Home / Forum / Fit & Gesund / 'Mit einer Zunahme wird alles besser!'

'Mit einer Zunahme wird alles besser!'

18. Februar 2011 um 10:05

Hallo,
ich bin seit mittlerweile sieben Jahren magersüchtig. Mein niedrigstes Gewicht lag bei 35kg. Unzählige stationäre Aufenthalte liegen bereits hinter mir. Mit 14 begann ich eine tiefenpsychologische Therapie für vier Jahre und mit 18 bis jetzt Verhaltenstherapie. Demnach besteht (!) meine Therapeutin immer ohne jegliche Widerrede auf Gewichtskontrollen und thematisiert fast in jeder Stunde meine nicht vorhandene Zunehmbereitschaft. Sie vertritt die Auffassung, dass sich die Gedanken bezüglich der ES erst oder besser gesagt, nur mit unterem Normalgewicht besser können. Ihr Ziel liegt demnach bei 52kg- für mich unvorstellbar. Momentan schlage ich mich mit 45-46kg herum und fühle mich schrecklich. Objektive Gegenargumente dringen zu mir nicht durch und oftmals frage ich mich, warum ich überhaupt esse, wenn ich mit weniger Gewicht viel wohler komme... Innerhalb der Therapie habe ich ca. 4kg zugenommen- allerdings durch FAs, was mir die Akzeptanz des Gewichts viel schwerer macht, als wenn ich durch 'normales' Essverhalten (sprich 3 Mahlzeiten etc) zugenommen hätte- meine Therapuetin klopft sich für die Zunahme (die ich natürlich ihr zu verdanken habe ) noch immer auf die Schulter. Tja, und jetzt stecke ich in diesem Dilemma- mein größter Wunsch wäre es, die Essstörung einfach abzulenken und frei, unbeschwert essen zu können. Ein Leben in dem ich dem Gewicht und dem Kaloriengehalt keine Bedeutung zu schreibe- doch allmählich stirbt auch das letzte Fünkchen Hoffnung aus. Vielleicht hat das alles viel zu lange gedauert- keine Ahnung. Und wenn die einzige Aussischt auf Besserung eine Zunahme ist, dann bin ich wohl verloren... Denn wie soll ich die gedanklichen Barrieren überwinden, mein Abi in diesem Jahr schreiben, wenn ich mich mit einem Kilo zu viel erfahrungsgemäß nicht mehr vor die Tür traue??
Bitte entschuldigt die Jammerei, aber das musste ich gerade loswerden- habt ihr denn eine Veränderung eurer Gedanken in Verbindung mit einer Zunahme feststellen können?

-Beste Grüße

Mehr lesen

18. Februar 2011 um 17:38

Danke
für deine ehrliche Antwort und dass du deine Erfahrungen mit mir teilst. Das mit der Zunehmbereitschaft kann ich durchaus nachvollziehen, doch leider nicht für mich anwenden... Weißt du, als ich das letzte Mal weit unten gewesen bin, versprachen mir die Therapeuten und Ärzte allmähliche Besserung, bei einer Zunahme. Es fiel mir damals schon schwer ihren Worten Glauben zu schenken, aber ich konnte mich dennoch auf das Konzept und den Essensplan einlassen. Allerdings verstärkten sich bei mir die typischen ES-Gedanken vermehrt und nicht nur die Zahl auf der Waage, sondern vor allem das unerträgliche Körpergefühl wurde immer schlimmer. Ich erschreckte mich regelrecht darüber, dass ich beim Schlafen keine Druckstellen mehr habe etc. Insbesondere die typische MS-Stimme wurde immer lauter und agressiver. Ich habe es einfach nicht ausgehalten die Zunahme anzunehmen und mich mit diesem neuen, regelrecht fremden Körper zu akzeptieren. Bevor ich volljährig war, musste ich auf Druck des Jugendamtes wöchentlich Gewichtszettel mit ärztlichen Stempel einreichen- sie drohten mit einem richterlichen Beschluß und einer erneuten Zwangsunterbringung. Es gab damals nichts, was ich mehr fürchtete... Nach meinem 18.Geburtstag setzte ich schließlich wieder alles daran möglichst schnell und viel abzunehmen, da ich den Blick in den Spiegel nicht ertragen und kaum einen Fuß vor die Tür setzen konnte. Deshalb dieses Gewichtszunahme-Thema für mich noch immer zielich heikel und angstbesetzt. Doch meine Therapeutin ist der Meinung, dass genau deswegen daran gearbeitet werden muss.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club