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Nach der Magersucht/Bulimie

6. Oktober 2014 um 0:29

Hallo ihr Lieben,
ich habe da mal eine Frage, die mir schon seit längerer Zeit auf der Seele brennt und vllt könnt ihr mir helfen.
Ich habe 2,5 Jahre unter Magersucht und Bulimie gelitten.
Ich bin mittlerweile 25 Jahre, habe vor knapp 3 Jahren angefangen abzunehmen, habe es dann von 119kg auf 69kg geschafft, wobei ich dazu sagen muss, dass knapp 20kg durch meine Magersucht und die darauffolgende Bulimie purzelten.
Mittlerweile bin ich wieder relativ symptomfrei, habe aber auch knapp 15kg wieder zugenommen, welche ich momentan jedoch durch 3-4 Mal die Woche Sport und relativ geringer Aufnahme von Essen versuche wieder zu reduzieren.
Leider tut sich auf meiner Waage jedoch gar nichts mehr, außer, dass es immer mal wieder schwankt zwischen 1-2 Kilo.
Woran kann es liegen, dass ich trotz dessen, dass ich in der Woche keine warme Mahlzeit zu mir nehme, Sport mache und viel Quark und allgemein Eiweißprodukte esse, nicht/bis kaum abnehme?!
Das ist furchtbar frustrierend.
Kann es sein, dass mein Körper durch die damalige "Hungersnot" einfach alles speichert und nun nichts mehr hergeben will/kann??
Kennt jemand von euch diese Problematik?
Fänd es klasse, wenn es jemanden gibt der sich mit mir ein wenig identifizieren kann!
Viele liebe Grüße,
Anna

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6. Oktober 2014 um 10:47

Hallo Anna,
das harte Los einer Bulimikerin ist, dass meistens der Stoffwechsel massiv gestört ist, und eine mächtige Zunahme vorprogrammiert ist. (Bei MS kann es auch der Fall sein, aber bei Bulimie viel häufiger zu beobachten.) Das kannst du leider erstmal nur aushalten.

Du solltest nicht so extrem gegenregulieren, iss vernünftig, damit dein Stoffwechsel sich normalisiert, du provozierst gerade nur neues Chaos, und vor allem einen neuen Rückfall in die Essströrung! Sport wirkt regulierend, und für eine gute Regeneration danach brauchst du ausreichend Nahrung!

Verzichte auf fettfrei und schränke dich nicht so stark ein was die Lebensmittelauswahl angeht. Die damit verbundenen Gefahren sind einfach zu groß.

Geh zum Arzt und lass dich mal richtig durchchecken. Nach der Bulimie hat sich bei mir z. B. ne Schilddrüsenunterfunktion eingeschlichen. Du solltest deinem Arzt auch von deinem Problem erzählen. Und dann könnt ihr gemeinsam einen Schlachtplan erarbeiten. Ich finde es wirklich wichtig, dass das unter medizinischer Aufsicht abläuft, das gibt dir auch mehr Sicherheit.

Und bitte bleib vernünftig, schnelle Gewichtsabnahmen mit ES in der Vergangenheit sind absolut nicht zielführend für ein Wohlfühlgewicht.

Liebe Grüße

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8. Oktober 2014 um 23:31
In Antwort auf blamimibla

Hallo Anna,
das harte Los einer Bulimikerin ist, dass meistens der Stoffwechsel massiv gestört ist, und eine mächtige Zunahme vorprogrammiert ist. (Bei MS kann es auch der Fall sein, aber bei Bulimie viel häufiger zu beobachten.) Das kannst du leider erstmal nur aushalten.

Du solltest nicht so extrem gegenregulieren, iss vernünftig, damit dein Stoffwechsel sich normalisiert, du provozierst gerade nur neues Chaos, und vor allem einen neuen Rückfall in die Essströrung! Sport wirkt regulierend, und für eine gute Regeneration danach brauchst du ausreichend Nahrung!

Verzichte auf fettfrei und schränke dich nicht so stark ein was die Lebensmittelauswahl angeht. Die damit verbundenen Gefahren sind einfach zu groß.

Geh zum Arzt und lass dich mal richtig durchchecken. Nach der Bulimie hat sich bei mir z. B. ne Schilddrüsenunterfunktion eingeschlichen. Du solltest deinem Arzt auch von deinem Problem erzählen. Und dann könnt ihr gemeinsam einen Schlachtplan erarbeiten. Ich finde es wirklich wichtig, dass das unter medizinischer Aufsicht abläuft, das gibt dir auch mehr Sicherheit.

Und bitte bleib vernünftig, schnelle Gewichtsabnahmen mit ES in der Vergangenheit sind absolut nicht zielführend für ein Wohlfühlgewicht.

Liebe Grüße

Danke!!
Vielen lieben Dank für deine offenen Worte!
Bist du mittlerweile einigermaßen durch mit der Bulimie?
Ich war letztes Jahr,nachdem ich bereits in Kur gewesen bin,auch aufgrund von Depressionen und Bulimie/Magersucht im Wechsel, mal 6 Monate Symptomfrei gewesen...habe weniger auf alles geachtet etc.
Ende des Jahres wurde ich jedoch extrem rückfällig...3-4 Mal am Tag übergeben war an der Tagesordnung...sehr stressige und prägende Phase gewesen.
Dann war es ne zeitlang wieder etwas besser,plötzlich ging das Ganze jedoch von vorne los...habe mich dann direkt an meinen Hausarzt gewandt und bin wieder in ambulante Therapie gegangen...was mir zwar hilft,aber ich bekomme einfach keinen anständigen,normalen Rhythmus wieder rein...egal was ich esse,danach und auch davor rechne ich es in Kalorien um und versuche dann den ganzen Tag entweder gegenzuregulieren,wenn das nicht klappt bin ich meist schlecht drauf und unzufrieden mit mir...das ist einfach nur anstrengend
Ich hoffe einfach,dass sich das bald mal wieder normalisiert!!!
Für Außenstehende bin ich mittlerweile wieder normal...aber in meinem Kopf ist Chaos!!

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9. Oktober 2014 um 23:03
In Antwort auf jadyn_11891537

Danke!!
Vielen lieben Dank für deine offenen Worte!
Bist du mittlerweile einigermaßen durch mit der Bulimie?
Ich war letztes Jahr,nachdem ich bereits in Kur gewesen bin,auch aufgrund von Depressionen und Bulimie/Magersucht im Wechsel, mal 6 Monate Symptomfrei gewesen...habe weniger auf alles geachtet etc.
Ende des Jahres wurde ich jedoch extrem rückfällig...3-4 Mal am Tag übergeben war an der Tagesordnung...sehr stressige und prägende Phase gewesen.
Dann war es ne zeitlang wieder etwas besser,plötzlich ging das Ganze jedoch von vorne los...habe mich dann direkt an meinen Hausarzt gewandt und bin wieder in ambulante Therapie gegangen...was mir zwar hilft,aber ich bekomme einfach keinen anständigen,normalen Rhythmus wieder rein...egal was ich esse,danach und auch davor rechne ich es in Kalorien um und versuche dann den ganzen Tag entweder gegenzuregulieren,wenn das nicht klappt bin ich meist schlecht drauf und unzufrieden mit mir...das ist einfach nur anstrengend
Ich hoffe einfach,dass sich das bald mal wieder normalisiert!!!
Für Außenstehende bin ich mittlerweile wieder normal...aber in meinem Kopf ist Chaos!!

Hallo Anna,
Chaos ist schrecklich. Chaos macht dich schwach. An Chaos setzt die Essstörung an, und gaukelt dir Struktur und Ordnung vor. Die damit verbundenen Gefühle von Sicherheit und Kontrolle sind dann harte Nüssen die es bei der Genesung zu knacken gilt. Denn aus der "Sicherheit" zu gehen und sich neue und gesunde Sicherheit zu erarbeiten erfordert durchhalten, aushalten, ausprobieren, Chaos, Angst, usw.

Hast du mal über einen Klinikaufenthalt nachgedacht? Ich würde dir raten das so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen. Denn umso mehr Zeit die Essstörung hat sich wieder zu entfalten, desto länger und schwerer wird dein Weg zurück. Dass du in deiner ambulanten Therapie nicht voran kommst zeigt ja auch sehr deutlich, dass du weitaus größeren Unterstützungsbedarf hast.

Dass andere dich als Normal sehen bringt dich noch weiter in die Bredouille. Auf der einen Seite gibt es dir das Gefühl, dass da noch viel mehr geht, dass du dich nicht genug bemühst, und dass du weiter heimlich deine Essstörung leben kannst. Auf der anderen Seite wirst du nicht gesehen in deinem Leid. Das ist eine schwere Situation, die weitere Verschlimmerung wahrscheinlich macht.

Dich ernährungstechnisch zu beraten halte ich grad für schwierig, da es ja ganz offensichtlich nicht klappt. Und ein Vorschlag und ein Versuch dem zu folgen werden dich genauso frustrieren wie du es jetzt erlebst.

Du kannst mit der amb. Therapie deinen Alltag nicht symptomfrei gestalten, du kannst dich nicht ernähren und gefährdest dich selbst mit starker Gegenregulation. Mach es vor deinem Therapeuten/deiner Therapeutin offen und sage, dass du mehr Unterstützung brauchst und eine intensivere Auseinandersetzung in einem umfassenderen Setting mehr Sinn machen würde. (Vor allem, da es ja auch lange Wartezeiten gibt....)

Was hälst du davon? Kannst du dir vorstellen, das in Angriff zu nehmen?

Liebe Grüße

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