nicht einfach so normal und unkompliziert mit Essen umgehen wie alle anderen?
Im Nachtdienst zb ist es wirklich schlimm - oft steht irgendwo essen rum und das ist total stressig für mich!

Danke, dass ihr das gelesen habt. Ich musste mich einfach mal wieder hier ausheulen - ich hasse es, essgestört zu sein, aber ich schaffe es nicht, ganz da rauszukommen. Ich will nicht zunehmen - das will ich einfach nicht. Ich habe so mühsam abgenommen und habe voll Angst, dass ich das Zunehmen nicht mehr stoppen könnte.

Kennt jemand meine Situation? Könnt ihr euch vorstellen, was in mir abgeht? Ich möchte normal sein...

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4. November 2011 um 21:00

Hey dori
vielen dank für deine antwort.
Ich weiss, dass ich eigentlich mich nicht so ernähren sollte, als wollte ich abnehmen. Aber es fällt mir voll schwer, mich "normal" zu ernähren, normale Dinge wie eine grosse Portion Pasta oder so zu essen...
Ich weiss auch, dass ich so vom Prinzip her nicht unbedingt Gefahr laufe, zu viel zu essen. Was mich eher stört ist, dass ich so vom Gedanken ans Essen "besessen" bin. Auch wenn ich wirklich nicht hungrig bin und genug gegessen habe, lässt mich der Gedanke nicht los, wenn ich zb weiss, in der Küche steht ein voll leckerer Apfelkuchen, von dem ich noch essen könnte. Oder da ist dieses leckere Brot im Schrank... Manchmal, ganz selten, gewinne ich gegen den Drang, hinzugehen und zu essen. Meistens aber verliere ich... Das stört mich echt!
Mit strikten Regeln, wie zb die mit dem Zucker, kann ich mich "beruhigen". Wenn ich zb das "Stück Zucker" schon gegessen habe, lässt mich der Apfelkuchen in der Küche absolut kalt! Wenn ich ihn aber, ohne eine Regel zu verletzen, noch essen dürfte, denke ich die ganze Zeit daran, auch wenn ich satt bin. Das ist mir sehr unangenehm und ich möchte es loswerden. Nur wie?

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