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Normal essen - was ist das?

15. August 2011 um 20:21 Letzte Antwort: 25. August 2011 um 9:04

Hallo ihr Lieben!

Ich lese hier schon einige Zeit mit, verfolge eure Geschichten und finde mich in vieler eurer Gedanken wieder. Allein - mitzuschreiben, hab' ich mich nie wirklich getraut - zu unwichtig, eh schon gesagt oder dumm kam mir alles vor, was mir durch den Kopf ging. Und außerdem hatte ich das Gefühl, irgendeinen ganz tollen ersten Beitrag verfassen zu müssen, bevor ich mich bei einer Diskussion beteiligen dürfte (und überhaupt: was hatte ich schon zu sagen?).

Auf die Gefahr hin, dass es tatsächlich dumm und unwichtig ist, traue ich mich nun trotzdem.

Da es mir in den letzten Tagen wieder ziemlich schlecht ging, hab ich mich gefragt, was das eigentlich ist: normal essen.
Nicht, dass ich mich das bis jetzt noch nie gefragt hätte. Nicht, dass ich nicht die theoretische Antwort darauf wüsste.
Aber: ich habe keine Antwort für mich darauf gefunden. Ich weiß nicht ob ich jemals wirklich 'normal' gegessen habe.
In den letzten 10 Jahren auf alle Fälle nicht.
Seit 10 Jahren begleiten mich die Gedanken rund um Gewicht, Figur (Bauch!), Essen, Nicht-Essen, Abnehmen. Nicht immer in gleicher Intensität. Seit etwa 3 Jahren (ab dem 2. Studienjahr) wieder sehr respektive bei weitem mehr als früher.
Das "Übliche" halt: ewiges Grübeln über das zu Essende/das Gegessene, schlechtes Gewissen, Versagens- und Ineffizienzgefühle, panische Angst vor dem Zunehmen bzw. davor dass die Zunahme ausarten wird iSv 'einmal Kontrolle weg, immer Kontrolle weg', mitunter wirklicher Wiegezwang, Perfektionismus und Leistungsstreben in allen Lebenslagen, (Erschöpfungs-)depression/Burnout.

Einzig und allein mit dem Kalorienzählen hab ich nie wirklich angefangen. Bis jetzt, da die Unsicherheit einfach zu groß wurde und ich einfach keinen blassen Schimmer hatte ob ich kalorienmäßig mehr/weniger/gleich esse als beispielsweise vor ein paar Monaten. (Und ich war ehrlich geschockt, dass ich - obwohl mir gesagt wird, wie wenig ich doch esse [ich selbst habe anscheinend jeden Bezug dazu verloren] - doch so "viel" esse).

Je mehr ich allerdings beobachte, desto weniger wundere ich mich, warum es zu meinem gestörten Essverhalten gekommen ist (nicht, dass mir das je ein Rätsel gewesen wäre, aber es haben sich Puzzleteile zusammengesetzt, die ich zwar gesehen, aber nie derart in Kontext zueinander gesetzt habe). Irgendjemand in meiner Familie war immer auf Diät - meistens war es meine Mutter, die Dinner gecancelt hat (gemeinsames Abendessen gab es nie) und bestenfalls ein Joghurt gegessen hat (und dann meistens heimlich genascht). Aber auch mein Vater, der nach gewisser Zeit wieder über sein Gewicht lamentiert und es zum Gesprächsthema beim Frühstück gemacht hat, samt seinem Gewichtsverlauf der letzten 2 Wochen und dann ebenfalls gefastet hat. Oder mir am Ende des Tages minutiös aufgezählt hat, was er gegessen habe und dann festgestellt hat, jetzt würde er wieder "fett" werden.
Das sollen keine Schuldzuweisungen sein, ich mache keinen für meine ES verantwortlich.
Ich stelle nur fest, dass anscheinend nicht nur ich, sondern auch niemand in meiner Familie dazu in der Lage ist normal zu essen.

Ob ich das wohl jemals können werde?
(In den nächsten Jahren sicher nicht, da mach' ich mir gar keine Illusionen.)

Alles Liebe,
myrtillie

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16. August 2011 um 0:03

Hallo myrtillie!
Ich finde es auch toll, dass du hier ins Forum gekommen bist! Hier kann man wirklich über die Gefühle reden!(:
Als ich deinen Beitrag gelesen habe, sah ich mich in deiner ganzen Geschichte, ausser, dass bei uns meistens das Abendessen gestriechen wurde, weil meine Muttter ständig Kopfweh hat und müde ist, nach dem arbeiten und mein Vater kann nicht kochen und ist seehr selten zu Hause... Da ich in der Schule am Mittag auch nur ein Brötchen ass und sonst nichts, gerie ich auch in die ES..
Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich jemals wieder so essen kann, wie früher...
Das einzige, dass ich empfehlen kann, ist etwa 4 mal (kann natürlich auch 5-6 mal seim^^) essen .. So versuche ich auch zuzunehmen..
Und wenn die anderen aus deiner Familie nicht essen , solltest du dir trotzdem etwas kochen, es wäre besser für dich!
Liebe Grüsse
Chiara

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16. August 2011 um 12:02


Hallo !
Bei mir ist es genau so wie bei dir, ich gebe auch meiner Familie zum Teil die Schuld an meiner Essstörung. Und das sind keine Schuldzuweisungen, sondern das ist einfach die bittere Wahrheit, auch wenn sie es nicht einsehen wollen.
Es ist nun mal kein Mensch perfekt und niemand kann alles richtig machen.
Meine Mutter isst zum Beispiel auch kein Abendessen und da fällt es mir natürlich noch viel schwerer mich hinzusetzen und etwas zu essen. Denn dann wird das schlechte Gewissen noch größer als es eh schon ist.
Nebenbei war ich früher stark übergewichtig und habe mir von meinen Eltern dauernd anhören müssen "Iss dies nicht, iss das nicht. Du wirst ja immer dicker." Und das hat sich in meinem Kopf einfach festgenagelt und wird auch nie wieder hinausgehen. Früher haben sie mich vom Essen abgehalten, sie haben mir sogar mein Geld weggenommen, damit ich mir nicht heimlich Essen kaufe ! Und jetzt soll ich auf einmal einfach so vor ihnen essen ? Das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit.
Mir geht es also ähnlich wie dir, nur wir sollten versuchen, trotzdem zu essen, denn immerhin wollen wir doch gesund werden, oder ?
Lg

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16. August 2011 um 22:33


Vielen Dank für eure Antworten und herzliche Begrüßung

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich unsere familiären Verhältnisse/Situationen/Geschichten ähneln.

steppingstone,
es tut gut zu hören, dass ich nicht die Einzige mit diesen Gedanken respektive in dieser Situation bin. (Auch wenn ich das eigentlich eh schon vorhin wusste, aber es ist trotzdem etwas anderes das so noch einmal zu lesen)
Meine Oma war wohl auch bei mir respektive auf mein Essverhalten ausschlaggebend - allerdings war sie im Gegensatz zu deiner nie auf Diät, sondern hat andauernd und viel gegessen und war dementsprechend dick.
So sehr ich sie geliebt habe, so sehr war sie für mich figurmäßig ein abschreckendes Beispiel um es gelinde auszudrücken: schon als Kind graute mir davor, jemals so auszusehen. Und meine Familie wusste das auch, und habe ich wirklich einmal eine Zeit lang zu viel gegessen oder genascht, kam oft ein "Willst leicht einmal so dick sein wie die Oma?"

nevertrust,
ja, ich war früher - in meiner späten Kindheit - auch einmal übergewichtig. Ich muss dir, denk ich, nicht schildern wie furchtbar das war. Ich wurde gemobbt - primär weil ich in der Schule so gut war, aber auch weil ich eben nicht nur eine "Streberin" war, sondern auch dick. Alle gaben mir zu verstehen, ich wäre zu dick - auch meine Freundinnen.
Zuhause bekam ich bloß zu hören, ich müsse halt wirklich "aufpassen" und mehr Bewegung machen. Ja toll, da kennt man sich dann als Zehnjährige aus...

chiara,
bei mir begann das Ganze nicht so drastisch (zu Mittag ein Brötchen und dann nichts mehr), sondern eher schleichend - was wohl auch daran lag, dass ich mittags immer bei meinen Großeltern zum Essen war und das konnte ich auch nicht "schwänzen". Deswegen gibt es bei mir auch nicht wirklich ein "früher, wo ich noch normals aß", das ich nun wieder anstreben könnte, leider.


So genug der Erzählungen aus meiner Vergangenheit. Ich weiß, dass es an mir liegt zu kämpfen um ein gesundes Essverhalten zu erlernen und dass mir das Essen niemand abnehmen kann. (Vor allem zweiteres bedauere ich mitunter sehr - dann läge es nicht an mir die richtige Balance zu finden; wieviel lieber wäre es mir für einen starken Raucher zum Rauchen aufzuhören, denn sich etwas "einfach" nur abgewöhnen müssen, ja um wieviel leichter ist das denn ...)
In der Theorie weiß ich das. Aber...

Es zu wissen, ist eine Sache, aber es auch so zu empfinden, eine ganz andere. (Und dieser Empfindung gemäß zu leben, eine nochmals ganz andere)
Noch scheint es mir, dass ich selbst, das was ich weiß, hin und wieder vergesse oder in Frage stelle. (Und es mir zum x-ten Mal von meiner Therapeutin bestätigen lasse. Wie etwa, dass 500g oder auch ein Kilo optisch nicht sichtbar sind. Oder dass ich keinen Bauch habe.)

Noch ist es mir auch nicht möglich von meiner rational nicht nachvollziehbaren panischen Angst vor dem NG abzulassen. Aber zumindest schaff ich es seit Monaten mich mit meinen ~ 49kg irgendwie zu arrangieren, sie also zu halten und mich nicht dem Wunsch, wieder darunter zu gehen, hinzugeben. (Ich bin 1,67m)

Alles Liebe,
myrtillie

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22. August 2011 um 9:40

..ist das was du draus machst.
Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich wieder normal essen willst. Habe einen anderen Treat von dir gelesen und der behauptet das Gegenteil. Ich will dir trotzdem antworten. Du kannst nicht wissen, was "normal" ist. Du musst schauen, was andere normal essen!
Schaue bewusst auf ihre Teller und tue es ihnen gleich, in der Menge und im Inhalt.

Und noch was. Für dich wäre es NORMAL, wenn du mal mehr als sonst und andere essen würdest!
Wahrscheinlich bist du schon seit Jahren zu dünn
- dein Körper und dein Appetit wird sich essen holen wollen, so viel er braucht bis er ein gesundes Maß erreicht hat ,,, wenn er mal darf...

Du wirst nicht gleich dick werden, dass kann ich dir versprechen. Das interessante ist ja, dass, um so gesünder du dich ernähren wirst, um so mehr wird sich das gesunde Gefühl zu deinem Körperbild und deinem Essensverhalten und Appetit wieder einstellen!
Ich versprechen dir: Du könntest Monate mal so richtig super lecker essen es würde eine ganze weile dauern, bis du wieder Normalgewicht hast (also nicht mehr zu dünn bist).
Vertraue deinem Körper! Der ist eine super Maschine, wenn du nur auf ihn hören würdest und essen würdest, wenn er es verlangt!
Gönne dir etwas, wie eine "Auszeit von deiner Essstörung": Du wirst am Ende schöner denn je sein. Das werden dir Leute von Außen bestätigen und du wirst es sehen können.
... nur jetzt kannst du es noch nicht sehen (weil dein Körperbild verzerrt ist).

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24. August 2011 um 20:14
In Antwort auf an0N_1255896599z

..ist das was du draus machst.
Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich wieder normal essen willst. Habe einen anderen Treat von dir gelesen und der behauptet das Gegenteil. Ich will dir trotzdem antworten. Du kannst nicht wissen, was "normal" ist. Du musst schauen, was andere normal essen!
Schaue bewusst auf ihre Teller und tue es ihnen gleich, in der Menge und im Inhalt.

Und noch was. Für dich wäre es NORMAL, wenn du mal mehr als sonst und andere essen würdest!
Wahrscheinlich bist du schon seit Jahren zu dünn
- dein Körper und dein Appetit wird sich essen holen wollen, so viel er braucht bis er ein gesundes Maß erreicht hat ,,, wenn er mal darf...

Du wirst nicht gleich dick werden, dass kann ich dir versprechen. Das interessante ist ja, dass, um so gesünder du dich ernähren wirst, um so mehr wird sich das gesunde Gefühl zu deinem Körperbild und deinem Essensverhalten und Appetit wieder einstellen!
Ich versprechen dir: Du könntest Monate mal so richtig super lecker essen es würde eine ganze weile dauern, bis du wieder Normalgewicht hast (also nicht mehr zu dünn bist).
Vertraue deinem Körper! Der ist eine super Maschine, wenn du nur auf ihn hören würdest und essen würdest, wenn er es verlangt!
Gönne dir etwas, wie eine "Auszeit von deiner Essstörung": Du wirst am Ende schöner denn je sein. Das werden dir Leute von Außen bestätigen und du wirst es sehen können.
... nur jetzt kannst du es noch nicht sehen (weil dein Körperbild verzerrt ist).

...
Liebe renella,

Danke für deine Antwort.
Ich kann dir versichern, ich würde wirklich sehr gerne wieder eine normalere Beziehung zum Essen haben - aber wie wohl die meisten hier, besteht auch bei mir eine Diskrepanz zwischen dem Wunsch einerseits und dem Verhalten andererseits. Es ist stets ein auf der einen Seite - auf der anderen Seite.

Auf der einen Seite kostet mich meine derzeitige Beziehung zum Essen viel an Lebensqualität, auf der anderen Seite bedeutet es aber auch eine gewisse Sicherheit - das kenn ich schon, das bin ich gewohnt - und die aufzugeben traue ich mich wohl noch nicht.
In meinem Studium habe ich diese Sicherheit nicht, ich kann mich quasi auf nichts verlassen, ich werde von Selbstzweifeln zerfressen, ich schwanke nur allzu oft zwischen Verzweiflung und Resignation. Aber mit dem Essen - da hab ich das Gefühl etwas kontrollieren zu können. Das kann ich beeinflussen - mehr oder minder - und es kann mir quasi 'Halt' geben; einen trügerischen Halt, gewiss - aber wenn man Gefühl hat, überschwemmt zu werden, klammert man sich ja bekanntlich auch an den sprichwörtlichen Strohhalm.

Nichtsdestotrotz würde ich gerne anders können. Ehrlich.

Das Problem ist nur auch: ich möchte zwar gerne normal essen, aber dabei nicht auch normalgewichtig sein/werden. Oder um es auf den Punkt zu bringen: ich würde gerne normal essen ohne davon zuzunehmen, sondern mein derzeitiges Gewicht halten.

Was es aber nicht spielt - ich weiß. Und von nichts, kommt nichts - weiß ich auch.
Was aber nichts daran ändert, dass ich es mir wünschen würde - für die Zukunft. Wenn möglich die nahe.

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25. August 2011 um 9:04
In Antwort auf zona_11851387

...
Liebe renella,

Danke für deine Antwort.
Ich kann dir versichern, ich würde wirklich sehr gerne wieder eine normalere Beziehung zum Essen haben - aber wie wohl die meisten hier, besteht auch bei mir eine Diskrepanz zwischen dem Wunsch einerseits und dem Verhalten andererseits. Es ist stets ein auf der einen Seite - auf der anderen Seite.

Auf der einen Seite kostet mich meine derzeitige Beziehung zum Essen viel an Lebensqualität, auf der anderen Seite bedeutet es aber auch eine gewisse Sicherheit - das kenn ich schon, das bin ich gewohnt - und die aufzugeben traue ich mich wohl noch nicht.
In meinem Studium habe ich diese Sicherheit nicht, ich kann mich quasi auf nichts verlassen, ich werde von Selbstzweifeln zerfressen, ich schwanke nur allzu oft zwischen Verzweiflung und Resignation. Aber mit dem Essen - da hab ich das Gefühl etwas kontrollieren zu können. Das kann ich beeinflussen - mehr oder minder - und es kann mir quasi 'Halt' geben; einen trügerischen Halt, gewiss - aber wenn man Gefühl hat, überschwemmt zu werden, klammert man sich ja bekanntlich auch an den sprichwörtlichen Strohhalm.

Nichtsdestotrotz würde ich gerne anders können. Ehrlich.

Das Problem ist nur auch: ich möchte zwar gerne normal essen, aber dabei nicht auch normalgewichtig sein/werden. Oder um es auf den Punkt zu bringen: ich würde gerne normal essen ohne davon zuzunehmen, sondern mein derzeitiges Gewicht halten.

Was es aber nicht spielt - ich weiß. Und von nichts, kommt nichts - weiß ich auch.
Was aber nichts daran ändert, dass ich es mir wünschen würde - für die Zukunft. Wenn möglich die nahe.


Ja, ich weiß nicht, das ist für mich nur schwer zu verstehen, dass du nicht zunehmen möchtest.
In meinem Umfeld hatten sich damals die Menschen von mir abgewandt weil ich einfach SCHLIMM AUSSAH.. Das siehst du nicht, sondern andere. Auch sonst habe ich bis heute kein Umfeld, das wirklich wert auf das Schlank sein legt - Ich habe mir auch bewusst Leute gesucht, die genau das Gegenteil propagieren, anders geht es glaube ich nicht, um da raus zu kommen. Auch "dicke" Frauen schön finden!

Und, ich glaube ich hatte Glück, dass das funktioniert hat, aber das war wirklich die Rettung:
Mir ging es so scheiße, beschissen, auch ganz einfach, weil ich keine Freunde mehr hatte, keine Familie, nichts..Schule kaum noch hin gegangen Ich MUSSTE mir irgendwann sagen, ICH SCHAUE MICH IM SPIEGEL AN, WIE ANDERE MICH SEHEN, also neutral.

Mir ist durch die ständig Selbstbeobachtung aufgefallen, dass ich mich fiel zu oft im Spiegel betrachtete und das immer schon vorher (!) mit dem Gedanken: ich bin hässlich.

Also habe ich einen Tag daran gearbeitet, ich gucke nicht in den Spiegel.,.. erst am Abend, stand ich neben dem Spiegel ohne schon zu gucken und sagte mir - klarer Kopf, ich brauche einen klaren Kopf (um nicht schon wieder vorher zu denken, ich bin hässlich!)

Und dann stand ich VÖLLIG NACKT vor dem Spiegel und hatte einen riesen SCHOCK.

Ganz ehrlich, ich habe plötzlich erst nach ca. 2 Jahren gesehen! wie krank und dünn ich aussah! Meine Arme, meine Beine- da war nichts mehr dran!



Ich finde aber super, wie klar du dir schon über deinem Problem bist. Man sieht, du hast schon viel begriffe und arbeitest ständig! Der Ausweg ist wie wenn man schwimmen lernt. Erst macht man kleine Kreise und hält sich zwischen durch an einem Stück Holz fest, die werden dann immer größer! und irgendwann kannst du frei schwimmen. (aus einem Buch für ES). Ich fand das Bild super. > Das stück Holz ist deine Essstörung.
Versuche mit jedem Tag außerhalb andere Sicherheiten zu finden. Das kann sein, heute gehe ich ein Stück bis dahin, ohne daran oder daran zu denken....
Was macht dich wirklich unsicher, was fehlt dir...Überlege dir konkrete Gründe und konkrete Antworten, das kann man sich auch aufschreiben..
Ich kann bis heute noch nicht regelmäßig in die Uni gehen. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren - ich bekomme sonst auch Angstzustände, selbstzweifel und so, aber bisher habe ich das alles irgendwie geschafft. Wenn es mir schlecht geht und ich merke, ich habe keinen Halt mehr, dann bleibe ich halt zu Hause und gucke was ich machen kann, das es mir besser geht und auch, damit ich in Zukunft mit dieser Situation in der Uni eine Lösung finde - eine Antwort, damit ich länger da bleiben kann oder überhaupt hin gehen. Aber ich esse deswegen nicht mehr weniger. Du musst deinen Rhythmus wiederfinden. Wenn dir was zu viel ist, dann ist dir halt was zu viel, dann mach es langsamer und suche Lösungen.

Kalorien habe ich auch nicht gezählt - das ist auch gut so!Aber vielleicht ist es doch besser du kaufst dir eine Wage um nicht noch dünner zu werden - missbrauche sie aber nicht! Wenn du sie doch mussbrauchst, dann suche dir beispielsweise ein Kleidungsstück..

Versuche auch mehr darüber zu schreibe, was dich eigentlich wirklich im Leben unglücklich macht. Wenn du von deiner Mutter erzählst, dann ist es klar woher du da (auch) hast. Das wir alle unsere Eltern lieben, ist klar, trotzdem dürfen wir auch aggressiv sein und sagen: Du, das und das läuft scheiße!

So, ich schreibe viel,
entschuldige und alle, die es nervt.
Ich möchte aber auch nicht persönlich angeschrieben werden, weil sonst verstrickt man sich irgendwann.

Erzähle noch mehr von dir, konkretere Dinge, damit man die nacheinander in Foren besprochen werden können, wenn du magst- trau dich, wir sitzen hier alle im Boot.(Lustig, bei dem Bild mit dem Freischwimmen

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