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Methadon

25. August 2009 um 23:24

Ich habe einen Bekannten der zur Zeit Methadon bekommt. Kann mir jemand sagen, wie die Wirkung bzw. welches die Nebenwirkungen sind und wie sich diese Menschen im Umgang mit anderen verhalten? Wird man von Methadon auch abhängig? Wie lange muss man das Methadon nehmen?

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26. August 2009 um 10:42

Also erst einmal,
ist ja methadon die eratzdroge für heroin, das heisst die wirkung ist nicht so viel anders als die von "H"....
wenn man ins methaprogramm geht dann ist man abhängig, es ersetzt lediglich die beschaffungskriminalität und die gefahr einer überdosierung oder eben unreines zeug...
mein freund war auch im methaprogramm, und der entzug von dem zeug war um einiges schlimmer als der entzug vom "H"...
wie lange er es nimmt oder nehmen soll, kann ich so nicht sagen, aber die option sollte ja sein das er in die entgiftung und dann auf therapie geht....
ich hoffe ich konnte dir etwas helfen...
noch ne option wäre die substitution mit subutex oder suboxone...
sind chemische opiate
lg

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1. November 2009 um 16:57

Müdigkeit
Die bisherigen beiden Antworten sind vollkommen richtig. Wobei die Wirkung von Methadon nicht ganz der von Heroin gleicht. Viele Heroinabhängige sind auch sehr stark von dem Kick abhängig, der je nach Konsumform sehr stark sein kann. Methadon bringt diesen Kick nicht.

Heroinabhängigkeit kann recht gut in die beiden Komponenten körperliche und psychische Abhängigkeit aufteilen. Methadon hilft, die körperlichen Entzugserscheinungen zu unterdrücken, gibt aber nicht den Kick und das sehr starke Gefühl, das für die psychische Abhängigkeit verantwortlich ist.
Richtig Heroinabhängige haben starke Entzugserscheinungen, die ein halbwegs lebbares Leben sehr schwer machen. Substitutionspräparate können das ändern, aber nicht die Gier nach dem Gefühl verändern.
Aus diesem Grund betreiben viele Abhängige in Substitutionsprogrammen Beikonsum. Sie verkaufen z.B. einen Teil ihres Methadons an andere Abhängige, die damit ihre körperlichen Entzugserscheinung mindern und verwenden das Geld dann um Heroin zu kaufen, was den Suchtdruck stillen kann.

Methadon hat neben der Tatsache, dass es in der Regel stärker körperlich Abhängig macht als Heroin und dadurch nach dem Absetzen erheblich länger mit Entzugserscheinungen zu rechnen ist den großen Nachteil, dass es bei vielen sehr Demotivierend wirkt. Eine ständige Müdigkeit durchzieht das Leben und vieles wird als anstrengender empfungen. Die Abgeschlagenheit ist oft größer als bei reinem Heroinkonsum. Dies muss nicht pauschal für jeden gelten, tritt aber häufig auf. Deshalb herrscht in vielen Kreisen von Heroinkonsumenten die Meinung, dass es nicht ratsem ist, ins Methadonsubstitutionsprogramm zu gehen.

> Wie lange muss man das Methadon nehmen?
Wenn ein Heroinabhängiger von dem Stoff loskommen will gibt es zwei Hürden zu überwinden - die körperliche und die psychische Abhängigkeit. Beide Hürden gleichzeitig zu überwinden ist schwerer als eine nach der anderen.
Die Hürde der psychischen Abhängigkeit zu überwinden ist viel schwerer als die körperliche. Nicht wenige Heroinabhängige sind nach jahrelangem Konsum routiniert darin, körperlich zu entziehen.
Wer einmal psychisch Heroinabhängig ist, wird es immer bleiben. Die einzige Möglichkeit, damit klar zu kommen ist, zu akzeptieren dass man niemals im Leben wieder dieses Gefühl haben wird und niemals wieder Konsumieren wird.
Methadon muss man so lange nehmen, bis man es nicht mehr braucht. Der Entzug ist so gedacht, dass man mit Methadon die körperlichen Entzugserscheinungen unterdrücken kann um währenddessen mit der psychischen Abhängigkeit klar zu kommen. Am Anfang ist es am schwersten, ein Rückfall ist aber jederzeit möglich. Wenn es der Süchtige über einen gewissen Zeitraum schafft, kein Heroin mehr zu nehmen, wird das Methadon langsam ausgeschlichen, also Stück für Stück die tägliche Dosis gesenkt.
Das ist eine weitere schwere Phase, da dabei wieder verstärkt Entzugserscheinungen auftreten. Nach Absetzen der letzten kleinen Tagesdosis Methadon kommen auf die meisten Süchtigen noch ein paar schlimme Tage zu, die besonders hart sind.
Dann aber ist durchgestanden, die körperliche Abhängigkeit ist nicht mehr da und es besteht die Möglichkeit bis ans Lebensende ohne Heroin oder Ersatzstoffe zu leben. Wenn allerdings ein Süchtiger allerdings ein einziges mal auch nach vielen Jahren Rückfällig wird, ist sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeit schlagartig wieder voll da. Das Körper ist auf Opioide programmiert und ein kurzer Rückfall löst die körperliche Gier wieder aus. Psychisch ist es so, dass die Süchtigen das unbeschreiblich gute Gefühl mit der Zeit etwas vergessen und somit nicht mehr so oft und so stark daran denken. Ein Rückfall bringt das dann wieder voll ins Bewusstsein.

Viele Grüße und Viel Glück!

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