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Mit 13 jahren: meine angst eine frau zu werden.

22. Juli 2010 um 13:38

hallo! ich bin jetzt 39 jahre alt und hatte jahrelang (zwischen 13 bis etwa 20) eine ES, zuerst magersucht, und dann fressanfälle und schließlich begann ich mit dem kotzen. meine ganze jugend war geprägt von der sorge zu dick zu werden, dem heimlichen essen und kotzen. erst jetzt beschäftige ich mich wieder damit, und mir wurde vor kurzem klar, dass das ganze angefangen hat, nachdem ich, ich war etwa 13 und bekam einen busen und rundere hüften, mehrmals von älteren herren massiv sexuell belästigt wurde. es war mir so unangenehm und ich wollte einfach keine frau werden. wehrte mich dagegen, weil ich es hasste, allerorts belästigt zu werden. ich wollte nicht zusehen, wie mein körper weiblich wird. ich begann mit 13 zu fasten, um dem entgegen zu wirken. ich war in einem alter, indem man eigentlich wachsen und viel essen sollte, ständig auf diät. dann mit etwa 15 begann ich mit der kotzerei. es war schrecklich. nach der schule holte ich mir heimlich allerlei süßigkeiten, stopfte in mich rein, erbrach alles wieder und so weiter. trotzdem wurde ich weiblich, war nie dick, aber ich bekam einen busen und rundere hüften. ich begann mich deswegen zu hassen. mit etwa 17 begann ich dann mit SVV, ritzen, selbstmordgedanken, depressionen. ein teufelskreis. in meinem umkreis gab es keine frauen, die mir sagten, wie ich mich gegen sexuelle übergriffe und belästigungen wehren sollte. ich hatte keine positive weibliche bezugsperson. von meiner mutter hörte ich nur, dass männer halt so sind, und ich solle einfach weggehen und weghören, wenn so was passiert, und: männer sind halt so. erst als ich dann nach wien zum studieren ging, gings mir besser. ich hatte dann eine freundin, sie ist feministin und hat mir viele bücher gegeben. erst mit der lektüre feministischer literatur begann ich mich zu wehren, gegen übergriffe, wurde selbstbewusster und lernte, dass es nicht so sein muss, zum sexobjekt degradiert zu werden. ich begann allmählich wieder normal zu essen und zu mir zu stehen. v.a. dann, als ich mit 23 einen freund hatte, der mich sehr liebte, so wie ich bin. ich lese jetzt viel über essstörungen, es gibt literatur, in der esstörung auch in zshg. mit sexuellem missbrauch gebracht werden und mit dem "unbehagen im weiblichen körper", dann gibts aber auch viel literatur, wo geschrieben wird, dass mädchen deswegen esstörungen entwickeln, weil sie halt schlank und schön sein wollen...
meine frage in die runde nun, wie es anderen frauen mit essstörungen geht, ob sie ähnliche erfahrungen wie ich gemacht haben??
ich bin sehr froh, dass ich aus dem teufelskreis raus bin, hatte allerdings zwischen 20 und 30 jahren immer wieder depressionen, erst jetzt bin ich selbstbewusst und stark, als frau als mensch und überhaupt.... freu mich über rückmeldungen.

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23. Juli 2010 um 17:35

Also ich glaube ike39...
Also ich glaube ike39 sehr wohl und kann ihre Gedanken auch gut nachvollziehen.

So ähnlich, jedoch nicht mit dem sexuellen Aspekt, war/ist es bei mir auch iwie.
Also ich hatte/habe auch voll Angst so "richtig" erwachsen zu werden und für alles Verantwortung übernehmen zu müssen. Ich war schon immer und überall dieses kleine süße Mädchen und iwie hatte ich glaube ich Angst diese Rolle zu verlieren. Naja mittlerweile nervt mich das teilweise schon etwas bis etwas mehr. Alle passen dauernd auf mich auf. Ich kann machen was ich will, bekomme NIE Ärger. Und einfach alle nehmen mich in Schutz. Ist teilweise echt ätzend, aber iwie komme ich aus dieser "kleinen Mädchen Rolle" nicht raus. Was soll ich machen? Ich kann doch nicht einfach anfangen zu fressen, zunehmen und dann ist alles gut, oder?
Also ich denke es liegt auch mit an meinem Verhalten, aber nicht nur. Denn auch Leute, die mich absolut noch nicht kennen und mit denen ich kaum geredet habe drängen mich in diese Rolle.
Ich glaube ich habe einfach Angst selbst Verantwortung für mich übernehmen zu müssen und als "richtige" Frau ist das mit den Männern auch komplizierter. Habe Angst angemacht oder einfach so geküsst zu werden etc. Aufgrund meiner MS habe ich da auch noch relativ wenig Erfahrung. Die meisten Jungs, Männer die ich so kennenlerne übernehmen eher so ne Beschützerrolle bei mir.
Ach man das ist alles so kompliziert. Evt könnte das aber mit ein Grund für meine MS sein.
Sorry jetzt habe ich einfach nur so viel von mir gelabert. Aber iwie hat mich dein Text etwas zum Nachdenken über mich selbst angeregt.

liebe Grüße und schönes We schonmal Snow

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24. Juli 2010 um 12:36

Ich glaube dir auch...
kann deine Gedanken gut nachvollziehen, da es bei mir so ähnlich ist.
Ich hatte in meiner Kindheit auch schlechte sexuelle Erfahrungen mit Männern machen müssen, und daraus entwickelte sich dann ein gestörtes Verhältniss zu meinem Körper.
Bis heute komme ich nicht damit klar, dass mein Körper zwangsläufig zu dem einer Frau wird, werden sollte. Oberweite will ich keine, genauso wie mich alle weiblichen Rundungen stören, die Männer anziehend finden könnten Ich freue mich dummerweise sogar darüber, dass meine Periode ausbleibt...
Versuche praktisch durch die MS meinen Körper in einer kindlichen Form zu halten...

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