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"Normal essen" spielen

28. September 2011 um 14:09 Letzte Antwort: 29. September 2011 um 20:31

Das klingt jetzt komisch, aber ich hab einen echt lustigen Tipp gelesen in einem Frauenmagazin, wo Essstörungen thematisiert wurden. Da stand, es könnte helfen, wenn man einfach mal eine Zeit lang, zwei Wochen bis ein Monat, so tut, als wäre nichts, als wäre man gesund und ganz normal. Klingt voll einfach, oder? Aber eventuell, wenn man noch nicht ganz so tief in der Scheisse steckt, könnte das echt helfen. Man muss eventuell nur erst wieder rausfinden, was normal ist.
Also ich spiele das Spiel eigentlich jetzt schon seit einigen Wochen, und scheitere natürlich regelmässig. Aber ich mag die Idee. Zum Beispiel: Mittags Salat essen ist sehr gut und gesund. Man kann auch darauf achten, dass man noch eine Portion Eiweiss zu sich nimmt, zb ein Ei oder Quark. Soweit, so gut, das hab ich immer gemacht. Aber man muss auch nicht denken, Kohlenhydrate sind böse, ich ess keine Kohlenhydrate, sondern man darf zum Salat eine Scheibe Brot essen (oder sogar zwei sogar mit was drauf, wenn man mag ), weil normale Menschen machen das auch und werden deshalb trotzdem nicht dick! Soweit meine Erkenntnisse. Wenn man normal-essen spielt, darf man auch mal einen Kuchen backen, nicht nur für die Familie, sondern auch für sich selber, und das dann geniessen. Gegen die Spielregeln ist, wenn man sich dann davon im Vorbeigehen noch zwei Scheiben reindrückt, weil es so lecker ist da habe ich leider verloren... Aber man kann am nächsten Tag wieder ein neues Spiel beginnen Normale Menschen frühstücken auch normal - in dem Spiel, das ich gerade spiele, darf ich mir auf den Magerquark mit Früchten auch noch einen Esslöffel (oder sogar zwei ) Müsli drüber streuen, obwohl das böse Kohlenhydrate sind. Und, man darf auch abends, wenn man mag, mal was mit Kohlenhydraten essen, zum Beispiel ganz wenig Nudeln. Tolles Spiel, oder?
Kurz, ich mag den Gedanken, einfach so zu tun, als wäre man gesund. Auch wenn es natürlich im echten Leben nicht so ist, man ständig Rückschläge hat, trotzdem täglich auf die Waage steht und aus einem Kilo mehr ein Drama macht. Auch wenn man nie so locker und entspannt und nebenbei essen kann, wie alle andern. Aber schon nur dass man so tut, hilft psychologisch viel!
Heute habe ich normal gefrühstückt (ein kleiner Apfel und eine Pflaume 250g Magerquark, ein paar Trauben und etwa zwei EL Müsliflocken). Mittags war ich Blutspenden und habe zwei Äpfel gegessen, ein Vollkornbrötchen mit Frischkäse, etwas Salat, Gemüse mit Quarkdip, einen Milchkaffee und sogar noch den Schokoriegel, den ich da bekommen hab! Ich muss mir jetzt immer wieder sagen, das das ok war und ich bisher nicht zuviel gegessen hab. Aber da ist auch die Stimme in meinem Kopf, die sagt, es ist egal, es macht nichts, normale Menschen essen auch so, du darfst das! Ich bin auf dem Weg der Besserung und ich wünsche euch allen, dass ihr auch bald mal wieder fühlt, wie es sein könnte, wenn man nicht die blöde ES mit rumtragen müsste. Auch wenn es nur für kurze Zeit ist, einfach sich einmal nicht mehr so anstellen und so tun, als wäre alles ok und als hätte man keine Probleme mit dem Essen. Das fühlt sich toll an!
Alles Gute!

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28. September 2011 um 16:04

Tja
dann wünsche ich dir auch alles gute, und dass es bald kein SPIEL mehr ist!

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29. September 2011 um 14:38

Natürlich klappt es nicht
es ist und bleibt eine illusion. aber es hilft, wenn man, wenn die gedanken kommen, einfach zu sich sagen kann: stopp, das geht jetzt nicht. die gedanken wegschieben, etwas anderes denken und tun.
ich hab ja auch nicht generell probleme, zu essen. meine ES ist eher sowas wie bulimie ohne erbrechen mit anorektischen zügen, oder irgendwas anderes. für anorektische personen geht es wahrscheinlich nicht..
aber wenn ich den kopf richtig einschalte beim essen und mit aller kraft versuche, den "fress-modus" zu verhindern, und auch mir dinge zu sagen wie "ein stück leckeres vollkornbrot zum salat ist gesund, normal, absolut ok" funktionniert es oft. oder vor den spiegel zu stehen und sich mal mit anderen augen sehen. geht nicht, wenn man in schlechter stimmung ist. aber wenn ich mich anstrenge und versuche, zu sehen, warum mich die anderen als dünn bezeichnen, geht manchmal sogar das...

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29. September 2011 um 20:31

Das habe ich auch gelesen
Im Hotel in Wien habe ich diese Zeitschrift auch gelesen und ich fand den Tipp obertoll und das funktioniert auch!

Ich mache das immer am Sonntag. Dann spiele ich "Tochter" - gehe also bei meinen Eltern ganz normal hinter den Kühlschrank und nehme mir die besten Dinge raus, greife beherzt zu Mamas Wähe und Kuchen und lass mich verwöhnen...
In der ersten Zeit war es total mühsam und endete in miesen FAs mit Erbrechen, aber jetzt wird es langsam von mir erwartet und mit Humor kommentiert. Das tut mir und der Familie so gut, denn alle sind unsicher...

Also: Ich finde das eine ganz tolle Sache und ich freue mich total dass Du das hier schreibst!

Probiert es alle aus! Oder mal über Mittag "Sportlerin" spielen: Fitnessteller (Putenschnitzel mit Salat) als würdet ihr am Abend eben noch Trainieren gehen für den Marathon

Ich finde den spielerischen Aspekt toll!

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