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MS seit 15 Jahren ich werde es nie schaffen oder?

9. Mai 2013 um 9:07

Hallo ihr lieben,
ich muss mir hier einfach mal meine Geschichte von der Seele schreiben und vielleicht gibt es hier Gleichgesinnte, die auch schon so lange krank sind.
ich leide an MS seitdem ich 11 Jahre alt bin. Trauriger "Höhepunkt" waren mit 13 Jahren 35 kg auf 1,70. Begleitet von Ritzen, Nägel kauen, Sportsucht und später leider auch Drogen und Alkohol. Ich war 6 Jahre in Therapie, bis ich 19 war. Seitdem ging es mir eigentlich gut und ich kann mit mir selbst und meinen Problemen (die ja der Grund für all das sind) ganz gut umgehen. Ich wiege seit 7 Jahren konstant zw 52 und 55 kg auf 1,72. Während und nach meiner Schwangerschaft vor 2 Jahren habe ich meinem Kind zuliebe normal gegessen und nach der Geburt 14 kg mehr gehabt als vor der ss. zum ersten mal in meinem Leben Normalgewicht! aber das ging gar nicht ich habe mich gefühlt wie ein Nilpferd und alles innerhalb von 6 Monaten abgenommen. Seitdem ärgere ich mich über jedes kg, wiege mich fast jeden Tag, freue mich dass ich wieder in 34 passe und denke von morgens bis abends ans Essen. Ich esse unregelmäßig, habe manchmal FAs und fühle mich danach grottenschlecht. ich rauche 1 Schachtel am Tag, wollte damit aufhören und habe stattdessen so viel gegessen, dass ich in 1 Woche 4 kg zugenommen habe, also Notbremse und wieder geraucht. Dabei wollte ich echt gerne damit aufhören! ich finde 3-4 kg weniger könnten es auch gerne noch sein, mehr aber nicht.

Langsam glaube ich, dass es mit der MS wie mit Alkoholikern ist. man hat die Krankheit immer und wird sie niemals nie los.

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9. Mai 2013 um 10:08

Ich schon seit über 25 Jahren... aber klar schaffen wir das!!!
hej, es gibt kein "ich schaff das nie", Kopf hoch, es ist nie zu spät für irgend etwas!!!

Viele der Dinge, die du da oben schreibst (deine MS sei begleitet von...) treffen bei mir leider auch zu. Ich hatte phasenweise auch Ruhe, dann wieder Rückfälle, wieder Besserungen... seit etwa vier Jahren ist es wieder ganz schlimm. Habe aber erst vor 14 Monaten überhaupt das allererste Mal in meinem ganzen Leben darüber sprechen können (angefangen irgendwann in der Pubertät!!!, weiß nicht genau) u bin seitdem in Therapie...

..eben weil ich nicht aufgebe und Zuversicht habe, dass ich es irgendwann mal schaffe. Klar bin ich auch immer wieder verzweifelt u denke manchmal "es hat alles keinen Sinn"... Es ist sauschwer aber auch saumutig, sich mit Traumatischem zu beschäftigen, mit der eigenen Seele, die - in Eintracht mit der Krankheit - beständig versucht sich vor den Erinnerungen zu schützen. Aber ich bin dennoch dabei u versuche immer wieder, weil ich weiß, dass, wenn ich den Ursachen auf den Grund gehe, ich eine Chance habe, mein Hauptsympton, die ES, zu verstehen u ihr nicht mehr feindlich zu begegnen. Erst dann hast du eine Chance, dass sie verschwindet - quasi ganz von allein.

Also: Hab Mut, sag niemals "ich schaffe das nie!", denn du weißt nie, was morgen ist. Niemand weiß das! Ich bin sicher, du findest noch Kraft in dir. Die Kraft ist da, das ist keine Frage, du musst sie nur finden u an dich glauben!!! Du hast, wie ich auch, Kinder. Unsere Kinder brauchen uns!!!!! Und es ist unendlich viel Liebe in unseren Herzen für unsere Kinder. Aus dieser Liebe entspringt so viel Kraft und Energie!! Das muss so sein, ich glaube einfach fest daran.

Ich wünsch dir alles alles Gute,

glG Grisu

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9. Mai 2013 um 14:58

Liebe Miezmiez,
ich kann deine Sorgen gut verstehen. Auch ich habe meine ES schon ziemlich lange und habe das Gefühl, dass vielleicht niemals "wieder hinzukriegen".
Ich hatte erst letzte Woche das Thema in meiner Therapiestunde, weil mich die Gedanken auch sehr heruntergezogen haben.
Mein Therapeut hat mir gesagt, man wird die Krankheit vielleicht niemals ganz loswerden. Aber man kann leben, damit zu leben.. Und zwar vielleicht (hoffentlich) auch gut damit zu leben... Trotzdem wird man vielleicht immer wieder über das regelmäßige Essen stolpern und man sich daran erinnern müssen... Aber das Leben kann trotzdem wieder schön werden... Und ich versuche, ganz doll daran zu glauben, um nicht aufzugeben
Alles Gute für dich

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9. Mai 2013 um 21:08

Danke
für eure lieben Worte Wie bei den meisten ist auch bei mir der Grund für die ES eine beschissene Kindheit. Daran kann ich nichts ändern und damit werde ich auch niemals abschließen können. Nur es bei meinen Kindern besser machen. Ich kann aber mittlerweile damit leben und das ist für mich ein großer großer Fortschritt. Ich finde es nur immer so schlimm wenn ich ständig angesprochen werde "iss doch mal was, das sieht nicht mehr schön aus".. blabla.. ich mein hallo zu dicken sagt das doch auch keiner! Ich antworte immer "ich esse doch", was ja bedingt auch stimmt. Was soll ich denn sagen, damit das aufhört. Soll ich vor meine Familie, Freunde und Kollegen treten und ihnen sagen dass ich eine Essstörung habe? Das würde nur Getuschel und mitleidige Blicke geben. Für mich ist das ganz schlimm, ständig darauf angesprochen zu werden. Die tun immer alle so abfällig, als sei ich nicht mehr ganz sauber im Kopf. Keiner von denen weiß wie schlimm das ist für mich und was für ein Kampf jeder einzelne Bissen und jeder Blick in den Spiegel für mich ist. Aber ja wir kämpfen vor allem unserer Kinder wegen und ich will nie nie wieder 35 kg wiegen wie es vor 12 Jahren der Fall war. Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen damals, aber ganz raus werde ich es nie aus mir bekommen wahrscheinlich.

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